Über “Atheist und gut”

Das Motto dieser Seite, in Anlehnung an Klaus Wowereit, ist

“Ich bin Atheist – und das ist auch gut so.”

oder in Kurzform “Atheist und gut”.

Erleben Religionen eine Renaissance? In der öffentlichen Diskussion und in den Medien ist dies der Fall, man denke nur an den Karikaturenstreit. Ein Großteil der Weltbevölkerung glaubt in irgendeiner Form an “Gott” und wir Atheisten sind in der Minderheit. Wie kann das sein? Die Aufklärung liegt 300 Jahre zurück und Religionen sollten längst ausgestorben sein. Warum das nicht so ist und welch schlechten Dienst sich die Menscheit damit erweist, das sollen die Themen auf “Atheist und gut” sein. Nebenbei wird es sich kaum vermeiden lassen, auf die unfreiwillige Lächerlichkeit vieler religiöser Äußerungen hinzuweisen.

Neue philosophische Erkenntnisse werden dabei kaum entstehen, denn es wurde schon sehr viel schlaues gesagt. Trotzdem halte ich es für wichtig, dass Atheisten sichtbar werden und für ihre Interessen eintreten. “Atheist und gut” soll mein Beitrag dazu sein und ich hoffe, dass sich alles weitere aus den einzelnen Beiträgen erschließt, die chonologisch im Archiv oder über ihre Schlagworte (Neudeutsch: Tags) durchstöbert werden können.

Feedback und Kommentare zu den Artikeln sind willkommen, auch und gerade von Leuten, die nicht mit mir einer Meinung sind. Da das Thema Religion aber leider recht selten entspannt diskutiert wird, behalte ich mir die Moderation der Diskussionen vor. Außerdem muss der jeweils erste Kommentar einer Person von mir händisch freigegeben werden; es kann also ein wenig dauern, bis er erscheint.

Zur Person

Mein Name ist Thomas Marquart, ich komme aus Süddeutschland und lebe seit 6 Jahren in Schweden. In der ländlich geprägten Gegend, in der ich aufgewachsen bin, gehörte Kirche (die katholische) von Anfang an dazu. So richtig begeistern konnte ich mich aber nie dafür und irgendwann, als Teenager, weigerte ich mich, weiterhin mit in die Kirche zu gehen. Nachdem mich alles Religiöse lange Zeit wenig gekümmert hat und ich in Ruhe Physik studierte, kommt es seit einiger Zeit immer häufiger vor, dass ich mich an Religion störe – sei es an ihrer organisierten Form wie Kirchen, oder an den Lehren an sich.

Diese Seite ist nicht mein einziger Blog, sondern es gibt außerdem

  • thomasmarquart.net, wo sich mein Fotoarchiv findet und ich meine ersten Blogerfahrungen gesammelt habe.

    Weiterverwendung der Texte

    Sofern nicht anders angegeben, stehen alle Texte auf Atheistundgut.de unter einer Creative Commons Lizenz, die ihre Weiterverbreitung und Veränderung erlauben, solange der Autor genannt wird, der resultierende Text wiederum diese Freiheiten erlaubt und die Nutzung nicht kommerziell ist.

    Technisches

    Atheistundgut.de läuft mit WordPress. Das Layout ist eine angepasste und ins Deutsche übersetzte Version des Tarski Themas, das unter der der GPL steht. Meine Änderungen stelle ich auf Anfrage gern zur Verfügung.

  1. Uwe Keim (erforderlich)’s avatar

    Hey, geiles Weblog zu einem höchst interessanten Thema!

    Reply

  2. Stefan’s avatar

    Hallo, atheistundgut ist auch mein Motto. Ich bin zwar nicht nach Schweden ausgewandert, aber auch mir hat mein Physikstudium die Beschränktheit der Religionen nocheinmal verdeutlicht.

    Reply

  3. Thomas’s avatar

    Hallo, wunderbares Motto. Famose Seite. Deinen Einführungstext könnte ich (bis auf die biografischen Einzelheiten) sofort unterschreiben. Auch mir geht es in letzter Zeit so, dass ich mich nicht recht zwischen halbtot-lachen und wütend mit einem Spaten herumfuchteln entscheiden kann wenn ich die scheinbar aufkommende Religiosität so beobachten muß. Die Seite ist verlinkt. Danke.

    Reply

  4. vale’s avatar

    nette seite. ich denke ich kann mich auch zur gruppe der atheisten zählen. auch wenn ich nicht abstreite möchte das es nicht ein oder mehrere götter ähnliche wesen geben könnte, bin ich trotzdem der meinung das religion das größte übel der menschheit ist und deshalb verschwinden muss. anders geht es nicht.

    mach weiter so ;-)

    Reply

  5. Stefan’s avatar

    Hallo,
    diese Seite kann ich voll unterstützen. Ich bin Schwede und arbeite und lebe seit 18 Jahren in Süddeutschland (ich auch nach einem Physikstudium). Kann Thomas M. Problem daher gut verstehen. In meiner Gemeinde geht quasi jede Neuanschaffung mit einem gottesdienst einher. Vor ein paar Jahren war es ein neues Feuerwehrauto. Heute war es der umgebaute Pausenhof. Programauszug: “17:00 Uhr Vorabendgottesdienst [...] 18:00 Uhr Weihe …”. Es macht mich echt stinksauer, dass das Zeug sich so bei jeder Gelegenheit einmischt.

    Reply

  6. nameless’s avatar

    ich bin der meinung das es mal zeit wurde das jemand über dieses thema eine internet seite veröffentlicht. Meiner meinung wird in der wwelt viel zu wenig darüber diskutiert (meistens einfach unterden teppich gekehrt).

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  7. Valentin’s avatar

    Heil dem allmächtigen Atheistus! Preiset und ehret ihn!

    Physik regelt!

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  8. robert’s avatar

    Finde ich gut die Seite.
    Guß
    Robert

    Reply

  9. Peter’s avatar

    Hallo Thomas,

    ich finde Deinen Blog klasse. Auch ich bin Atheist und stimme Deinen Ausführungen zu. Meine Eltern haben mich zwar zur Kommunion gezwungen, aber ich habe seit 18 Jahren der Kirche den Rücken gekehrt, weil ich Religion und die organisierte Kirche einfach für lachhaft halte. Und noch mehr belustigen mich sogenannte Christen.

    Gruß aus München

    Peter

    Reply

  10. Stefan’s avatar

    Dürfen hier auch andere Meinungen stehen oder werden die gelöscht? Ich find die Seite auch interessant, hab viel gestöbert. Etwas irritiert mich der teilweise agressive Unterton.
    Ich habe mich ziemlich viel mit Literatur zu den Themen Gott, Atheismus, Religionen, ID beschäftigt und finde, dass es auf beiden Seiten sowohl Oberflächlichkeit als auch ehrliches Bemühen um das Finden von Wahrheit geht. Wenn du sagst, alle, die an ein höheres Wesen glauben, dass sich durch eine Schrift offanbart hat sind für keine logischen Argumente mehr zugänglich- klingt das dann nicht auch wie ein Dogma, ein Vorurteil. Jemand definierte mal Religion als ein System, das beansprucht, auf die sogenannten letzten Fragen (Wo kommen wir her, wo gehen wir hin, gibt es etwas nach dem Tod,...) Antworten zu haben und meist gehören auch irgendwelche Riten dazu. Ist dann, streng genommen, Atheismus nicht auch eine Religion?
    Das Thema Wissenschaftlichkeit ist sehr interessant. Bis vor wenigen Jahrhunderten waren nämlich, zumindest was das Abendland angeht, alle Wissenschaftler Christen und haben es als Ehre empfunden, Neues zu entdecken. Auf diese Menschenund ihre Theorien baut unsere heutige Wissenschaft auf.
    Vielleicht wissen tatsächlich etliche, die den Kreationismus vertreten nicht genau, wovon sie reden. Aber ist das bei Atheisten nicht dasselbe, insofern es sich um Laien handelt? Zu jeder wissenschaftliche Theorie, wie du, denke ich weißt, gehört es, dass ich zunächst einige Axiome setze. Aufgrund dieser definierten Grundannahmen (die nicht bewiesen werden können) interpretiere ich dann Objekte, Messdaten usw. Das wiederum bedeutet, dass ich mit der Grundannahme, es gibt kein Wesen, dass in das Universum eingreift, niemals zu dem Schluss kommen könnte, dass es doch so ist. Was aber ist, wenn sich vorhandene Fakten (z.B. Fossilien, Erdschichten, Mondstaub,...) auch in ein Theoriesystem mit anderen Axiomen sehr gut einfügen lassen, ohne dass der Verstand vergewaltigt werden muss. Ist das unwissenschaftlich oder gilt hier, dass nicht sein kann, was nicht sein darf? Ist es wirklich objektiv oder eher ein Glaubensgrundsatz, von vornherein die Existenz eines höheren Wesens auszuschließen?

    Wenn du Freude dran hast, kannst du mir gerne antworten. Finde es spannend – vor allem, weil es mich an einen Freund erinnert, mit dem ich auch ab und an darüber rede.

    Mit herzlichen Grüßen
    Stefan

    Reply

  11. Thomas’s avatar

    Andere Meinungen sind sehr willkommen, solange sie wie in deinem Fall, Stefan, sachlich vorgetragen sind. Einen gewissen agressiven Unterton kann ich mir wohl nicht immer verkneifen, weil einige religiöse Menschen und deren Ansichten in der Tat zu den wenigen Dingen gehören, die mich ernsthaft stören. Ich bin aber immer bereit, meine Ansicht gegen Kritik zu verteidigen. :)

    Eine etwas ausführichere Antwort zu deinem Argument, dem ich nicht zustimme, kommt etwas später, wenn es nicht mitten in der Nacht ist und ich nicht ein paar Bier getrunken habe…

    Soviel trotzdem: Eine wissenschafltiche Theorie braucht keine Axiome (die gibt es nur in Mathe), allenfalls vereinfachende Annahmen. Sie funktioniert schlicht und einfach. Und die Grundannahme, dass es kein Wesen gibt, das eingreift, ist nicht eine der Grundannahmen von Wissenschaft. Es gibt einfach keinen überzeugenden Hinweis auf ein solches Wesen. Wenn jemand einen vorbringt, höre ich gern zu, siehe zum Beispiel hier.

    Reply

  12. manuela’s avatar

    Es ist wirklich nicht einfach mit einem gläubigen über seinem gott zu diskutieren. Am ende haben sie einfach keine plausiblen gründe mehr, um mich auf den “richtigen” weg zu bringen.
    Am ende des gespräches über glauben und nicht glauben ist immer dicke luft, weil keiner von seiner meinung abrücken will.
    Oft werde ich direkt angefeindet wenn ich behaupte gott gibt es nicht für mich und ich betone extra für “mich”. Mir ist es im grunde egal was die anderen glauben, das schlimme ist doch nur daran wenn es radikal wird und sie so gar dafür morden um ihren gott zu rechtfertigen. Wenn ich mit solchem argumenten komme und dann noch sage, da waren die christen echt gut drin, hola, da wünschen die sich bestimmt sofort einen scheiterhaufen für mich. Die wahrheit können sie überhaupt nicht vertragen.
    Meine chefin ist überzeugte christin und sie gibt diesen glauben an ihre kinder weiter. Die müssen zur komunion und firmung gehen, obwohl sie überhaupt nicht wollen. Ich finde das ist typisch, der glauben wird einfach erzwungen und die kinder können sich nich wehren, haben überhaupt keine chance sich selber zu entscheiden. Ihre kinder werden auch mit geschenken gelockt, ist das nicht krank? Warum darf man nicht selbst entscheiden ? Haben sie etwa angst, das ihre kinder atheisten werden könnten? Könnten sie dann ihre kinder nicht mehr lieben?
    Ich finde diesen glauben und auch alle anderen echt komisch.
    Ach ja, habe beruflich zeugen jehovas kennen gelernt, die wollen mich jetzt immer bekehren – hilfe.

    Reply

  13. Aylin’s avatar

    Ich muss sagen: Klasse Seite!
    Ich muss Manuela vollkommen Recht geben! Allerdings sollte ich auch erwähnen, dass ich (leider) versuche Gläubige “rezumissionieren”
    Ich lebe auch in einem relativ katholischem Ort (wem es ein Begriff ist: Paderborn)!
    Jetzendlich will man anderen ja zeigen, dass die eigen “richtung” niucht schlecht ist, bzw. gut, oder auch besser. Wie soll man dies erklähren? Ohne den gegenüber zu “überzeugen” ?
    Meine kurzen Sätze sollen Hinterfragungen sein, aber was soll man schon von eienr 12 jährigen erwarten ;-)
    Liebe Grüße

    Reply

  14. jo’s avatar

    Es ist schön zu sehen, dass man in seiner Wahrnehmung dieser wunderbaren, schaurigen und unglaublich komplexen Welt zwar ziemlich einsam, aber nicht ganz alleine ist.

    “Glauben” in jeder Form ist für “Gläubige” doch etwas sehr praktisches: es steht diametral zu “Wissen” – man kann sich und anderen auf einfachste Weise die Welt und alles andere ohne jegliche Beweisnot erklären. Nicht umsonst sind die meisten Gläubigen ja auf der Suche nach dem Sinn des Lebens – das erklärt ja schon vieles. Der Mensch will einfach nicht akzeptieren, dass sein Leben kurz und an sich völlig sinnlos ist … Demzufolge ist es nur natürlich an einen, für uns Menschen nicht erkennbaren Sinn und an ein nicht endendes Weiterleben nach dem offensichtlich unvermeidlichen Ende der irdischen Existenz zu glauben.

    Wir sollten im Sinne der Aufklärung für das Wissen streiten und nicht aufgeben, entschieden gegen die Dummheit und Arroganz der Missionare, Esoteriker, Astrologen, Mystiker, Homöopathen und allen anderen Formen der Psychopathologie entgegen zu treten!

    Tipp: Dieter Nuhr geht mit diesem Thema übrigens in seinem letzten Buch “Wer’s glaubt, wird selig” gewohnt eindeutig, aber charmant um. Hat mir die vergangenen Feiertage verschönt.

    Ich grüße Euch ganz herzlich

    jo

    Reply

  15. Moe’s avatar

    Ich finds komisch, dass hier proklamiert wird, dass es ohne Religionen friedlicher auf der Welt zugehen würde, aber auf der anderen Seite sich durch Beschimpfungen die an die “Gläubigen” adressiert sind gegen diesen Frieden (evtl. unbewusst) entschieden wird.

    Ihr könntet doch als Beispiel vorangehen und eure Überzeugung, die ich nicht ganz teile, friedlich vertreten und den anderen ihre Überzeugung in Ruhe lassen.

    Ich muss aber dazusagen, dass ich diese Seite interessant finde. Gibt mir einen Einblick, wie Atheisten so allgemein denken, da ich für mich persönlich nicht so denke, kann ich es eher nachvollziehen.

    nuja, ich werd mal öfters vorbeischauen denk ich

    Moe

    Reply

  16. manuela’s avatar

    Ich verstehe einfach nicht, wie frauen an religion festhalten können, wo die doch so frauenfeindlich ist.Auch heute noch. Es darf immer noch keine frau z.B. papst werden. Obwohl ich natürlich die meinung vertrete, das man einen papst so nötig hat wie kopofschmezen.

    Wir frauen durften doch nur kinder gebären und kein laut sagen.
    Am liebsten hätten doch alle priester und der papst die alte zeit zurück (und so mancher mann). Nicht zu vergessen die schmerzen, die der “liebe gott” uns frauen für kinder kriegen verpasst hat (vom bluten jeden monat mal abgesehen). Das hört sich dann doch mehr nach “teufel” an (obwohl ich an den auch nicht glaube).

    War mal eine frau mutig und traute sich etwas zu sagen, oh mann, die konnte sich dann aber warm anziehen, falls sie es überebte. Die frauen hatten laut kirche noch nicht mal eine seele und durften nicht ihre stimme erheben. Mich wundert es dann aber das sie auf einen kath. friedhof beerdigt wurden und sogar getauft wurden.

    Ich muss immer daran denken, wie viele frauen dafür sterben mussten, damit wir heute mehr dürfen.

    Eins noch, ich bin echt froh in der heutigen zeit zu leben, so ein gedankengut als frau in der damaligen zeit, oh oh der wurde dann aber sehr warm unter den füßen.

    Gruß Manuela

    Reply

  17. Uli’s avatar

    Ich bin gerade zufällig auf diese Seite gestoßen und euch allen, auch Moe so dankbar. Ich hatte bisher das Gefühl auch unter Physikern allein mit meinem Atheismus zu sein. Viele meiner Freunde sind zwar sehr gemäßigt in ihren Ansichten, aber das hinter Allem dann doch kein tieferer Sinn steckt und das Universum und als Rattenschwanz das Leben von alleine und völlig Wertungsfrei so komplex und wunderbar ist wie es ist, das wollen sie dann doch nicht akzeptieren.
    Aber ich bin wohl doch nicht allein und ich finde es toll wie ihr Moe sehr höflich widersprochen habt – bleibt ja vorerst gar nichts mehr zu tun.
    Ich werd jetzt öfter mal reinschauen, macht alle weiter so!
    Abschließend hätte ich noch eine Frage: Weiss eigentlich jemand wie viele Atheisten es auf der Welt eigentlich gibt und ob wir mehr oder weniger werden? Oder wo man solche Informationen herbekommen könnte?

    [Edit: siehe hier ]

    Reply

  18. wolfgang’s avatar

    Hallo.Ich empfehle euch das Buch “DER GOTTES WAHN”von Richard Dawkins.Es ist genau das richtige Buch für Atheisten!!!!
    Ich bin der Überzeugung das Christen,Andersgläubige und Atheisten nicht
    in “frieden” miteinander Leben können da die Religionen immer einfluss
    auf andere Menschen (vor allem KINDER) nehmen müssen um weiter zu existieren!Es ist wissenschaftlich erwiesen das Kinder von Natur aus auf
    ihre Elter und andere “Erwachsene” Vertrauenspersonen ein besonderes (durch die Evolution hervorgerufenes) Maß an
    vertrauen haben.Dieses vertrauen wird durch die Religionen dieser Welt
    seit jahrtausenden missbraucht und noch heut als ganz selbstverständlich angesehen.Ich bin überzeugt das wen man kinder nicht beeinflussen würde und später selbst entscheiden lassen würde, welchen glauben sie annehmen möchten, würden die Gläubigen egal ob Christ,Jude oder Moslem
    in wenigen Generationen nur noch einen geringen Prozentsatz der Weltbevölkerung ausmachen.Diese aufgezwungene religiöse einstellung ist auch aus gebildeten Menschen so gut wie unmöglich wieder zu ändern. Und die Akzeptanz der Religionen durch die Bevölkerung und der Politik der Länder dieser Welt
    schaffen die Grundlage für Fundamentalisten und Fanatiker!
    Die Religion für ihre zwecke missbrauchen (USA) und sich damit noch im Recht fühlen.

    Reply

  19. DennisNikolay’s avatar

    Ich bin auch Atheist (Anfang gehörte ich zur christlichen Kirche doch nach meiner Kommunion weigerte ich mich weiterhin zur Kirche zugehen oder mich firmen zu lassen) Und das ist SUPER so!

    Reply

  20. Daniel’s avatar

    Hallo an alle lieben Atheisten.
    Ich habe mich hier umgeschaut und mir gefällt die Seite sehr gut.
    Hier bin ich nicht alleine.
    Hier kann ich meine Meinung zum Thema Atheismus offen darüber reden.
    Ich selbst bin katholisch und werde demnächst aus der Kirche austreten.
    Ich war sogar mal Messdiener und habe nicht aus überzeugung vom glauben gedient, sondern damit die Leute im Dorf nicht über mich lästern.
    Wenn beim dienen mal was falsch gelaufen ist wie z.B. Kniebeugung vergessen, dann gab es Ärger von den Pfarrer oder anderen kirchgängern.
    Alsberg heisst das Dorf.
    Es ist in Hessen im Main-Kinzig-Kreis ein Ortsteil von Bad Soden Salmünster
    Die Leute im Dorf sind fast alle streng katholisch bis auf mich und andere.
    Ich bin stolz darauf freidenker zu sein.
    Jeder Mensch hat das Recht darauf zu glauben was er möchte.
    Wenn man an keinen Gott glaubt dann ist man doch auch gläubig.
    Man glaubt daran dass es Gott eventuell nicht gibt.
    Der Kirche geht es nur an Macht und das Geld was die einkassieren.
    Ich werde mal meine Kindern nicht taufen lassen wenn ich mal welche habe und heiraten kann man auch nur Standesamtlich.
    Auch kann man am Karfreitag und Aschermittwoch bedenkenlos Fleisch und Wurst essen.
    Das ist keine Sünde, sondern gedöns von der Kirche.
    Wenn die Welt nur aus Atheisten bestehen würde, dann denke ich mal, dass es nicht so viele Kriege gäbe.
    Nur wegen Religion gibt es soviel unheil auf dieser Welt.
    Atheisten sind durch ihr freies denken und durch die Lockerheit viel Symphatischer als manche Christen.
    Atheisten sind genauso liebevolle Menschen wie andere auch.
    Der Papst sollte mal eine Therapie machen.
    Aber anderer seits würde die Therapie net viel bringen.
    Jeder Mensch hat das Recht auf Sexualität, egal ob man verheiratet ist oder nicht.
    egal ob der sex für die zeugung eines kind gedacht sind oder nicht.
    Jedes Liebespaar kann doch selbst entscheiden ob sie sex haben oder weniger Sex haben.
    Es ist bedenklich was vor allem die katholische Kirche verbietet.
    Deswegen ist es so wichtig, dass man freidenker ist und logisch bzw. mehr Wissenschaftlich eingestellt ist.
    Es hängt nicht vom glauben ab, wie ein Mensch eingestellt ist.
    Auch Menschen die nicht gläubig sind, sind manchmal besser und sozialer eingestellt als die streng gläubigen.
    Wichtig ist es im Leben:
    Dass man hilfsbereitschaft zeigt
    Andere akzeptiert
    Seine Mitmenschen gegenüber Rücksicht nimmt.
    Da spielt es keine Rolle ob man glaubt oder nicht.

    Ich finde diese Webseite wirklich Klasse.
    Ich wünsche allen alles gute und viel Liebe.

    Reply

  21. Conny’s avatar

    Die Seite ist ja klasse, ich bin zufällig darauf gestoßen und freue mich, dass es doch einige Menschen gibt, die so denken wie ich.
    Warum fragen eigentlich so viele Gläubige, wenn sie von meinem Unglauben erfahren, ob ich mit Gott denn schlechte Erfahrungen gemacht habe, gehen also davon aus, dass ich wohl vorher mit Gott in Berührung gekomen sein muss, sonst hätte ich mich nicht von ihm abwenden können? Ist es für Gläubige also so unvorstellbar, dass man wirklich “von Grund auf” und aus vollster Überzeugung gar nicht an ihren Gott glauben kann?
    Und dann kommen noch so Bemerkungen, dass es ja furchtbar sein müsse, ohne Gott leben zu müssen (ärgert mich dann besonders, wenn mit diesem Satz ein mitleidiger Blick verbunden ist).
    Ich erkläre dann, dass der jeweilige Glaube meines Gegenübers auch nur vom Zufall der Geburt geprägt ist (könnte genausogut Buddhist, Islamist etc. sein, wenn woanders geboren), dass sehr viele Kriege auf der Erde Glaubenskriege waren und sind und dass ich keine aufgestellten Regeln eines Gottes benötige, um meine eigenen ethischen Vorstellungen zu haben. Auch ohne christliche Gebote möchte ich allein aus meinem Gefühl heraus niemandem einen Schaden zufügen, keine Verbrechen begehen, anderen Menschen auch ohne Gegenleistung helfen, wenn ich es kann etc.
    Warum soll genau dies nur mit dem Hintergrund eines Glaubens möglich sein? Es wird dem Menschen an sich also unterstellt, dass er aus eigener Kraft und ohne Anleitung “von oben” nicht dazu in der Lage sein kann, sein Verhalten selbstständig zu steuern.

    Ich gönne jedem Gläubigen seinen Glauben, wenn es ihm irgendwie hilft, und ich kann das akzeptieren, ohne zu verurteilen oder dafür zu verachten. Ich kann und will ja niemandem den Unglauben aufzwingen, genauso kann mir niemand den Glauben aufzwingen. Jeder Mensch hat das Recht, seine eigene Meinung für richtig zu halten, solange er niemandem damit schadet. Meine Realität ist eben meine, für die Gläubigen ist ihr Glaube ebenso Realtität (da kann man nicht mit Logik kommen). Aber dieser Glaube hindert Menschen ja leider manchmal doch daran, einfach mehr Toleranz den Mitmenschen gegenüber aufzubringen (z.B. Homosexualität, Verhütung, Abtreibung…). Aber das nehmen ja “Gehirn sei Dank” auch nicht alle Gläubigen so ernst…

    Reply

  22. Tom’s avatar

    @Conny:
    Der große “Nachteil” dieser Seite ist, dass fast alle der gleichen Meinung sind. Ich stimme jedem Deiner Worte zu und weiß daher eigentlich gar nicht, was ich entgegnen soll.

    Reply

  23. Niko’s avatar

    Hallo! Habe deinen Blog gerade zum ersten Mal gefunden. Gefällt mir ganz gut. Aber eine Frage drängt sich mir auf: Bist Du überzeugter Atheist, oder vielleicht doch mehr Agnostiker?

    Niko

    Reply

  24. Thomas’s avatar

    Niko: Nix da! Ich bin genauso davon überzeugt, dass es keinen Gott (oder anderes “übernatürliche”) gibt, wie ich das vom Osterhasen bin. ;)

    Reply

  25. Tom’s avatar

    Nur das der Osterhase wahrscheinlicher ist, als Gott. Immerhin finden die Kinder ja morgens die Eier als “Beweis” für seine Existenz… ;)

    Gruß von einem weiteren überzeugten Atheisten, Humanisten, Naturalisten und wie iwr uns sonst noch so nennen können!

    Reply

  26. Niko’s avatar

    Ah ok. Ich stimme dir da ja auch grundsätzlich zu. Zumindest was es “Gott” (oder ähnliche Wesen) angeht, beim Osterhasen bin ich mir allerdings nicht ganz sicher ;) Aber dann glaubst Du ja trotzdem. Du gaubst, dass es keinen Gott gibt. Und dies kann ja – bezogen auf deine Existenz als Mensch – nur eine Mutmaßung sein. Genauso wie der Glaube an Gott ja nur eine Mutmaßung sein kann. Man vermutet , dass es irgendwas gibt oder auch nicht gibt, dass uns zu unserem jetzigen Zustand geführt haben muss. Ich glaube, dass du glaubst :)

    Aber noch eine Frage: Bist Du auch kirchenfeindlich?

    Versteh mich nicht falsch. Ich halte dieses Religionsgesülze auch für flasch. Da steh ich mehr auf der Wissenschaftlichen Seite. Aber ich verteufel Religion nicht. Wems gut tut, der soll gerne an einen Gott glauben, so lange er mich damit in Ruhe lässt…

    beste Grüße!

    gespann auf eine Antwort warten:
    Niko

    Reply

  27. Tom’s avatar

    Also ich glaube, dass ich nicht glaube ;)
    Aber im Ernst: Ich glaube nicht, ich bin sicher, dass es keinen Gott gibt. Das ist kein Glaube. Es gibt so viele Götter, Schöpfungsgeschichten, Mythen, etc in der Literatur. Aber niemand fragt mich, warum ich nicht an Wotan oder Zeus glaube. Es geht immer nur um den abrahamischen Gott. Für mich unterscheidet er sich aber nicht von Zeus: beide sind Phantasieprodukte.
    Ich bin nicht kirchenfeindlich. Ich halte die Kirchen aber für überflüssig und oft auch gefährlich. Warum? Weil: 1. Sie erzählen den Menschen Märchen. 2. Sie ziehen den Menschen Geld aus der Tasche (ja, nur ein Bruchteil der Kirchensteuern oder Kollekten geht an die Seelsorgeoder soziale Zwecke), das ist aber ein weltliches Ziel und hat mit den propagierten Dingen nichts zu tun. 3. Sie grenzen anders denkende aus, sind also höchst intolerant. 4. Sie sind verantwortlich für so viel im Namen des Glaubens getanes Leid, dass sie als Organisationen wegen Massenmordes angeklagt gehören (Mord verjährt übrigens gemäß deutschen Gesetzen nie)
    Die Liste ist zu lang für diese Uhrzeit.
    Ich hab in Beiträgen hier schon daruf hingewiesen, dass ich nichts gegen Religion hätte, wenn sie NUR bei den Gläubigen zu Hause stattfände. Aber es werden zB von den GEZ-Gebühren Gottestdienste in ARD und ZDF übertragen und damit lassen uns die Gläubigen eben nicht mehr “damit in Ruhe”, sondern nutzen im Gegenteil unser Geld für ihre Zwecke.

