Die Wurzel allen Übels: Religion

Richard Dawkins ist Evolutionsbiologe und unter anderem durch populärwissenschaftliche Bücher (“Das egoistische Gen”) bekannt. In einer TV-Serie für das britische Fernsehen mit dem Titel The Root of All Evil? greift er das grundlegende Problem auf, das alle Religionen gemein haben: Sie verhindern kritisches Denken und Vernunft.

Ich stimme völlig mit ihm darin überein, dass Religion und Wissenschaft einander gegenüber stehen und dass es Unsinn ist zu behaupten, dass sie nebeneinander existieren können oder sogar miteinander vereinbar sind. Die beiden bisherigen Abschnitte der Serie finden sich auf Google Video und sind ein echtes Muss:

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  1. Religionen verhindern nicht nur kritisches Denken und Vernuft, sie erzeugen auch einen ” wir sind besser als die Anderen ” Wahn.
    Wenn man die hunderten von Millionen Toten bei Religionskriegen, Inquisation, usw., anschaut, dann versteht man, was sogenannte Religiöse Führer mit fanatisierten Menschen zusammen anrichten können.

  2. ein Problem, das ich mit Dawkins vor allem in The God Delusion habe, besteht darin, dass ihm nicht viel besseres einfällt, als ein Metasystem (Religion) durch ein anderes Metasystem (Wissenschaft/Humanismus) zu ersetzen. Ich glaube, selbst in atheistischen Kreisen gibt es einen Wahn, nämlich jenen, dass tatsächlich eine isomorphe Abbildung von Wirklichkeit in unserem Gehirn realisiert werden kann, mit den Mitteln der wissenschaftlichen Wirklichkeitserforschung.

    Irgendwie gab es wohl einen Bruch, denn Kant war da schon deutlich weiter.

    Letzten Endes leben wir alle einfach nur in Beschreibungen, die mehr oder weniger deutlich Absichten verpflichtet sind, die mit dem Beschriebenen nicht viel zu tun haben. Und auch die Wissenschaft ist davor nicht gefeit, trotz Wissenschaftstheorie. Wissenschaft kann so was von dogmatisch sein.

    Außerdem ist mir Dawkins in The God Delusion ein bisschen zu oft zu “tief berührt”. Das kommt zu plakativ rüber und macht Teile des Buches für mich lächerlich, auch wenn das nicht im Kern meiner Kritik steht.

  3. Ein altes Sprichwort sagt, ein toter Fisch stinmt am Kopf zuerst.

    Papst Ratzinger verkündet in seiner Enzyklika Spe-Salvi: „Materialismus und Evolution sind ungeeignet das Leben und die Gesetze der Materie zu erklären, sie bringen nur Not und Elend" und weiter „Nur eine theistische Wissenschaft mit göttlichem Bezug ist akzeptabel, sofern deren Erkenntnisse niemals über Gottes Wort stehen", und ergänzt dann in Selbsterkenntnis „Den Menschen war freilich längst bewusst geworden, dass viele von denen, die als Philosophen, als Lehrer des Lebens herumliefen, nur Scharlatane waren, die sich mit ihren Worten Geld verdienten und über das wahre Leben gar nichts zu sagen hatten".

    Ein Zitat aus dem Umfeld des Großinquisitors von 1990: „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist."

    Da also Wissen nur erlaubt ist, wenn es nicht dem Gottesbild der Bibel widerspricht und gleichzeitig jeder eine Macke hat, der Religion mit Kritik und Vorbehalten annimmt bei gleichzeit abgeschaltetem Verstand ergibt sich nur eine Frage – Wer nimmt diesen steinzeitlichen Budenzauber noch ernst?

  4. http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20071130_spe-salvi_ge.html
    “Nicht die Elemente des Kosmos, die Gesetze der Materie, herrschen letztlich über die Welt und über den Menschen, sondern ein persönlicher Gott herrscht über die Sterne, das heißt über das All; nicht die Gesetze der Materie und der Evolution sind die letzte Instanz, sondern Verstand, Wille, Liebe – eine Person. Und wenn wir diese Person kennen, sie uns kennt, dann ist wirklich die unerbittliche Macht der materiellen Ordnungen nicht mehr das Letzte; dann sind wir nicht Sklaven des Alls und seiner Gesetze, dann sind wir frei.”

    Das sind schöne Worte von Ratze, die sich bei genauerer Betrachtung als das erweisen, was sie sind: theologische Luftschlösser.

