<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Comments on: Religion vs. Wissenschaft II</title>
	<atom:link href="http://www.atheistundgut.de/2006/05/24/religion-vs-wissenschaft-ii/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.atheistundgut.de/2006/05/24/religion-vs-wissenschaft-ii/</link>
	<description>und das ist auch gut so.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 11 Jan 2012 08:26:35 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
	<item>
		<title>By: marco jansen</title>
		<link>http://www.atheistundgut.de/2006/05/24/religion-vs-wissenschaft-ii/comment-page-1/#comment-23</link>
		<dc:creator>marco jansen</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2006 21:04:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.atheistundgut.de/2006/05/24/religion-vs-wissenschaft-ii/#comment-23</guid>
		<description>Ich hake mich in den Wissenschaftsdisput ein.

Ich halte die Systeme letztlich nicht für vergleichbar. Sie bieten sich gegenseitig - nach meinem Erachten - keinerlei Reibungsfläche. Zwar hatten die Kirchen ein Interesse auf alle weltlichen und wissenschaftlichen Belange Einfluß zu nehmen, aber das lag weniger an der Glaubwürdigkeit einer religiösen Lehre, die es zu verteidigen galt, als der Implementierung ihrer weltlichen Macht. Heute ist das mit dem Versuch den Kreationismus zu verbreiten nicht viel anders. 

Religionen halte ich nicht wirklich für überprüfbar (im wissenschaftlichen Sinne). Das scheiterte m.E. bereits an der Auslegbarkeit der textuellen und ikonographischen Darstellung der Glaubensinhalte. Kirchen tragen interne und externe Debatten über die Auslegung dieser - womöglich zentralen - Aussagen aus, viele über Jahrzente hinweg. 

Ihre Trennung von der Wissenschaft hat die katholische Kirche vor kurzem im Zusammenhang mit der Kreationismusdebatte bekräftigt. Daß sie Galileo mit dem Scheiterhaufen drohte sollte nicht unerwähnt bleiben, hat diese Kirche doch den Nimbus des Unendlichen geschürt. Mit der Säkularisation haben sich letztlich die Religionen in der westlichen Welt aus den großen Debatten der Wissenschaft zurück gezogen. Sie streiten wohl kaum noch die Ergebnisse wissenschaftlichen Tuns ab. Was die Kirchen dennoch nicht lassen können, ist die Einmischung in Fragen der Ehtik. Es mag ja sein dass:

&quot;Jahrhundertelang haben Menschen nach einem Gottesbeweis gesucht und das Ergebnis ist nichtig, wenn man den Maßstab der Überprüfbarkeit anlegt.&quot;

Andererseits werden die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit auf dem Maßstab ethischer Grundsätze den Menschen, seine Gemeinschaft und seinen Wert nichtig immer gerecht. 

Muss man expilzit über Atombomben, Agent Orange, Senfgas, Dynamit, Schwarzpulver und vieles mehr sprechen? 
Über die Bedeutung von Silicon, Botulinumtoxin, Lifting für die Gesellschaft könnte man ebenso diskutieren.

Beides sind für mich Diskurse, die in den Bereich des Machbaren fallen, dank der Wissenschaft. Mit einem Schulterzucken quittieren wir die Angst vor dem einen und die Option auf das andere und stellen fest, das gehöre halt zum Leben dazu. 

Wer aber ist verantwortlich? 
Die Wissenschaft? 
Ist sie im Umkehrschluß nachweislich unverantwortlich, wenn man den Maßstab der Ethik und Verantwortung (also den derzeitigen Diskurs, den die Kirchen wagen) berücksichtigt?

Zu guter Letzt will ich nochmals betonen, daß es hier mitnichten um iene Gegenüberstellung geht. Nicht: die Einen haben mehr Seelen als die Anderen auf dem Gewisssen, oder ähnlich. So säkularisiert sich heute die Welt darstellt, so säkularisiert sind letztlich die Kirchen als Träger religiösen Lebens. Sie haben sich in sich selbst zurückgezogen und werden wohl kaum in die individualisierte Glaubensgesellschaft hineinfinden. Gemeinschaften und damit Gemeinden lösen sich auf. Familienbindungen über Generationen verlblassen zunehmend. Alles geht - und das ist ein zu mächtiger Slogan für eine im Mahnen geübte Institution. 

Andererseits sehe ich auch nicht die Mündigkeit gottbefreiter Gesellschaften. Die Tücke in der Wahrnehmung eines gottfernen Menschens sehe ich in der Überschätzung der eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Die Erkläbarkeit der Welt setzt dieser mit seinen Mitteln (Wissenschaft) dem gottnahen Menschen und seinen Mitteln (Glauben) entgegen.  In unserer westlichen Welt argumentiert der heutige Missionar in Laborkittel und Reagenzglas schwingend. 