    Reply

  28. wolfgang’s avatar

    @niko:es ist ein unterschied ob ich sage “ich glaube”oder “ich glaube morgen wird es regen geben.
    ich glaube nicht das atheismus eine glaubensrichtung ist.
    mit den worten einer jungen dame hier aus dem forum:
    “eine glatze ist auch keine haarfarbe!”

    ich bin auf jeden fall kirchenfeindlich! die kirche ist das machtinstrument der gläubigen.

    Reply

  29. Tom’s avatar

    @wolfgang: Die Kirche ist kein Machtinstrument der Gläubigen. Sie ist ein Machtinstrument, welches die Gläubigen unterdrückt. Und zwar so effektiv, dass sie es nicht mal bemerken!

    Reply

  30. Unbekannte’s avatar

    HI ich bin erst 16 und habe an den Islam (koran) geglaubt
    naja mir is klar geworden das es kein Gott gibt und was da drin steht nur erlogenes gebabbel ist was nicht stimmt, trotzdem kann ich nicht leider nicht dazu stehen weil man mich verachten würde!!! ich finde es schade das Die menschen so blind sind wir werden geboren und sterben wieder das is der lauf des Lebens vonwegen Himmel & Hölle oder Leb dein leben nach dem Koran niemals !!

    Liebe Grüße ..
    Möchte unbekannt bleiben hoffe könnt das respektieren

    Reply

  31. Tom’s avatar

    Hallo Unbekannte!
    Wenn ich es richtig verstehe, dann bist in einer wohl mehr als weniger strengen islamischen Umgebung (Familie) aufgewachsen und hast nun verstanden, dass der Glaube an Übernatürliches (zB Allah oder Gott) zu nichts führt.
    Du bist uns auch als Unbekannte willkommen und ich hoffe, noch einiges von Dir zu hören, denn Erfahrungen aus dem islamischen Kulturkreis haben wir hier bisher kaum auf der Site!
    Alles Gute und bis bald!

    Reply

  32. Flo’s avatar

    Hallo

    Ich bin Agnostiker – und das ist auch gut so.

    Obwohl ich Agnostiker bin muß ich sagen, das es mir nicht egal ist, wenn Jemand an Gott glaubt, da ich der festen Meinung bin, das es nur dann Frieden auf Erden :-) geben kann wenn jeder mit dem Wissen aufwächst, das dies (Leben) alles ist das uns erwartet. Sollte es ein Leben nach dem Tod, einen Gott, Götter geben, so würden wir dies schon erfahren.

    All dies Gebrabbel über Götter und ewiges Leben gibt dem Leben hier auf Erden keinen Wert. Was für einen Wert hat Leben schon, wenn es eh eine Seele gibt und man Wiedergeboren wird, oder in den Himmel kommt (wo’s ja viel schöner sein soll). Vor Religion muß gewarnt werden !

    Reply

  33. yannick’s avatar

    Ich lese gerade Dawkins Gotteswahn und beschäftige mich seit einiger zeut mehr mit meinem …unglauben wie es oft genannt wird.
    Früher war es mir egal und ich war in der schule der einzige der beim gottestdienst hinten saß und keinee hostue haben wollte, ich wollte auch nicht zur kommunion..quasi stiller perotest. Doch heute stört es mich wenn ich mit religion aneinander gerate.

    Reply

  34. christina’s avatar

    ich bin 13 jahre alt und Atheist!
    Ich habe mich schon als 8-jährige gefragt ,wo denn die Hand Gottes ist ,die sich angeblich über meinem Kopf befinden sollte…=)
    Auch ich bin zur Komunion gegangen (damals irgentwie “freiwillig”,weil ich das Kleid und die Geschenke so toll fand=).
    Jetzt ist mir klar geworden ,dass die Komunion ,dazu da ist ,Kinder zu manipulieren , indem sie Geschenke u.s.w bekommen und so die Kirche mit etwas positivem verbinden!
    ...auch im Komunionsunterricht durfte ich NIE die existenz von “gott” in Frage stellen.
    Ich bin manchmal richtig traurig darüber ,dass so viele Menchen (auch in meiner Familie) an “Gott” glauben und mich nie verstehen.Allerdings konnte ich meine Mutter mit guten Agumenten von Atheismus überzeugen.

    PS:Ich finde die Seite super!Endlich mal Leute ,die genauso denken wie ich!

    Reply

  35. Tom’s avatar

    Na dann willkommen im Klub der “Denkenden”, Christina!
    Mir gings in Deinem Alter genauso, ich bin wg der Geschenke konfirmiert worden. Geglaubt hab ich aber nie.
    Lies mal die 10 Gebote für den Atheisten (hier auf der Seite), könnte Dir gefallen, auch wenns auf Englisch ist.

    Reply

  36. klara’s avatar

    Hallo zusammen,
    ich finde es toll, daß sogar 13 jährige schon so schlau sind , dass sie sich zum Atheismus bekennen.
    Ich selbst habe erst nach einer religiösen Irrfahrt im Laufe meines Lebens
    erkannt, daß ich zuviel denke und schlussfolgere. Da klappt es nicht so mit dem Glauben.
    Meine Kinder ( 5 an der Zahl) sind alle nicht getauft und wunderbare Menschen geworden- ganz ohne Kirche.
    Ich werde sogar oft von Christen wegen meiner gutgeratenen Kinder be-
    neidet. Wenn die wüssten!!
    Man muss einfach nur authentisch und ein gutes Vorbild sein- dann entwickeln sich Kinder von ganz allein positiv.

    Die Bibel ist voller Widersprüche, Perversion und Unmenschlichkeit-das ist nichts für mein Hirn! Ich sage immer: wo andere den lieben Gott haben,
    habe ich alle wichtigen Telefonnummern gespeichert. Das nützt mir mehr!

    Liebe Grüße, Klara

    Reply

  37. wolfgang’s avatar

    ich muss zugeben das ich mit 13 auch andere sachen im kopf hatte.
    bei uns war der glaube eher eine traditionelle sache als ein richtiger glaube.
    aber im nachhinein mache ich meinen eltern schon ein paar vorwürfe das ich sowas wie kommunion, firmung und erstbeichte mitmachen musste.
    klar meine mutter stammt aus nürnberg aber ich hätte mir trotzdem eine etwas andere erziehung gewünscht.
    naja,jetzt bin ich 33 jahre alt und vater und hoffe das ich es besser mache.
    aber der religionsunterricht war gut da ich als katholik in einer evangelischen kleinstadt in nordhessen zur schule ging.wir waren meißtens nur 5 bis 10 leute und haben eigentlich nur uns filme angesehen den der lehrer hatte auch keine lust ;=)

    Reply

  38. christina’s avatar

    Nur mal so ne Frage…Wo steht denn in meinem Kommentar ,dass ich keine anderen sachen in “Kopf” habe?Ich bin halt Athist und trotzdem ein ganz nochmaler teenager!
    Man darf mit 13 ja auch überzeugter Christ sein…und hat AUCH andere sachen in Kopf…

    Reply

  39. christina’s avatar

    “Athist”...xD
    sorry ich meinte natürlich Atheist…

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  40. Tom’s avatar

    Ich wusste mit 13 schon, dass ich die Geschichten der Bibel, aus dem Religionsunterricht und bei den Konfirmationsstunden, Märchen sind. Es gelang meinen Eltern auch nie, mich Glauben zu machen, es gäbe einen Weihnachtsmann. Ich war ein skeptisches Kind. Ich empfand Glauben als Unsinn und habe auch manchmal mit Freunden diskutiert, aber da wir alle ja noch kein großes Wissen hatten, kam dabei nicht viel raus. Aber aus Herdentrieb bin ich im Reli-Unterricht geblieben und Konfirmationsunterricht hab ich mir bewußt angetan, da es zur Konfirmation große Geldgeschenke gab.

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  41. Tom’s avatar

    Gut gesprochen, Christina!
    Aber wolfgang meinte wohl etwas anderes: Wenn Kinder (und Jugendliche) in gläubigen Familien aufwachsen, dann ist der Glaube ein normaler Teil ihres Lebens.
    Um bewußt Atheist zu sein, muss man schon eine Menge nachdenken über Glaube, Leben, Religion, Wissenschaft, etc. Das tun Leute in der Regel (noch) nicht mit 13, da haben die Leute eben “anderes im Kopf”. Meine Klassenkameraden fanden damals Sachen wie das andere Geschlecht, die Bravo, den Sport, die Clique, etc viel interessanter, als sich Gedanken über den Atheismus zu machen.
    Im übrigen war das als Kompliment gemeint, dass Du Dir eben schon so ernsthaft Gedanken über all das machst, dass Du Dich bewusst als Atheist bezeichnest.

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  42. wolfgang’s avatar

    @ christina:auf jeden fall war das als kompliment gemeint!
    ich habe mir halt in dem alter noch nicht solche gedanken gemacht.
    und ich würde niemals daran zweifeln das du ein normaler teenager bist.

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  43. wolfgang’s avatar

    @tom:mit 13 habe ich auch nicht mehr an den weihnachtsmann geglaubt ;=)
    aber im alter von 4 war ich nicht besonders skeptisch und habe eigentlich alles meinen eltern geglaubt.(was bleib einem als kind auch anderes übrig)

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  44. Tom’s avatar

    @wolfgang: das ist es ja gerade, ich habe auch mit 4 nicht an den weihnachtsmann geglaubt. Meine Eltern haben es versucht, aber irgendwie fand ich es schon mit 4 seltsam, dass Papa die Tür schließt und ein paar Minuten später Geschenke unterm Baum liegen, aber den Weihnachtsmann zeigt man mir nicht. Als sie es einige Jahre später versuchten, erkannte ich in dem Weihnachtsmann irgendeinen Nachbarn (womit ich falsch lag, es war wohl einer von einer Agentur), aber geglaubt hab ich eben nie an ihn :)
    In jedem Fall Hut ab vor Christina, beib so! Bleib skeptisch und hinterfrage die Dinge, anstatt sie blind zu glauben!

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  45. christina’s avatar

    Ja, ich bleib auf jeden Fall so ;)
    @wolfgang: Ich glaub ich hab da nur was falsch verstanden…sorry
    Die Freundinn von meiner kleinen Schwester ist 10 Jahre alt und denkt ,dass Gott ihr Bester Freund ist und der”Klapperstorch”
    die Babys bringt und es einen Osterhasen u.s.w gibt…
    Was maeint ihr…soll ich der mal sagen, dass Gott nicht ihr Bester Freund sein kann und die Babys nich von Storch kommen?:)

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  46. wolfgang’s avatar

    @tom:da bist du aber eine aussnahme.mit 4 haben die meisten keine zweifel an dem was die eltern sagen.respekt!

    @christina:das ist eine schwere frage.sicher sollte man kindern auch klar machen das es auch anders geht aber es könnte auch ärger mit den eltern geben wenn die das anders sehen.

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  47. Tom’s avatar

    Thomas: Hilf Christina mal, das Durchgestrichene zu korrigieren, da hast Du mich ja auch schon gerettet :) [Edit: Getan, danke für den Hinweis. /Thomas]
    @Christina: Egal, was Du tust, es gibt eine einfache Regel in der Kommunikation: Nimm Deinen Gesprächspartner mit! Das heißt, Du musst ihr Dinge erklären, und zwar so, dass sie sie versteht. Mit Argumenten und Beweisen. Und Du kannst dabei nur so schnell erklären, wie sie Dir folgen kann. Z.B.: Beim Storch musst Du sie vielleicht (mit viel Geduld) aufklären, vielleicht mit Hilfe Deines Bio-Schulbuches.
    Wenn sie nicht “bei Dir ist”, also ein Argument (eine Erklärung) nicht verstanden hat, dann musst es so lange erklären, bis sie es verstanden hat. Wenn Du vorher zum nächsten Punkt gehst, dann wird sie Dir nicht folgen und am Ende nicht glauben.
    Fang bei einfachen Dingen an, beim Klapperstorch, dann der Osterhase, dann erst Gott. Den “Mut zum Zweifeln” musst Du bei ihr erst erwecken.
    @wolfgang: Ich sehe heute 4-jährige und versteh es selbst nicht. Aber es war wirklich so. Papa geht ins Zimmer, ich darf nicht mit, nach ein paar Minuten sind die Geschenke da, aber den Weihnachtsmann (den ich lauschend an der Tür nicht gehört habe) darf ich nicht sehen. Da stimmt was nicht. So hab ich gedacht oder gefühlt.

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  48. Unbekannte’s avatar

    Mal an alle wegen der geschichte mit den 13 jahren ..
    ALter is kein zeichen für reife sonder für weisheit

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  49. christian’s avatar

    Mal ne Frage an die Atheisten in der Runde. Was hindert Euch daran, an Gott zu glauben? Also wo seht ihr bei euch das Problem mit Gott? Warum könnt oder wollt ihr nicht glauben? Oder wollen vielleicht einige, aber können nicht? Würde mich mal interessieren.

    Liebe Grüße, Christian.

    Reply

  50. Tom’s avatar

    @Unbekannte: Da hast Du recht! Ich habe oft Leute getroffen, die als Teenager schon mehr “drauf hatten”, als manch ein Auf-die-Rente-zugehender”. Und umgekehrt. Generell ist es aber so, dass bei aller Intelligenz eines Menschen auch Erfahrung eine Rolle spielt und dabei ist es meist so, dass Teenagern diese oft fehlt (das liegt in der Natur der Dinge, allerdings sammlen manche Menschen in einem langen und langweiligen Leben weinger Erfahrungen, als ein intensiv lebender und neugieriger Mensch in wenigen Jahren. Es ist eine – eben manchmal, aber nur manchmal, – falsche Meinung, dass junge Leute weniger Erfahrung haben). Daher gehen “Erwachsene” meist (und manchmal auch zu Unrecht) davon aus, dass sie die “Kids” nicht ernst (genug) nehmen müssen.
    Ich stand immer schon auf dem Standpunkt, dass man das Alter nicht des Alters wegen respektieren muss. Respekt muss man sich verdienen, und zwar intellektuell. Von daher wiederhole ich es: Unserer 13-jährigen Freundin (und auch Dir, 16-jährige Unbekannte) allen verdienten Respekt für Eure Haltung und Eure Meinung. Ich werde Euch nur an Euren Argumenten messen. Aber manchmal werde ich Euch vielleicht auch ein Kompliment wg Eurer Scharfsinnigkeit und der Tatsache machen, dass Ihr Eurem Alter eben etwas voraus seid (aus meiner Sicht). Das ist doch aber nichts schlechtes, oder?
    Das soll nicht überheblich oder arrogant klingen, aber es ist nun mal so, dass auch der intelligenteste Mensch nicht alles durch Denken lernen kann, sondern “Erfahrungen machen” den Horizont erweitert. Was genau der Einzelne durch Erfahrungen lernt und was er durch Denken früher begreift, ist völlig individuell. Ich war als Teenie auch meinen Altersgenossen voraus, aber vieles habe ich auch in der Praxis gelernt. Nehmt beides ernst, geht unvoreingenommen, aber hinterfragend an alles und jedes heran.
    Noch mal: Ich nehme Euch absolut ernst, meine Hinweise auf Euer Alter nicht böse gemeint und messe Euch nur an Euren Argumenten.

    Reply

  51. Tom’s avatar

    @Christian: Mich hindert das “Glauben” selbst. Ich möchte wissen. Ich verstehe die Welt so, dass sich Dinge belegen lassen. Ich möchte Dinge hinterfragen und ich möchte Antworten. Wo es sie (noch) nicht gibt, da möchte ich sie suchen. Es ist in den “Argumenten” für die Religionen so, dass das Fehlen einer Antwort als Argument für Gott genommen wird. Aber die Wissenschaft bringt uns immer weiter. Noch vor 150 Jahren wurden Krankheiten als Strafe Gottes angesehen, heute wissen wir, dass es Bakterien und Viren sind. Genauso verhällt es sich in meinen Augen mit den heute noch offen Fragen (wie ist das Leben aus entstanden? wie kam es zum Urknall?, etc). Auch diese Fragen werden irgendwann beantwortet, die Tatsache, dass wir heute noch keine Antwort haben, ist kein Argument für Gott.

    Was das “Problem mit Gott” angeht, gibt es so viele, dass man Bücher darüber schreiben kann! Da sind die unzähligen Widersprüche in der Bibel (Gottes Wort), da sind die Probleme mit den Kirchen, da ist die Frage, warum Ihr Christen so sicher seid, dass ihr den “rechten Glauben” habt, und nicht die Moslems, Juden, alten Germanen, oder wer auch immer. Und es gibt noch so viel dazu zu sagen, dass eine so allgemeine Frage einfach den Rahmen hier sprengt.

    Übrigens gab es in meiner Kindheit durchaus Momente, in denen ich “versucht” habe zu glauben, aber das war sozialer Zwang, denn ich konnte als Kind nicht verstehen, warum so viele glauben, ich aber nicht. Inzwischen hab ich es verstanden: Sie wuchsen unter Gläubigen auf (Familie) und haben es nie hinterfragt, weil sie dazu nie ermutigt wurden. Auch heute können sie ihren Glauben nicht argumentieren, sondern eben nur glauben. Diskussionen enden regelmäßig mit Äußerungen wie “Gottes Wege sind unergründlich” oder “Du musst in anderen Bahnen denken” (warum sind die Bahnen, in denen wir denken bei allem OK, außer bei der Religion?) oder “Du musst auf Gott vertrauen”, etc. Alles keine Argumente im Sinne des Wortes.

    Detaillierteres findest Du hier auf der Seite, es gab kürzlich eine Diskussion mit “janna” zu dem Thema Bibel. Sie müsste in der Freien Diskussion stehen, wenn ich nicht irre. Da waren wir ziemlich im Detail. Allerdings hat janna dann aufgehört zu antworten. Du kannst da gern einsteigen, ich fand die Diskussion sehr interessant und bedauere es, dass janna “ausgestiegen” ist

    Reply

  52. christina’s avatar

    @Christian:Was hindert dich daran, nicht an Gott zu glauben?
    Tatsache ist, dass die meisten Menschen selbst im Jahr 2008 (noch) zu “unaufgeklärt” sind, um Gott endgültig nur noch in Geschichtsbüchern zu erwähnen. Mich würde es sehr interessieren, an welchen “Ereignissen” ihr die Existens von Gott belegt?
    Wenn sich diese “Gotteswerke” dann in Laufe der Jahre aufklären, was lasst ihr euch dann einfallen, um einen Gott zu beweisen?

    Zu dem kommt noch, dass ca. alle 3 Sekunden ein (unschuldiges) Kind stirbt, Umweltkatastrophen ,Menschen töten sich gegenseiteg (manchmal wegen diverser Götter)u.s.w.Aber das ist Gott natürlich nicht schuld, oder?
    Kommt ein Mensch allerdings pünktlich zur Arbeit,die Sonne scheint oder malt ein schönes BIld, heißt es immer “Gott sei Dank”
    Es ist doch so, das alle “schönen” Sachen angeblich von Gott kommen. Die “schlechten ,grausamen,ekelhaften “Ereignisse, werden den Menschen zugeortnet.

    Wenn es einen Gott gibt,(was ich zu 100% bezweifel), müsste der so schnell wie möglich beseitigt werden.

    Das ist meine Meinung, mit der ich allerdings keinen angreifen oder beleidigen möchte.

    Reply

  53. Tom’s avatar

    Dieter Nuhr (mein derzeitiger Lieblingskomödiant) beschäftigt sich augenzwinkernd mit dem Thema. Interassant und sehr witzig.

    Die gesamte Bühnenshow “Nuhr wers glaubt wird seelig” ist auf YouTube in mehrere Teile aufgeteilt. Der erste Teil ist hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=NtVt5G8OuKk&feature=related

    Es besteht aus 2 Teilen, um die Reihenfolge beim Ansehen einzuhalten, beachtet die Nummerierung: “Sendung 1 von 2 Teil 1”, dann Teil 2 usw, anschließend “Sendung 2 von2 Teil 1” usw.

    Ich wünsche viel Spaß dabei!

    Reply

  54. wolfgang’s avatar

    danke für den tipp,war lustig.

    Reply

  55. Tom’s avatar

    wenn es Dir gefallen hat, dann gefällt Dir auch seine andere Show “Ich bins Nuhr”:
    http://www.youtube.com/watch?v=EKXLLfQCHNM&feature=related
    Dies ist der Link zum ersten Teil, die anderen findest Du da auch. Durchnummeriert von 1 bis 11
    Ich finde er sagt humoristisch unglaublich viel Wahres.

    Reply

  56. wolfgang’s avatar

    ja,war gut!

    Reply

  57. christian’s avatar

    @Tom: Ich verstehe sehr gut, was du sagst. Wirklich. Deshalb möchte ich mal zu einigen deiner Punkte etwas sagen. Ich hab auch mal so gedacht und vielleicht interessiert es dich, wie ich mit diesen Fragen umgehe jetzt woc ich Christ bin.

    Zunächst einmal denke ich, man kann auch über das Christentum argumentieren und diskutieren. Christen müssen nicht immer sagen “Gottes Wege sind unergründlich”. Gott hat uns den Verstand gegeben, damit wir ihn benutzen und nicht an der Kirchentür ausschalten (weder bei Rein- noch beim Rausehen). Ich finde es auch gut, dass du sagst, du möchtest wissen, denn so ging es mir damals auch und immer noch. Glaube heißt für mich aber nicht “etwas für wahr halten, was ich nicht weiß”, sondern Glaube heißt für mich “Gewissheit”. Deswegen widerspricht sich Glaube und Wissen auch gar nicht so sehr. Ich habe Erfahrungen mit Gott gemacht und bin zur Gewissheit gelangt. Eine Restunsicherheit, einen Zweifel wird es trotzdem immer geben so lange ich auf dieser Welt lebe, aber das gehört zu unserer Existenz.

    Du verstehst unter “Wissen” eigentlich Naturwissenschaft, wenn ich das recht verstehe. Und ich kann nichts schlechtes über die Naturwissenschaft sagen, schließlich arbeite ich selbst als Wissenschaftler (na gut, eigentlich nur Ingenieur, aber immerhin in der Forschung).
    Jedenfalls schließen sich Glaube und Naturwissenschaft nicht aus. Um es mal kurz zusammenzufassen: Die Naturwissenschaften fragen, danach wie die Welt funktioniert, wie Prozesse ablaufen, wie das Leben entstanden ist und so weiter. Aber die Naturwissenschaften stellen keine Warum-Fragen. Warum gibt es den Menschen, warum bin ich hier, welchen Sinn hat mein Leben, bin ich wichtig? Diese Fragen stellen die Naturwissenschaften nicht und doch sind uns (also zumindest mir) diese Fragen wichtig. In diesen Fragen überschreiten Naturwissenschaften ihren Zuständigkeitsbereich. Übrigens gilt das auch umgekehrt, Religion überschreitet ihre Kompetenz, wenn sie versucht, naturwissenschaftliche Wie-Fragen zu beantworten (fundamentalistischer Kreationismus).

    Mal abgesehen davon gibt es viele ernst zu nehmende Wissenschaftler, die Christen sind. Beispielsweise bekennen sich die beiden deutschen Nobelpreisträger von 2007 in Physik und Chemie Gerhard Ertl und Peter Grünberg ganz klar zu ihren Glauben an Gott. Am besten gefällt mir, was Ertl zu der Frage nach Glaube vs. Naturwissenschaft sagt:
    “Die Wahrscheinlichkeit, dass Gott nicht existiert, ist doch nicht geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass der gesamte Kosmos nach unseren wissenschaftlichen Erklärungen entstehen konnte. Das Leben ist ein gewaltiges Wunder, wir nähern uns wissenschaftlich den Erklärungen an, aber eine Frage bleibt doch immer bestehen: Warum das alles? Hier glaube ich an Gott!”

    Nachzulesen hier:
    http://www.cicero.de/97.php?ress_id=6&item=2223

    Ich hoffe, dass diejenigen hier, die immer wieder schreiben, wie “schlau” und “denkend” sie doch sind, weil sie Gott für überholt halten demnächst etwas vorsichtiger mit diesen Äußerungen sind. Oder anders ausgedrückt: Ich fühle mich als Christ (und Naturwissenschaftler) in bester Gesellschaft mit den beiden Nobelpreisträgern.

    Viele Grüße, Christian.

    Reply

  58. Tom’s avatar

    @christian: Ich kann Dir nur wenig widersprechen.
    Du hast natürlich bei der Trennung von Wissenschaft (“wie”- und “was”-Fragen) und der Religion (“Warum”-Fragen) völlig recht. Allerdings beschäftigt sich auch die Philosophie mit den gleichen “Warum”-Fragen. Auch dafür “brauche” ich also keine Religion. Aber ehrlich gesagt, sind mir die “Warum”-Fragen auch ziemlich egal, eben weil sie philosophisch sind und es somit keine “wahren Antworten” gibt (wie in der Wissenschaft), sondern lediglich viele verschiedene Meinungen.

    Ich sehe auch an Deinem Kommentar zum fundamentalen Kreationismus, dass Du eben kein Fundamentalist bist, was ich natürlich gut finde.

    Dass es Wissenschaftler gibt (auch Nobelpreisträger), die an Gott glauben, bestreitet niemand, allerdings sind sie in der Minderheit (und sollte das nun hier bestritten werden, dann füge ich eben noch hinzu :”Auf jeden Fall ist der prozentuale Anteil von Atheisten unter den Nobelpreisträgern sehr viel höher, als in der Gesamtbevölkerung”). Wer also als Argument für den Glauben gläubige Nobelpreisträger aufführt, darf die vielen “ungläubigen” Nobelpreisträger nicht unter den Tisch fallen lassen.

    Generell kannst Du hier in älteren Beiträgen von mir nachlesen, dass ich kein Problem habe, mit Menschen, die glauben. Allerdings habe ich ein Problem, wenn sie anfangen zu missionieren. Und ich sehe eben eine große Gefahr im Glauben, denn er führt oft zu Fanatismus und damit zu Leid. Beispiele gibt es genug: die Ausbreitung des Islams bis nach Spanien im Mittelalter, die Kreuzzüge im Mittelalter, der 30-jährige Krieg (immerhin der schlimmste Krieg der Menschheitsgeschichte bis 1914) war ein reiner Glaubenskrieg, oder die von ihren geistlichen Führern angestifteten moslemischen Selbstmordattentäter, die im Namen ihres Glaubens sich und andere töten. Das sind nur wenige Beispiele, und jetzt kann man mir entgegen halten, dass dies Entgleisungen sind oder dass der Glaube in solchen Fällen mißbraucht wird. Das änder aber nichts daran, dass es passiert (ist) und dass es weiterhin passiert. Der Atheismus birgt eine solche Gefahr nicht in sich. Niemand kann mir einen Krieg nennen, der wegen des Atheismus geführt wurde, so etwas gab es nämlich nicht

    Und bitte, lass niemanden nun den 2. Weltkrieg als Gegenbeispiel nennen. Das stimmt nämlich nicht, denn 1. war Hitler (im Gegensatz zu Stalin) kein Atheist und 2. war der Kriegsgrund nicht der Atheismus, sondern eine kranke Ideologie, die ein ganzes Volk mit den Mitteln des Glaubens an die Überlegenheit der “Rasse”, des Glaubens an einen Führer, des Glaubens an eine Ideologie fanatsisierte. Bei Bedarf erkläre ich dies gerne näher, aber das meine ich, wenn ich von der Gefahr spreche, die ich im Glauben sehe. Und noch eins, bevor es jemand falsch versteht: Ich setze damit nicht Religionen und Nationalsozialismus auf die gleiche Stufe, sondern warne nur vor der Gefahr, die der Glaube an irgendetwas immer in sich birgt, wenn er fanatisiert wird. Während es keinen einzigen Atheisten gibt, der sich für seinen Atheismus in die Luft sprengt, gibt Selbstmord für die Religion – meist verbunden mit der Tötung anders- oder ungläubiger bei allen Religionen.