    Durch den Glauben an den christlichen Gott unterliegen wir nicht mehr den Gesetzen des Alls und sind frei? Glauben versetzt Berge, heisst es ja.
    http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/bhutan_erdbeben_1.3622773.html
    Die Menschen in Bhutan sollten Gott kennen lernen. Wenn Gott sie dann auch kennt, sterben dort beim nächsten Erdbeben keine Sklaven der Naturgesetze mehr, sondern sie sterben in ihren zusammenstürzenden Häusern als freie Gläubige durch die Liebe ihres Herrn.

    @Ipsissimus
    Du schriebst:
    “Ich glaube, selbst in atheistischen Kreisen gibt es einen Wahn, nämlich jenen, dass tatsächlich eine isomorphe Abbildung von Wirklichkeit in unserem Gehirn realisiert werden kann, mit den Mitteln der wissenschaftlichen Wirklichkeitserforschung. ”

    Gerade die Wissenschaft öffnet uns die Augen für die vielen Dinge, die wir nicht erfassen können. Galten früher viele Krankheiten als “Gottesgeschenk”, sind heute “unsichtbare” Bakterien und Viren als Ursache bekannt. Nur die Wissenschaft lehrt uns, uns und unsere Umwelt zu begreifen. Die Wissenschaft mehrt auch unser Wissen darüber, was wir nicht wissen. Noch nicht.

    Du schriebst:
    “Letzten Endes leben wir alle einfach nur in Beschreibungen, die mehr oder weniger deutlich Absichten verpflichtet sind, die mit dem Beschriebenen nicht viel zu tun haben. Und auch die Wissenschaft ist davor nicht gefeit, trotz Wissenschaftstheorie. Wissenschaft kann so was von dogmatisch sein.”

    Die einzige Intention der Wissenschaft ist Erklärung. Wer sich mit Wissenschaftstheorie auseinandersetzt sollte wissen, dass Erkenntnisgewinn durch Wissenschaft und Glaubensdogmen keinerlei Gemeinsamkeiten haben. Dein Dogmenvergleich spiegelt nur die Verzweiflung eines Gläubigen wieder, der von Kindesbeinen erlernte, religiöse Dogmen durch wirkliches Wissen und Erklärungen über unsere Welt bedroht sieht.

  5. @Dietmar

    Die Wissenschaft hat überhaupt keine Absicht. Wissenschaftler haben Absichten, und Wissenschaftler setzen Konzepte wie die in der Wissenschaftstheorie niedergelegten mehr oder eben auch weniger vollkommen um. Metaphorische und verallgemeinernde Sprache ist Teil des Problems, weil darin der hehre Anspruch über die schnöde Wirklichkeit zu triumphieren scheint; leider auch nur da (das wiederum weiß ich aus meinem Alltag in einem deutschen Forschungsinstitut von internationalem Renommee in seinem Fachbereich nur zu gut).

    Ich selbst bin Atheist, ohne jedes wenn und aber; die “Verzweiflung eines Gläubigen” mag daher betreffen, wen sie will, mich sicher nicht. Das heißt aber nicht, dass ich für die Schwächen von Menschen blind geworden bin; nur weil Leute Atheisten (oder Wissenschaftler) sind, müssen sie noch lange nicht ihren eigenen Ansprüchen oder den Ansprüchen irgendwelcher Theorien oder Konzepte genügen.

  6. Hallo Ipissimus,

    normalerweise argumentieren Gläubige gerne mit einem “Wissenschaftswahn”, so dass ich Dich in die Gläubigen-Schublade gesteckt habe. Menschen denken gerne in Schubladen, davon bin ich auch nicht ausgenommen. Wissenschaftler sind das selbstverständlich ebenfalls nicht. Jeder Wissenschaftler beurteilt Informationen zuerst nach seinen persönlichen Erfahrungen und seinem Wissensschatz. Das da die Wissenschaftstheorie regelmäßig an ihre Grenzen stößt, ist menschlich. Trotzdem hat die Wissenschaft Großartiges geleistet, was man von Religion nicht behaupten kann. Da Du in diesem Bereich arbeitest, weißt Du das aber schon :-)

  7. hallo, Dietmar

    da sind wir uns einig :-) Wissenschaft hat Großartiges geleistet und wird in Zukunft vermutlich noch sehr viel mehr Großartiges leisten.

