Leute enttaufen

Vorhin fuhr ich Bus, hier in Uppsala. Ich holte unseren Wellensittich von einer Freundin zurück, wo er während unseres Kurzurlaubs war. Ich steige also in den Bus und setze mich neben den Kinderwagenplatz, wo der Käfig Platz findet. Neben mir sitzt ein älterer vollbärtiger Mann, der einen Klappstuhl mit sich führt.

Es dauert nicht lange bis er mich anspricht, auf den Vogel natürlich. Als ich ihm antworte, dass es ein Weibchen ist, fragt er, warum ich kein Männchen dazu habe. Schließlich will sie sich doch paaren und das ist ja überhaupt das, worauf alles hinausläuft. Eigentlich unwillig, mich zu rechtfertigen, kamen wir dann doch recht schnell auf ihn selbst zu sprechen und er sagte, dass fast 30 Jahre lang Vögel hatte, bis “die Religiösen” es ihm verbieten liessen.

Bitte? frage ich. Ja, sagt er, sie waren der Ansicht, er behandelte seine Vögel nicht gut. Und verprügelt hätten sie ihn auch schon, weil sie echt sauer seien, weil er Leute enttaufe. Zum Beweis zeigt er mir sein Schild mit dem er sich in der Fußgängerzone auf seinen Klappstuhl setzt und Leute dazu auffordert, sich von ihm enttaufen zu lassen.

Ich komme nicht dazu, ihn zu fragen, wie er das denn mache, denn seine Haltestelle nähert sich, aber ich bekundete meine Sympathie zu seinem Tun. Er wiederholt beim Aussteigen, dass die Religiösen richtig wütend auf ihn seien, und dass eben die, die Liebe predigen, die ersten seien, die zuschlagen.

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  1. Ein Enttaufen wird so wohl kaum anwendbar sein, da es sich lediglich um ein Ritual einer abweichenden Glaubenslehre bzw. Unglaubenslehre handelt. Schön wäre es dagegen, wenn man die Taufe als ungültig erklären lassen könnte. Dir Kirche lässt soetwas allerdings nicht zu. Wenn man einmal getauft wurde, ist man nach Ansicht der Kirche auf Lebenszeit Mitglieg, sogar wenn man ausgetreten, einer anderen Religionsgemeinschaft eingetreten oder bekennender Atheist ist.

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