October 2006

Monatliches Archiv für October 2006.

Der humanistische Pressedienst hat aufgemacht und auf den ersten Blick gefallen mir die Inhalte. Den (seltsamerweise nicht verlinkten) RSS-Feed habe ich abonniert.

Eine Anmerkung zur Benutzung: Die Seite basiert offensichtlich auf Drupal, genau wie mein Ur-Blog. Deswegen kann ich verraten, dass es auch zu jeder der Kategorien (die im linken Menu) einen eigenen Feed gibt – praktisch falls man nur eine Teilmenge der Meldungen mitbekommen möchte.

(Youtube Direktlink)

Eine kurze aber starke Szene aus der 70er Jahre Fernsehserie The Ascent of Man. Bronowski führt Auschwitz als Beispiel dafür an, was Menschen im Streben nach absolutem Wissen und mit dogmatischem Denken anrichten. Es ist nicht die Wissenschaft, die den Menschen entmenschlicht und zur Nummer macht. Im Gegenteil erlaubt nur die Abschaffung absoluter Wahrheiten ein dauerhaft vernünftiges Zusammenleben.

Ich habe zwar nicht vor, diese Seite zum Dawkins Fanblog zu machen, aber was er in diesem Interview sagt, ist erneut lesenswert. Nicht nur wiederholt er einige seiner Argumente gegen Religion, sondern geht auch auf die Kritik von Wissenschaftskollegen ein, die ihm vorwerfen, der christlichen Rechten durch seine Haltung, dass Religion und Wissenschaft fundamental unvereinbar seien, Argumentationshilfen zu liefern.

Das Interview ist auf Englisch und man muß sich zuerst eine Werbung ansehen, bevor man zum ganzen Text kommt.

Im Zusammenhang mit der Opernabsetzung in Berlin aufgrund eventueller Bedrohung durch radikale Muslime erinnert die ZEIT mit dem aktuellen Leitartikel daran, wie oft in Deutschland schon Aufführungen polizeilich geschützt werden mußten – vor einheimischen Christen. Die unterschiedlichen Maßstäbe, die Politiker bei ihren Äußerungen anlegen, werden sehr schön dargelegt und das eigentliche Problem auf den Punkt gebracht:

Die Kunst ist so frei, kein Zwang zu sein. Niemand muss sich anschauen, wie Mohammed, Jesus und Buddha geköpft werden. Man muss nur damit leben (können), dass es gezeigt wird und dass es sich jemand ansieht, mit Gewinn oder um sich erst recht darüber aufzuregen.

Denn das ist die Errungenschaft, die verteidigt werden muss: dass wir im Rahmen unserer Grundrechte und Gesetze bereit sind, auch das zu ertragen, was wir persönlich unerträglich finden. Die vertrackte Dialektik der (Kunst-)Freiheit verlangt sogar noch mehr: Das Grundrecht verpflichtet uns dazu, mitunter das Unerträgliche nicht nur zu erdulden, sondern zu schützen.

Lesenswert!