    Allerdings wurde und wird dafür auch ein Preis gezahlt. In der Kombination/Konfrontation Wissenschaft und Macht haben Wissenschaftler nicht immer die glücklichste Position eingenommen. Gerade das, was ihre Stärke ist – die konzeptuelle Freiheit von weltanschaulichen udn ethischen Bindungen – kann sich in vielen Kontexten, bei denen es nicht um “reine” Wissenschaftlichkeit handelt, zu Folgen führen, die vielleicht niemand will, aber alle hinnehmen. Historische Beispiele dafür gibt es zuhauf, Einstein und die Atombombe ist nur ein Fall von vielen.

    Ich will das nicht gegen seine Entsprechung im Bereich Religion hochrechnen; dort ist es viel, viel schlimmer. Aber dass es dort viel schlimmer ist, befreit die Wissenschaft – vielmehr die Wissenschaftler – nicht davon, sich selbst ihrer Verantwortung zu besinnen.

    Ich plädiere nicht dafür, Religion als Korrektiv aufzufassen; Religion gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Aber die Notwendigkeit eines Korrektives halte ich für evident. Ich denke dabei an Philosophie; das Problem ist, das Philosophen und Macht auch ein wundervolles Klüngel bilden. Am besten wäre es wohl, das Korrektiv gleich in die Wissenschaftstheorie einzubinden, aber dass dies je geschehen wird, wage ich zu bezweifeln. Man kennt schließlich seine Pappenheimer.

  8. Ihr überseht einen sehr wichtigen Aspekt. Die Wissenschaft arbeitet mit Hypothesen, Theorien, Tests, Fossilien, Verbesserungen wieder und immer wieder. Während Glaube im Kern statisch ist, weil er auf angeblich ewigen und sicheren Glaubenswahrheiten basiert, die nicht angezweifelt werden dürfen, ist Wissenschaft dynamisch, weil sie auf einer Methodologie des Zweifelns beruht, die eine absolute Sicherheit der Erkenntnis prinzipiell ausschließt. Das bedeutet aber auch, dass der momentane Wissensstand nicht verhandelbar ist, deswegen waren und sind Wissenschaftler lausige Politiker.

    Die Religion der überzeugten Phantasten beruht auf Dogmen. Die sind zwar ewig gültig und so oft widerlegt, umgedeutet und ignoriert, dass keiner das zählen kann. Zwar versucht der Chef-Lügendeuter mit Eifer alles wieder ins Lot zu setzen, es gelingt nur nicht mehr. Die Zahl der blinden Eiferer reduziert sich fortlaufend, am Ende bleibt eine lächerliche Figur wie der Clown im Zirkus.

    Papst Ratzinger verkündet in seiner Enzyklika Spe-Salvi: „Materialismus und Evolution sind ungeeignet das Leben und die Gesetze der Materie zu erklären, sie bringen nur Not und Elend" und weiter „Nur eine theistische Wissenschaft mit göttlichem Bezug ist akzeptabel, sofern deren Erkenntnisse niemals über Gottes Wort stehen", und ergänzt dann in Selbsterkenntnis „Den Menschen war freilich längst bewusst geworden, dass viele von denen, die als Philosophen, als Lehrer des Lebens herumliefen, nur Scharlatane waren, die sich mit ihren Worten Geld verdienten und über das wahre Leben gar nichts zu sagen hatten".

    Dazu kommt einerseits der sehr starke Mangel an Intelligenz bei gläubigen Religionsanhängern, man muss bescheuert sein um solche Stuss überhaupt glauben zu können.

    Anderseits bedienen sich Wissenschaftler einer spezifischen Sprache, die den geistig Unterbelichteten vollkommen fremd ist. Bestes Beispiel ist der Begriff „Theorie", der in beiden Lagern vollkommen unterschiedlich ausgelegt wird. Dadurch reden und denken beide Parteien aneinander vorbei.

  9. na ja, Emporda, zuerst war die Alltagssprache, dann war die Fachsprache, nicht umgekehrt. Und selbst, wenn es stimmen sollte – ich bezweifele es – dass Fachsprachen vorrangig entwickelt wurden, um die Kommunikation zwischen Fachleuten zu beschleunigen, scheint es mir offensichtlich, dass ihre vornehmste Aufgabe darin besteht, die Kommunikation zwischen Fachleuten und Nichtfachleuten zu be- und selbst verhindern, um die Fachleute so auf den Sockel der gesellschaftlichen Unantastbarkeit zu stellen. Und natürlich auch ein Aufnahmeritual, wenn du unsere Sprache sprichst, gehörst du zu uns. In mehr Kunden-orientierten Wissenschaften wie Medizin setzt diesbezüglich ja schon seit geraumer Zeit ein Umdenkprozess ein, nachdem begriffen wurde, dass nur arrogant zu sein bedeutet, weniger Geld abzuschöpfen^^ andere Wissenschaften sind noch nicht so einsichtig^^