    Wie gesagt, nichts gegen “gemäßigte Christen” wie Dich, aber es geht in meinen Augen eben auch Gefahr vom Glauben aus, gerade wenn die Gläubigen auch noch nur wenig Bildung haben.

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  59. Unbekannte’s avatar

    Hey leute ich bin kein Atheist und kein Agnostiker ich bin nicht gläubig – was bin ich? Ich bezeichne mich als Mensch der lebt und i-wann stribt .. und fertig is es ?! is des die richtige einstellung ? ..
    Noch was meine (beste) Freundin hat was gegen Homosexulelle unser (Ethikthema) sie sagt gott hat uns geschaffen das männer frauen und umgekehrt lieben. ich hätt ihr gern eine gegeben aber naja .. was sagt ihr dazu ?
    bye ..

    Reply

  60. Tom’s avatar

    @Unbekannte
    Ich weiß nicht, was Du bist. Aber wenn weder an Religionen glaubst, noch an andere übernatürliche Dinge und nicht abergläubisch bist, dann bist wohl der Definition nach Atheistin.
    Was soll man zu dem Homosexualitätsthema sagen? Die religiöse Begründung halte ich für Quatsch. Man kann biologisch argumentieren und sagen, dies sei eine Fehlfunktion, da sie dazu führt, dass wir unseren biologischen Zweck (Nachwuchs erzeugen) nicht erfüllen.
    Ich persönlich hab nichts gegen Homosexuelle, aber ich denke, sie sollten ihren Neigungen zu Hause nachgehen, denn ich finde zB abstoßend, dabei zuzusehen, wie sich 2 Männer küssen. Sorry, ist nun mal so. Aber das ist meine Privatmeinung, da kann jeder anders drüber denken.

    Reply

  61. Tom’s avatar

    @Unbekannte Nachtrag: Ob “des die richtige Einstellung” ist, musst Du wohl oder übel mit Dir selbst ausmachen. Ich finde sie richtig, aber wer bin ich schon, dass ich mir ein Urteil über Dich erlauben kann?

    Und “ihr eine zu geben” ist falsch. “Worte sind die Waffen der Intelligenten”, “Schläge sind die Waffen derer, deren Intellekt nicht ausreicht, den eigenen Standpunkt zu erklären”! Dies solltest Du im Alltag beherzen, denn die Frage ist, was willst Du erreichen? Willst Du, dass sie sauer auf Dich ist, Dich für primitiv hält? Dann hau ihr eine.
    Willst Du, dass sie Dich, Deine Meinung, Deinen Intellekt akzeptiert? Und vielleicht sogar irgendwann von Dir überzeugt werden kann? Dann argumentiere!

    Reply

  62. christian’s avatar

    @Tom und die anderen: Ich komme irgendwie durcheinander mit den parallelen Diskussionen hier und bei “Freie Diskussion”. Deswegen schreibe ich jetzt erstmal nur bei “Freie Diskussion”. Sonst kostet das hier zuviel Zeit.

    Also kommt alle zur freien Diskussion. Da geht’s ab :)

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  63. Thomas’s avatar

    Super Seite…ich bin derselben Meinung, dass es keinen Gott gibt..es ist eben so und ich bin keiner von den Leuten die sich mit irgendeinem scheiß zutrichtern lassen^^

    Reply

  64. Julian’s avatar

    @Tom:was ist übernatürlich?Ist leibe etwas übernatürliches weil wir es nicht sehen???

    Reply

  65. Julian’s avatar

    ich meinte natürlich liebe

    Reply

  66. Julian’s avatar

    Gib mir bitte zunächst deine definition von übernatürlichen und dann können wir weiter diskutieren

    Reply

  67. Tom’s avatar

    @Christian: Liebe ist nichts übernatürliches. Liebe ist – wissenschaftlich gesprochen – ein Prozess, der evolutionsbedingt Vorteile gebracht hat. Er sorgte dafür, dass Eltern idR lange genug zusammenbleiben, um ein Kind großzuziehen, denn menschliche Kinder sind im Gegensatz zu vielen Tieren allein nicht lebensfähig. Liebe zu Mitmenschen spielte eine wichtige Rolle bei der Bildung von Gruppen, die ebenfalls für das Überleben notwendig waren. Chemisch gesehen ist Liebe eine Ausschüttung von Hormonen und Chemikalien im Gehirn.

    Zu Deiner Frage, wie ich übernatürlich definiere, hier ein Auszug von Wikipedia (vollständige Definition bei Wikipedia und “übermatürliches”):
    In der Protestantischen Theologie nach Julius Wegscheider “die Denkart, nach welcher man eine von Gott unmittelbar und übernatürlich mitgeteilte Erkenntnis glaubt, die als solche schlechthin über die Vernunft erhaben ist”, wozu auch der Glaube an eine übernatürliche Offenbarung gehört. In der Begründung wird an dieser Stelle dann gern auf Immanuel Kant verwiesen, der der menschlichen Vernunft die Möglichkeit abspricht, bezüglich der Mitteilung Gottes zu Erkenntnissen zu gelangen. Christus wird hiernach als der Garant der göttlichen Autorität der Schrift gesehen, die aber dennoch im rationalistischen Sinn ausgelegt wird.

    Reply

  68. Julian’s avatar

    Zwar ist Gott etwas übernatürliches aber uch ein Mensch und ist etwa ein Mensch etwas übernatürliches???

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  69. Tom’s avatar

    Gott ist kein Mensch, nicht mal Theologen lehren so was. Gott schickte seinen Sohn in Menschengestalt zu den Menschen, das ist nach diese Lehre alles.
    Im übrigen, wenn er ein Mensch ist, dann stell ihn mir doch einfach mal vor…

    Reply

  70. Julian’s avatar

    tut mir leid aber da liegst du falsch.es heißt in der bibel,dass jesus christus der menschen sohn ist.Er wurde geboren wie ein mensch.dann stell ich dir mal ein paar fragen:kann ein gott bluten oder schmerzen empfinden?Kann ein Gott der unsterblich ist sterben?Nein,dass kann noch nicht einmal ein gott in menschengestalt!das kann nur etwas menschliches(natürlich können das tiere auch aber in dieser frage musst du es anders betrachten)Es steht auch in der bibel gott ist zu fleisch geworden deutet dies alles nicht daraufhin,dass gott nicht auch mensch war?

    Reply

  71. Julian’s avatar

    hier zum beispiel ein zitat für dich aus der bibel!
    Jesus war ganz Mensch, mit menschlichen Eigenschaften wie Hunger, Durst, Müdigkeit und Trauer. Gleichzeitig war er aber auch Gott. Deshalb ist in seinem Reden und Handeln Gott, der Vater, erkennbar. Letztlich können wir diese Wunder nicht erklären, sondern nur im Glauben annehmen (Joh. 14,11.20). die ságt zwar er war gott aber auch mensch mit eben menschlichen eigenschaften.
    Bitte nenne mir die theologen von denen du eben gesprochen hast!

    Reply

  72. Tom’s avatar

    Naja, was ich von den Texten der Bibel halte, habe ich hinlänglich schon hier diskutiert. Bloß weil irgendwer etwas aufgeschrieben hat, was vorher fast 100 Jahre an Lagerfeuern von Mund zu Mund weitergegeben wurde, nehm ich es nicht für bare Münze. Beschäftige Dich mal mit der Bibelentstehung (wann sind die Evanglien entstanden? Wieviele Evangelien gab es ursprünglich? Warum sind gerade die Texte in der Bibel, die heute eben drin sind? Wer hat die Texte ausgewählt? etc). Dazu findest Du hier auf der Seite eine Menge interessannter Kommentare und Diskussionen mit Christen.

    Nun zu Deinen Zitaten: “kann ein gott bluten oder schmerzen empfinden?” Natürlich kann er. Er ist doch nach Eurer Lehre allmächtig, dh er kann alles, also bei Bedarf auch das. “Kann ein Gott der unsterblich ist sterben?” Nein, aber Gott ist ja auch nicht gestorben, er ist ja noch da (behauptest Du). Und Jesus ist auch nicht gestorben (sterben ist endgültig, danach ist in dieser Welt Schluß), Jesus ist lediglich für 3 Tage “tot” gewesen und dann wieder auferstanden. Das ist doch kein Sterben! Das können viele Wachkomapatienten auch (was hier so ironisch klingt ist übrigens ernst gemeint: Wenn im Altertum ein Mensch in ein Wachkoma gefallen ist und später wieder aufwachte, dann war das für die Menschen ein Wunder. Und zwar nur aus einem Grund: Es gab noch keine Ärzte, die ihnen erklären konnten, was ein Wachkoma ist).

    Ich brauche Dir keinen Theologen zu nennen, denn Du hast es ja selbst eben schon korrigiert. Du sagtest zuerst, dass Gott auch Mensch ist und das behauptet niemand. Dass er laut theologischer Lehre in Form von Jesus auch Mensch war , habe ich doch gar nicht bestritten.

    Reply

  73. Julian’s avatar

    es hat überhaupt nichts zu tun damit wann die evangelien entstanden sind und wer sie ausgesucht hat!du hast gesagt kein theologe lehrt so aber wenn es so in der bibel(=christliche Lehre) steht kann ein theologe nicht anders lehren also ist es völlig egal wann die evangelien enstanden sind! also so kannst du nicht argumentiern.
    Und außerdem ist Gott zwar da aber er ist vorher gestorben.Es heißt auch vom dritten tage auferstanden von den TOTEN.Jesus hat den tod besiegt und ist auferstanden,aber um auferstehen zu können muss er vorher tot gewesen sein,wenn man rational denkt.
    und zum dritten punkt:oh das war ein missgeschick ich meinte natürlich IST,denn auch in´der bibel steht:er sitzt heut zu rechten gottes seines herrn,um zu richten die lebenden und die toten.

    Reply

  74. Tom’s avatar

    Es hat sehr viel damit zu tun, wann und wie die Evangelien entstanden sind! Wenn heute jemand einen Text aufschreibt, dann ist er kein Evangelium. Wenn dies aber nur lange genug her ist, kann es ein Evangelium werden. Man darf nicht vergessen, dass es ursprünglich mindestens 10 Evangelien gab und dass die Bibel in ihrer heutigen Form auf einer Versammlung (Konzil der kath. – und damit damals noch einzigen – Kirche) entstanden ist. Da haben sich Männer einige Jahrhunderte nach Jesu Tod zusammengesetzt und einfach beschlossen, welche alten Texte denn nun das “Heilige Buch” bilden sollen. Somit ist die Bibel strenggenommen nicht Gottes Wort, sondern eine von einigen Männern relativ willkürlich zusammengeschusterte Sammlung altertümlicher Schriften. Nichts, was ich als heilig bezeichnen würde…

    Und dann sagst Du etwas aus meiner Sicht sehr witziges: “um auferstehen zu können muss er vorher tot gewesen sein,wenn man rational denkt.” Das hat doch mit rationalem Denken nichts zu tun! Wenn man rational denkt, dann gibt es nur ein Ergebnis: Niemand kann 3 Tage seinem Tod auferstehen! Nach 3 Tagen in der Hitze dort in Israel stinkt der Körper und ist voll mit Maden. Wenn ich Dir erzähle, dass mein Opa 3 Tage nach seinem Tod aus seinem Sarg im Leichenschauhaus geklettert ist, zu uns kam und dann direkt (körperlich) in den Himmel gefahren ist, dann hältst Du mich doch für plem-plem! Und wenn zu allem Überfluß auch noch tatsächlich seine Leiche fehlt, dann bekomme ich eine Anzeige wg Leichenschädnung und Störung der Totenruhe. Und am Ende kann ich froh sein, wenn ich mit der Geschichte nicht die Geschlossene Abteilung der Stästischen Psychiatrie komme. Von daher kann das ja gerne in der Bibel geschrieben stehen, aber ich halte es für Unfug. Sorry.

    Zum 3.: Du glaubst tatsächlich an das Paradies, wo Gott und Jesus personifiziert nebeneinander auf zwei großen Stühlen sitzen und richten? Ich kann mir das gar nicht vorstellen… Dann muss Jesus aber der einizige “Fleischliche” da oben sein, denn wir anderen verwesen ja fröhlich auf dem nächsten Friedhof und kommen bestenfalls als Seele (an die ich natürlich auch nicht glaube) dahin.

    Reply

  75. Julian’s avatar

    ich muss zwar jetzt weg will aber noch etwas zu dempunkt auferstehen sagen:Jesus war Mensch und GOTT und dann kann er auferstehen und au´ßerdem muss ein leichnam nicht so sehr nach 3 tagen stinken,denn jesus wurde mit oel und balsam eingerieben und dann in kostbare leintücher geickelt,ob man dann wirklich so abscheulich stinkt weiß ich nicht bin noch nie gestoorben und wieder auferstanden :-) .
    so ich muss jetzt leider werde mich später noch darüber mit dir unterhalten es macht übrigens sehr viel spaß,obwohl ich weiß´,dass wir nie auf einen gemeinsamen nenner kommen,da du überzeugter atheist bist und ich überzeugter christ bin.
    tschööö.

    Reply

  76. Tom’s avatar

    Wie sehr er nach 3 Tagen stinkt, war nicht die wichtige Frage. Wichtig war der kleine Widerspruch. Du redest zuerst davon, dass jemand nach 3 Tagen Todsein wieder aufsteht und im gleichen Satz auch von rationalem Denken. Bei allem Verständnis, aber zu behaupten, dass jemand von den Toten wieder aufwacht und dann im gleichen Atemzug von rationalem Denken zu sprechen das geht gar nicht! Streich mal für einen Moment Jesus bei dieser Sache aus Deinem Kopf (wenn Du das kannst) und lies das, was ich über meinen aufstehenden Opa geschrieben habe. Wenn Du für einen Moment den Bezug zu Deinem Glauben streichst und ganz objektiv nur mein Beispiel liest (ohne es in Bezug zu Jesus zu setzen), verstehst vielleicht, was ich meine. Wenn Du den Bezug zum Glauben nicht streichen kannst, wirst Du es vielleicht gar nicht verstehen. Aber es ist völlig egal, in wieviel Öl und Leinen man eine Leiche packt, sie beginnt sofort nach dem Tod zu verfallen und zu gammeln. Nur Mumifizierung kann das verhindern, aber dazu braucht es mehr als ein paar Liter Öl und Leinentücher. Egal, wie gammelig die Leiche also ist, es völlig irrational, zu behaupten ein Toter könne wieder aufstehen.

    Wir kommen vielleicht auf einen einzigen gemeinsamen Nenner. Luther (und auch viele andere Theologen vor und nach ihm) sagte mal: “Die Vernunft ist der Feind des Glaubens” und dann rief er dazu auf, die Vernunft zu bekämpfen und den heiligen Schriften zu glauben, sie nicht zu hinterfragen. Das war im Mittelalter eine sehr löbliche Einstellung. Damals galt es als gut, blindes Gottvertrauen zu haben. Es galt als schlecht allzu viele Fragen zu stellen. Und Luther hat es vollkommen richtig erkannt: Wer mit objektiver Vernunft an den Glauben herangeht, der wird zweifeln. Es wimmelt in der Bibel von Widersprüchen (kein Wunder, bei einer von Diletanten zusammengeschusterten Textsammlung, da lassen sich Widersprüche und Fehler gar nicht vermeiden), aber auch die Theologie hält der Vernunft nicht stand.

    Die Theologie funktioniert nur, wenn ich vorher der Grundannahme zustimme, es gäbe einen Gott. Denn mit seiner “Allmacht” sind anschließend alle Unsinnigkeiten und Widersprüche erklärbar. Wenn ich Gott nicht anerkenne, ist alles weitere leider Quatsch, zB Auferstehen oder das Teilen eines Meeres, sprechende und gleichzeitig brennende Büsche, etc. Das teilen eines Meeres erinnert mich an Star Wars: das könnte Obi Wan auch leisten. Ja, die Theologie ist wie Star Wars: Wenn ich voraussetze, dass es die Macht gibt, dann ist alles andere ganz logisch: Yodas Fähigkeiten, der Kampf der dunklen gegen die helle Seite der Macht. Aber wehe ich bezweifle, dass es die Macht gibt! Dann werden die 6 Filme zu ca 15 Stunden gequirltem Schwachsinn! Nur am Rande: ich bin ein großer Star Wars Fan und wenn ich die Filme sehe, dann setze ich natürlich voraus, dass es die Macht gibt. Aber wenn der Film zu Ende ist, ist es auch mit der Macht wieder vorbei. Auch ein Atheist kann an sowas sehr viel Spaß haben, aber er läßt es da, wo es hingehört: Im Reich der Phantasie und Unterhaltung. Und nimmt es nicht mit ins reale Leben.

    Aber zurück zu Luther: Er sagte wörtlich: “Die Vernunft ist das größte Hindernis in Bezug auf den Glauben, weil alles göttliche ihr ungereimt zu sein scheint, dass ich nicht sage dummes Teug”. Und später fügt er hinzu: “Wer ein Christ sein will, der steche seiner Vernunft die Augen aus!”

    Können wir uns darauf einigen? Dass Vernunft und Glauben nicht zusammenpassen? Das Glaube also irrational ist? Oder widersprichst Du Luther und all den anderen Theologen, die sich sinngemäß genauso geäußert haben?

    Zum Schluß noch etwas anderes. Wenn es Dich ärgert, dass ich mit so “abwertenden” Ausdrücken über den Glauben spreche, hier mal ein augenzwinkernder Kommentar des großartigen (Atheisten) Douglas Adams: “Die Tatsache, dass wir am Boden eines Gravitationsschachts, auf der Oberfläche eines von einer Gashülle umgebenen Planeten leben, der sich um einen 90 Millionen Meilen entfernten atomaren Feuerball dreht, und das für normal halten, deutet zweifellos darauf hin, wie schräg unsere Perspektive manchmal ist”

    Es macht mir einfach Spaß, die einfachen und alltäglichen Dinge des Lebens (und Glaubens), mal in anderen Worten wiederzugeben. Dabei wird der Sinn nicht verändert, aber vielleicht ein wenig an der Perspektive der Betrachtung gerüttelt :)

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  77. Julian’s avatar

    ich verstehe was du mit dem Glauben sagen willst(mit deinem Opa)und ich bin auch nicht so vernarrt,dass ich den glauben nicht wegdenken könnte.Aber du schilderst die Zweifel die viele schildern.Es ist einfach nur menschlich an dinge zu zweifeln,die man nicht sieht oder die zu hoch für uns menschen sind,dass wir sie nicht verstehen,deshalb ist glaube so komplex,verstehst du.Da du nicht an gott glaubst ist es für dich völlig irrational,dass ein Mensch wieder von den toten auferstehen kann.Aber für einen wie mich,der an diese Sache glaubt ist es nicht irrational,denn jesus war ja nicht nur mensch, wie wir ja letzens gesagt haben, er war auch Gott zugleich und ich bin fest davon überzeugt,dass der Gott an den ich glaube allmächtig ist und somit auferstehen kann.Weil ich glaube finde ich das so nicht irrational,aber ich kann natürlich verstehen,dass die die nicht daran glauben sagen,dass das alles ein bisschen durchgeknallt ist.

    Luther hat völlig recht.du würdest mich jetzt wohl für blöd halten aber es ist so.vernünftig wäre zum beispiel wenn man etwas sieht und sagt es ist da,dies ist vernünftig und rational(=stark vereinfacht).wenn man vernunft und rationales denken so sieht hat das natürlich nicht viel mit dem glauben zu tun.aber das ist wieder die schwierigkeit der menschen.Sie müssen immer alles kontrollieren.Genauso ist es auch mit vertrauen.Es fällt vielen Menschen,wenn nicht sogar allen schwer zu vertrauen,weil wenn sie verrtrauen müssten die dinge nicht mehr selbst in der hand hätten und sie können sie nicht mehr kontrollieren-ganz einfach.und deshalb ist der glaube so komplex,du musst gott vertrauen und ich denke viele haben damit ein problem.Und deshalb ist es für menschen unvernünftig und irrational an dinge zu glauben,die man auf den ersten blick nicht sehen kann,aber da ich glaube weiß ich,dass man manchmal mehrmals hingucken muss um gott zu sehen und das man dazu nicht unbedingt die augen benutzen muss.

    Und mit den wundern (das überwassergehen und so) ich glaube du kannst nicht sagen,dass das irrational ist dazu bist du nicht fähig,denn um die bibel zu verstehen und richtig zu deuten muss man sie studieren-es ist sogar ein eigenes fach an der uni-also galube ich nicht,dass du in der lage bist über diese dinge zu urteilen

    Reply

  78. Julian’s avatar

    viele menschen halten ja auch vertrauen für unvernünftig oder irrational und da dies in meinen augen nicht so ist ist also mein glaube(=vertrauen an gott) auch nicht unvernünftig und irrational

    Reply

  79. Tom’s avatar

    Wir kommen uns näher. Wenn wir uns halbwegs einig sind, dass Glaube und Vernunft in einem gewissen Konflikt zueinander stehen, ist viel gewonnen. Und ich ziehe vor Dir den Hut, dass Du es akzeptierst, dass Dein Glauben eben nicht vernünftig im eigentlichen Sinne des Wortes ist (auch wenn Du ihn natürlich für Dich selbst sehr vernünftig finden kannst).

    Ich halte den Vergleich mit dem Vertrauen nur für bedingt brauchbar, denn alle Fragen zum Thema “Einem Menschen vertrauen” sind sehr individuell und es geht tief in die Psychologie, warum und wann der einzelne einem anderen vertraut. Aber es ist doch ein Unterschied, ob ich einem Menschen vertraue oder Gott. Der Mensch ist hier und ich merke es, wenn er mein Vertrauen enttäuscht. Wie ist das denn mit Gott? Was erzählst Du denn einem gläubigen Christen, der bei den Nazis ins KZ kam, seine ganze Familie verlor, etc? Für so einen Menschen hat sich das Gottvertrauen nicht gerade ausgezahlt, wenn Gott so etwas zugelassen hat, oder?

    Was die Wunder angeht: Ich kann sehr wohl sagen, dass es irrational ist. Da brauch ich kein Fach an der Uni zu belegen, um zu sagen: Die Gesetze der Physik gelten und übers Wasser kann man nicht gehen. Da muss man auch die Bibel nicht deuten können, einfaches Lesen-Können reicht völlig: Entweder er ist – laut Bibel – übers Wasser gelaufen, oder nicht. Ganz einfach. Und ich sage dazu: Quatsch. Denn ich wiederhole einen weiteren Unterschied zwischen uns beiden:
    Für mich ist es völlig unerheblich, was in der Bibel steht! Für mich ist die Bibel eine Sammlung von Texten, die – bevor sie aufgeschrieben wurden – mindestens Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte oder Jahrhunderte mündlich überliefert wurden. Kennst Du das Spiel Stille Post? Genauso lief es auch mit diesen Texten. Und nachdem die Texte nun von irgendwem aufgeschrieben worden sind, fand eine kleine Versammlung statt und einige Männer haben ziemlich willkürlich Texte ausgewählt und zum “Heiligen Buch” erklärt. Damit ist die Bibel (selbst wenn es einen Gott geben sollte) ganz sicher nicht das “Wort Gottes”, sondern eine von abergläubischen und nach heutigem Verständnis ungebildeten Menschen der Antike zusammengestellte Sammlung einander teilweise widersprechender Texte. Für mich nicht heilig. Und deshalb kann ich es auch nicht als Argument annehmen , wenn jemand sagt: “Steht so in der Bibel, darum ist es so” Das ist kein Argument, sondern ein Denkverbot. Bloß weil irgendwer mal irgendwas geschrieben hat, ist es noch lange nicht wahr.

    Und meine letzte Anmerkung: Ich halte Vertrauen zu Menschen nicht irrational, sondern sogar für notwendig. Der Mensch ist genetisch ein Rudeltier und als solches auch psychisch darauf angewiesen, dass er jemandem vertrauen kann. Vertrauen an Gott halte ich – keine Überraschung – aber für irrational. Es ist ein Unterschied, ob ich einem vorhandenen Menschen vetraue oder einem besten Falles vielleicht existenten göttlichen Wesen.

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  80. Julian’s avatar

    Gut.Ich glaube auch,dass wir uns näher kommen.Also:das Beispiel mit den Nazis, es ist nun mal so,dass Gott den menschen den freien willen gegeben hat und sich nicht mehr in die bezeihungen einmischt.Man kann gott vieles anvertrauen,fragen oder um verzeihung bitten aber Gott greift in das Handeln der menschheit nicht mehr ein,sonst hätte keiner einen freien Willen und die menschen hätten keine fehler mehr sondern wären perfekt,weil gott alles lenken und leiten würde und so ist es eben nicht also kann man das beispiel mit den nazis nicht als vertrauensbruch gottes gegenüber seinen anhänger gelten lassen,denn gott verspricht keinen etwas,er hat nicht versprochen,dass es keinen krieg geben würde er hat nicht versprochen,dass es kein leid geben würde,keine schmerzen, also, kann man hier von einen vertrauensbruch reden?Ich denke nicht.Und ich glaube nicht,dass du früh genug erkennst,dass ein mensch dein vertauen missbraucht,weil menschen unlesbar sind unsere Fehler machen es irgendjemanden,sei es ein computer oder so, so schwer uns zu durchschauen und zu lesen oder irgendwelche prognosen über uns aufzustellen das geht nur mit etwas vorhersehbaren also mit perfekten ablauf der sich immer wiederhohlt,aber so sind wir ja nicht,wie du weißt!

    zu deinem nächsten punkt:so tom du hast gesagt übers wasser kann man nicht gehen,aber du hast auch gesagt ein gott,wenn es einen gäbe, könnte alles,sogar schmerzen empfinden wenn er möchte,also demnach auch übers wasser gehen und worauf ich eigentlich hinaus wollte ist,dass einfaches lesen bei so einem komplexen thema nicht einfach ausreicht z.B hat mein reli-lehrer gesagt manche wunder wären bilder,wie eine art symbolik,und es wäre schwer zu erkennen was dahinter stecken würde,also reicht simples durchlesen meiner meinung nach nicht aus,um die bibel zu verstehen.

    Und nun noch etwas:ich habe nur textstellen aus der bibel genannt weil du bei einem kommentar gesagt hast(ich glaube wir haben darüber diskutiert,ob Gott auch mensch ist),dass es theologen nicht so lehren und deshalb habe ich textstellen aus der bibel gewählt,weil sie die christliche lehre beinhaltet uns so theologen nicht anders lehren können(ich hoffe du verstehst jetzt was ich meine?!)

    Und noch etwas zu deinem argument,dass vertrauen nicht irrational ist,weil der mensch es brauch,da er ja ein rudeltier ist.tom, der mensch ist nicht mehr das was er mal war, ich glaube nicht mehr,dass dieses rudeltier-verhalten noch so stark in der psyche des heutigen menschen verankert ist,früher bei den höhlenmenschen schon eher,aber heute zählen viel stärkere faktoren, die es damals ganz sicher nicht gegeben hat!

