Lustige Post

Ich habe hier schon eine Weile nicht mehr geschrieben. Mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen, denn das Thema dieses Blogs wird uns so schnell nicht abhanden kommen.

Gerade bekam ich wieder einmal Post. Ein Pamphlet, das aus wirr und unschlüssig zusammengewürfelten Argumenten widerlegen will, dass Evolution eine gute Erklärung für den Ursprung des Lebens ist. Natürlich könnte man sich die Arbeit machen, den Text zu zerlegen, aber wozu? Man gibt damit abstrusen Ideen mehr Aufmerksamkeit als sie verdienen und den oder die Verfasser überzeugt man ohnehin nicht.

Außer Emails bekomme ich in regelmäßigen Abständen sogar Papierpost, in denen mir jemand seine tolle spirituelle Idee andrehen oder mich davon überzeugen will, dass ich “auf dem falschen Weg” bin und doch “zu Gott finden solle”. Ein Beispiel habe ich ja schon aufgeschrieben aber generell gilt auch da, dass der Papierkorb der einzig richtige Aufbewahrungsort ist. Aber erst nachdem man sich gut amüsiert hat, natürlich.

Immerhin habe ich noch keine Drohungen bekommen. So viel Spaß wie Dawkins beim Lesen seiner Emails habe ich also nicht.

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  1. Schade dieser Hass auf beiden Seiten.

  2. @Christian:
    Ich konnte in dem Beitrag keinen Hass auf Seiten des Verfassers lesen. Eher schon eine (leicht arrogante) Belustigung.
    Aber generell zu dem Beitrag des Hosts Thomas: Ich finde den Eintrag etwas nichtssagend, denn letztendlich enthält er keine Informationen. Du hast Post bekommen, OK. Bei mir haben auch vor kurzem die Zeugen Jehovas geklingelt. Aber das allein hat ja keinen Informationsgehalt. Es wäre schon interessanter, wenn Du die Post, auf die Du Dich berufst, auch veröffentlichen würdest, damit wir auch wissen, wovon Du überhaupt sprichst.

  3. chistian: Ich frage mich ebenso wie Tom, wo denn der Hass auf der einen Seite ist? Ich nehme an du beziehst dich auf das Dawkins-Video mit den Hass-Emails, aber ich sehe keinerlei Hass in seiner Reaktion.

    Tom: Das war mir bewusst und Absicht. :)
    Es ging ja gerade darum, wie man auf solche Post reagieren soll. Gar nicht? Sich darüber lustig machen? Oder eben doch mit einer langen sachlichen Antwort, die dann halt das Problem hat, dass man den Ursprungstext ungerechtfertigterweise ernst nimmt.

    Ist es arrogant, sich über Religion und deren Anhänger zu belustigen? Mag sein, aber wenn man sich nicht mal mehr darüber lustig machen darf, dass jemand eine Sammlung von Geschichten von vor ein paar tausend Jahren für wortwörtlich wahr hält, worüber dann? Life of Brian ist einer der besten Filme, die je gemacht wurden. :D

  4. @Thomas
    Sicherlich kann man nicht auf jedes Pamphlet reagieren und Argumenten sind die Verfasser dieser Nonsens-Texte meist sowieso nicht zugänglich. Darin stimme ich mit Dir überein. Allerdings: Wenn Du schon so einen Beitrag hier veröffentlichst, dann gehört in meinen Augen das Pamphlet, von dem Du erzählst, dazu, damit sich der werte Gast ein Bild machen kann.

    Und: Auch ich finde es natürlich lustig, wenn die Leute an Texte glauben, die vor einigen tausend Jahren, nachdem sie über Generationen mündlich weitergeben wurden (und dabei natürlich auch verfälscht wurden), von ungebildeten Bronzezeit-Bewohnern aufgeschrieben wurden. Trotzdem genieße ich auch die Diskussionen mit Gläubigen hier auf der Seite und versuche von Polemik und Arroganz abzusehen (gelingt mir ja auch nicht immer), da ansonsten kein sachliches Gespräch entstehen kann. Genauso, wie sich die interessierten Gläubigen hier auf der Seite auch das eine oder andere Mal einen spitzen Kommentar verkneifen (ist sicherlich so). Aber in meinen Augen lebt die Seite gerade von diesen Diskussionen, denn wenn hier nur Atheisten wären, die sich die ganze Zeit gegenseitig sagen, dass sie einer Meinung sind beim Thema Religion und Glaube, dann wäre es doch recht öde hier, oder?`

    Aber generell stimme ich Dir zu: Humor sollte keine Grenzen haben und Religionen sind nicht darüber erhaben, dass man über sie lachen darf. Und auch ich lese oft Texte oder höre Kommentare, bei denen ich mich frage, wer sich den Quatsch bloß ausgedacht hat und ob die Leute denn tatsächlich selbst glauben, was sie da erzählen…

    Life of Brian habe ich auch erst vor kurzem wieder gesehen! Immer wieder gut! In diesem Sinne an alle hier: Seid tolerant und Allways look on the bright side of Life! ;-)

  5. Tom: Größtenteils Zustimmung, aber du schreibst: wenn hier nur Atheisten wären, die sich die ganze Zeit gegenseitig sagen, dass sie einer Meinung sind beim Thema Religion und Glaube, dann wäre es doch recht öde hier, oder?

    Das finde ich nicht. Dann würden wir vielleicht einen Schritt weiterkommen, z.B. darin wie man sich in einer großen Weltbevölkerung auf gemeinsame Werte und Spielregeln zum Zusammenleben einigen kann, ohne sie religiös begründen zu müssen. Denn das funktioniert offensichtlich nicht, aber die religionsfreie Alternative, die man als positive Vision auch an die Leute bringen kann, sehe ich auch nicht. Man wird halt von der immer wieder zehn Schritte zurückgeworfen von der wirklichen Welt, in der Religion immer noch eine so große Rolle spielt.