    Ich bezweifele auch, dass mangelnde Intelligenz und Bildung ein Privileg der Religionen ist; damit es funktioniert, Menschen so lange mit derart billigen Tricks unter der Fuchtel zu halten, muss zumindest die Führungsschicht genau wissen, was sie wann warum tut. Das Problem auf Seite der Kirchenführer ist – wie bei allen Spitzenpolitikern – nicht mangelnde Intelligenz sondern mangelnde Ethik, erstaunlicherweise.

    Letztlich ist sind Wissenschaft und Religion “nur” durch das Paradigma getrennt. Brillanz und Ignoranz findest du auf beiden Seiten, genauso wie einen Bildungs- und Intelligenzgradienten. Natürlich sind die Religiösen irgendwo hängengeblieben. Das ist aber eine psychologische Kiste, keine Intelligenz-bezogene. Man kann auch mit IQ 200 ein Psychopath sein.

  10. Ich war nur eine begrenzte Zeit „Forschungs- und Entwicklungsingenieur", dann war es im Management lukrativer. Die wissenschaftliche Sprache verwendet spezielle Begriffe jeweils in einem Fachgebiet mit exakt umrissener Bedeutung und/oder Inhalt. Die Begriffe sind fast überall gleich, nur so ist eine Kommunikation über Grenzen hinweg problemlos möglich. Dem nicht im Fachgebiet fundiertem Normalbürger sind die begrifflichen Inhalte teilweise böhmische Dörfer, er versteht nichts oder alles falsch.

    Die Umgangssprache ist dagegen sehr schlampig, das gleiche Wort hat nach Herkunft des Anwenders, nach Region und nach zeitlicher Mode unterschiedliche Bedeutung. Das merkt man besonders, wenn man nach über 10 Jahren Auslandsauenthalt in fremder Sprache in seine Muttersprache zurückkommt. Das ist dann teilweise wie eine Fremdsprache.

    Theologie als wahnhafter Kult kann weder Wissen noch Erkenntnisse erlangen, in zirkulärer Logik wird ohne jeden Realitätsbezug die Bibel mit der Bibel bewiesen. Wahn ist eine gestörte Realitätserfassung ohne Einsicht, Krankheitsstatus erreicht er wenn der Wähnende leidet oder er die Mitwelt durch sein Verhalten beeinträchtigt. Theologisches Wissen muss immer innerhalb ewig gültiger Dogmen bleiben wie 1990 definiert von der Glaubenskongregation der RKK als Instruktion über kirchliche Berufung des Theologen, sodass Theologie so wenig an eine Universität gehört wie etwa Voodoo, Astrologie usw.

    Im Fall Lüdemann folgt das Bundesverwaltungsgericht (2005, BVerwG 2 C 31.04) dieser Sichtweise. Die britische Regierung stellt in einem Leitfaden für das Bildungswesen fest: „CR und ID sind keine wissenschaftlich akzeptierten Theorien" und dürfen nicht als Wissenschaft gelehrt werden. Ein Zitat aus dem Umfeld des Großinquisitors von 1990: „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist." Glauben im Sinn der RKK bedingt Verstand und Vernunft haben zu schweigen, sonst ist es Sünde und ein schuldhaftes Verhalten. Der Vernünftige und Verständige wird als geistig bescheuerter Sünder eingestuft.

    Ich kann keinem führenden Mitglied einer Religionsgemeinschaft eine hohe Intelligenz unterstellen. Wer derart intelligent ist, lässt sich nicht durch uralte Dogmen in seiner gedanklich Freiheit einmauern und von einer dementen Kleiderpuppe im Vatikan reglementieren.

  11. Ipsissimus – Menschen so lange mit derart billigen Tricks unter der Fuchtel zu halten, muss zumindest die Führungsschicht genau wissen, was sie wann warum tut.