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  81. Tom’s avatar

    Also mal wieder das Thema “Gott gab uns einen freien Willen” (hatten wir hier schon mal, daher nur zusammenfassend: Wozu betest Du? Betest Du um eine Beförderung oder Gehaltserhöhung? Betest Du darum, dass Deine geliebte Dich auch lieben wird? Betest Du, dass ein Mensch dem Du weh getan hast, Dir verzeihst? Betest Du für den Frieden? Dann hab ich eine gute Nachricht: Du kannst Dir die Zeit in Zukunft sparen und etwas sinnvolleres machen. Denn all diese Dinge (und die meisten anderen, für die Gläubige beten) hängen nur davon ab, wie Menschen handeln und entscheiden. Wenn Gott da jedoch nicht eingreift, dann hat Dein Gebet keinen Einfluß darauf, ob Dein Chef Dich befördert oder Dir das Gehalt erhöht, es hat keinen Einfluß darauf, ob andere Dich lieben oder Dir verzeihen, auch das ist freier Wille und Gott mischt sich ja nicht ein, sagst Du. Das gilt dann erst recht für den Krieg. Gemacht von Menschen mit freiem Willen. Um den Frieden zu beten bringt also nichts…

    Zweiter Punkt: Ja, die Bibel ist schon merkwürdig. Mal ist sie Gottes Wort und wir sollen sie wörtlich nehmen. Mal ist alles nur symbolisch und übertragend gemeint. Und meist ist ein Gemisch aus wörtlich zu nehmendem und übertragend zu verstehendem. Nur was wie zu nehmen ist, da gehen die Meinungen auseinander. Für mich sind das Schattendiskussionen, mit denen das Thema künstlich so lange verkompliziert wird, bis der Normalgläubige es nicht mehr versteht und damit auch keine nervigen Fragen mehr stellt, weil man ja “Fachmann” sein muss, um es zu verstehen. In Wirklichkeit ist es ganz einfach: Entweder, es waren Wunder und er ging wirklich übers Wasser. Oder eben nicht. Nur wenn er nicht übers Wasser ging, wo ist denn dann das Wunder, das übernatürliche, göttliche, ihn von den Menschen abhebende? Daher ist meine Position ganz simpel: Entweder Ihr und Euer Buch behauptet es waren “echte” Wunder (dann sag ich: “glaub ich nicht!”), oder es gab gar keine Wunder. Aber was ist dann das besondere an all dem, wenn es gar keine Wunder (übers Wasser laufen, 5000 Leute speisen, Auferstehen, etc) gab? Da bekommt der Ausdruck “Teufelskreis” eine ganz neue Bedeutung… ;)

    Zu den Bibelstellen: OK, verstanden und einverstanden

    Zum Vertrauen: Doch, es ist noch so tief in uns. Diese Dinge sind nachweisbar genetisch angelegt. Und aus evolutionärer Sicht waren wir vor wenigen Minuten noch in der Höhle. Da hat sich in unserem Genom nichts verändert, in knapp 2000 Jahren. Diese Dinge sind noch in uns und werden es noch sehr lange sein. Die Verhaltensforschung, wie auch die Genetik weisen ständig in immer neuen Experimenten nach, wieviel von unserem Verhalten genetisch erklärbar ist. Das geht sehr einfach, man macht einfach Studien mit Menschen in der ganzen Welt und stellt fest, dass Menschen weltweit zB das gleiche schön und ästhetisch finden, dass die Moralvorstellungen völlig unabhängig von Religion oder Kultur des Probanten weltweit ziemlich identisch sind, dass Menschen überall gleichermaßen Hilfsbereit sind. Man findet sogar bei Tieren, die in Rudeln leben, selbstlose Hilfe. Damit läßt sich zB nachweisen, dass Hilfsbereitschaft keine menschliche Eigenschaft ist, sondern etwas, das dem Rudel und damit dem eigenen Nachwuchs hilft und schon bei Tieren vorhanden ist.

    Reply

  82. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    Hallo an euch.
    Ich bin Atheist und wohne in einem streng katholischen Wallfahrtsort.
    Ich habe hier im Beitrag gelesen über die Diskussion über die Auferstehung jesus.
    Ich finde es unrealistisch dass ein toter Mensch wieder lebendig wird.
    Es wäre natürlich ein schönes Wunder, aber solange es nicht wissenschaftlich bewiesen ist, ist das unrealistisch mit der Auferstehung Jesus.
    Dann finde ich es unrealistisch dass eine Frau schwanger wird und als Jungfrau Mutter ist.
    Die Jungfrauengeburt ist genauso unrealistisch wie ein Auto dass ohne Reifen und Benzin fährt.

    Jesus hat niemals Wasser zu Wein verwandelt.
    Das geht doch gar nicht.
    Um Wein herzustellen, brauch man Früchte und das ganze Zubehör wie die Winzer.
    Wasser kann man mit Apfelwein trinken als Weinschorle.

    Jesus war nicht Gott gleichzeitig.
    Die Welt bzw. das Universum exestiert schon mehr als Milliarden von Jahren.
    Warum soll dann plötzlich erst vor 2000 Jahren einen Gottessohn geben?
    Das geht doch gar nicht.
    Man mus es realistisch und naturwissenschaftlich sehen.
    Es sind die Menschen die die Religion und Gott erfunden haben, weil sie noch keine Erklärung für das Leben und die Existenz des Universums haben.
    Jesus konnte doch niemals auf Wasser laufen sondern eher im Wasser laufen.
    Die Geschichte mit Adam und Eva mit der Schlange und dem Apfel sollte man nur symbolisch denken.
    Eine schlange kann doch nicht sprechen.

    Ich wünsche jeden Mensch, egal ob er gläubig ist oder nicht, viel Liebe und dass sie mit ihrer Einstellung glücklich sind.
    Ich freue mich natürlich auch für die gläubigen, wenn sie daran halt finden.
    Das ist jedem sein gutes Recht.

    Religion ist im Leben nicht so wichtig, sondern viel wichtiger ist das miteinander in Frieden und Liebe zu leben.

    Reply

  83. dirk’s avatar

    du hast recht

    Reply

  84. Christiane’s avatar

    Hallo,

    ich bin Atheistin und freue mich Gleichgesinnte zu treffen. Ich habe mich nicht übermässig viel mit diesem Thema beschäftigt, aber schon als Kind habe ich keinem diese Story abgekauft. Im Religionsunterricht habe ich eine Erklärung verlangt, wieso in der Bibel die Dinosaurier nicht erwähnt werden und der Lehrer ist richtig wütend geworden ( was für ein Spass ).

    Ich bin ein toleranter Mensch und versuche die Religiösität anderer zu respektieren und zu ignorieren. Aber gelegentlich wird einem auch mal eine Diskussion aufgezwungen. In solchen Augenblicken habe ich das Gefühl von Irren ( sorry ) umgeben zu sein und würge das Gespräch sehr schnell ab.

    Meine Schwester ist überzeugte evangelische Christin, aber solche Dinge wie Nächstenliebe, Demut, Kirchgänge usw. nimmt sie nicht so ernst. Und so sind die meisten ” Christen ” – völlig verlogen.

    Ich habe mir auch über ID Gedanken gemacht. Eigentlich wäre es eine schöne Vorstellung, aber warum sollte es nicht so viele Zufälle geben. Das Universum ist doch so riesig, es gibt so viele Planeten wie wir es uns gar nicht vorstellen können. Warum sollte es nicht bei einem gerade mal alles gepasst haben ? ( Es gibt ja auch Lottogewinner . . . )

    Ich denke, Religion gibt den Menschen Halt, Sicherheit und Beständigkeit. Gerade in schweren Zeiten finden viele Menschen zu ihrem Glauben. Und es hilft ihnen tatsächlich, das finde ich erstaunlich. Ich als Atheistin habe das nicht und brauche es auch nicht, weil ich von der Kraft in mir überzeugt bin.

    LG

    Reply

  85. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    Hallo Christiane.
    Ich habe deinen Beitrag gelesen.
    Ich denke da genauso wie du.
    Das Universum könnte auch durch Zufall entstanden sein.
    Das ist eben das Naturwunder.
    Ich selbst verheimliche es meiner Familie dass ich Atheist bin.
    Meine Eltern sind katholisch und glauben fest daran an Gott und Jesus.
    Ich freue mich auch darüber dass meine Eltern daran halt finden und auch andere daran halt finden.
    Ich möchte meinen Eltern nicht verletzen damit, wenn ich offen sage dass ich Atheist bin.
    Ab und zu gehe ich trotzdem als Atheist nur aus folgendem Grund zur Kirche, damit es nicht auffällt.
    es gibt bestimmt auch Atheisten die nur zur Kirche gehen , weil es die Eltern oder andere es wollen.
    Es ist schwierig im Dorf.
    Auch der Kirchenaustritt kann Probleme bereiten.
    Man mus damit rechnen dass der Pfarrer vor der Haustüre steht und darüber reden will wegen den Kirchenaustritt.
    Das Rathaus in der Stadt gibt den Kirchenaustritt dem Pfarramt weiter.
    Dann erfährt es die Dorf/Kirchengemeinde.
    Und jeder weiss dann dass ich ausgetreten bin.
    Ich werde den Mut schon finden dass ich das überwinde und den Austritt aus der Kirche schaffe.
    Ich wünsche euch allen und auch vor allem dir Christiane viel Kraft und genuss der Natur und Spass im Leben.
    GLG Daniel

    Reply

  86. Tom’s avatar

    Hallo Daniel, ehrlich gesagt schockiert mich Dein Beitrag. Wir hatten hier mal die Frage, wieviele Atheisten es gibt. Und dabei habe ich die Erhebungsmethoden generell angezweifelt, da nur nach der Religion gefragt wird. Und es werden dabei weder Agnostiker erfaßt, noch alle die Menschen, die vielleicht nicht an eine Religion glaubenden, aber dafür abergläubisch sind. Und ich habe eine These aufgestellt, die von den (gläubigen) Diskussionspartnern angezweifelt wurde: Ich habe mit Hinweis auf den Bibelgürtel der USA oder das streng katholische Polen auf den “sozialen Zwang” hingewiesen. Darauf, dass das Umfeld Atheisten nicht akzeptiert und das Atheisten nicht zu ihren Überzeugungen stehen können, da das für sie extreme soziale Probleme bringen würde.

    Ich bin schockiert, dass es so was in so starker Form auch in Deutschland gibt. Ich kann Dir nur Mut zusprechen und Glück wünschen. Ich hoffe, Du kannst in dem ach so demokratischen und meinungsfreien Deutschland irgendwann zu Deiner Überzeugung offen stehen!

    Viel Glück und bleib uns hier erhalten, ich würde es sehr interessant finden, mehr über Deine Situation zu erfahren!

    Reply

  87. Christiane’s avatar

    Hallo Daniel,

    auch ich bin schockiert. Ich hätte das nicht für möglich gehalten. Ich wünsche Dir jedenfalls ganz viel Mut und Kraft, ob Du nun weiter heimlich Atheist bist oder Dich entscheidest auszutreten.

    LG

    Reply

  88. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    Hallo Tom und Christiane.
    Ich bedanke mich so sehr für euch dass ihr mir mut macht.
    Das finde ich wirklich Klasse dass man hier über den Atheismus offen darüber reden kann.
    Ich fühle mich hier gut aufgehoben.
    Bei You Tube im Videoportal gab es einen Beitrag über radikale Christen in Deutschland.
    Letztes Jahr 2007 im Berliner Olympiastadion haben sich radikale christen versammelt.
    Ich war total schockiert.
    oder auch in den USA die Kinder zu fundamentalisten ausgebildet werden.
    Da fehlen einen die Worte.
    Auch das Kondomverbot in der Schleckerfiliale in Fulda hat mich sehr schockiert.
    Das Gebäude der Schleckerfiliale gehört der Katholische Kirche.
    Dann gab es noch den Karstattskandal in Lübeck.
    Da hat eine Katholikin ein Parfum gesehen wo die Viva Madonna abgebildet war.
    Sie hatte sich beschwert in der Filiale Karstatt.
    Danach hatte Karstatt das Sortiment herausgenommen in allen Filialen in Deutschland.
    Die Parfumfirma wo diese hergestellt wird, blieb auf ihre Kosten sitzen.
    Schon übertrieben was die Kirchen sich so erlauben.
    Ich finde es sehr schön dass es hier nette Menschen gibt die auch so denken wie ich.
    Ich mag euch.
    GLG Daniel

    Reply

  89. Tom’s avatar

    Gib uns doch mal den Link von dem Video bei YouTube

    Reply

  90. christina’s avatar

    Hallo
    Ich bin ja erst 13 und um aus der Kriche austreten zu können muss man 14 sein…geht das nicht schon jetzt?
    Und was würde im Fall eines Austrits auf mich zukommen??
    Muss ich mich dann dafür rechtfertigen oder so??
    viele grüße christina

    Reply

  91. Tom’s avatar

    Hallo Christina! Lange nichts von Dir gehört.
    Zu Deiner Frage: Bist Du in der Kirche? Bist Du getauft? Wenn nicht, dann bist Du auch nicht in der Kirche. Der nächste Schritt ist die Bestätigung durch Kommunion oder Konfirmation.

    Die nächste Frage ist, ob Du diese Entscheidung alleine treffen kannst, oder ob bei Dir als Minderjährige nicht Deine Eltern da “die Hand drauf haben”. Das weiß ich nicht. Keine Ahnung, in welchem Alter man aus der Kirche selbständig austreten darf.

    Rein juristisch musst Du Dich aber für einen Kirchenaustritt nicht rechtfertigen, die Entscheidung ist frei. Wie es moralisch aussieht, ob Dein Umfeld Dich zur Rede stellt, weiß ich nicht.

    Wie wir bei Daniel gesehen haben, kann es in einem Dorf mit sehr gläubiger Bevölkerung schon so sein, dass da moralischer und sozialer Druck entsteht. Das heißt, diese Frage kannst Du nur selbst beantworten, denn von uns hier kennt niemand Dein Umfeld.

    Daniel hat ja erzählt, dass das Rathaus die Info über Kirchenaustritte an den Pastor weitergibt. Das scheint mir auch legal zu sein, also kein Verstoß gegen den Datenschutz, denn die Kirche kann wohl das Recht beanspruchen, zu wissen, wer Mitglied bei ihr ist und wer nicht.

    Reply

  92. christina’s avatar

    Ok…danke…
    Ja ich bin (leider) getauft und auch (leider zur Komunnion gegangen. Ich bereue das Heute sehr . Ja ich bin in der Kirche und gelte als Katholisch :-(
    aber das will ich auf keinen Fall sein und deshalb will ich so schnell wie möglich austreten….
    ...Noch eine Frage…hat hier schon jemand das Buch der Gotteswahn gelesen??Wenn ja…wie ist das so?

    Reply

  93. Tom’s avatar

    Das Buch haben wohl alle hier gelesen!)))
    Sehr gutes Buch, sehr empfehlenswert.
    Wenn Du austreten willst, dann ruf doch mal in der Gemeinde oder in Stadtverwaltung an, sag, dass Du aus der Kirche austreten möchtest und sie sollen Dich zu der zuständigen Stelle verbinden. Da kannst Du dann fragen, was Du tun musst und wie alt Du sein musst, um aus der Kirche austreten zu können.

    Reply

  94. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    Hallo Tom und alle anderen.
    ich habe hier videolink von you tube über radikale christen.

    http://de.youtube.com/watch?v=2JAP9GsHpcg

    http://de.youtube.com/watch?v=TWpnYL1Jc1s
    http://de.youtube.com/watch?v=_pDMYP0FoFM&feature=related
    http://de.youtube.com/watch?v=bnt0v8QX4bc&feature=related
    http://de.youtube.com/watch?v=bnt0v8QX4bc&feature=related
    http://de.youtube.com/watch?v=bnt0v8QX4bc&feature=related

    es hat mich schockiert.
    ich habe den gotteswahn auch gelesen.
    ist echt klasse das buch.
    freue mich wieder von euch zu hören.
    glg daniel

    Reply

  95. Tom’s avatar

    Oh Mann, ist das krass!
    Dass sowas nicht verboten wird! Wirklich schlimm! Die armen Menschen und erst recht die Kinder!

    Reply

  96. christina’s avatar

    Oh man ich dachte nie, dass es sowas schlimmes gibt…
    Ich bin total schockiert…die armen Kinder…Ich frage mich, warum diese Leute sowas machen…:-(
    Sind diese Camps überhaupt erlaubt??

    Reply

  97. Tom’s avatar

    In Amerika, dem Land der unbegrenzten Dummheiten, sind noch ganz andere Sachen erlaubt…

    Reply

  98. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    Hallo Leute.
    Es ist schon echt krass was da in denen Camps abgeht.
    Das ist religiöser Kindesmissbrauch.
    Ich habe hier noch ein paar videolinks von youtube.
    http://de.youtube.com/watch?v=9cobjvNrqvM
    http://de.youtube.com/watch?v=2cnmC7hf5Fg
    http://de.youtube.com/watch?v=olrFMmZoOAU
    http://de.youtube.com/watch?v=V-jGN-PZIFY
    http://de.youtube.com/watch?v=Am6yqM53Djk
    http://de.youtube.com/watch?v=XrkJ12QmDWA
    http://de.youtube.com/watch?v=NT_WY_-1yOo

    Ich hoffe euch gefallen die Videos
    Schön dass man hier nicht alleine ist und mit euch sich gut unterhalten kann

    Reply

  99. christina’s avatar

    Was ist denn in Amerika noch erlaubt??

    Also die Videos find ich (fast) alle gut…bis auf das mit dem “Falschen Heilland”...weil es für mich so rüberkommt, als ob die Band sich an Gott rächen will( Die reden in dem Lied ja irgendwie mit Gott)und da ein Gott ja garnicht existiert, kann man sich auch nicht an ihm rächen…aber es stimmt schon, dass die Aussagen der Kirche meistens nur leere Versprechungen sind…

    Reply

  100. Tom’s avatar

    http://de.youtube.com/watch?v=sPqeRgDMXAY&feature=related

    Den fand ich bei der Gelegenheit auch noch.
    In USA sind auch zB sog. Bootcamps erlaubt, wo Kinder wie Elitesoldaten geschliffen werden. Und natürlich auch mit Gottesdienst etc.
    Oder schau mal Nachrichten. In Amerika können sich gefährliche christliche Sekten auf ihren Grundstücken verschanzen und niemand stört sie von sich aus, egal, was da vorgeht, niemand kontrolliert das von sich aus.
    Wie kann man Eltern erlauben, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten? Unabhängig von der Religion, niemand kann das Wissen haben, um Lehrer für 6 oder 10 Schulfächer zu ersetzen.

    Reply

  101. christina’s avatar

    Achso…
    Mit dem Unterrichten geb ich dir recht….und wenn das dann auchnoch fanatische christen machen, kann ich mir denken woraus der unterricht zu 99% besteht…Warscheinlich geht’s darum, den Kindern zu erzählen, dass die Evolutionstheorie falsch ist und Gott uns geschaffen hat…alle Menschen die nicht genauso denken schlecht sind…U.S.W
    Naja ich bin echt froh, dass ich hier lebe und nicht in Amerika

    Reply

  102. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    Hallo an euch.
    Ich habe hier ein TV Tipp.
    Auf RTL 2 kommt am Sonntag den 11.5.08 um 19:00 Welt der Wunder.
    Mit dem Thema: Warum wir nicht mehr Glauben.

    Ich wünsche euch ein schönes langes Wochenende.
    GLG Daniel

    Reply

  103. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    Dann noch ein Filmtipp für den Montag 12.5.08 um 20:15
    Das kommt auf Tele 5

    Die unbarmherzigen Schwestern / The Magdalene Sisters von Peter Mullan

    [Editiert von Thomas; Bitte keine fremden Texte in Kommentare einfügen, sondern ggf. einen Link setzen.]

    Reply

  104. Lena’s avatar

    Die Menschen behaupten Intelligenz zu besitzen, nur stehen Glaube und Intelligenz bzw. Vernunft überhaupt nicht im Einklang. Ich verstehe noch, dass die Menschen versucht haben, ihre Götter zu besänftigen, als ihnen die Zusammenhänge der Natur nicht bekannt waren, aber jetzt es doch irgendwie geklärt. Die Triebkräfte der Religionen sind Angst, das Bedürfnis, nach den gesellschaftlichen Vorstellungen ein guter Mensch zu sein und das Bedürnis eines Gemeinschaftsgefühl. Ich will hier nicht mal erwähnen, ob es einen Gott gibt oder nicht, den die Frage stelle ich mir selbst gar nicht mehr. Bin schon aus dieser Phase raus und habe mich weiter entwickelt. Die Frage ist eher, was man mit den Gläubigen machen soll – sie wurden schließlich einer massiven Gehirnwäsche von ihren Eltern unterzogen und einem Menschen kann man all den möglichen Schwachsinn anerziehen, hauptsache, man fängt früh genug damit an.
    Religionen sind ein gutes Mittel der Kontrolle über der Bevölkerung. Nicht umsonst haben Herrscher ihre Religion unter dem eroberten Volk verbreitet und diese wurde dann an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Und so steht bei vielen Menschen heutzutage die Religion immer noch über der Vernunft.

    Reply

  105. Micha’s avatar

    Top Seite. Habe lange danach suchen müssen

    Reply

  106. christian’s avatar

    @Daniel: Ich bedauere die Haltung deines Dorfes sehr so wie du sie schilderst. Doch ich denke du solltest offen damit umgehen. Sprich mit Vertrauenspersonen über deine Zweifel am Glauben. Ich bin selbst Christ und auch ich habe Zweifel. Auch mir erscheinen einige Dinge kurious oder unverständlich. Ich spreche dann mit vertrauten Christen aus meiner Gemeinde darüber. Manches läßt sich klären, manches bleibt bestehen. Aber jedenfalls teile ich solche Gedanken und fresse sie nicht in mich hinein.

    Ich habe mich vor ein paar Jahren aus dem Atheismus bekehrt, mir ist der Glauben also nicht “anerzogen” worden. Ich kam mit vielen vielen Fragen in die Kirche. Aber die Christen haben mich ernst genommen auch als atheistischen Querulanten, der ich war. Und ich würde mir wünschen, dass immer mehr Christen so mit Atheisten umgehen…sie ernst nehmen und nicht verlachen oder ausstoßen. Gott liebt die Atheisten.

    Ich würde versuchen mit dem Pfarrer oder anderen Vertrauenspersonen/Freunden zu reden und ihnen klarmachen, was du denkst…ruhig mit allen deinen Zweifeln und Ängsten ausgegrenzt zu werden. Vielleicht gibt’s bei euch auch spezielle Seelsorger. Dann wirst du ja sehen, was die Menschen sagen, denen du vertraust. Die werden dich hoffentlich ernst nehmen und nach einer Lösung suchen. Manchmal malt man sich die Welt allein im Kämmerlein schlimmer aus als es dann in Wirklichkeit ist.

    Reply

  107. Tom’s avatar

    @Christian
    Wenn das Dorf von Daniel, so wie ich es verstanden habe, streng katholisch ist, dann greifen Deine Ratschläge nicht. Der katholische Glaube ist intolerant und nicht offen für solche Diskussionen (vor allem in einem stramm und streng katholischen Umfeld, wie diesem Dorf). Im übrigen habe ich Daniel so verstanden, dass er nicht bloß zweifelt, sondern “echter” Atheist ist. Da helfen dann aber Gespräche mit dem Pfarrer über “einige” Zweifel, Kuriositäten oder unverständliche Dinge nicht weiter.

    Aber ich bin auch neugierig auf Daniels Antwort.

    Reply

  108. christian’s avatar

    Ein Freund von mir, dem ich über unsere Gespräche hier erzählt habe, hat mir den folgenden Link zugeschickt:

    Richard Dawkins zu Gast bei Johannes B. Kernen im ZDF

    Sehr interessantes Streitgespräch. Ich hab mir das Buch jetzt auch mal besorgt und werd’s demnächst lesen.

    Reply

  109. Tom’s avatar

    @Christian
    Ich sehe es mir grad noch mal an. Danke für den Link. Ich hab es damals aber auch bei der Erstausstrahlung gesehen. Das Problem war in meinen Augen, dass die Diskussion unfair war (unabhängig davon, wer nach wessen Meinung “gewonnen” hat oder die besseren Argumente hatte).

    Er brauchte einen Dolmetscher, durfte aber nicht immer seine Gedanken zu Ende bringen. Wer mal in einer Diskussion auf einen Dolmetscher angewiesen war, der weiß, was das für ein Nachteil ist. Du weißt nicht mal, was er schon übersetzt hat, wenn man Dich unterbricht etc. Außerdem waren 3 Gläubige gegen ihn. Das ist auch keine faire Zusammensetzung einer Diskussionsrunde.

    Allerdings muss ich jetzt, da ich es zum 2. Mal zu Ende gesehen habe, sagen, dass es nicht so sehr seine Diskusionspartner waren, die ihn unterbrachen, sondern Kerner mit seiner (in meinen Augen) schrecklichen Art, zu moderieren (ich mag ihn generell nicht, da er mir zu oft damit negativ aufgefallen ist)

    Reply

  110. Tom’s avatar

    @Chritina
    Hier findest Du die Antworten auf Deine Fragen zum Kirchenaustritt. Lies selbst, aber Du kannst erst austreten, wenn Du 14 Jahre alt bist.
    http://ibka.org/infos/FAQKA.html#f4

    Reply

  111. Tom’s avatar

    @Thomas
    Ich hatte eben eine EMail über einen Beitrag von Christian zur Kirchensteuer bekommen. Daruf wollte ich kurz antworten, auch wenn der Beitrag hier noch gar nicht veröffentlicht ist…

    @Christian
    Ich bin immer bereit, mich eines besseren belehren zu lassen. So gesehen stimmten meine Behauptungen über die Transparenz der Kirchen nicht. OK. Es bleibt aber ein anderer Kritikpunkt: Es wird immer wieder behauptet, die Kirchen wären im sozialen so sehr engagiert. Die Zahlen widerlegen diese Legende: Die bayerische evangelischen Kirche hat lt eigenen Angaben demnach ein Einkommen von 760 Mio Euro, gibt jedoch für Seelsorge und Diakonie nur 33,6 Mio aus. Das sind lächerliche 4,5% des Haushaltes.

    Die Zahlen des Bistums sind weniger gut nachvollziehbar, aber sie sprechen auch eine deutliche Sprache: Seelsorge, soziale Dienste und Kindergärten machen lediglich 18,8% des Haushaltes aus. Wobei man die Kindergärten da eigentlich rausrechnen müsste (aber bei den mangelnden Angaben auf der Seite nicht kann), denn die sind kein sozialer Dienst und bringen ja im übrigen den Kirchen auch Geld durch staatl Unterstützung und Gebühreneinnahmen der Eltern der Kinder. Wäre also interessant, zu erfahren, wie die Zahlen aussähen, wenn man die Kindergärten rausrechnen würde…

    Reply

  112. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    Hallo Tom und Christian.
    Ich finde auf der einen Seite offen mit Leuten darüber zu reden ist schon wichtig.
    man sollte sich nicht verstecken.
    Auf der anderen Seite ist es so dass die Leute mich auslachen und es net verstehen können dass ich Atheist bin.
    Die sind dann unter Schock.
    Aber ich merke so langsam dass ich immerhin den Mut habe zu Hause oder in der Verwandtschaft Religionskritik zu machen.
    In manchen Punkten geben mir die Leute recht, aber dann wiederum fühlen die sich wieder verletzt.
    ich will niemanden verletzen mit Religionskritik.
    Aber es ist schon sehr wichtig den Mut Stück für Stück zu finden um Religionskritik zu machen und dass man nicht gläubig ist.

    Ich finde es Klasse dass hier in dieser Seite wir uns gegenseitig helfen.

    Ich habe da noch ein schockierender Fall im Dorf Alsberg.
    Ein junger Mann ist Vater geworden vor 2 Jahren und das Kind ist unehelich auf die Welt gekommen.
    Der Opa hat dann zu seinem Sohn gesagt, dass es unzulässig ist und eine Schande ist unehelich ein Kind zu haben und vor der Ehe Sex zu haben.
    Der Sohn hat vom Vater aus letztes jahr dann geheiratet und drauf bestanden dass das Kind katholisch getauft wird.
    ich finde das nicht gut von diesem Mann der seinen Sohn so einschüchtert hat und es noch tut.
    Ehe und Kinder haben heut zu Tage nicht mehr viel miteinander zu tun.
    Es gibt ganz unterschiedliche Paare die ihr Leben auch unterschiedlich leben.
    Die Religion sollte sich da auch raushalten wie Paare ihr Leben leben.
    Der Religion kann und mus es egal sein ob Pärchen Sex oder kein Sex haben oder Kinder haben die nicht getauft und unehelich sind.
    Zum Glück halten sich die meisten Pärchen nicht an die Religion.
    Dann haben wir noch einen Mann im Dorf 72 jahre.
    Er ist Fan von der Katholischen kirche.
    Er hat für mich wie der andere Mann auch den Gotteswahn.
    Er hat mal zu mir gesagt: Daniel, ich glaube an dich dass du mal die Kirche übernimmst.
    Damit meint er folgendes:
    Krippe am Weihnachten aufbauen.
    In der kirche nach der Heizung gucken.
    Ich habe dann gesagt: Nein, danke!!!
    Er hat dann gesagt: Okay, dann kann man nichts machen.
    Dann hat er es geschafft einen anderen jungen Mann zu überreden dass er küster macht.
    Zum Glück ist Alsberg in diesem Jahr vom Fronleichnam Gottesdienst geschont.
    Auch Christi Himmelfahrt war kein Gottesdienst.
    Pfingsten war ich auch nicht in der Kirche.
    ich merke dass ich den Mut habe so langsam nicht mehr in die Kirche rein zu gehen.
    es mus mir und andere egal sein was die gläubigen über einen vor allem im Dorf denken.
    Ich denke wenn man lange nicht mehr in die Kirche geht, dann gewöhnen sich die Leute ein bisschen daran, wenn einer weg bleibt.
    Meistens ist es im Dorf so:
    Wenn die Leute die regelmäsig in die Kirche gehen mal nicht da sind dann fragen sich die Leute warum desjenige nicht drin ist.
    Nach mir hat zum Glück bisjetzt niemand gefragt warum ich nicht in die Kirche bin.
    Vielleicht hinter mein Rücken.
    Der Katholische Glauben ist intolerant und auch irgendwie total unglaubwürdig.
    Es klingt für die gläubigen hart:
    Die Lehre der katholische Kirche müsste eher heissen:
    Die Lüge der Katholischen Kirche.
    Alle Religionen sind eher Märchen.
    Gottesbeweise müssen da sein, wenn Gott existieren soll.

