Atheisten-Bingo mit einer sehr schönen Auswahl an Sprüchen, die man als Gottloser so zu hören bekommt.

Frohe Weihnachten allen! Hö hö.

25. Dec 2009 | Keine Kommentare

Religion hat sich nur aus einem Grund entwickelt: Um das Überleben menschlicher Gesellschaften zu fördern.

Mehr dazu auf Englisch hier.

Ein schwedisches Radioprogramm mit einem (Tier-)Verhaltensforscher hat mich auf eine interessante Tatsache aufmerksam gemacht: Ungeachtet welche Religion oder Kultur in der Welt, so finden sich jeweils etwa 25 Prozent der Bevölkerung, die sehr gläubig sind. Ihre Gehirne sind also so ausgelegt, dass sie an etwas glauben müssen. Auf der anderen Seite stehen 25 Prozent, denen die Prädisposition für Religiosität völlig abgeht. Dazwischen liegt die “restliche” Hälfte der Bevölkerung, die so oder so können und keine starke Präferenz für oder gegen Glauben haben und die sich meist an die vorherrschende Richtung anpassen.

Was folgt daraus? Zum einen wiederum die Binsenweisheit, dass alleine eine säkulare Gesellschaft allen ohne Unterdrückung gerecht werden kann, sowohl Gläubigen als auch Ungläubigen. Denn es gibt keine einheitliche Gesellschaft.

Zum anderen, dass es vergebene Liebesmüh’ ist, wirklich Gläubige von ihrem Glauben abbringen zu wollen. Allerdings ist da die Masse der Unentschiedenen, die die Religionen unverhohlen bekehren wollen und denen eigentlich eine ebenso starke Interessensgemeinschaft der Nichtgläubigen eine weltliche Sicht der Dinge nahelegen sollte.

Gehirn-Viren

Ich finde es ja ziemlich peinlich, dass die aus England abgekupferte atheistische Buskampagne in Deutschland nur Absagen bekommen hat.

Das ist doch einmal eine interessante Statistik.

Unter häufigen Kirchgängern in den USA finden 54%, dass Folter bei des Terrorismus Verdächtigen “oft” bzw. “manchmal” gerechtfertigt ist. 44% finden “selten” oder “nie”. Unter Kirchenabstinenzlern ist die “Mehrheit” andersherum: 42% kreuzten “oft” oder “manchmal” an, 53% “selten” oder “nie”. Einzelheiten hinter obigen Link.

Natürlich ist eine Korrelation nicht notwendigerweise ein Kausalzusammenhang, aber dann wüsste ich gerne, welcher unbekannte Faktor dafür sorgt, dass Kirchgänger Folter eher in Ordnung finden. Oder hat es doch damit zu tun, dass einem in der Kirche ein Folterinstrument als positives Symbol verkauft wird?

Religulous

Wikipedia weiß:

Religulous (gebildet aus engl. religion – Religion und ridiculous – lächerlich) ist ein US-amerikanischer satirischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008. Das Drehbuch entstammt dem politischen Komödianten Bill Maher, der zugleich im Mittelpunkt des Films steht.

Den habe ich mir neulich angesehen. Es ist gute Unterhaltung und man schlägt an einigen Stellen unweigerlich die Hände über dem Kopf darüber zusammen, was die Leute da von sich geben. Ein wirkliches Muss ist der Film aber nicht, finde ich. Bis auf das Schlussplädoyer ist sein Ziel nicht, Missstände anzuprangern, sondern Lacher zu erzielen – der Regisseur ist schließlich auch der Macher von Borat.

Natürlich ist die vermeintliche Dummheit anderer Menschen die Essenz allen Humors, aber ich reagiere ein wenig allergisch, wenn sich andere Ungläubige herablassend über religiöse Menschen äußern. Wohlgemerkt meine ich die Menschen; die hanebüchenen Teile der diversen Lehren, soll man angreifen und lächerlich machen soviel man will.

Es ist einfach kein Grund zur Überheblichkeit, dass wir Gottlosen bei diesem Thema die alten Aberglauben durchschaut haben und es jetzt besser wissen. Man kann sich stattdessen an an all die Gelegenheiten erinnern, zu denen man selbst irgendeinem Unsinn aufgesessen war. Wir sitzen alle im selben Boot.