    Anders ausgedrückt: Ich diskutiere bei weitem nicht so gern über Religion, als dass ich sie nicht lieber einfach los wäre. :)

  6. @Thomas: Du hast Recht, ich sehe das genauso. Nur wäre die von Dir gewünschte Diskussion unter Atheisten über gemeinsame Spielregeln und Werte eine Luftnummer. Es sind – wie wir wissen – nun sehr viele (die meisten?) Menschen keine Atheisten und das wird sich wohl so bald auch nicht ändern. Von daher finde ich die Diskussion mit den Gläubigen schon interessant und notwendig, denn sie gehören nun mal auch zu dieser Welt. Und es hilft mir auch, deren Standpunkte besser zu verstehen und in unserer heutigen Welt können wir gemeinsame Werte für alle nur schaffen, wenn wir die Gläubigen mitnehmen dabei. Ich weiß natürlich, dass dies eine Utopie ist, aber wenn das Thema schon mal angeschnitten wird… ;)
    Im übrigen können wir ja hier auf der Seite ein Diskussionsforum schaffen, dass sich mit der Frage “der gemeinsame Werte und Spielregeln zum Zusammenleben der Weltbevölkerung” befasst und in dem wir keine religiösen Kommentare zulassen. Dann hast Du Deine Diskussion. Nur sie wird eben, denke ich, recht langweilig, weil wir uns bei den meisten Punkten wohl schnell einig wäre. Obwohl… Wäre ein interessantes Experiment…
    Und Deinem letzten Satz stimme ich natürlich voll zu, nur er ist auch so eine nette kleine Utopie… :)

  7. Zitat:”Natürlich könnte man sich die Arbeit machen, den Text zu zerlegen, aber wozu? Man gibt damit abstrusen Ideen mehr Aufmerksamkeit als sie verdienen und den oder die Verfasser überzeugt man ohnehin nicht.”

    Für mich sind das dann keine Atheisten sonder Menschen die den “Glauben” haben das es keinen Glauben gibt.
    Den wenn ich etwas von einem Atheist erwarte dann sind es rationales und logische Schlussvolgerungen und nicht ein annehmen oder ablehnen auf Grund emotionaler Gefühlswallungen.
    Atheismus ist somit eine Relegion wie viele andere.

  8. Ben: Dann legst du aber höhere Ansprüche an Atheisten als an andere Menschen. Selbstverständlich sind wir Atheisten keine rein rational denkenden Maschinen, sondern eben Menschen, die auch emotional auf etwas reagieren können.

  9. @Ben:
    Ich hab ja schon gesagt, dass mich der Text, um den es geht, auch interessiert hätte, damit ich mir selbst ein Bild machen kann.
    Aber generell hat Thomas Recht: Die Kreationisten zeichnen sich in erster Linie durch Unwissen über das Thema Evolution aus. Klassische (und fachlich völlig unrichtige) Behauptungen sind zB “es kann ja alles kein Zufall sein” etc, was ja auch niemand behauptet, denn Evolution ist weit weg von “Zufällen”. Und es ist in der Tat schwierig, mit Leuten zu diskutieren oder auch nur auf ihre sog “Argumente” einzugehen, wenn diese einfach völlig an der Sache vorbei sind und von fundamentaler Unkenntnis zeugen.

    Ich hab mal eine interessante Geschichte gehört (sie ist wahr). Das war so in den 30iger Jahren, da bekam ein kleines norddeutsches Dorf seinen ersten Telefonanschluß. Die Bauern dort waren nie mehr als einige Kilometer aus dem Dorf weggewesen, konnten gerade mal lesen und schreiben, hatten aber ansonsten keine Bildung. Und dann sah sich ein alter Bauer das Telefonkabel an und sein einiziger Kommentar war: “Nee, dadurch kann man nicht schnacken”. Der konnte sich nicht vorstellen, wie man durch ein solches Kabel reden kann. Und der war auch wirklich der Meinung, das ginge nicht. Bisher hatte er von Telefonen ja nur gehört, sie sich aber beim besten Willen nicht vorstellen können. Diesem Bauern war das mit allen Erklärungen der Welt nicht zu erklären. Ihm fehlte das nötige Wissen, über Physik, um das zu verstehen. Erst als er es funktionieren sah, glaubte er auch, dass es funktioniert.
    Genauso ist das mit den Kreationisten und Konsorten. Sie haben kein Wissen über die Evolution und können sie sich auch nicht vorstellen. Nur kann man sie leider nicht mal eben demonstrieren, wie man es mit einem Telefon kann. Aber auf Argumente hören sie nicht, denn die Materie verstehen sie nicht und wollen es eigentlich auch gar nicht.

  10. Moment mal, ein Pamphlet, das aus wirr und unschlüssig zusammengewürfelten Argumenten widerlegen will, dass Evolution eine gute Erklärung für den Ursprung des Lebens ist, kann doch an sich schon ganz witzig sein.

    Ich bin sowieso dazu übergegangen alles aus theologischer Literatur wie der Bibel einfach ironisch zu sehen. Dadurch geben die Bücher allerdings einen völlig anderen Sinn, als einem die meisten Christen weiß machen wollen…

    Man könnte mich natürlich als arrogant bezeichnen. Aber das kann man ja auch von jemandem behaupten, der für sich in Anspruch nimmt, dass das alles ernst zu nehmen sei.