25 – 50 – 25

Ein schwedisches Radioprogramm mit einem (Tier-)Verhaltensforscher hat mich auf eine interessante Tatsache aufmerksam gemacht: Ungeachtet welche Religion oder Kultur in der Welt, so finden sich jeweils etwa 25 Prozent der Bevölkerung, die sehr gläubig sind. Ihre Gehirne sind also so ausgelegt, dass sie an etwas glauben müssen. Auf der anderen Seite stehen 25 Prozent, denen die Prädisposition für Religiosität völlig abgeht. Dazwischen liegt die “restliche” Hälfte der Bevölkerung, die so oder so können und keine starke Präferenz für oder gegen Glauben haben und die sich meist an die vorherrschende Richtung anpassen.

Was folgt daraus? Zum einen wiederum die Binsenweisheit, dass alleine eine säkulare Gesellschaft allen ohne Unterdrückung gerecht werden kann, sowohl Gläubigen als auch Ungläubigen. Denn es gibt keine einheitliche Gesellschaft.

Zum anderen, dass es vergebene Liebesmüh’ ist, wirklich Gläubige von ihrem Glauben abbringen zu wollen. Allerdings ist da die Masse der Unentschiedenen, die die Religionen unverhohlen bekehren wollen und denen eigentlich eine ebenso starke Interessensgemeinschaft der Nichtgläubigen eine weltliche Sicht der Dinge nahelegen sollte.

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  1. Hmm, 25% die an etwas glauben MÜSSEN? Und das soll dann daran liegen, dass deren Gehirne so ausgelegt sind? Wird denn erklärt was die Ursachen dafür sein sollen (Erbgut, Erziehung oder soziales Umfeld z.B.)? Und was noch sehr interessant wäre zu wissen sind die Statistiken mit denen das Untermauert wird. 25/50/25 erscheint mir doch sehr … zurechtgebogen.

    Ansonsten ist die Frage nach der zukünftigen Verteilung der Weltbevölkerung in religiöse, nichtreligiöse etc. sehr brisant: http://www.gnxp.com/blog/2009/06/religious-people-are-breeding-producing.php

  2. Natürlich ist die 25-50-25 Verteilung gerundet und nicht exakt gemeint. Genauer gesagt ist es wohl ein Ausdruck einer Normalverteilung. Das Interessante ist, dass die Verteilung durch alle Religionen und Kulturen sich ähnelt, also dass es z.B. auch in sehr religiösen Gesellschaften genauso viele Atheisten gibt wie in aufgeklärten (wobei sie in ersteren verständlicherweise den Mund halten).

    Und das mit dem müssen oder nicht ist natürlich eine superspannende Frage. Wieweit haben wir freien Willen, wieweit sind unsere Gehirne biologisch auf etwas angelegt. Hirnforschung der letzten Jahre hat ja gezeigt, dass in vielen Situationen unser freier Wille nur Illusion ist und auch dass Erziehung und soziales Umfeld weniger wichtig sind als man lange dachte.