Aus einem Interview in der SZ mit Lemmy Kilmister, dem Sänger von Motörhead:

Kilmister: Die Welt ist böse. Motörhead tritt dir nur in den Arsch. Motörhead ist eine Rock-’n’- Roll-Band. Wir sind nur Hintergrundmusik. Wieso sind wir böse? . . . Wieso ist nicht die Kirche böse?

SZ: Die Kirche? Welche?

Kilmister: Alle. Was für ein Wahnsinn, den Leuten zu erzählen, Maria ist jungfräulich niedergekommen. Armer Josef, oder? Und Jesus? Stirbt am Kreuz und steht wieder auf? Wahnsinn! Wahnsinn!!

SZ: Es ist eher bildlich . . .

Kilmister: Sag einem wiedergeborenen Christen in den USA, dass das bildlich gemeint ist – der rastet aus und überfällt Mexiko! Ich meine, Leute, die Länder regieren, ernstzunehmende Länder, keine Voodoostämme, okay?, diese Leute behaupten tatsächlich, dass all’ diese sagenhaften Märchen aus der Bibel stimmen! Sie berufen sich darauf, wenn sie politische Entscheidungen treffen, gegen Kondome, gegen Aids-Aufklärung, Reagan sah Aids als gerechte Strafe. Das ist schlimm, mein Lieber! Die Leute schwören auf die Bibel. Das ist, als ob du mit einem Piloten fliegst, der Gespenster sieht!

SZ: Johann Sebastian Bach wäre ohne die Kirche gar nicht vorstellbar.

Kilmister: Absoluter Unsinn.

SZ: Aber doch!

Kilmister: Unsinn. Bach wäre ohne Transzendenz nicht vorstellbar. Die Kirche hat ihn benutzt. Und er hat sich benutzen lassen. So war’n die Zeiten. Die Leute mussten ja von was leben. Cheers!

SZ: Jedem seinen Glauben, oder?

Kilmister: Ich hab’ keine Bibel in der Hand. Bush hat eine, Blair hatte eine, Saddam wedelte mit dem Koran rum, die Schlächter in Srebrenica konnten auch auf die Liebe ihrer Kirche zählen, als sie die Leute da reihenweise massakrierten . . .

SZ: Die Kirchen sind nicht aus Prinzip böse.

Kilmister: Die Leute haben eine Scheißangst vor dem Tod. Es könnte sich der Verdacht ergeben, dass die ganze Plackerei sinnlos ist, oder? Da wir ja eh alle zur Hölle fahren. Die Kirchen ködern diese Leute mit Märchen und machen sie verrückt, Mann! Wenn du schön brav bist, bist du nicht tot, sondern nur in Gottes Armen. So – wer ist nun wahnsinnig? Ich oder die Weihrauchschwenker?

Der Mann hat recht. Vielleicht sollte ich doch einmal Motörhead hören, die ich immer nur vom Hörensagen kannte. :)

(via Twitter von Spreeblick)

Lustige Post

Ich habe hier schon eine Weile nicht mehr geschrieben. Mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen, denn das Thema dieses Blogs wird uns so schnell nicht abhanden kommen.

Gerade bekam ich wieder einmal Post. Ein Pamphlet, das aus wirr und unschlüssig zusammengewürfelten Argumenten widerlegen will, dass Evolution eine gute Erklärung für den Ursprung des Lebens ist. Natürlich könnte man sich die Arbeit machen, den Text zu zerlegen, aber wozu? Man gibt damit abstrusen Ideen mehr Aufmerksamkeit als sie verdienen und den oder die Verfasser überzeugt man ohnehin nicht.

Außer Emails bekomme ich in regelmäßigen Abständen sogar Papierpost, in denen mir jemand seine tolle spirituelle Idee andrehen oder mich davon überzeugen will, dass ich “auf dem falschen Weg” bin und doch “zu Gott finden solle”. Ein Beispiel habe ich ja schon aufgeschrieben aber generell gilt auch da, dass der Papierkorb der einzig richtige Aufbewahrungsort ist. Aber erst nachdem man sich gut amüsiert hat, natürlich.

Immerhin habe ich noch keine Drohungen bekommen. So viel Spaß wie Dawkins beim Lesen seiner Emails habe ich also nicht.

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