Zur Mündigkeit möchte ich zudem anmerken, dass die Freiheit der Entscheidung in einer komplexen Welt nicht jedem gelingen wird. Wer führt die wenigen oder vielen Unmündigen? Und was gelingt denen eigentlich nicht, dass ihnen die Teilhabe an der Erkenntnis verwehrt bleibt? Wer ist denn dann verantwortlich, wenn eine Lösung für diese Frage erdacht und umgesetzt wird? Der Fragesteller oder Ausführende?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hake mich in den Wissenschaftsdisput ein.</p>
<p>Ich halte die Systeme letztlich nicht für vergleichbar. Sie bieten sich gegenseitig &#8211; nach meinem Erachten &#8211; keinerlei Reibungsfläche. Zwar hatten die Kirchen ein Interesse auf alle weltlichen und wissenschaftlichen Belange Einfluß zu nehmen, aber das lag weniger an der Glaubwürdigkeit einer religiösen Lehre, die es zu verteidigen galt, als der Implementierung ihrer weltlichen Macht. Heute ist das mit dem Versuch den Kreationismus zu verbreiten nicht viel anders. </p>
<p>Religionen halte ich nicht wirklich für überprüfbar (im wissenschaftlichen Sinne). Das scheiterte m.E. bereits an der Auslegbarkeit der textuellen und ikonographischen Darstellung der Glaubensinhalte. Kirchen tragen interne und externe Debatten über die Auslegung dieser &#8211; womöglich zentralen &#8211; Aussagen aus, viele über Jahrzente hinweg. </p>
<p>Ihre Trennung von der Wissenschaft hat die katholische Kirche vor kurzem im Zusammenhang mit der Kreationismusdebatte bekräftigt. Daß sie Galileo mit dem Scheiterhaufen drohte sollte nicht unerwähnt bleiben, hat diese Kirche doch den Nimbus des Unendlichen geschürt. Mit der Säkularisation haben sich letztlich die Religionen in der westlichen Welt aus den großen Debatten der Wissenschaft zurück gezogen. Sie streiten wohl kaum noch die Ergebnisse wissenschaftlichen Tuns ab. Was die Kirchen dennoch nicht lassen können, ist die Einmischung in Fragen der Ehtik. Es mag ja sein dass:</p>
<p>&#8220;Jahrhundertelang haben Menschen nach einem Gottesbeweis gesucht und das Ergebnis ist nichtig, wenn man den Maßstab der Überprüfbarkeit anlegt.&#8221;</p>
<p>Andererseits werden die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit auf dem Maßstab ethischer Grundsätze den Menschen, seine Gemeinschaft und seinen Wert nichtig immer gerecht. </p>
<p>Muss man expilzit über Atombomben, Agent Orange, Senfgas, Dynamit, Schwarzpulver und vieles mehr sprechen? <br />
Über die Bedeutung von Silicon, Botulinumtoxin, Lifting für die Gesellschaft könnte man ebenso diskutieren.</p>
<p>Beides sind für mich Diskurse, die in den Bereich des Machbaren fallen, dank der Wissenschaft. Mit einem Schulterzucken quittieren wir die Angst vor dem einen und die Option auf das andere und stellen fest, das gehöre halt zum Leben dazu. </p>
<p>Wer aber ist verantwortlich? <br />
Die Wissenschaft? <br />
Ist sie im Umkehrschluß nachweislich unverantwortlich, wenn man den Maßstab der Ethik und Verantwortung (also den derzeitigen Diskurs, den die Kirchen wagen) berücksichtigt?</p>
<p>Zu guter Letzt will ich nochmals betonen, daß es hier mitnichten um iene Gegenüberstellung geht. Nicht: die Einen haben mehr Seelen als die Anderen auf dem Gewisssen, oder ähnlich. So säkularisiert sich heute die Welt darstellt, so säkularisiert sind letztlich die Kirchen als Träger religiösen Lebens. Sie haben sich in sich selbst zurückgezogen und werden wohl kaum in die individualisierte Glaubensgesellschaft hineinfinden. Gemeinschaften und damit Gemeinden lösen sich auf. Familienbindungen über Generationen verlblassen zunehmend. Alles geht &#8211; und das ist ein zu mächtiger Slogan für eine im Mahnen geübte Institution. </p>
<p>Andererseits sehe ich auch nicht die Mündigkeit gottbefreiter Gesellschaften. Die Tücke in der Wahrnehmung eines gottfernen Menschens sehe ich in der Überschätzung der eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Die Erkläbarkeit der Welt setzt dieser mit seinen Mitteln (Wissenschaft) dem gottnahen Menschen und seinen Mitteln (Glauben) entgegen.  In unserer westlichen Welt argumentiert der heutige Missionar in Laborkittel und Reagenzglas schwingend. </p>
<p>Zur Mündigkeit möchte ich zudem anmerken, dass die Freiheit der Entscheidung in einer komplexen Welt nicht jedem gelingen wird. Wer führt die wenigen oder vielen Unmündigen? Und was gelingt denen eigentlich nicht, dass ihnen die Teilhabe an der Erkenntnis verwehrt bleibt? Wer ist denn dann verantwortlich, wenn eine Lösung für diese Frage erdacht und umgesetzt wird? Der Fragesteller oder Ausführende?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