    Ich find gut dass man sich hier gut unterhalten kann.
    Freue mich wieder von euch zu hören

    Reply

  113. Christiane’s avatar

    Hallo Daniel,

    solche verbohrten und diskriminierenden Einstellungen ( Gott hat alle lieb . . . ) zu knacken, braucht schon ein bis zwei Generationen. Ich denke nicht, dass Du es in kurzer Zeit schaffen würdest die Leute zu mehr Toleranz zu bringen, aber Du kannst der nächsten Generation schon mal ein paar Steine wegschaufeln ( steter Tropfen höhlt den Stein ).

    Reply

  114. Tom’s avatar

    @Daniel
    ich kann gar nicht glauben, dass es sowas auch heute noch in Deutschland gibt…

    Reply

  115. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    hallo Tom.
    Ich glaube dass in ein paar Jahren auch bei uns im Dorf die Lage besser wird.
    Da wird es mit der Religion nicht mehr so ernst genommen.
    In der Zeit wo mein Vater noch Kind war, war es in Alsberg noch schlimmer.
    Es ist auch sehr wichtig dass von Jahr zu Jahr die Religion abnimmt.
    Wir sind schon auf dem guten Weg.
    Ich finde auch was Christiane gesagt hat dass man der nächsten Generation schon mal ein paar Steine wegschaufeln kann ein sehr wichtiger Satz.
    Die nächste Generation sollte man vor Religion eher warnen und Religionsfrei und glücklich machen

    Reply

  116. Manni’s avatar

    Es hat lange gedauert aber ich bin aus der Kirche ausgetreten. Musste beim Lesen viel schmunzeln. Ich war schon mit 7 Atheist, nur wusste ich davon nichts. Unsere Religionslehrerin versuchte uns Gott näher zu bringen und sie schilderte ihn uns als Mann mit Bart etc. Da wollte ich wissen, ob sie ihn mir zeigen könne. Mhh war wohl ein Fehler.

    Bis zur 4. Klasse musste ich komischerweise desöfteren Ecke stehen und ganze Bibelverse auswendig lernen. Wenn ich sie aufsagen konnte, durfte ich nach Hause gehen.

    Da muss man doch die Bibel hassen lol

    Reply

  117. merkur’s avatar

    Hallo. Freue mich sehr, diese Seite gefunden zu haben und möchte sagen das ich Tom sene Komentare grosartig finde, obwohl ich noch nicht alle gelesen habe. Seine Argumentation ist immer aussagekräftig und es ist
    sehr wichtig, das möglichst viele gebildete Menschen bei solchen Diskusionen teilnehmen, damit wir von religiösen Fanatikern nicht wieder versklavt werden und uns unsere Rechte weggenommen werden.
    Schauen wir uns die derzeitige Weltpolitik an! Unser Leben wird sehr stark
    beeinflußt durch solche Fanatiker ( Gotteskrieger, Kreuzügler, blinde Missionäre usw.) Alle diese Gruppierungen sind nur scharf darauf uns zu
    bekehren, koste was es wolle. Und sogar schließen die Verfeindeten Krieger Feuerpausen um uns “Gottlosen” zu bekämpfen.

    Wenn wir Atheisten uns nicht zusammentun um zu protestieren und uns nicht zur unseren Weltanschauung bekennen,damit die anderen Zweifler sich endlich auch bekennen, dann haben wir alle weniger Aussichten
    auf Erhalt der Freiheiten die für uns von andern Freidenkern und Atheisten erkämpft worden sind.

    Etwas zur meiner Person: Bin selbst aus der moslemischen Kreisen, aber nicht streng Islamisch erzogen, meine Eltern haben selber wenig religiös gelebt, aber trotzdem ist es für sie undenkbar,der Religion sich zu entziehen wegen der angedrohten Straffen.
    Ich habe immer so meine Zweiffel gegenüber dem Glauben gehabt, aber
    wollte mich aus Angst nicht damit beschäftigen.
    In den lezten Jahren (bin 36 J. Alt) habe ich angefangen auch immer öfter
    in der Familie mich zu bekennen. Meine Frau hat Verständniss für mich und wir haben beschlossen unsere 2 Söhne nicht beschneiden zu lassenn, nachdem ich nur zwei Bücher gelesen habe: “Wir brauchen keinen Gott”
    v. Michel Onfray und “Manifest des evolutioneren Humanismus” v. Michael Schmidt-Salomon. Inzwischen bin ich Atheist geworden und muß sagen
    das ich nur zwei Schritte davon entfernt war.
    Also, Leute, heraus mit der Wahrheit!!!

    Mein Vater in Bosnien wird mir dies ganz sicher verzeihen…...hoffe ich.
    Schließlich muß einer einen Anfang machen!

    Reply

  118. Daniel aus Bad Soden Salmünster- Alsberg in Hessen(Main-Kinzig-Kreis)’s avatar

    Hallo Leute,
    ich habe mit meinen Eltern eine Diskussion neulich gehabt.
    Ich habe meinen Eltern gesagt, dass wenn ich und meine Freundin mal ein Kind haben sollten es nicht taufen lassen.
    Meine Eltern waren sehr schockiert.
    Aber ich werde es nicht zu lassen dass meinem Kind Gehirnwäsche unterzogen wird.
    Mein Kind soll lernen Dinge zu wissen und das Recht haben frei zu denken wie es möchte.
    Ich würde mir grosse Vorwürfe machen, wenn ich mein Kind Religiös missbrauche.
    Religion ist gefährlich, schädlich, irreführend und fortschrittsfeindlich.
    Religion und Glaube sind 2 verschiedene Paar Schuhe.
    Mein Kirchenaustritt steht kurz bevor.
    Für meine Eltern und die Dorfbewohner würde eine Welt untergehen, wenn ich dann Konfessionslos bin nach dem Austritt.
    Aber es kann doch nicht angehen dass die Religion das Leben schwer macht.
    Es tut sehr gut mit euch darüber zu reden.

    Reply

  119. Tom’s avatar

    Hallo Daniel,
    schön, dass Du wieder da bist! Und viel Erfolg und Stärke bei Deiner “Emanzipation” von der Religion. Vor allem, weil Du viele Widerstände in Deinem Umfeld erleben wirst. Sag doch Deinen Diskussionspartnern einfach, dass Du Deinem zukünftigen Kind die Entscheidung, ob es getauft werden möchte, selbst überlassen willst. Mit 14 ist man in Deutschland gesetzlich Religionsmündig, dh, das Kind kann selbst über seine Religion entscheiden. Und wenn es möchte, kann es sich ja dann taufen lassen. Konsequenterweise solltest Du Dein Kind auch aus dem Religionsunterricht in der Schule nehmen. Aber sei vorsichtig damit, denn mit solchen Maßnahmen kannst Du das Kind auch in der Schule zum Außenseiter machen. Lass es auch in dieser Frage einfach selbst entscheiden, ob es am Märchenunterricht teilnehmen möchte, oder nicht. Übrigens kannst Du den radialen Katholiken auch die Angst nehmen, das Kind käme im Todesfall ungetauft in die Hölle oder in die Vorhölle. Dies hat Benedikt der 16. ja vor kurzem abgeschafft, also keine Gefahr))))

    Ich hab allerdings gerade etwas im Focus gelesen und wollte mal auf religiöse Zensur in den Medien hinweisen: Da ist ein Artikel über die libanesischen Kofferbomber im Focus: http://www.focus.de/politik/deutschland/gutachten-kofferbomber-voll-schuldfaehig_aid_315255.html
    Dazu hab ich einen Leserkommentar geschrieben, der abgelehnt wurde. Ich frag mich, warum. Das war mein Kommentar:
    “psychisch krank!
    Er ist psychisch krank. Nur darf das nicht schuldmindernd bewertet werden, denn seine Erkrankung ist weit verbreitet. Sie lautet: Religiöser Glaube…”

    Reply

  120. christian’s avatar

    Naja Tom der Kommentar wirkt schon sehr verbissen und verbittert mit deinem Atheismus. Das läuft dann schnell unter Foren-Troll…und die sind auch sehr weit verbreitet. Vielleicht haben sie es deswegen zensiert.

    Reply

  121. Tom’s avatar

    Klar, der Kommentar war provokativ. Aber es steckt ja auch ein Kern Wahrheit drin. Sogar juristisch-medizinisch. Er glaubt, seinem Gott mit so einem Bombenattentat zu gefallen, ist in diesem Punkt sachlichen Argumenten nicht zugänglich, sieht daher auch seine Schuld nicht ein und sieht auch nicht, dass seine Tat ein Verbrechen war. Das sind doch so ungefähr auch die Kriterien für Schuldunfähigkeit, oder nicht?

    Ich bin in den Focus-Foren recht aktiv und habe inzwischen begriffen, dass da verschiedene Leute mit verschiedenen Meinungen sitzen. Es gibt dort keine allgemeingültigen Richtlinien, welche Kommentare veröffentlich werden und welche nicht. Beispiele hab ich genug gesehen. Beispiele:
    1. Diskussionen sind eigentlich dort verboten, dennoch gibt es sie manchmal
    2. Ein einmal abgelehnter Kommentar wurde von mir einfach ein zweites Mal gepostet, nur eben 12 Stunden später, wenn garantiert ein anderer Admin Dienst hat, und schon wird er veröffentlicht.
    3. 2 Wochen lang wurde alles mögliche zugelassen. Danach wurde “Political Correctness” wieder sehr groß geschrieben. Als ob ein strenger Admin mal 2 Wochen Sommerurlaub gemacht hat)))
    Egal, ich wollte das auch nur einfach hier anmerken, denn ich finde keinen Grund, diesen Kommentar zu zensieren, außer der Sonderstellung der Religionen.

    Reply

  122. guthand’s avatar

    Aber Hallo – schön, dass es so ein Blog gibt. Hatte ne Katholen-Stiefoma mit 5 Hühnern. JEDE Woche des Jahres musste ihr Pfäfflein 10 Eier bekommen, ehe sie sich selbst welche zum Backen und zum Frühstück gönnte. War im Winter oder in der Mauser nich so gut für de Omma, wenn die Hühnerchen nicht legten!
    Dieses bescheuerte Verhalten hat mich zum radikalen Atheisten gemacht.
    Ich persönlich hab mal gehofft, dass alle verlogene Religion von alleine den Bach runter geht. Denkste!!!
    Viele, auch sogenannte “Gebildete” handeln auch heute lieber nach dem Motto: Glauben ist leichter als Denken!
    Prost und mach weiter so!!!

    Reply

  123. Tom’s avatar

    “Prost und macht weiter so” haben haben wir hier auch noch nicht gehört… Passt aber irgendwie :)

    Reply

  124. Hannah’s avatar

    Bin durch Zufall auf dieser Seite gelandet und muss sagen: “Gott sei Dank” ;-)
    Ich selbst würde mich auch als Atheistin bezeichnen! Hatte das Glück, dass meine Eltern mich weder religiös erzogen, noch mir irgendetwas vorenthalten haben… Die Entscheidung an Gott zu glauben oder nicht oblag alleine mir und ich habe mich dagegen entschieden! Für mich ist die ganze Kirchengeschichte ein “Mischmach aus Irrtum und Gewalt” (Goehte)..
    Meine Großmutter ist “Zeugin Jehovas” und ihr zu Liebe ging ich als junges Mädchen einmal mit zu einer Versammlung. Was mich in meinem “nicht-Glauben” nur bestärkte! Was ich auf dieser Versammlung hörte erschien mir so paradox und grotesk, dass ich fast schon Bewunderung für diese schwachen Menschen empfand, die in der Lage waren an etwas so unwirkliches und widersprüchliches glauben zu können.
    Manche Leute sagen, der Mensch müsse an etwas glauben… -Auch ich glaube an etwas! Ich glaube an mich und meinen Verstand, ich glaube, dass ich in der Lage bin meien Ziele zu erreichen und ein glückliches und erfülltes Leben zu führen! -Aber dazu brauche ich weder Gott, noch irgendeine Religion!!
    So, das reicht für´s Erste. Zum Schluss möchte ich noch Sri Aurobindo zitieren, der sagte: “Wieviel Hass und Dummheit die Menschen doch -elegant verpackt- Religion nennen.” Ich glaube das bringt es ziemlich auf den Punkt…

    @Tom:
    Ich Stimme deiner Aussage über “Religion und psychisch Krank” vollkommen zu! “Zum Christentum wird man nicht geboren, man muß dazu nur krank genug sein” (Nietzsche)

    Reply

  125. Sebastian’s avatar

    Zu Wolfgangs Kommentar vom 19.Feb2008: Kinder nicht beeinflussen? Ich überlege gerade, wie das funktionieren soll. Die Religion ist doch in breiten Bevölkerungsschichten rund um den Globus ein Teil des Menschseins. Sie ist Kulturbestandteil und genauso Teil des Lebens wie andere grundlegende Werte, die sich in der Kindererziehung niederschlagen. Die Kultur formt den Menschen, er wächst in sein Umfeld hinein. Das Umfeld, in dem der Mensch aufwächst, ist wesentlich für die Bildung seiner Persönlichkeit, nur so entwickelt er ein Zugehörigleitsgefühl; er weiß, wo er hingehört. Natürlich spielt im Laufe des Älterwerdens immer mehr der Verstand eine Rolle, der letztendlich einen Menschen (hoffentlich) zum Individualisten macht. Nichts desto trotz schießt man mit einer sinngemäßen Aussage wie “Kinder sollten religiös nicht beeinflusst werden” komplett an der Realität vorbei. Selbst wenn das umgesetzt würde, müsste man konsequenter Weise weiterfragen und analysieren, von welchen Einflüssen Kinder sonst noch ferngehalten werden müssten; nehmen wir als plumpes Beispiel doch gleich die ganze Kultur. Was bleibt dann? Nichts.

    Einen zweiten generellen Punkt möchte ich gerne noch erwähnen:
    Es hat wenig Sinn und zeugt zudem von “Scheuklappendenken”, wenn man Gläubige, welcher Religion sie auch immer angehören, in diesem Forum herabsetzt oder gar beschimpft. Ein solches Verhalten ist intolerant und trägt radikale Züge. Für die, die es offensichtlich nicht wissen: Radikalität trägt weder zur Versöhnung noch zum Verständnis bei und bringt Menschen auf Dauer ausschließlich weiter auseinander anstatt näher. In der gleichen Richtung, allerdings etwas abgeschwächt, liegt der Sarkasmus, der auch nicht wirklich förderlich ist. Auch wenn man sich ärgert, muss das ja nicht auf diese Art und Weise im Forum ausgetragen werden meine Damen und Herren. Also bitte etwas konstuktiver und auch konsequenter, das bringt uns alle voran.

    Ich bin übrigens Katholik und habe hier ein paar Beiträge mit Spannung gelesen. Einige Meinungen sind wirklich interessant und geben mir die Möglichkeit, Dinge auch aus einer anderen Perspektive zu sehen und teilweise auch zu verstehen.

    Gruß, Sebastian

    Reply

  126. wolfgang’s avatar

    @ Sebastian:
    hallo und willkommen zu unserer diskussion.
    damit du mich verstehst will ich dir erklären was ich mit nicht beeinflussung von kinder meine.
    ich bin absolut dagegen das sich der staat in die erziehung von eltern einmischt.(ausser bei extremen vorfällen).ich möchte keinen polizeistaat
    wie bei georg orwell 1984 wo alle das gleiche denken sollen und überwacht werden.aber ich bin nicht mit dir einer meinung was das zugehörigkleitsgefühl betrifft.ich bin katholisch getauft worden
    und in der schule waren die meisten evangelisch.wir hatten religionsunterricht mit gerade einmal 4 schülern.das war kein gefühl
    der dazugehörigkeit.und für die muslimischen kinder die gar keinen religionsunterricht hatten und nach hause geschick wurden war es bestimmt noch schwieriger sich “dazu”zu fühlen.und das alles nur weil ihre
    eltern und deren kirchenvertreter einen getrennten religionsunterricht verlangen.ich finde es geht nicht an der realität vorbei wenn man einen gemeinsamen religionsunterricht einführen würde.wenn man den kindern und jugendlichen in der schule beibring die welt auch aus einer anderen perspektive zu sehen währe das ein grosser schritt in richtung toleranz und verständnis.
    und genau das meinte ich mit nicht beeinflussung von kinder.
    ich halte es für die pflicht des staates hier einzugreifen.nicht durch verbote und überwachung und bestrafung der eltern sonder durch aufklärung von kindern und jugendlichen in der schule.aber es ist ja für die gläubigen ein horrorzenario wenn den kindern beigebracht würde ihren glauben auch mal zu hinterfragen.und die kirchen haben angst das sich viele jugendliche
    vom glauben abwenden könnten.
    wenn man im religionsunterricht den kindern die glaubensansichten von juden,katholiken,protestanten, mormonen,zeugen jehhovas,moslems,hindus und buddhisten beibringen würde dann würde vielleicht so manchem kind klar werden wie grotesk die überzeugungen und traditionen ihrer religion sind.
    dann würden sich viele jugendliche die frage stellen warum sie den
    vorschriften ihrer religon folge leisten sollen.
    und ich bin nicht der meinung das der glaube die menschen zu Individualisten macht eher das gegenteil ist der fall.meiner meinung nach ist ein religionsunterricht genauso eine beeinflussung in die kultur.die kultur eines landes ändert sich ständig .
    und die frage ist doch in was für eine kultur wir uns entwickeln.
    ich bin nicht deiner meinung das “die kultur den menschen formt”sondern der mensch formt die kultur.
    und es währe schade wenn sich unsere kultur durch religiöse menschen in das mittelalter zurückentwickelt.wo homosexuelle zum tode verurteilt werden.wo frauen menschen zweiter klasse sind.wo sex sünde ist.wo sex vor der ehe verboten ist.wo frauen ein kopftuch tragen müssen wegen der geilheit der männer.wo das kondom eine erfindung des teufels ist.wo menschen sterben weil sie keine bluttransfusion wollen.wo menschen nach ihrem tod rückwirkend getauft werden.wo menschen an “das böse”glauben und an dämonen.
    ich finde die zukunft sollte eine säkulare humanitäre kultur sein wo aufklärung und toleranz in den schulen unterrichtet wird.

    groß,wolfgang

    Reply

  127. Tom’s avatar

    Wolfgang, vollkommen einverstanden. Mit einer Ausnahme: Man sollte den Religionsunterricht abschaffen. Und ersetzen durch einen Ethikunterricht, in dem die Werte unserer Gesellschaft vermittelt werden und nicht die intoleranten Werte einer Religion, egal welcher…

    Reply

  128. christian’s avatar

    Was ist mit der Toleranz den Gläubigen gegenüber? Bei dir, Wolfgang, klingt Toleranz nach einer Einbahnstraße.

    Reply

  129. Tom’s avatar

    @Christian
    Hallo, alter Freund ;)
    Kannst Du das mal präzisieren? Ich habe bei Wolfgangs Kommentar nichts herausgelesen, was mir intolerant dem Glauben gegenüber vorgekommen wäre. Kritisch – ja, intolerant – hab ich nicht gefunden.

    Wenn Du allerdings Kritik am (christilichen) Religionsunterricht intolerant findest, dann schon mal im Vorwege Einspruch ;) Denn Wolfgang hat zu Recht beschrieben, dass Religionsunterricht trennend sein kann (und meist auch ist) und einseitig indoktriniert. Dort hat nur das Christentum seinen Platz, aber keine andere Religion und erst recht nicht der Atheismus. Das ist (provozierend gesagt) Propaganda. Ein allgemeiner Ethikunterricht, der die Werte unserer Gesellschaft vermittelt und von mir aus objektiv über die verschiedenen Religionen informiert, wäre eine weitaus bessere Lösung.

    Reply

  130. christian’s avatar

    Hallo Tom, mein Freund!

    Es geht mir eigentlich gar nicht um den Religionsunterricht.

    Zitat: “es währe schade wenn sich unsere kultur durch religiöse menschen in das mittelalter zurückentwickelt [...] wo frauen ein kopftuch tragen müssen [...] wo menschen nach ihrem tod rückwirkend getauft werden. [...] ”

    suggeriert für mich: Religiöse Menschen -> überholt, veraltet, Ursache von Übel. Irgendwie intolerant.

    Ich denke, Wolfgang würde mich auch als einen religiösen Menschen bezeichnen, aber ich denke nicht, dass sich durch mich unsere Kultur in das Mittelalter entwickelt. Toleranz kommt doch von dem Wort “Dulden” und meint nicht, das andere tilgen. Eine moderne Gesellschaft muss doch auch die andersdenkenden ertragen, die meinetwegen Menschen nach ihrem Tode taufen oder Kulturen, in denen Frauen das Kopftuch tragen.

    Reply

  131. Tom’s avatar

    @Christian
    Ich kann schon verstehen, was Wolfgang meint. In den USA gibt es starke Tendenzen in die genannte Richtung. Da wird zB wissenschaftliche Forschung verboten, weil sich die Forschungsgebiete angeblich nicht mit der christlichen Lehre vereinbaren lassen. Das ist doch finsteres Mittelalter. Damals durfte auch nicht gesagt werden, dass die Erde keine Scheibe ist, aus den gleichen Gründen. Es gibt viele Tendenzen in diese Richtung. Gehen wir den Absatz von Wolfgang doch grad mal durch:
    “wo homosexuelle zum tode verurteilt werden.”
    Fundamentalistische Christen bedrohen immer wieder Homosexuelle. Das tun auch Faschisten, aber das nur nebenbei… Und in vielen islamischen Ländern steht auf Homosexualität die Todesstrafe
    “wo frauen menschen zweiter klasse sind.”
    Muss sich ja nicht alles auf das Christentum beziehen. Auch Moslems sind Gläubige, in den Augen eines Atheisten ist es egal, an welchen Gott geglaubt wird. Und wie der Islam zu den Frauen steht ist ja bekannt, oder? Allerdings hat auch die Bibel zu diesem Thema sehr eindeutige Aussagen… ;)
    “wo sex sünde ist.”
    Alle monotheistischen Religionen tabuisieren den Sex. Sex soll nur der Fortpflanzung dienen. Das ist Diskriminierung von Homosexuellen. Und weltfremd, Sex macht doch Spaß! Oder nicht? ;)
    “wo sex vor der ehe verboten ist.”
    Auch hier gilt, was ich eben geschrieben habe.
    “wo frauen ein kopftuch tragen müssen wegen der geilheit der männer.”
    Wieder ein Hinweis auf den Islam. Im Iran sind Burkas regelrecht vorgeschrieben, mit der Begründung, dass eine leicht bekleidete Frau den Mann erregen und zur Sünde verführen könnte. Sprich: Der Mann kann seine Geilheit nicht kontrollieren und dies ist die Schuld der leichtbekleideten Frau
    “wo das kondom eine erfindung des teufels ist.”
    Hier mal der Katholizismus. Der Papst (immerhin Oberhaupt der größten christlichen Glaubensgemeinschaft) verdammt Kondome uä noch immer…
    “wo menschen sterben weil sie keine bluttransfusion wollen.”
    Auch Christen. Zeugen Jehovas sind eine christlichen Sekte. Es gab schon viele Todesfälle auch von Kindern, weil die Eltern aus religiösen Gründen einfache, aber lebensrettende medizinische Maßnahmen verhindert haben, weil dies dem Glauben widersprach.
    “wo menschen nach ihrem tod rückwirkend getauft werden.”
    OK, das ist mir eigentlich egal… ;)
    “wo menschen an "das böse”glauben und an dämonen.”
    Gibts auch, obwohl das doch eigentlich ins Reich der Märchen gehört, oder?

    Generell: Wolfgang hat Dinge genannt, die es gibt, die ich auch für Probleme halte. Ich sehe in dieser Aufzählung nichts intolerantes. Wenn Du als Gläubiger Dich in diesen Aussagen nicht wiedererkennst, um so besser. Dann fühl Dich auch nicht angesprochen. Aber das ändert nichts daran, dass es all dies gibt und dass es problematisch ist…
    Wolfgang hat nicht Gläubige generell angegriffen, sondern auf gefährliche und bedenkliche Tendenzen hingewiesen. Das ist doch ok, oder?

    “ich finde die zukunft sollte eine säkulare humanitäre kultur sein wo aufklärung und toleranz in den schulen unterrichtet wird.”
    Der Satz ist doch toll. Humaniär ist gut. Säkular ist gut, denn Glaube ist Privatsache und sollte nicht staatlich sein. Aufklärung und Toleranz sind auch gut. Oder nicht?

    Ich kann da in Wolfgangs Kommentar nichts intolerantes sehen…

    Reply

  132. Hannah’s avatar

    Ich kann mich da nur anschließen! Auch ich erkenne in Wolfgangs Kommentar nichts intolerantes…

    Ich selbst finde ich bin sehr tolerant! Habe in meinen jungen Jahren schon recht viel sehen können und leider auch müssen. Klingt dramatisch, aber ich will damit sagen, dass ich in meinem Urteil sehr milde bin und eigentlich keine Vorurteile habe! -Aber deshalb muss ich sicherlich nicht alles gut finden!
    Und was ich gar nicht mag, ist wenn man sich in seiner Persönlichkeit nicht fei entwickeln kann und gewissen Zwängen & Regeln unterliegt!

