August 2009

Monatliches Archiv für August 2009.

Ein schwedisches Radioprogramm mit einem (Tier-)Verhaltensforscher hat mich auf eine interessante Tatsache aufmerksam gemacht: Ungeachtet welche Religion oder Kultur in der Welt, so finden sich jeweils etwa 25 Prozent der Bevölkerung, die sehr gläubig sind. Ihre Gehirne sind also so ausgelegt, dass sie an etwas glauben müssen. Auf der anderen Seite stehen 25 Prozent, denen die Prädisposition für Religiosität völlig abgeht. Dazwischen liegt die “restliche” Hälfte der Bevölkerung, die so oder so können und keine starke Präferenz für oder gegen Glauben haben und die sich meist an die vorherrschende Richtung anpassen.

Was folgt daraus? Zum einen wiederum die Binsenweisheit, dass alleine eine säkulare Gesellschaft allen ohne Unterdrückung gerecht werden kann, sowohl Gläubigen als auch Ungläubigen. Denn es gibt keine einheitliche Gesellschaft.

Zum anderen, dass es vergebene Liebesmüh’ ist, wirklich Gläubige von ihrem Glauben abbringen zu wollen. Allerdings ist da die Masse der Unentschiedenen, die die Religionen unverhohlen bekehren wollen und denen eigentlich eine ebenso starke Interessensgemeinschaft der Nichtgläubigen eine weltliche Sicht der Dinge nahelegen sollte.