    Das die religiöse Führungsschicht weiß was sie tut, das ist kein Geheimnis. Als der Papst die amerikanischen Bischöfe für eine Vielzahl sexueller Übergriffe öffentlich rügt, beginnt erstmalig eine weltweite Debatte. Die werbewirksame Entschuldigung des Papstes im US-Fernsehen er sei zutiefst betrübt über die überraschenden Entgleisungen der Priester ist an Scheinheiligkeit und Verlogenheit nicht zu überbieten. Im Jahr 2001 weist er als Kardinal mit dem Dokument Crimen Sollicitationis die Bischöfe an wie sie mit sexuellem Missbrauch umzugehen haben. Seit den 30er Jahren ist der Vatikan im Detail über seine Schweinepriester informiert, in einem 69 Seiten Dokument weist Papst Johannes XXIII alle Bischöfe an bei sexuellem Missbrauch strengstes Stillschweigen zu wahren, zu leugnen und die Belange der Kirche über das Wohl der Opfer zu stellen. Wer nicht folgt wird exkommuniziert.

    Das dabei alle propagierten Grundsätze der christlichen Lehre mit Füßen getreten werden, das scheint die Herren überhaupt nicht zu beunruhigen. Man steht ja über allen christlichen Geboten.
    Links sind dazu zu finden auf Seite 64 bei
    http://www.goerke.us/diskusionen/Kreationismus.pdf

  12. Emporda, würdest du der Wissenschaft vorwerfen, dass sie die Menschen nicht zu besseren Menschen macht? Normalerweise nicht, denn darum geht es in der Wissenschaft nicht. Genausowenig geht es in der Religion darum, Wissen zu erwerben oder zu erweitern.

    Was du hinsichtlich der Führungsschicht nicht beachtest, ist der Umstand, dass Religion für´s Volk ist, nicht für die Führer. Letztere bedienen sich der Religion, sie unterliegen ihr nicht; und wenn doch, wird ihr Aufstieg in der Hierarchie sehr schnell beendet sein. Man darf das Blabla für die PR nicht mit dem verwechseln, was wirkliches Anliegen dieser Menschen ist, nämlich Machtsicherung. Auf Machtsicherung läuft alles hinaus, inklusive des Umgangs mit kindermissbrauchenden Priestern.

    Ich sagte bereits, dass das Problem mangelnde Ethik ist, nicht mangelnde Intelligenz. Diese mangelnde Ethik zeigt sich an allen Ecken und Kanten, aber es ist wichtig, dies als Bauprinzip des Systems zu erkennen, nicht als Versagen der Intelligenz schönzureden. Diese Menschen handeln vorsätzlich; und sie handeln mit großer Effektivität.

  13. Punkt 1
    Es gibt viele Hundert Internetseiten, da erklären wissenschaftliche Laien wie die Welt entstand, wie die Evolution funktioniert, erklären die Welt ohne sie überhaupt zu verstehen und dergleichen mehr.
    Nichtwissenschaftliche Ideen erheben fast immer den Anspruch unwiderlegbar zu sein, sie sind Pseudowissenschaft oder „junk-science". Ihre Vertreter befähigt allein die Kraft ihres Glaubens wissenschaftlich richtige oder falsche Fakten zu erkennen oder zu erfinden. Die RKK definiert Glaube=Wahrheit, Gläubige wissen alles richtig.

    Kein Beitrag des creation-research (hier CR) oder intelligent-design (hier ID) wurde je in einer wissenschaftlichen Zeitschrift von Rang (peer-review) publiziert, wie G. W. Gilchrist von der Universität Washington 1995 nach Sichtung von etwa Hunderttausend Artikeln feststellt. Neue Untersuchungen von Barbara Forrest von der Southeastern-Louisiana-University und Lawrence M. Krauss von der Case-Western-Reserve-University bestätigten dies. Fundamentalismus hat nie wissenschaftliche Erkenntnis zu einem Fach beigetragen. CR und ID sagen nichts umfassend, sie behaupten in allen Varianten jedes Ding ist so wie es schon immer war denn Gott hat es so geschaffen.

    Punkt 2
    Die christliche Lehre basierend auf der Bibel macht keinen Unterschied zwischen Volk und Führer. Die macht- und Geld gierige Führung, die sich auch in allen anderen Bereichen benehmen die die Sau am Trog, die sind das Problem der Religion und sind es schon immer