    Die Christen wollen akzeptiert und toleriert werden, wozu sie auch jedes Recht haben, aber dieses Recht anderen gegenüber verwehren.
    Um nochmal auf die homosexualität zu sprechen zu kommen…
    Religion ist der Inbegriff von Intoleranz, Enstirnigkeit, Unduldsamkeit und Verblendung!
    Meiner Meinung nach ist Religion das größte Hindernis auf dem Weg zu Frieden und Eintracht…

    Lieben Gruß Hannah

    Reply

  133. wolfgang’s avatar

    @christian: hallo
    Wilhelm busch hat mal geschrieben”Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten”
    ich glaube tolerant zu sein ist mit das schwerste im leben und
    festzulegen wo toleranz aufhört und die intoleranz anfängt ist für jeden schwer und auch ich weiß nicht immer die grenzen zu erkennen.
    für einen atheisten ist der glaube an einen persönlichen,allmächtigen und allwissenden gott eine total unlogische sache.jedes argument das hier im forum positiv für einen gott verfasst wird,wird von uns atheisten sofort als kindisches wunschdenken und als beleidigung unserer intelligenz bewertet.
    auf der anderen seite denke ich sind die argumente der artheisten für einen menschen der an gott glaubt eine beleidigung seiner intelligenz und seiner weltanschauung.
    die grenze der toleranz in diesem interessenkonflikt festzulegen ist nicht ganz einfach.
    ich hoffe du nimmst uns atheisten es nicht zu übel wenn wir in diesem forum ab und zu ein bisschen über die Stränge schlagen.
    ich glaube auch nicht das du mit deiner persönlichen weltanschauung unsere kultur ins mittelalter zurückwirfst aber der papst unterhält immer noch eine ausbildungsstätte für exorzisten.
    und ich habe auch etwas angst das der religiöse fanatismus der in vielen ländern der welt härscht sich auch auf europa und deutschland aussbreitet.
    ich hoffe du bleibst unserer diskussion hier im forum noch eine weile erhalten.

    gruß wolfgang

    Reply

  134. Manuel’s avatar

    Exzellente Webseite! Auch ich bin Atheist, ohne allerdings Gläubige missionieren zu wollen. Allerdings bekomme ich regelmäßig eine Wut, wenn Menschen, wie gestern in Indien geschehen, aus religiösem Wahn heraus Massenmorde begehen. Da frage ich mich doch, was wohl wäre, wenn Bin Laden, Khomeini, Gottfried von Bouillon und die kreuzzugführenden Päpste, und natürlich in erster Linie Jesus und Mohammed Atheisten gewesen wären. Vermutlich hätte es ein paar millionen Morde weniger gegeben in der Menschheitsgeschichte…

    Reply

  135. Tina’s avatar

    Liebe Unbekannte,
    ich hatte fast ein Jahr eine Affäre mit einem Deutschen, der schon vor einigen Jahren vom Atheismus zum Islam konvertiert ist, streng gläubig war und den ich in einem freizügigen Club kennen gelernt hatte. (Eigentlich schon absurd !) Ich wollte mich mit seinen Glauben auseinander setzen. Er hat bei mir gebetet und mir den Koran irgendwann mitgebracht.
    Ich habe den Koran, diverse Hadithe, viele Bücher über den Islam gelesen und sogar mit einer Islamwissenschaftlerin telefoniert, um den Sinn zu verstehen. Ich habe selten ein schlimmeres Sammelsurium an Aufforderungen zur Gewalt in die Hände bekommen, als den Koran und je mehr ich mit damit befasste, desto entsetzter und sprachloser machte mich die Tatsache, dass Leute so einen Gott und so einen Propheten überhaupt für möglich und anbetungswürdig halten.
    Ich fand die Bibel schon grausig mit ihren gewalttätigen Beschreibungen, aber der Koran fordert direkt zur Intoleranz ( einschließlich Tötungsaufforderungen ) Andersdenkender auf.
    Mein Freund konnte mir nicht erklären, wie er sich diese schlimmen Suren freundlich auslegt, ausser dass er manche Sachen darin eben auch krass fand. Er ist meinen Fragen immer ausgewichen.
    Ich habe ernsthaft versucht irgendeinen Sinn darin zu finden, aber es gab keinen!
    Mein Freund hat den Kontakt zu mir abgebrochen, denn Muslime dürfen Ungläubige nicht zu Freunden haben!
    Da sage noch einer der Islam sei tolerant!
    Diese Religion macht mir Angst mit ihren angeblich für immer geltenden unbarmherzigen göttlichen Gesetzen. Ich bin froh ein kafir (Ungläubige/r) zu sein! Übrigens finde ich ungläubig das falsche Wort: nicht gläubig triffts wohl eher!

    Reply

  136. Tom’s avatar

    @Tina
    Hier gabs vor kurzem auch eine Diskussion mit einem Moslem, der uns von den “wundern des Koran” erzählt hat. Als wir jedoch begannen, seine “Wunder” zu analysieren und zu widerlegen, ging er darauf nicht ein. Und als wir ihn dann auf die Gewaltverherrlichung im Islam ansprachen, ist er aus Diskussion ohne Antwort ausgestiegen.
    Typisches Verhalten für viele Gläubige, einer Diskussion auszuweichen, wenn sie keine Antworten mehr wissen…
    Schade eigentlich, denn mich hätte wirklich interessiert, wie ein Moslem die Gewaltaufrufe im Koran begründet und wie er sie als seine Religion annehmen kann, wenn er gleichzeitig im Westen wohnt, also umgeben von Ungläubigen und in einem anderen Kulturkreis mit anderen Werten, als sie im Islam offensichtlich vermittelt werden…

    Reply

  137. Artur’s avatar

    Also unter euch komme ich mir ja richtig dumm vor :)

    Ich habe leider Gottes (Oh welch Ironie in so einem Block einen solchen Ausdruck zu verwenden :) ) nicht Physik studiert, war aber schon immer, auch als ganz kleines Kind total interessiert an dem ganzen (Papa löcher in den Bauch gefragt und so…)

    Heute kann ich vllt. keine Physikalischen Berechnungen anstellen oder so, aber ich kann mir alles auf der Welt irgendwie physikalisch erklären :) und wenns noch viele Lücken aufweist.
    ABER ich brauche dazu keine Religion.
    also bin ich Atheist und stimme voll zu.

    Religion wurde dazu benutzt den Menschen die unklarheiten zu erklären, Sachen zu erklären, für die ein menschliches Gehirn einfach nicht ausreicht.
    z. B. Die Frage, Woher kommt das Universum? Klar, Urknall, Aber woher kam der? :)
    Ich persönlich glaube ja dass es keinen Anfang gab, das heißt es musste auch nie was entstehen. (Oder nach meinung der Religionen: erschaffen werden). Aber leider denken Menschen in dem Fall einfach zu einfach. Menschen denken alles hat einen Anfang und ein Ende, dass etwas schon seit unendlich da ist, deswegen nie entstanden ist, kann sich ein Mensch nicht vorstellen. Aber das ist ja ein anderes Thema.

    Ich finde gut, dass es doch noch so möglichkeiten gibt, sein Atheistsein zu präsentieren :) was ich schon Hausverbote bei den Eltern meiner Exfreundinnen bekommen habe, weil ich mit denen über den Glauben diskutiert habe :D :D
    aber so gläubige Menschen die können die Meinung dann meist nicht akzeptieren… was ich schade finde. ich schmeiße einen Christen auch nciht aus meiner Wohnung…

    Ich sag nur:
    Atheisten sind die wahren Ghostbusters!

    ein freundlichen Gruß

    Artur

    Reply

  138. Tom’s avatar

    @Artur
    Du hast völlig Recht, nur hast Du ein Kurisorium im christlichen Glauben vergessen, das ich wirklich witzig finde:
    Christen können sich nicht vorstellen, dass das Universum ewig existiert. Und um dieses Unvorstellbare zu erklären, erfinden sie ein allmächtiges Wesen, das unser Universum erschaffen hat und ebenfalls ewig existiert. Also etwas noch viel unvorstellbares, als das ewige Universum selbst.
    Warum einfach, wenns auch kompliziert geht? ;)

    Reply

  139. Artur’s avatar

    was ich am aller krassesten finde, dass der Glaube wirklich auf einem Buch aufbaut…
    ich könnte genauso gut Aragorn als Gott nehmen, Sauron als Satan und den Herr der Ringe als meine “Biebel” nehmen…
    genau, warum einfach wenns auch kompliziert geht…

    Reply

  140. christian’s avatar

    @Artur:
    Meinst du wir Christen sind alle doof und haben einfach so mal die Bibel genommen, die gelesen so wie du vielleicht mal Herr der Ringe gelesen hast und dann haben wir uns gedacht: Och ja, da glaub ich jetzt mal dran.

    Hinter meinem Glauben und hinter meinem Respekt vor der Bibel steht eine tiefe Erfahrung und eine persönliche Beziehung mit Jesus. Mein Glauben ist ist nicht beliebig, sondern an Jesus gebunden. Und den kann man nicht einfach gegen Aragorn austauschen.

    Denk mal bitte nicht, dass Christen alte schwache dumme Leute sind, über deren Glauben man sich lustig machen kann. Glaube hat Gründe.

    Reply

  141. Tom’s avatar

    Hi Christian, da warst Du ja richtig schnell. ;)
    Ich wollte Artur gerade Recht geben (konntest Du Dir denken, oder?) Es gibt ja schließlich keine objektiven Hinweise dafür, dass die Bibel tatsächlich ein Wort Gottes ist (wenn wir mal einen Moment voraussetzen, dass es einen Gott gibt ;) ).

    Ich hab Dir ja schon oft gesagt, dass ich Dir Deine religiösen Gefühle glaube und dass ich aktzeptiere, dass Du so fühlst. Aber warum denn ausgerechnet Jesus? Jeder gläubige Moslem berichtet über ähnliche Gefühle, wie Du, nur dass sie bei ihm mit Mohamed und Allah verbunden sind. Kann man das nicht als Hinweis darauf deuten, dass unser Gehirn so “gestrickt” ist, bei vielen Menschen diese Gefühle auszulösen, dass es aber eigentlich egal ist, mit wem sie in Verbindung gebracht werden? Ob mit Allah, Jesus oder bei den alten Ägyptern mit Ra, dem Sonnengott? Also eine Art Trugbild im Gehirn, dass sich je nach Kulturkreis (und damit vorherrschendem Glaube) eben letztlich an jede Religion anpassan kann? Wäre das dann ein Hinweis darauf, dass keinen Gott gibt, sondern er ein Phantasieprodukt (eine Fata Morgana) des menschlichen Gehirns ist?

    Und wenn es nur einen (in Deinem Falle den christlichen) Gott gibt, warum gibt es dann so viele verschiedene Religionen? Wäre es nicht logischer, dass dann auf der ganzen Welt der gleiche Gott seine Botschaft verkündet hätte? Warum gibt es so viele verschiedene Religionen, wenn es nur einen wahren Gott gibt?

    Ich habe mal mit einem gläubigen Katholiken diskutiert, der den atheistischen Standpunkt nicht verstehen konnte oder wollte. Er setzte voraus, dass die Bibel auch für mich ein wichtiges, ja heiliges Buch sein müsste. Ich habe ihm dann erklärt, dass die Bibel ein Buch mit vielen Geschichten ist, von denen sicher viele einen wahren historischen Kern haben, aber dann um Legenden ausgeschmückt wurden. Sei es, weil sie über Generationen am Lagerfeuer nach dem Stille-Post-Prinzip weitergegeben wurden, bevor man sie endlich aufschrieb, oder sei es, weil ein Hofschreiber die Taten seines Königs ausschmücken musste, damit der Ruhm des Königs wuchs.
    Und dann hab ich das mit dem Nibelungenlied verglichen: Auch eine Geschichte mit einem wahrscheinlich historisch wahren Kern, die dann um Legenden und Wunder erweitert wurde, damit sie interessanter wird. Er war zwar zunächst sauer auf mich, dass ich es überhaupt wagen konnte, dass Buch der Bücher mit dem Nibelungenlied zu vergleichen, aber irgendwann kam bei ihm meine Grundaussage an: Dass beides für uns Atheisten lediglich alte Geschichten sind und beide Bücher aus unserer Sicht das gleiche Prinzip (wahrer Kern mit Wundern ausgschmückt) haben und die Bibel für uns eben keine Sonderstellung gegenüber anderen Büchern hat.

    Ich aktzeptiere also umgekehrt den Sonderstatus, den die Bibel für Dich hat. Nur ist es eben bisher noch nicht gelungen, mir zu erklären, worin er eigentlich besteht…

    Von daher hat Artur zwar undiplomatisch formuliert, Christian, aber er hat im Kern etwas gesagt, was alle Atheisten denken: Worin unterscheidet sich die Bibel von anderen alten Geschichten, Legenden oder Phantasieprodukten? Oder von den anderen “heiligen Büchern” anderer Religionen? Was macht sie so besonders? Das leuchtet uns nicht ein.

    Reply

  142. Artur’s avatar

    Danke, besser hätte ich es nicht ausdrücken können.
    Die Biebel ist ein Buch wie jedes.
    Geschichten, Märchen… Auch mit wahrem Hintergrund, ist klar :)

    Reply

  143. Artur’s avatar

    Und jetzt nochmal zu der Frage glauben:
    ich habe nur eine ganz einfache Fragestellung, die sogar meinen ehemaligen Religionslehrer zum nachdenken gebracht hat:

    Glauben kann, wer glauben will, aber was ist wahrscheinlicher?
    Die Tatsache dass wir sind was wir sind, uns nach regeln der Physik entwickelt haben, und die Welt um uns genauso.
    Oder die ANNAHME dass es ein übersinnliches Göttliches Wesen gibt, dass uns erschaffen hat, und aus dem Nichts kam? Geschweige denn die Geschichte dass er seinen Sohn in eine Jungfrau “pflanzte”.

    Was ist nur wahrscheinlicher?

    die Tatsache mit der Jungfrau finde ich ja auch noch am lustigsten. Die wäre damals doch als Hexe verbrannt worden, ohne dass man da ein göttliches Schauspiel drinnen gesehen hätte…

    Artur

    Reply

  144. merkur’s avatar

    Hallo Leute!
    Es freut mich sehr, wieder bei euch zu sein. Ich lese gerne die Kommentare hier, habe selbst nur einmal einen geschrieben, aber verfolge die Seite mit großem Interesse, weil ich mich auch seit kurzem von der Religion ” Freigesprochen” habe. Wie bereits geschrieben, komme ich aus den Bosnisch-moslimischen Kreisen und einer nicht so religiösen Familie. Ich wurde auch nicht religiös erzogen und trotzdem war ich gefangen und hin und her gerissen, weil man einfach “dazugehört”.
    Seit ich mich offen als Atheist bezeichne, bin ich innerlich viel zufriedener und fühle mich richtig entlastet.
    Die Erkenntniß, dass ich selbst für meine Taten verantwortlich bin, dass ich mein Leben selbst gestalte und nicht irgendein “Allmächtiger” von oben, der mich ständig bestraft und auch meine Kinder ins Unglück befördert, wenn ich mich nicht unterwerfen lasse, hat mich befreit.

    Ich und meine Gattin, die sich ebenfalls für den Atheismus entschieden hatte, haben beschlossen, unsere beiden Kinder ohne Einfluss der Religionen zu erziehen und bilden zu lassen.
    Uns ist erst jetzt bewusst geworden, dass es nicht einfach sein wird, da die Kinder in ihrem Kindergarten in Wien (unser Wohnort) schon jetzt mit der christlichen Religion vertraut werden, mit den Weihnachtsgeschenken besänftigt, und zumindestens in Richtung Festigung der Akzeptanz gegenüber der Kirche(n) gelenkt werden. In kürzesten Zeit können die beiden Jungs alle Christkindl-, Weihnachtslieder, schwärmen v. Weihnachtsmann und Nikoaus, und “Gottweis”, was die dort noch
    zu hören bekommen
    Dagegen müssen wir uns irgendwie wehren, finde ich.
    Am liebsten wäre es mir, es gebe Kindergärten und Schulen für Atheisten, wo selbstverständlich auch Kinder der religiösen Eltern willkommen sind, aber die Religion Ihre Privatsache bleibt.
    Wir wollen nicht überstürtzt handeln, aber sollte sich herausstellen, dass unser Kindergarten von Kirchen gesponsort wird, was ich für wahrscheinlich halte, oder unter den Enfluss der religiösen LeiterIn steht, wollen wir eine neue (unabhängig v. Kirche) KG-Stelle suchen.
    Ich weis nicht ob das überhaupt möglich sein wird. Manchmal bekommt man das Gefühl, die Kirchen haben “alles unter Kontrolle”.
    Villeicht kann mir jemand von euch die Tips geben, wie man soetwas
    in Wien erreichen kann, dass die Kleinen “ausser Reichweite der Götter” sind.
    Zumindest Anhaltspunkte wie wir damit umgehen sollten, würden mich freuen. Habe versucht im Internet aber bisher nichts gefunden.

    Und ich betone, wir möchten uns nicht von Gläubigen isolieren, sondern nur das Recht für unsere Kinder auf eigenständiges Denken und Entwickeln.
    Es könnte doch so schön funktionieren, unsere Kinder haben Freunde gefunden (auch die, dessen Eltern religiös sind ), und würde uns alles egaal sein, hätten wir das Problem nicht.

    Warum eifach, wenn´s doch kompliziert geht, Leute.

    Liebe Grüße aus Wien für alle!

    Reply

  145. Tom’s avatar

    @Merkur
    Ich kann Dein Problem gut verstehen. Ich löse es mit meinem Kind auf folgende Weise: Ich behandle die Weihnachtsgeschichten etc zu Hause, wie andere Sagen und Legenden auch. Auf diese Weise wahre ich einen gewissen Abstand zu der Hervorhebung der Religion gegenüber anderen Themen. Auf Basis dieser Versachlichung können die Kinder später selbst für sich einordnen, wie sie diese Dinge sehen wollen und ob sie religiös sein möchten, oder nicht.

    Reply

  146. merkur’s avatar

    @Tom

    Dankeschön, Tom. Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, im Moment. Jedenfalls suche ich nach einer weiteren Möglichkeit, um meine Kinder vor diesen Unsinn zu bewahren. Ich finde es äußerst grob, wenn die Erziehungseinrichtungen, ohne es mit den Eltern zu abzustimmen, versuchen die Kinder zu missionieren. So gesehen ist es nur gerecht, wenn sich die Atheisten auch so organisieren können wie die Gläubigen, namlich eigene Schulen und Kindergärten zu führen, wo nicht so einseitig über die Religion gesprochen wird, und wo natürlich auch die Kinder der religiösen Menschen gerne willkommen sind. Da sollte villeicht mehr geschehen, neben der Diskusionen und Bekenntnissen. Gut möglich, dass mir da etwas entgeht , aber alle Menschen, die wirklich was verändern wollen und nicht gerade für ein politisches Amt z.B. in den USA kandidiert haben ( weil sonst ein Atheist lügen muss, dass er an Gott glaubt), sofern Sie nicht an die “Geschichten” glauben, könnten, ja müssten sich zusammenschließen, genau so wie das die Gläubigen getan haben, nur eben anders. Nur dann könne man von der Gleichstellung träumen und Sie verwirklichen. Wir werden sonst immer reparieren müssen, was die anderen zörstören.

    Wünsche Dir, sowie allen anderen Teilnehmern ein glückliches neues Jahr!!!

    Reply

  147. Heinz’s avatar

    Zur jungfäulichen Geburt: Es handelt sich hierbei lediglich um eine notwendige Anpassung der Inhalte des neuen Testamentes an den hellenistischen Kulturkreis. Die hellenistischen Götter konnten nur auf unbeflecktende Weise und auch nur mit zuvor unbefleckten menschlichen Frauen Nachkommen zeugen. Die jungfäuliche Geburt ist also ein wesentliches Merkmal göttlicher Abstammung. Kein Römer oder Grieche hätte die Mär vom Gottessohn bei der Überführung der christlichen Religion vom hebräischen in den hellenistischen Kulturkreis ohne diese Qualifikation akzeptiert. Genausowenig könnte man heute einen Schlager aus den fünziger Jahren auf der LoveParade auflegen, ohne ihn durch Unterlegen eines Techno-Beats an den kulturellen Kontext dieser Veranstaltung anzupassen.

    Reply

  148. Tom’s avatar

    Das Christentum ist ohnehin nur eine Ansammlung von Riten anderer Religionen. Da ist zum Einen das Judentum, dass stark Spuren hinterlassen hat, aber auch heidnische Elemente haben sich mit der Zeit eingeschlichen

    Reply

  149. Meyer’s avatar

    Religionen sind auch für Atheisten kein Problem, wenn man sie als das sieht was sie sind: Märchen, nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene.

    Ich höre gerne Märchen.

    Ich sehe gerne Theatervorstellungen, und so auch Gottesdienste.
    Beides dient der Ablenkung und dem Seelenheil.

    Eine Kirche ist ein Gebäude und birgt Kulturschätze, so wie dies auch
    Museen tun.

    Ich bin auf dem Wege ein Atheist in der Kirche zu sein.

    Reply

  150. Tom’s avatar

    @Meyer
    Fast völlig einverstanden.
    Aber: Es wird problematisch, wenn ein Märchen den Anspruch erhebt, wahr zu sein und Menschen beginnen, anderen auf Basis des Märchens eine Lebensweise oder “Moral” aufzuzwingen. Oder wenn Menschen wg des Märchens andere töten oder auch nur diskriminieren.
    Wenn man das Märchen als Märchen erkennt, dann kann man sich an ihm erfreuen, sich von ihm unterhalten lassen. Wenn es für bare Münze genommen wird, wird es leider gefährlich…

    Reply

  151. Sven’s avatar

    Naja, ich bin auch damit einverstanden.Atheisten sind auch Menschen…Interessantes Thema haben sie angefangen und ich muss sagen sie haben eine schöne Diskussion geschafft.Der Blog ist ja echt toll.Bravo, weiter so!

    Reply

  152. Anna’s avatar

    Also, Kompliment erstmal zu dieser Page… finde sie ziemlich gelungen.

    Habe etwas zum Lesen entdeckt, was den meisten hier gefallen dürfte und den übrigen doch einmal einen Denkanstoß geben könnte:

    http://www.argumente-gegen-gott.de/2008/05/05/die-geschichte-von-hanks-arsch/

    Ich hoffe das mit der Verlinkung geht klar, viel Spaß beim Lesen!

    Reply

  153. Leguan’s avatar

    Hallo zusammen,

    ich bin auf diese Seite gestoßen und muss sagen, dass ich teilweise schockiert und verwundert zugleich bin. Der generele Konsens unter den atheistischen Besuchern dieser Seite scheint zu sein, dass Sie der Vernunft folgen, dass sie “wissen” – nicht “nur glauben”, dass sie auf belegbare Fakten und den Naturwissenschaften vertrauen und das sie aufgeklärt sind. Diese Punkte haben sich immer wieder in verschiedenen Wortlauten in den atheistischen Beiträgen wiedergefunden.

    Ich frage mich nun, ob die Kommentare dazu dienen, dass jeder einmal in das Horn des Atheismus stoßen darf und sich alle gegenseitig auf die Schultern klopfen möchten, weil sie sich sicher sind die richtige Sicht auf die Welt zu haben – oder ob hier vielmehr eine konstruktive Diskussion aufkommen soll.

    Mit einer konstruktiven Diskussion meine ich unter ALLEN Besuchern der Seite und nicht im Stile von “Atheisten gegen Christen/Kirche (werden hier sehr oft erwähnt) bzw Muslime/Hinduisten ect. Mir scheint es geht hier vielmehr um “ins Horn gestoße” und “Atheisten gegen Christen”.

    Bei einigen atheistischen Beiträgen stehen mir die Haare zu Berge und ich wundere mich, dass von anderen vermeintlich aufgeklärten und toleranten Atheisten keine Widerworte zu bestimmten Verallgemeinerungen/Beleidungen kommen.

    So werden “die” Christen von einigen Leuten hier als “verblödet”, “verlogen” die “an Scheiße” glauben bezeichnet. Tut mir Leid, aber das kann keine Basis für eine ernsthafte Diskussion sein. Mir geht es dabei gar nicht so sehr darum, dass das einige schreiben (schwarze Schafe gibt es immer) – sondern vielmehr darum, dass niemanden solche Beleidigungen negativ auffallen.

    Des weiteren möchte ich ich auf noch etwas aufmerksam machen. Es werden hier einige extreme Beispiele genannt und es wird der Eindruck erweckt, es handele sich um den Normalfall. Die radikalen Christen in den Youtube Videos sind NICHT der Normalfall. Wenn jmd aus der Kirche austritt und/oder sich als Atheist tituliert und deswegen “im Dorf” diskriminiert wird, ist das NICHT der Normalfall. Das wäre so als wenn ich sagen würde, ein Atheist hat mal Katzenbaby aus Spaß umgebracht – ALLE Atheisten bringen KAtzenbabys um.

    Hört mit den Verallgemeinerungen auf.

    Ein paar weitere Punkte die von einigen angesprochen wurden, zu denen ich etwas sagen möchte:

    1) Viele Kriege waren und sind von Religionen beeinflusst. Trotzdem halte ich die Annahme, dass es ohne Religionen keine Konflikte/Kriege mehr gibt für naiv – es gibt genug Kriege die nicht religös motiviert sind. Z.b. Unabhängkeitskrieg der USA, Napoleonischen Kriege, Burenkonflikt, 1 und 2 Weltkrieg, Vietnamkrieg, Koreakrieg
    @ Tom
    Der 2 Weltkrieg ist duchaus ein aktzeptables Beispiel. Bei dem “Glauben” an Hitler handelt es sich nicht um einen religösen Glauben im transzendeten Sinne. Nur weil Hitler getauft war, war der Krieg nicht religös motviert. Sonst könnte man auch sagen, dass er vegetarisch motiviert war, weil er Vegetarier war. Die Ideologie (nicht Religion) der Nazis hatte nichts mir Gott zu tun, sondern basierte auf dem Gedanken der Überlegenheit der “arischen” Rasse.

    Pabst Johnnes Paul II hat im Namen der katholische Kirche die durch den christlichen Glauben legetimierten Kriege und Gewalttaten, als falsch deklariert und sich dafür ausdrücklich entschuldigt. Ich glaube keiner möchte hier vorgehalten kriegen, er habe Juden umgebracht, weil es in der deutschen Vergangenheit einige Fehlgeleiteten getan haben. Das gehört der Vergangenheit an.

    2)Atheisten und Theologen (ich kann nur für die Katholische Theologen sprechen) sind sich einig: – 2.1) Gottes Existens kann nicht bewiesen werden. – 2.2) Ebenso kann sich die Nichtexistens nicht beweisen lassen, da er per Definition der christlichen Lehre nicht beweisbar/begreifbar ist.

    Zugegebnermaßen sieht der Punkt 2.2) wie eine Art Schutzmechanismus gegen kritische Nachfragen von Atheisten aus.

    Dazu möchte ich einwerfen, dass vor einigen Hundert Jahren auch niemand beweisen oder sehen konnte, dass es Luft war was der Mensch atmet, oder das es Bakterien gibt, oder dass das Universum unendlich ist und und und. Der Mensch konnte schon immer nicht alles begreifen was ihn umgab. Und ich glaube nicht, dass die Menschheit an einem Punkt angelangt ist, von dem sie behaupten kann alles Erforschbare erforscht und alles Wissenswerte erfahren zu haben. Von daher sollte ein Atheist zumdest darüber nachdenken, ob es nicht zumindest eine Chance gibt, dass es Gott gibt.

    3) Einige haben geschrieben, dass Christen ihren Kindern ihre Religion “aufdrängen” auf und “zwingen” zur Kommunion zu gehen, oder sie mit Geschenken “bestechen”. Einige schreiben auch, dass die Kinder später so keine Chance haben ihre eigene Meinung zu bilden.

    Ich frage mich, warum diejenigen Leute die das schreiben nicht auch andere Beispiele nennen. Ich glaube euch ist nicht bewusst, wie sehr Kinder in einer Geselschaft zu etwas “gezwungen” werden. Denn das ist vollkommen normal, da es dazu dient die Kinder zu sozialisieren, das heisst vereinfacht sie mit der Geselschaft vertraut zu machen, bzw sie darin einzuführen.

    Fangen wir doch vorne an. Kinder werden geboren… das mag sich erstmal verrückt anhören, aber schon jetzt zwingen die Eltern ihren Kindern etwas auf. Kein Kind der Welt wurde gefragt, ob es gezeugt werden will – die Eltern wollten es.

    Die Kinder unterliegen einer staatlichen Schulpflicht – sie dürfen sich nicht für das ungebildet sein entscheiden.

    Was die Kinder essen wird ihnen aufgezwungen. Oder nehmen Nichtvegatarier-Eltern darauf Rücksicht, dass ihre Kindern potenzielle Vegatierer sind? Wird es im Kindesalter gefragt, ob es vll lieber kein Fleisch essen möchte? Nein das Kind bekommt Gerichte mit Fleisch – aber es kann sich später im jugendlichen Alter dagegen entscheiden. Vorerst muss es aber auf die Eltern hören.

    Das Kind ist vorerst an das Land gebunden in das die Eltern es hineingeboren haben, später kann es wegziehen,wenn es erwachsen ist.

    Viele Kinder müssen in Sportvereine, zur Musikschule ect., auch wenn sie es zuerst gar nicht wollen. Hand aufs Herz: Wer hat seinem Kind nicht eine kleine Belohnung versprochen, wenn es etwas tut, was es eigentlich nicht möchte? Genauso dient das Geschenk für die Kommunion als Anreiz.

    Dasselbe gilt für Religion: Die Eltern tun das was sie für richtig und gut für das Kind erachten – sie lassen es taufen, möchten dass es zur Kommunion geht. Dennoch kann sich das Kind später dagegen entscheiden.
    (Ich setzte hierbei natürlich voraus, dass das Kind in einem freien Land lebt, wo es sich frei entscheiden kann.)

    Dass Eltern für ihre Kinder solche Entscheidungen treffen ist vollkommen normal. Ich frage micht ob diejenigen die über Eltern schimpfen, die wollen, dass ihr Kind getauft wird und zur Kommunion geht, auch ihren Kindern Enscheidungsfreiheit bei meinen genannten Beispielen einräumen.

    h

    Reply

  154. Thomas’s avatar

    Leguan: Ich antworte einmal auf deine “Vorwürfe” zu dieser Seite. Alle anderen Themen bitte ich in der freien Diskussion weiterzudiskutieren.

    Natürlich ist hier jeder willkommen mitzureden, nicht nur Atheisten. Ich lösche jedoch ziemlich streng Kommentare, die beleidigen oder beschimpfen und keinen oder wenig echten Inhalt haben. Deswegen wundert es mich, dass du solches hier gefunden hast. Bei einem konkreten Hinweis schaue ich mir Stellen gerne noch einmal an. Übrigens sind es fast ausschließlich Religionsverfechter, die sich hier auf unakzeptable Weise äußern wollen und die ich “zensieren” muss. Nein, das liegt nicht an meiner offensichtlichen Befangenheit. :)

    Dass man verallgemeinert, lässt sich schwer vermeiden, schließlich sind Religionen ein Sammelsurium unterschiedlicher Strömungen, die (zweifelsohne existierenden) extremen und lächerlichen Seiten eingeschlossen.

    Reply

  155. Leguan’s avatar

    Hallo Thomas,

    ich habe die Beiträge nochmal grob überflogen – einige Sachen habe ich spontan nicht wiedergefunden. Ich habe allerdings mal ein paar Beispiele rausgesucht, die ich als direkte Beleidigung bzw Verallgemeinerung auffasse. Über “kleinere” Sticheleien/Beleidigungen habe ich mal hinweggesehen.

    Apropos Verallgemeinerung: Ich meine nicht die die auf die Religionen als große Masse abzielen, sondern die auf spezielle Glaubensrichtungen bezogenen. Wie z.B.: Ein Bekannter von mir hat einen Bruder dessen Kumpels Friseurin wurde von einem Christ aus ihrem Dorf intollerant behandelt -> ALLE Christen sind intollerant.

    Da Du ein paar konkretere Hinweise wolltest, habe ich mir die Mühe gemacht ein paar rauszusuchen. Wie schon Anfangs erwähnt – ein paar fehlen, da ich nur grob drübergelesen habe:

    Seite 1

    Nicolas lau am 25. May 2007 um 23:43

    ICh ein Atheist und das ist auch gut so.
    Es gibt viele Verblödete Menschen in unserer Gesellschaft die daran glauben das es einen Gott gibt, wenn es einen gibt dann zeigt ihn mir doch mal ????

    Seite 1

    jo am 6. Jan 2008 um 18:39

    ...
    Wir sollten im Sinne der Aufklärung für das Wissen streiten und nicht aufgeben, entschieden gegen die Dummheit und Arroganz der Missionare, Esoteriker, Astrologen, Mystiker, Homöopathen und allen anderen Formen der Psychopathologie entgegen zu treten!
    ...

    Seite 2
    Tom am 4. Apr 2008 um 10:28

    Na dann willkommen im Klub der "Denkenden”, Christina!
    Mir gings in Deinem Alter genauso, ich bin wg der Geschenke konfirmiert worden. Geglaubt hab ich aber nie.
    Lies mal die 10 Gebote für den Atheisten (hier auf der Seite), könnte Dir gefallen, auch wenns auf Englisch ist.

    Seite 5

    Christiane am 5. May 2008 um 16:04

    Hallo,

    ...
    Meine Schwester ist überzeugte evangelische Christin, aber solche Dinge wie Nächstenliebe, Demut, Kirchgänge usw. nimmt sie nicht so ernst. Und so sind die meisten ” Christen ” – völlig verlogen.
    ...

    Mhhh, dann muss ich wohl als gläubiger Katholik dumm, arrogant, nichtdenkend und verlogen sein…

    Komisch eigentlich, meine Freundin, Arbeitskollegen und Freunde – unter denen es auch Atheisten und Muslime gibt – haben mir immer gegenteiliges atestiert .

    Reply

  156. Tom’s avatar

    @Leguan
    Du hast ja richtig viel geschrieben. Du bist zwar namentlich auf mich eingegangen, aber so viel kann ich dann auch nicht beantworten. Daher nur Kommentare zu einigen Punkten.

    Bei den abschreckenden Beispielen zu radikalen Christen zB geht es für keinen von uns Atheisten darum, zu behaupten, dass alle Gläubigen so wären. Es geht darum, aufzuzeigen, wozu der Glaube die Menschen verleiten kann und auf die Gefahr hinzuweisen, die der religiöse Glaube (egal an was) nun mal potenziell darstellt. Dein Beispiel mit dem Atheisten, der ein Katzenbaby tötet, greift an der Geschichte vorbei. Es geht nicht um die Taten, sondern um die Motive. Kein Atheist würde je jemanden oder ein Tier töten, weil sein Atheismus das von ihm verlangt. Gläubige hingegen haben durch die ganze Menschheitsgeschichte getötet, weil es ihr Glaube von ihnen gefordert hat (Tier- und Menschenopfer, töten von Ungläubigen, etc). Dass es auch andere Motive zum Töten gibt und das nicht jede Tötung aus religiösen Gründen stattfindet, behauptet niemand. Aber es wurde aus religiösen Gründen getötet. Aber aus atheistischen? Nie. (Und komm nun nicht mit den Toten von Faschismus, Sozialismus etc, da wurde nicht aus atheistischen Gründen getötet, sondern aus ideologischen Gründen)

    Nun zu den Kriegen: Hier hat niemand behauptet, dass es ohne Religionen keine Kriege gegeben hätte. Wo hast Du das denn gelesen? Es wurde lediglich behauptet, dass es ohne Religionen weniger und weniger grausame Kriege gegeben hätte.

    2. Weltkrieg: Für die Nazis war der Nationalsozialismus eine Ersatzreligion. Das wurde sogar wörtlich so von zB Goebbels gesagt (“Der Nationalsozialismus soll die einzige Religion in Deutschland werden”). Niemand behauptet, Hitler habe den Krieg geführt, weil er getauft war oder auch nur, dass es ein christlich motivierter Krieg war. Aber es war ein Glaubenskrieg, denn die Deutschen glaubten an den Nationalsozialismus und viele waren bereit, für ihren Glauben zu sterben. Und dieser Glaube (in diesem Falle an den Nationalsozialismus) machte es möglich, eigentlich “normale” Menschen so zu radikalisieren, dass sie zu Massenmördern “für die gute Sache” wurden. Zu solchen Absurditäten ist nur der Glaube an etwas fähig.

    Indoktrinierung von Kindern mit Religion: Nur wenn man ein Kind von Kindesbeinen an erklärt, die Bibel (oder der Koran oder was auch immer) sei ein göttliches “Gesetzbuch”, können sie dies auch Glauben. Wenn jemand im Alter von zB 20 Jahren das erste Mal dieses Buch liest, ist er schockiert. Der Großteil der Bibel besteht aus Massenmord, Strafen für Nichtglauben etc. Der “gütige” Gott läßt sogar seinen eigenen Sohn grausam sterben. Ein solches Machwerk als moralischen Leitfaden verstehen kann nur, wer von Kindesbeinen an daran gewöhnt wurde. Humanismus zB wäre etwas, was man Kindern vom Kindergarten an beibringen könnte, anstatt schon dort von Jesus und seinen Märchen von Wunderheilung etc zu erzählen. Es gibt viele schöne Märchen, die man den Kindern stattdessen erzählen kann, die auch als Märchen bezeichnet werden.

    Reply

  157. Leguan’s avatar

    Hallo Tom,

    zum Nationalsozialismus:
    Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen. Nur weil Du den Begriff “Glauben” in einem Satz mit dem Nationalsozialismus bringst, heisst das nicht, dass der 2 Weltkrieg ein Glaubenskrieg war.

    Als Vergleich kreire ich Gegenbeispiel:
    Der Kommunismus war/ist streng atheistisch. Als Basis dienten insbesondere die Schriften von Karl Marx. Dass dieser Religion ablehnte, muss ich wohl nicht weiter erläutern – gleiches gilt für Lenin und deren praktischen und geistigen Nachfolger Stalin.

    Nun schreibe ich den Satz: “Das Volk und die Soldaten der Sowietunion haben an Stalin GEGLAUBT.”

    Nur weil ich das Wort “Glauben” in meinem konstruierten Satz mit dem Kommunismus/Sowjetunion verwende (und du mit Hitler und dem Nationalsozialismus in deinem Satz), heisst das nicht, dass die Kriege und Greueltaten durch den Kommunismus Glaubenskriege waren.
    Genauso wenig war der 2 Weltkrieg für Nazideutschland ein “Glaubenskrieg”.

    Der Glaube an Hitler bzw Stalin und an deren Ideologien hat nichts mit Gott zu tun. Gott und die ihm gewidmeten Religionen hatten in den angesprochenen Systemen keinen Platz. Ich denke das brauche ich nicht weiter auszuführen – der Schulunterricht sollte diesen Bereich abgedeckt haben.

    Zu meiner anfänglichen “Anschuldigung” zu deinem Äpfel und Birnenvergleich. Wir befinden uns in einem atheistischen Forum. Laut etymology des Wortes (Theos – griech. “Gott”) geht es dann auch in diesen Forum um Gott und die verschiedenen Religionen bzw um die Verneinung der eben genannten.

    Du nennst nun den ein Bespiel von Krieg und Gewalt, das laut deiner Meinung mit Glauben zu tun hat. Dieser Glaube hat allerdings nichts mit Gott zu tun, sondern es geht um Menschen und dereren Ideologien.

    – Birne = Glaube der 0 mit Gott zu tun hat (Ich glaube an Hitler, ich
    glaube morgen regnet es, ich glaube Schalke wird Meister)
    – Apfel = Glaube an Gott ( Ich glaube es gibt einen Gott, ich glaube an die
    Auferstehung usw.)

    Deswegen verstehe ich nicht warum du in einem atheistischen Forum (wir erinnern uns: Atheismus behinhalt den Begriff Theos – Gott) “Birnen-Glaube” der nichts mir Gott zu tun hat, als Gegenargument verwendest, wenn ich schreibe, dass es auch schlimme Kriege und Gewalt gegeben hat, die nicht religiös motiviert waren.

    Ansonsten könnte man auch sagen, dass die Amerikaner GLAUBTEN sich von England lösen zu müssen – deswegen handelt es sich bei dem Unabhängkeitskrieg auch um einen Glaubenskrieg.

    Noch etwas zu Kindern und Religion:

    Ich muss als erstes anmerken, dass für mich primär auf die christlichen Religion beziehe, da ich selber Katholik bin. Mein Erfahrungskreis bezieht sich auf Europa – ich kannn also nicht für irgendwelche religösen Fanatiker in den USA oder sonst wo reden.

    Vorerst kurz was zur Bibel. Der Löwenanteil der Gewalt in der Bibel steht im Alten Testament (AT). Bei diesen Texten handelt es sich um die jüdische Tora – quasi die jüdische Bibel. Die Texte sind trotzdem in die Bibel aufgenommen worden, da sie die Texte sind mit denen Jesus aufgewachsen sind – dem sollte “Tribut” gezollt werden. Kein ernsthafter katholischer Theologe wird behaupten, dass diese Texte eins zu eins, also wörtlich zu verstehen sind.

    Die für die Christen entscheidenen Texte stehen im Neuen Testament (NT). Sie behandeln die Geschichte Jesu und seiner Jünger. So hat sich die evangelische Kirche sogar dazu entscheiden, das Alte Testament aus “ihrer” Bibel zu streichen. Das NT beinhaltet die Kerntexte des christlichen Glaubens, nicht das AT. Die meisten Atheisten berufen sich immer auf Gewalt – die allerdings zum absoluten Großteil im AT in Erscheinung tritt.

    Natürlich kommt auch im Neuen Testament das Thema Gewalt vor. Gewalt ist Teil des Menschseins, demzufolge kommt es auch im NT vor. Allerdings geht es auch um Vetrauen, Liebe, Selbstaufopferung und Zuneigung. Das wird wiederum ganz gerne hier in diesem Forum unterschlagen. Der Fokus der Beiträge liegt hier immer auf der Gewalt. Hier kommt mir dein Begriff dier Indoktrienierung in den Sinn – unangenehme Informationen die den christlichen Glauben in ein positives Licht rücken, werden gerne unterschlagen.

    Ich habe keine Ahnung, ob und wenn ja in was für einen schlechten Religionsunterricht die meisten Verfasser hier waren.

    In meinem Religionsunterricht ging es sehr wohl um andere Religionen und Toleranz denselbigen gegenüber. Mein Lehrer war übrigens ein kath. Priester. Genauso haben auch Schüler die nicht an Gott glaubten und sich offen dazu bekennen gute Noten bekommen. Es mag einige hier überraschen, aber im Religionsunterricht wird “an Gott glauben” nicht belohnt indem man bessere Noten als ein “Nichtgläubiger” bekommt.
    Und das zukünftigen Religionslehrern auch an der Universität eingeimpft – es handelt sich bei meinem Lehrer also um keinen Einzelfall, sondern vielmehr um die Regel.

    Keine Ahnung warum ständig behauptet wird, der christliche Glaube sei intolerant. Natürlich sind wir der Überzeugung, das unser Denkansatz die Welt und die Menschen zu verstehen der richtige Weg ist. Dasselbe beanspruchen die doch Atheisten auch. Und bitte nennt nun nich die Kreuzzüge und Sekten aus den USA als Beweis für Intoleranz. Zu den Kreuzzügen habe ich schon was in meinen ersten Beitrag geschrieben und Hasspredigersekten aus den USA verurteilt ein aufgeklärter Christ aus Europa genauso wie ihr.

    Kurz noch etwas zu Toms Denkanastz “Ein solches Machwerk als moralischen Leitfaden verstehen kann nur, wer von Kindesbeinen an daran gewöhnt wurde”. Nein, es gibt genug Erwachsene die nicht mit christlicher Erziehung aufgewachsen sind und sich später taufen lassen.
    Als Beispiel (das ich zufällig noch im Kopf habe):
    Im Bistum Magdeburg wurden 2007 500 Kinder getauft und im Verhältnis dazu 100 Erwachsene, die im volljährigen Alter zum Christentum gefunden habe.

    Das Eltern ihre Kinder religiös erziehen hat nichts Indoktrinierung zu tun.
    Wie schon oben erwähnt, halten die Eltern das christliche Verständnis für den richtigen Weg, das Leben zu begehen und erziehen ihre Kinder dementsprechend. Natürlich müssen sich die Kinder ab einen gewissen Alter auch dagegen entscheiden dürfen – das setzte ich als Christ in Deutschland voraus.

    Ein Atheist erzieht sein Kind atheistisch und bringt ihm bei, dass es keinen Gott gibt. Da könnte ich ebenfalls behaupten, dass das Kind indoktriniert wird. Würde ein atheistischer Elternteil nicht versuchen wollen sein Kind vom Gegenteil überzeugen zu wollen, wenn es sagen würde, dass es doch an Gott glaubt?

    Dass Eltern ihrem Kind ihr Verständnis der Welt näher bringen wollen ist doch das normalste der Welt (habe ich ebenfalls in meinem ersten Beitrag erklärt)

    Reply

  158. Tom’s avatar

    @Thomas
    Leguan hat in einem Punkt schon Recht. es gibt hier in einigen Foren Kommentare von einigen Atheisten, die ziemlich wenig konstruktiv sind und in abwertender, pauschaler Weise den Glauben als Schwachsinn oä bezeichnen. Das mag eine Meinung sein, aber vielleicht sollten solche Kommentare auch mal überprüft werden, da sie einer sachlichen Diskussion nicht dienlich sind.
    Aber andererseits kann ich natürlich auch bestätigen, dass Du konsequent alles löscht, was persönlich beleidigend ist.

    Reply

  159. Thomas’s avatar

    Leguan: Zu den von dir beanstandeten Kommentaren.

    Beim ersten hast du recht – der ist mir wohl entwischt und jetzt entfernt.

    Beim zweiten wird nicht impliziert, dass alle genannten “dumm” sind, sondern nur, dass es in diesen Gruppen Dummheit gibt – eine ziemlich haltbare Aussage (gilt für jegliche Gruppen). Gegen Dummheit zu kämpfen, ist OK. Religiöse Vertreter mit denen, die andere frei erfundene “Tatsachen” propagieren, zusammenzuwerfen, ist auch nicht weit hergeholt. Der bleibt also.

    Zum dritten: Eine Gruppe als “denkend” zu bezeichnen, impliziert zwar indirekt das Gegenteil bei den anderen, mehr aber auch nicht. Es ist in der Tat eine gedankliche Leistung, sich von von klein auf eingetrichterten Wahrheiten (darum ging es hier) zu emanzipieren, deswegen finde ich das in Ordnung.

    Der letzte, den du ansprichst, schießt zwar weit übers Ziel hinaus, ist aber offensichtlich mehr Ausdruck persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen als eine Beleidigung. Und dass auch das heutige Christentum von einigen auf diese Weise wahrgenommen wird, sollte doch gerade deren Vertretern zu denken geben, anstatt eine solche Äußerung unterbinden zu wollen.

    Reply

  160. Dietmar’s avatar

    Hallo Leguan,

    Du schriebst:
    “Die für die Christen entscheidenen Texte stehen im Neuen Testament (NT). Sie behandeln die Geschichte Jesu und seiner Jünger. So hat sich die evangelische Kirche sogar dazu entscheiden, das Alte Testament aus "ihrer” Bibel zu streichen. Das NT beinhaltet die Kerntexte des christlichen Glaubens, nicht das AT.”

    Was ist denn exakt der christliche Glaubensinhalt?

    Ein allwissender, allmächtiger Gott lässt seinen dritten Teil als Sohn auf der Erde erscheinen und sorgt dafür, dass er zur Sündenvergebung der Menschen gerade von diesen Menschen qualvoll zu Tode gefoltert wird. Als Erinnerung an diese Greueltat verzehren die meisten Christen regelmässig in einem Akt des Kanibalismus Fleisch und Blut des zu Tode Gefolterten.

    http://www.bistum-regensburg.de/download/borMedia0109605.PDF
    “Darum sagt das Zweite Vatikanische Konzil mit der ganzen kirchlichen Tradition, dass die Eucharistie Quelle ist, aus der das ganze christliche Leben entspringt und der Höhepunkt auf den alles zuläuft (vgl. Sacrosanctum concilium 10).”

    Das Jesulein am Kreuze, Hände und Füsse mit Nägeln durchbohrt, mit Dornen gekrönt, die Seite durchbohrt, den Körper zerschunden, künstlerisch mit roter Farbe gestaltet, ist für viele Christen DAS Zeichen ihres Glaubens.

    Wer hier die kaum zu steigernde Gewalt nicht sieht, hat wahrlich eine christliche Gehirnwäsche erhalten. Als der Christ meiner Jugend habe ich darüber nicht nachgedacht, ich habe einfach geglaubt. Erst wer hinterfragt und nachdenkt wird sich bewusst, was er da eigentlich glaubt. Gut das es solche Seiten wie atheistundgut.de gibt.

    Reply

  161. Leguan’s avatar

    Hallo Dietmar,

    ich bin mir nicht sicher in welche Richtung du konkret mit deinem Beitrag hinsteuern möchtest, aber ich versuche mal mein Glück.

    Du hast einen Abschnitt von mir zitiert, aber die darauf folgende Sätze leider nicht ganz so intensiv gelesen.

    Ich sagte nämlich, dass natürlich auch im Neuen Testament Gewalt vorkommt, da Gewalt leider Teil des menschlichen Lebens ist. Der Großtzeil kommt allerdings im AT vor.

    Ich verstehe aber nicht, warum dich das so aufzuregen scheint. Wie Jesus zu Tode gekommen ist, konnten die damaligen Christen und erst recht nicht die heutigen Christen beeinflussen. Willst du etwa den Christen die damaligen römischen Kreuzigungspraktiken zum Vorwurf machen?

    Jesus ist nunmal gestorben wie er gestorben ist – das haben die Christen aufgegriffen und wird in den Kirchen dargestellt. Wie kann man jmd etwas zum Vorwurf machen, worauf er keinen Einfluss hat?

    Wäre es ohne Kreuz und ohne Blut aber mit Wattebäuschchen von Statten gegangen, würde man heute in den Kirchen Jesus mit Wattebäuschchen sehen. Die Gewalt ging doch nicht von den Christen aus. Vielmehr hat Jesus die Gewalt verurteilt.

    Die zentrale Figur des christlichen Glaubens ist durch Gewalt zu Tode gekommen. Ich habe keine Ahnung wie man das als Argument gegen das Christentum anführen kann.

    Sollten man den Schwarzen Vorwürfe machen, weil Martin Luther King erschossen wurde? Sollten man die Juden als gewaltätig betiteln, weil sie zu Millionen im zweiten Weltkrieg umgebracht worden sind? Es gibt noch mehrere Beispiele, aber ich denke die sind nicht nötig.

    Der christliche Glaube ruft nicht zur Gewalt auf, sonder zum Frieden und Nächstenliebe (Das der christl. Glaube zu gewalttäigen Zwecken missbraucht wurde ist klar – einfach meine ersten Beiträge lesen, da habe ich mich dazu geäußert). Wie schon gesagt: Der christliche Glaube ist nicht gewalttätig, allerdings gibt es im NT Gewalt unter anderem gegen Jesus selber.

    Wenn jmd mit diesem Grad der Gewalt nicht zurecht kommt, sollte derjenige lieber nicht den Fernseher einschalten oder ins Kino gehen. Sonst müsste er wohl bald in sämtliche Foren der Filmindustrie schreiben und dazu aufrufen nicht mehr fernzusehen

    Bei der Eucharistie handelt es sich natürlich um keinen kannibalischen Akt, wie du es versuchst polemisch darzustellen.

    Zur Eucharistie:

    Wie der Begriff “Eucharistie” schon sagt, handelt es sich um eine Danksagung. Ohne eine komplette Sakramentenlehre niederschreiben zu wollen, kann ich zumindest ein, zwei Worte dazu verlieren.

    Der Begriff “Leib” und “Blut” ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen. Zu Jesu Zeiten meinten die Juden damit explizit nicht der Körper, sondern vielmehr die Existenz als ganzes.

    Von daher sagen die Christen Jesu Dank, dass er sich geopfert hat, indem sie im Stile seines letzen Abendmahles vor seiner Kreuzigung, ein gemeinsames Mahl halten. Das hat nichts mir Kannibalismus zu tun, aber ich denke das du das in Wirklichkeit wusstet und nur poralisieren wolltest.

    (Das hoffe ich zumindest)

    Reply

  162. Tom’s avatar

    @Leguan
    Beim Nationalsozialsimus verwechselst Du etwas: Niemand redet davon, dass Gott etwas mit Nationalsozialismus, Kommunismus, Hitler, Stalin oder dem 2. Weltkrieg zu tun hatte. Fokussier nicht alles was ich sage auf den christlichen Gott. Es gibt auch andere Religionen. Und es entstehen auch immer wieder neue Religionen (OK, man nennt sie dann Sekten, aber was sind das anderes, als Religionen? Auch das Christentum begann als jüdische Sekte). Und die Nazis haben – übrigens anders als die Kommunisten (mit Ausnahme Nordkoreas) – ihre Ideologie in der Propaganda, der Wortwahl und den Riten zu einer Religion machen wollen. Das ist auch teilweise gelungen. Es gab Mensche (nicht wenige), die sie zu Hause einen “Altar” gebastelt hatten (mit Führerbild statt Kreuz und “Mein Kampf” statt Bibel, etc) und zu ihrem Führer gebetet haben. Das mag uns heute fast krank erscheinen, aber das gab es tatsächlich. So gesehen haben die Nazis es auch geschafft, ihre Ideologie zu einer (Ersatz-)Religion zu machen. Die Kommunisten haben das auc unter Stalin nie getan, da funktionierte die Propaganda anders. Wie gesagt: Niemand bringt den christlichen (oder welchen auch immer) Gott mit diesen Weltanschauungen in Verbindung.

    Kurz ein Exkurs zum Wort “Glauben”. Ich hab das hier schon mal irgendwann ausführlich geschrieben, daher jetzt nur kurz: Im Deutschen gibt es leider nur ein Wort für religiösen Glauben und jemandem glauben. In den meisten Sprachen gibt es da grundverschiedene Wörter (englisch zB faith and believe), daher kann man im Deutschen solche Beispiele bringen, wie Du es getan hast. Ich gebe Dir daher völlig Recht, wenn Du schreibst "Das Volk und die Soldaten der Sowietunion haben an Stalin GEGLAUBT.” Nur ist es eine “Schwäche” der deutschen Sprache, dass es nur das Wort “glauben” gibt und daher Dinge, wie “jemandem glauben” und “an Gott glauben” sprachlich nur schwer differenziert werden können, auch wenn es völlig verschiedene Dinge sind.

    Noch etwas zum Thema Intoleranz des (christlichen) Glaubens: Jeder religiöse Glaube ist per se intolerant. Geht gar nicht anders, denn wenn jemand meint, er habe die einzig Wahre Religion, den einzig wahren Glauben und den einzig wahren Gott, dann geht das mit Toleranz gegenüber Andersgläubigen oder Nichtgläubigen nicht zusammen. Und wenn jemand meint, andere missionieren zu müssen, anstatt sie mit ihrem Nichtglauben oder anderen Glauben glücklich sein zu lassen, dann ist das alles, aber nicht tolerant. Atheisten wollen übrigens nicht zum Atheismus “missionieren”, bestenfalls wollen wir diskutieren. Aber generell ist es uns Atheisten ziemlich wurscht, an was andere glauben, solange sie nicht meinen, mit ihrem Glauben uns ihre Moralvorstellungen oder ähnliches aufzuzwingen.

    Meinen Denkansatz zum Thema Bibel hast Du nicht richtig verstanden. Auch die 100 Erwachsenen, die sich im Bistum Magdeburg 2007 haben taufen lassen, sind mit der Bibel großgeworden. Sie sind im Kindergarten (oder spätestens in der Schule) mit der Bibel und den Geschichten daraus konfrontiert worden und daher ebenfalls von Kindesbeinen an daran gewöhnt. Es gibt leider nur wenig Menschen, denen es in der Kindheit komplett erspart wurde, mit religiösen Büchern konfrontiert zu werden. Aber die wenigen, die dieses Glück hatten und ein solches Buch erstmals im Erwachsenenalter in die Hand nehmen, sind von den Geschichten daran einigermaßen schockiert. Im übrigen: Wieviele (ungetaufte) erwachsene Menschen leben im Bistum Magdeburg? Wenn sich da 100 pro Jahr taufen lassen, ist das keine allzu beeindruckende Zahl. Wieviele sind im gleichen Zeitraum aus der Kirche ausgetreten? ;)

    Reply

  163. Tom’s avatar

    @Leguan
    Noch einige Anmerkungen zu Deiner Antwort auf Dietmar.
    Du scheinst zu denken, dass wir Atheisten alles Böse dem Christentum zuschieben. Wenn ich davon rede, dass die Nazis ihre Ideologie zu einer Ersatzreligion machen wollten und das auch teilweise geschafft haben, dann ist das eine unter Historikern unbestrittene Tatsache. Wenn ich den 2. Weltkrieg in diesem Zusammenhang als Glaubenskrieg einstufe, ist das sicher eine sehr streitbare Aussage. Aber mit all diesen Aussagen habe ich nie dem Christentum die Schuld daran gegeben. Mit keinem Wort. Sondern bestenfalls auf die Gefahr hingewiesen, die der Glaube an sich mit sich bringen kann. Die schlimmsten Verbrechen des 2. Weltkriegs wären kaum geschehen, wenn die Täter nicht an den Nationalsozialismus geglaubt, nicht an Hitler als gottgleichen Führer geglaubt hätten.

    Das gleiche gilt für Dietmars Ausführungen. Wenn er auf die Grausamkeit des Kreuzes und der Folterungen Jesu hinweist, dann hat er doch daran den Christen keine Schuld gegeben. Sondern er wirft die Frage auf, wie es sein kann, dass man einen Gott “lieb” und “barmherzig” etc nennt, wenn er seinen eigenen Sohn so zu Tode quälen lässt.

    Wenn ein Mensch behauptet, Dich über alles zu lieben, aber Dir gleichzeitig schwerste, grausame Strafen bis zum Tod (und darüber hinaus) androht, wenn Du nicht auf ihn hörst, wirst Du mit diesem Menschen wahrscheinlich nicht viel zu tun haben wollen. Wenn allerdings der christliche Gott dieses tut, ist es für Christen aus irgendeinem – für uns Atheisten unerfindlichen – Grunde normal und in Ordnung. Darauf wollte Dietmar, wenn ich ihn richtig verstanden habe, hinweisen.