    Papst Klemens VI kauft urkundlich im Namen Jesus Christi ein Bordell von einer Arztwitwe – Jesus Christus der Bordellzuhälter. Beim Konzil von Konstanz 1414 n.C. gehörten zum Tross der Kirchenführer 700 Huren, wie heute gelten Moraldiktate nur fürs gemeine Volk, nicht aber für die herrschende Klasse. Im Jahr 1367 n.C. verfügt Papst Urban V (Guillaume Grimoard) alle Kleriker haben bei Strafe der Exkommunikation ihre Konkubinen zu entlassen, kaum einer hält sich daran. Papst Sixtus IV (Francesco della Rovere) betreibt wie auch Alexander VI (Rodrigo Borgia), Pius III (Francesco Todeschini Piccolomini) Julius II (Giuliano della Rovere) oder Leo X (Giovanni de Medici) ein Vatikan-Bordell, ein Vatikanzuhälter Capitaneus Prostibuli de Ponte Sixto kassiert 2 Carlini/Monat je Nutte. Papst Alexander VI hat mit der Mätresse Vanozza de’ Cattanei 4 Kinder und ein Verhältnis mit der 14 jährigen Giulia Farnese. Dadurch wird der Bruder der Giulia zum Papst Paul III (1534-1549 n.C.). Kardinal Cornaro hat ein Verhältnis zur Kurtisane Doralice, die Kurtisane Saltarella und Isabella de Luna rühmen sich mit 5 Kardinälen „gespeist" zu haben. Rom hatte bei etwa 53.000 Einwohnern an die 6.800 Huren, wie Reiseberichte von Michel de Montaigne, Arnold Buchell, Bartholomäus Sastrow, Thomas Coryate, Richard Lassels und Philipp Eduard Fugger lebhaft schildern. Erst 1566 n.C. vertreibt Papst Pius IV (Giovanni Angelo de Medici) die Huren aus der Nachbarschaft des Vatikans nach Trastevere.

    Punkt 3
    Führung bedeuted immer Beispiel geben. Ein toter Fisch stinkt am Kopf zuerst, genau so wie die christliche Religion zum Himmel stinkt weil die Führung verdorden, verlogen und moralisch korrupt ist. Hier ist nur überraschend, wie lange die Realität verborgen blieb

    Damasius war ein Gangster, der sich selbst zum Papst ausrief, nachdem Wochen vorher Ursinus als Nachfolger von Papst Liberius gewählt worden war. Die Anhänger beider Päpste lieferten sich blutige Scharmützel, Damasius benötigte den Schutz von Gladiatoren. Papst Damasius I beauftragt 383 n.C. Sophronius Eusebius Hieronymus (347–419 n.C) die Vulgata zu schreiben. Hieronymus warnt in den vielen Quellen wäre kaum die Wahrheit anzutreffen. Als einziger Kirchenmann konnte er neben Altgriechisch auch etwas Hebräisch und übersetzte so unkontrolliert drauf los. Erst nach 500 Jahren löst seine Vulgata die Vetus Latina ab. Nach Erhebung zur Staatsreligion 380 n.C. unter Kaiser Theodosius, Nachfolger von Kaiser Constantin, verbrennt die Kirche was den Dogmen widerspricht wie die Schriften des Adamantius (185 – 254 n.C.) oder die Serapeion-Bibliothek in Alexandria 389 n.C. Priester wie Markus von Arethusa, Kyrill von Heliopolis, und Augustinus werden als mordende “Tempelzerstörer” sogar heilig gesprochen. Besonders Augustinus hat das engstirnige Welt- und Menschenbild des Katholizismus, vor allem auch die Lust- und Sexualfeindlichkeit, zum Kern der christlichen Lehre geformt.

  14. Emporda, mit Punkt 1 läufst du offene Türen ein^^ es ist nur so: den Vertretern des Kreationismus, in welcher Variante auch immer, geht es gar nicht um Wissenschaft. Du tust ihnen zuviel der Ehre an, wenn du zu beweisen versuchst, dass sie keine Wissenschaft betreiben^^

    auch bei den Punkten 2 und 3 läufst du offene Türen ein, nur, es geht bei den Religionen gar nicht um Religion^^ es ging von Anfang an niemals um Religion, sondern um Macht. Und es ging darum, die Welt des Menschlichen in Zwei zu teilen, in die Deppen und die Mächtigen. Und Deppen sind alle diejenigen, die sich weißmachen ließen, bei der Religion ginge es um Inhalte. Die anderen wußten, es ging immer nur um Begründungen für Herrschaft. Um eiskalten, bösartigen Zynismus also. Um die Verinnerlichung von Double Binding.

    Alle diese Inhalte sind nie etwas anderes gewesen als Mittel zum Zweck. Und nur als solche muss man sie ernst nehmen, denn sie sind effektiv; so effektiv wie viele andere Inhalte auch wären, aber es sind eben keine anderen Inhalte.

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