    Im übrigen stellt sich mir natürlich auch die Frage, wenn Gott allmächtig ist, warum musste dann sein Sohn so grausam für die Sünden der Menschen sterben? Die Sünden hätte Gott doch in seiner Allmacht auch einfach so tilgen können… Das er es so getan hat, wie die Christen glauben, spricht für mich dafür, dass Gott entweder ein abartiger Sadist ist oder dass es ihn nicht gibt. Ich tendiere zu letzterem.

    Dass die Eucharistie kein echter Kanibalismus ist, ist allen klar. Aber so wie Du erklären kannst, was damit gemeint sein soll, kann ich Dir antworten: Für mich ist es widerwärtig, wenn man mir etwas zu Essen gibt und sagt “dies ist mein Leib” und wenn man mir danach etwas zu Trinken gibt und sagt “dies ist mein Blut”, dann finde ich das schon irgendwie pervers. Sorry, will niemanden beleidigen, aber diese Formulierungen sind grausam und abartig. Man kann doch auch gemeinsam essen und Dank sagen, ohne es so zu formulieren!

    Reply

  164. Leguan’s avatar

    @Tom

    Es ging darum, dass du gesagt hast, dass man nur daran glauben kann wenn man von Kindesbeinen an den Glauben gewöhnt wurde.

    Deswegen habe ich das Beispiel mit den Erwachsenentaufen gebracht. Es ging mir in keinster Weise um einen Vergleich zwischen Kirchenaustritten und Taufen – ich wollte lediglich deine oben beschriebene Aussage entkräften.

    Natürlich ist die Chance relativ hoch, dass sie mit dem Christentum in Kontakt gekommen sind – in welchem Maße kannst du und ich nicht nachvollziehen. Genauso komme ich mit dem Islam in Kontakt – deswegen bin ich noch lange nicht zu demselben konvertiert.

    Fakt ist allerdings, dass sich auch Erwachsene zum Christentum entscheiden. Wenn ich deiner Formulierung folge, wurden sie nicht als Kinder “indoktriniert”, sonst wären sie auch als Kinder getauft worden.

    Somit ist die Aussage, dass nur Menschen die als Kinder zum “Glauben gezwungen” wurden an Gott glauben falsch.

    Noch kurz was zum Glaubensbegriff.

    Mit deinen Ausführungen betreffend der Mangelhaftigkeit der deutsche Sprache betreffend, stimme ich überein.

    Ich habe den zweiten Weltkrieg aufgegriffen, um zu verdeutlichen, dass es auch Kriege geben kann, die nicht religiös motviert sind – und der zweite Weltrkieg ist der brutalste den die Geschichte gesehen hat. Einige Atheisten haben nämlich ständig von Kriegen gesprochen die durch die Religion ausgelöst wurden – ich wollte lediglich Gegenbeispiele nennen.

    Ich habe erklärt warum der zweite Weltkrieg nicht durch Religionen ausgelöst wurde. Daraufhin hast du dich auf den Glaubensbegriff versteift und wolltest mich überzeugen, dass der Krieg zwar nichts mit Gott, aber mit Glauben zu tun hat.

    Was ich bis jetzt aber noch immer nicht verstehe, wie dein Glaubensbegriff in diesem konkreten Falle in diese Diskussion passt. Ein Atheist glaubt nicht an die Existenz von Gott/Göttern. Der zweite Weltkrieg wurde nicht durch einen Glauben an Gott/Götter ausgelöst bzw geführt. Damit wäre mein Punkt bestätigt.

    Der zweite Weltkrieg wurde durch eine Ideologie begonnen, die Gott verneint bzw. aus den Zentrum verbannt und die Ideologie ins Zentrum rückt. Wenn ich den Argumentationsverlauf der meisten Atheisten hier folgen würde, könnte ich behaupten, dass der zweite Weltkrieg atheistischen Ursprungs ist.

    Ich denke im übrigen, dass es durchaus Menschen geben soll, für die der Atheismus eine Ersatzreligion geworden ist.

    Bsp.: Seite 1 Valentin am 10. Sep 2007 um 16:35

    “Heil dem allmächtigen Atheistus! Preiset und ehret ihn!

    Physik regelt!”

    Es soll auch Menschen geben, die mit Bussen durch Städte fahren mit atheistischen Slogans auf der Seite und Zwischenstops einlegen und Flyer verteilen.
    Also mir kommt da auch der Begriff der “Missionierung” in den Sinn.

    Reply

  165. Leguan’s avatar

    @Tom

    Es ging darum, dass du gesagt hast, dass man nur daran glauben kann wenn man von Kindesbeinen an den Glauben gewöhnt wurde.

    Deswegen habe ich das Beispiel mit den Erwachsenentaufen gebracht. Es ging mir in keinster Weise um einen Vergleich zwischen Kirchenaustritten und Taufen – ich wollte lediglich deine oben beschriebene Aussage entkräften.

    Natürlich ist die Chance relativ hoch, dass sie mit dem Christentum in Kontakt gekommen sind – in welchem Maße kannst du und ich nicht nachvollziehen. Genauso komme ich mit dem Islam in Kontakt – deswegen bin ich noch lange nicht zu demselben konvertiert.

    Fakt ist allerdings, dass sich auch Erwachsene zum Christentum entscheiden. Wenn ich deiner Formulierung folge, wurden sie nicht als Kinder “indoktriniert”, sonst wären sie auch als Kinder getauft worden.

    Somit ist die Aussage, dass nur Menschen die als Kinder zum “Glauben gezwungen” wurden an Gott glauben falsch.

    Noch kurz was zum Glaubensbegriff.

    Mit deinen Ausführungen betreffend der Mangelhaftigkeit der deutsche Sprache betreffend, stimme ich überein.

    Ich habe den zweiten Weltkrieg aufgegriffen, um zu verdeutlichen, dass es auch Kriege geben kann, die nicht religiös motviert sind – und der zweite Weltrkieg ist der brutalste den die Geschichte gesehen hat. Einige Atheisten haben nämlich ständig von Kriegen gesprochen die durch die Religion ausgelöst wurden – ich wollte lediglich Gegenbeispiele nennen.

    Ich habe erklärt warum der zweite Weltkrieg nicht durch Religionen ausgelöst wurde. Daraufhin hast du dich auf den Glaubensbegriff versteift und wolltest mich überzeugen, dass der Krieg zwar nichts mit Gott, aber mit Glauben zu tun hat.

    Was ich bis jetzt aber noch immer nicht verstehe, wie dein Glaubensbegriff in diesem konkreten Falle in diese Diskussion passt. Ein Atheist glaubt nicht an die Existenz von Gott/Göttern. Der zweite Weltkrieg wurde nicht durch einen Glauben an Gott/Götter ausgelöst bzw geführt. Damit wäre mein Punkt bestätigt.

    Der zweite Weltkrieg wurde durch eine Ideologie begonnen, die Gott verneint bzw. aus den Zentrum verbannt und die Ideologie ins Zentrum rückt. Wenn ich den Argumentationsverlauf der meisten Atheisten hier folgen würde, könnte ich behaupten, dass der zweite Weltkrieg atheistischen Ursprungs ist.

    Ich denke im übrigen, dass es durchaus Menschen geben soll, für die der Atheismus eine Ersatzreligion geworden ist.

    Bsp.: Seite 1 Valentin am 10. Sep 2007 um 16:35

    “Heil dem allmächtigen Atheistus! Preiset und ehret ihn!

    Physik regelt!”

    Es soll auch Menschen geben, die mit Bussen durch Städte fahren mit atheistischen Slogans auf der Seite und Zwischenstops einlegen und Flyer verteilen.
    Also mir kommt da auch der Begriff der “Missionierung” in den Sinn .

    Reply

  166. Tom’s avatar

    @Leguna

    Du schreibst: “Es ging darum, dass du gesagt hast, dass man nur daran glauben kann wenn man von Kindesbeinen an den Glauben gewöhnt wurde. Deswegen habe ich das Beispiel mit den Erwachsenentaufen gebracht. Es ging mir in keinster Weise um einen Vergleich zwischen Kirchenaustritten und Taufen – ich wollte lediglich deine oben beschriebene Aussage entkräften.”

    Das ist Dir nicht gelungen, denn wie ich schon gesagt habe, handelt es sich hier mit Sicherheit um Menschen, die ebenfalls seit ihrer Kindheit mit den Geschichten der Bibel aufgewachsen sind und daher von Kindesbeinen an daran gewöhnt sind.

    Weiter: “Genauso komme ich mit dem Islam in Kontakt – deswegen bin ich noch lange nicht zu demselben konvertiert.”

    Stimmt, denn Du bist nicht seit dem Kindergarten mit dem Koran aufgewachsen, sondern mit der Bibel und dem Christentum. Das ist ja auch ein Punkt der Atheisten: Warum werden die Menschen hier zB nicht Moslems? Oder warum werden die Menschen im Iran nicht Christen oder Juden? Weil sie von Kindesbeinen an an ihr “Heiliges Buch” und die entsprechende Religion gewöhnt werden (also indoktriniert werden). Von daher bestätigst Du das atheistische Argument, dass die frühkindliche Indoktrinierung mit einer Religion das Kind beeinflusst und die freie Wahl behindert.

    Weiter: “Fakt ist allerdings, dass sich auch Erwachsene zum Christentum entscheiden. Wenn ich deiner Formulierung folge, wurden sie nicht als Kinder "indoktriniert”, sonst wären sie auch als Kinder getauft worden.”

    Nein, Du scheinst nicht ganz zu verstehen, was ich meine. Die Indoktrinierung findet ja nicht unbedingt zu Hause statt, sondern im (kirchlichen) Kindergarten, in der Schule (Religionsunterricht) usw. Ich komme aus einer Familie, in der Religion kein Thema war (weder pro noch kontra), trotzdem wurde ich seit frühester Kindheit von all den Geschichten des Christentums beeinflusst, ob ich wollte oder nicht.

    Und dann neues Thema: “Ich habe den zweiten Weltkrieg aufgegriffen, um zu verdeutlichen, dass es auch Kriege geben kann, die nicht religiös motviert sind – und der zweite Weltrkieg ist der brutalste den die Geschichte gesehen hat. Einige Atheisten haben nämlich ständig von Kriegen gesprochen die durch die Religion ausgelöst wurden – ich wollte lediglich Gegenbeispiele nennen.”

    Das war unnötig, denn ich hab schon in meiner ersten Antwort auf Deine Kommentare klar gesagt, dass niemand behauptet, alle Kriege hätten aus Glaubensgründen stattgefunden oder dass es ohne Religion keine Kriege gegeben hätte. Hat niemand hier behauptet, daher brauchst Du etwas, das hier niemand sagt auch nicht zu widerlegen ;)

    Weiter: “Ich habe erklärt warum der zweite Weltkrieg nicht durch Religionen ausgelöst wurde. Daraufhin hast du dich auf den Glaubensbegriff versteift und wolltest mich überzeugen, dass der Krieg zwar nichts mit Gott, aber mit Glauben zu tun hat.”

    Ich habe nie behauptet, dass der 2. Weltkrieg durch Religion ausgelöst wurde. Allerdings bei meinen Ausführungen zum Thema Glaube bleibe ich. Ich halte den (nicht hinterfragbare, meist religiösen) Glauben für eine große Gefahr.

    Weiter: “Ein Atheist glaubt nicht an die Existenz von Gott/Göttern. Der zweite Weltkrieg wurde nicht durch einen Glauben an Gott/Götter ausgelöst bzw geführt. Damit wäre mein Punkt bestätigt.”

    Nein. Die Nazi-Zeit ist ein Hobby von mir, hat mich immer sehr interessiert und ich hab wohl so ziemlich alles gelesen, was halbwegs ernsthafte Historiker dazu geschrieben oder verfilmt haben. Zunächst lehnt ein Atheist nicht bloß den Glauben an Götter ab, sondern generell alles Übernatürliche. Die Tatsache, dass sich Hitler als der Messias des deutschen Volkes in Szene gesetzt hat und die Propaganda darauf eine Pseudoreligion entwickelt hat, in der “Gott” durch “Vorsehung” ersetzt wurde, spricht für sich. Die Menschen haben das geglaubt (viele, natürlich nicht alle). es hat funktioniert.
    Ausgelöst wurde der 2. Weltkrieg durch die Wahnideen Hitlers, nur um das ganz deutlich zu sagen. Aber die Grausamkeit, mit der er geführt wurde und auch der Holocaust, sind in meinen Augen nur durch die Fanatisierung der Massen möglich geworden. Und diese Fanatisierung erreicht keine einfache Ideologie, dafür braucht es Glauben im religiösen Sinne.

    Weiter: “Der zweite Weltkrieg wurde durch eine Ideologie begonnen, die Gott verneint bzw. aus den Zentrum verbannt und die Ideologie ins Zentrum rückt.”

    Ich würde es so formulieren: Der zweite Weltkrieg wurde durch eine Ideologie begonnen, die Gott ersetzt hat durch eine Pseudo- oder Ersatzreligion, die in der Lage war, die Menschen zu fanatisch genug zu machen für Hitlers Wahnideen.

    Neues Thema: “Ich denke im übrigen, dass es durchaus Menschen geben soll, für die der Atheismus eine Ersatzreligion geworden ist.”

    Das sind aber keine Atheisten, auch wenn sie sich so nennen mögen.

    Weiter: “Bsp.: Seite 1 Valentin am 10. Sep 2007 um 16:35
    "Heil dem allmächtigen Atheistus! Preiset und ehret ihn!
    Physik regelt!”

    Du hast doch hoffentlich gemerkt, dass dies ein ironischer Kommentar war, oder?

    Und zum Schluß: “Es soll auch Menschen geben, die mit Bussen durch Städte fahren mit atheistischen Slogans auf der Seite und Zwischenstops einlegen und Flyer verteilen.”

    Also religiöse Slogans trifft man an jeder Ecke, da ist es doch OK, wenn auch Atheisten ihre Denkanstöße geben.

    “Also mir kommt da auch der Begriff der "Missionierung” in den Sinn”

    Wenn Du ein paar Werbebotschaften auf Bussen schon als Missionieren bezeichnest, was sind dann erst wöchentlich im Fernsehen übertragene Gottesdienste, Religionsunterricht, kirchliche Kindergärten usw?

    Reply

  167. Leguan’s avatar

    @Tom

    Was das Thema des Nationalsozialismus angeht:

    Ich habe immer noch nicht verstanden, warum du mir deine Argumente in dieser Form darlegst. Du erzählst mir wie Menschen, ihren Gottglauben gegen einen anderen Glauben (Götzenglauben) eintauschen und damit in den Untergang gehen. Damit spielst du mir als gottgläubigen doch nur in die Hände. Den Menschen fehlt der Glaube an Gott und der alternative Glaube (ohne Gott) führt sie in den Ruin.

    Mir fallen ein paar Sachen an deiner Argumentation negativ, die wissenschaftlich unsauber sind. Die solltest du, wenn du quasi Hobbyhistoriker bist abstellen um glaubwürdiger zu sein.

    Das meine ich nicht als Beleidigung, sondern als ernste Anmerkung.

    Und zwar solltest du bestimmte Annahmen, besonders wenn du deinen Gegenüber damit involvierst, lassen – bis du sie überprüft hast.

    Wie kommst du zu der Annahme, dass ich in einem christlichen Haushalt aufgewachsen bin? Woher denkst du zu wissen, dass ich in einen konfessionellen Kindergarten gegangen bin und woher willst du wissen wie die 100 Erwachsenen, die sich haben taufen lassen, ihre Kindheit auch so verbracht haben?

    Nehmen wir mal zum Spaß an, es wäre so. Dann haben wir uns von der anfänglichen “Indoktrinierung” wie sie in den Atheistischen Beiträgern vorher angesprochen wurden ziemlich entfernt. Nun sind wir bei Kindergärten, die an das Christentum und die Bibel heranführen – keine Ahnung was ihr für Kindergärten kennt, ich höre sowas zum ersten mal.

    Falls du allerdings Nikolaus- und Weihnachtsfeiern meinst, dann gebe ich dir recht. Auf sowas trifft man in Kindergärten, Schulen und der ganzen Welt. Unsere Geselschaft hat nunmal christliche Wurzeln, das lässt sich nicht ändern – dabei von Indoktrinierung zu sprechen, scheint mir ein wenig überspitzt.

    Bei den Gottesdiensten im Fernsehn handelt es sich übrigens extra im Sendungen die speziel für Menschen ausgestrahlt werden, die gerne in die Kirche würden, es aber nicht können. Z.B alte gebrechliche Menschen, Schwerbehinderte und Schwerkranke. Ich hoffe doch, dass du ihnen diese Freude gönnst.
    Den Religionsuntericht an deutschen Schulen gibt es, weil es der deutsche Staat es wollte – nicht weil es die Kirchen es wollten. Früher war die Kirche der Träger der Bildung, der bis ins 19 Jhd Kinder unterrichtete. Der Kirche wurde dann allerdings das Recht dazu entzogen. Übrigens haben arme Kinder haben die Bildung kostenlos erhalten – aber das kann man natürlich auch wieder ins negative drehen – natürlich wollte die Kirche nur Missionieren.

    Genauso wie die Kindergärten auch nur zur Missionierung da sind. Die 90.000 Hilfprojekte von Misereor von der kath Kirche seit 1958, die Menschen der dritten Welt mit Medizin und Nahrung versorgen natürlich auch. Die zig anderen Hilfprogramme der anderen Kirchen könnte ich auch noch aufzählen – alles Missionierung.

    Der letzte Abschnitt war übrigens auch Sarkasmus. Mir scheint, dass hier in dem Forum alle nur den Feind in den Kirchen und Religionen sehen. Die positiven Aspekte werden auch wieder direkt ins negative verdreht und als Missionierung gewertet. Das hat schon Fundamentalistischen Charakter. Die Islamisten töten übrigens mit demselben Argument Leute
    vom roten Kreuz – weil Kreuz = Missionierung.

    Vll könnt ihr mir die Hilfsprojekte von Gruppen die sich bewusst als Atheisten präsentieren in der dritten Welt und in Katastrophengebieten aufzählen? Oder aber wieviele Kindergärten von ihnen eröffnet wurden? Ich finde es relativ einfach die Leistungen der Kirchen als Missionierung zu diffamieren, aber selber nichts zu machen.
    Mit der Taktik kann man alles und jeden schlecht machen. Ist das effektiv? Ja. Ist das aber fair? Absolut nein.

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  168. Tom’s avatar

    @Leguan

    Du schreibst: “Ich habe immer noch nicht verstanden, warum du mir deine Argumente in dieser Form darlegst. Du erzählst mir wie Menschen, ihren Gottglauben gegen einen anderen Glauben (Götzenglauben) eintauschen und damit in den Untergang gehen. Damit spielst du mir als gottgläubigen doch nur in die Hände.”
    Du hast das Grundprinzip des Atheismus nicht verstanden. Mir als Atheist ist es egal, an was die Leute glauben. Ich bin gegen den Glauben an Übernatürliches insgesamt. Mir ist es egal, ob es Gott, Allah, Manitu oder sonst was für ein Gott oder Götze ist. Der Glaube an sich ist gefährlich. Auch der christliche Glaube hat viel Leid und Elend gebracht. Der Glaube kann die Menschen fanatisieren und damit gefährlich machen. Auch der christliche. Ich unterstelle Dir nicht, dass Du gefährlich bist. Auch nicht, dass es alle Gläubigen sind. Ich weise nur auf die Gefahr hin, die im Glauben nun mal steckt.

    Weiter: “Den Menschen fehlt der Glaube an Gott und der alternative Glaube (ohne Gott) führt sie in den Ruin.”
    So könnte man auch argumentieren, dass den ersten Christen, die vom Judentum zum Christentum konvertierten und dann in den Arenen der Römer den Löwen zum Fraß vorgeworfen wurden, der wahre Glaube (in diesem Falle das Judentum) fehlte und sie daher in den Ruin gingen. Das meine ich auch mit Intoleranz des Christentums. Es ist alles nur eine Frage der Betrachtung. Und wenn man an etwas anderes glaubt, als an das Christentum, dann kommen die gleichen Argumente, wie Du sie auch bringst, nur eben nicht mit Jesus als wahrer Glaube sondern zB mit Mohamed. Jede Religion hält sich für die einzig richtige.

    Nächstes Thema: “Wie kommst du zu der Annahme, dass ich in einem christlichen Haushalt aufgewachsen bin? Woher denkst du zu wissen, dass ich in einen konfessionellen Kindergarten gegangen bin und woher willst du wissen wie die 100 Erwachsenen, die sich haben taufen lassen, ihre Kindheit auch so verbracht haben?”
    Sicher kann ich das natürlich nicht wissen. Aber ich kann nach der Wahrscheinlichkeitsregel von Folgendem ausgehen: Du und die anderen 100 Frischgetauften seid wahrscheinlich in einem christlichen Umfeld (zB Deutschland) aufgewachsen. Und so wie ich auch, seid ihr von frühester Kindheit an an die Geschichten der Bibel gewöhnt worden. Selbst, wenn das nicht zu Hause stattfand. Mein Kind wird zu Hause nicht mit Religion konfrontiert, trotzdem bringt es die Geschchiten aus der Schule mit und erzählt, die Bibel wäre ein Gesetzbuch. Der Lehrer sagt es, das 9-jährige Kind glaubt es, weil die Fähigkeit zum wirklich kritischen Hinterfragen noch nicht ausgeprägt ist bei kleinen Kindern. Wenn ich dann die Bibel aufschlage und frage, warum man denn einen Homosexuellen steinigen solle, dann fängt das Kind an nachzudenken. (Klar, jetzt klammerst Du das AT wieder für Dich aus). Es sollte auch nur ein Beispiel sein, wie Kinder in einem zB christlichen Umfeld indoktriniert und beeinflusst werden, ob man will oder nicht. In anderen Religionen ist das noch schlimmer, zB im Islam.

    Und weiter: “Nun sind wir bei Kindergärten, die an das Christentum und die Bibel heranführen – keine Ahnung was ihr für Kindergärten kennt, ich höre sowas zum ersten mal.”
    Ich nicht. Ich kann mich noch gut erinnern, wie uns im Kindergarten Märchen vorgelesen wurden (auch als Märchen und Fanatasie erkennbar) und wie uns von Jesus und seinen Jüngern erzählt wurde (allerdings ohne dies als Märchen zu bezeichnen, sondern mit dem Hinweis, dass dies tatsächlich so war). Wenn das keine Indoktrinierung ist, was ist es dann?

    Neues Thema: “Bei den Gottesdiensten im Fernsehn handelt es sich übrigens extra im Sendungen die speziel für Menschen ausgestrahlt werden, die gerne in die Kirche würden, es aber nicht können. Z.B alte gebrechliche Menschen, Schwerbehinderte und Schwerkranke. Ich hoffe doch, dass du ihnen diese Freude gönnst.”
    Ich gönne ihnen jede Freude der Welt! Aber ich habe Einwände:
    1. Wenn die Kirchen ihre Eigenwerbung von Nächstenliebe und Fürsorge ernst nähmen, dann könnte sie auch diese Menschen erreichen, ohne das anonyme Fernsehen zu nutzen. Jede Kirche hat Autos. Ein Pastor könnte ohne weiteres jemanden mit dem VW-Bus seiner Kirche losschicken und die Kranken zu Hause abholen und in die Kirche bringen lassen. Er könnte nach dem Gottesdienst in die Pflegeheime und Krankenhäuser gehen und dort eine Messe für die dortigen Gläubigen lesen. Ist alles möglich! Ich weiß, wovon ich spreche, ein alter Freund der Familie ist Pastor und er hat genau das in seiner Gemeinde getan. Da brauchte niemand den Gottesdienst im Fernsehen. Da ging es persönlich. Und jeder Pastor, der seinen Job ernst nimmt, sollte es genau so machen.
    2. Wenn die Kirche schon das Fernsehen nutzen will, dann soll sie wie jede andere Organisation für die Sendezeit bezahlen. Warum soll ich und andere Atheisten für einen Gottesdienst im öffentlich rechtlichen Fernsehen Rundfunkgebühren bezahlen? In diesem Zusammenhang: Wie würdest Du es finden, wenn ab sofort jeden Freitagabend das moslimische Freitagsgebet im ZDF übertragen würde?

    Weiter: “Den Religionsuntericht an deutschen Schulen gibt es, weil es der deutsche Staat es wollte – nicht weil es die Kirchen es wollten.”
    Die Kirchen wollten es nicht??? Wenn morgen der Religionsunterricht gestrichen würde, dann wäre der Aufschrei der Kirchen riesig! Hier hat die Regierung, selbst wenn sie gegen den Reli-Unterricht wäre, ein Problem. Sie würde potenzielle Wähler verärgern. Die Kirchen sind – genauso wie Gewerkschaften etc – eine mächtige Lobbygruppe in Deutschland, mit der sich eine Regierung nur ungern streitet.

    Weiter zum Thema: “Früher war die Kirche der Träger der Bildung, der bis ins 19 Jhd Kinder unterrichtete.”
    Stimmt.

    Aber: “Der Kirche wurde dann allerdings das Recht dazu entzogen.”
    Stimmt nicht. Es gibt immer noch kirchliche und Klosterschulen. Der Staat hat lediglich irgendwann eigene Schulen eröffnet und eine Schulpflicht eingeführt, damit alle Kinder lesen und schreiben lernen und nicht nur die, die sich den Besuch einer kirchlichen Schule leisten konnten. Nicht vergessen: Der Unterricht der Kirchen kostete immer Geld und nur Reiche und Adlige konnten es sich leisten, ihre Kinder in die Schulen der Kirchen und Klöster zu schicken!

    Weiter: “Übrigens haben arme Kinder haben die Bildung kostenlos erhalten”
    Das müsstest Du mir mal erklären und belegen. Es mag Ausnahmen gegeben haben, in denen arme Kinder kostenlos unterrichtet wurden. Aber die Masse war bis zur Einführung der Schulpflicht und der staatlichen Schulen Analphabeten. Das beißt sich ein wenig mit der kostenlosen Bildung für alle armen Kinder.

    Nächstes Thema: “Genauso wie die Kindergärten auch nur zur Missionierung da sind. Die 90.000 Hilfprojekte von Misereor von der kath Kirche seit 1958, die Menschen der dritten Welt mit Medizin und Nahrung versorgen natürlich auch.”
    NIcht polemisch werden bitte. Mir ist es egal, ob die Projekte zuerst helfen wollen oder zuerst missionieren. Streitbare Frage übrigens. Was mich aber stört bei all dem ist, dass die Kirchen entsetzlich reich sind, aber kein eigenes Geld in die Hand nehmen für diese Hilfsprojekte. Die werden aus Spenden finanziert, nicht aus kircheneigenen Mitteln. Damit “verwaltet” die Kirche lediglich die Hilfsbereitschaft der Menschen, hilft aber nicht wirklich selbst. Und über die Art der Hilfe kann man auch streiten: Es ist gut, Menschen Nahrung und Medikamente zu geben, aber ihnen gleichzeitig Kondome zu verbieten in Regionen, in denen die HIV-Rate bei 50% liegt, ist nicht mehr ganz so gut…

    Neues Thema: “Mir scheint, dass hier in dem Forum alle nur den Feind in den Kirchen und Religionen sehen. Die positiven Aspekte werden auch wieder direkt ins negative verdreht und als Missionierung gewertet.”
    Nein, hier ist niemand radikal. Aber es gibt mir zu Denken, wenn Du Kritik so siehst. Wir kritisieren die Kirchen da, wo es angebracht ist. Hier wurde mal eine Diskussion geführt, in der jemand die Kirchen für ihr soziales Engagement in Deutschland gelobt hat. Als ihm dann anhand von Zahlen aus den Jahresberichten einiger Diaziösen (also offizielle Zahlen der Kirchen selbst) nachgewiesen wurde, dass die Kirchen mit Pflegeheimen, Kindergärten etc Gewinn machen (also kaum sozialer Zweck) und nur wenige % der Kirchensteuereinnahmen tatsächlich in karikative Zwecke fließt (sprich über 90% verschwinden im Verwaltungsapparat der Kirchen und mehren nur deren Reichtum), da wechselte er das Thema. Wie gesagt, diese Dinge kritisiere ich und die Zahlen sind vorhanden und öffentlich nachprüfbar. Bei solchen eindeutigen Zahlen fällt es mir schwer, die Kirchen für sozial oder ähnliches zu halten. Sie sind steinreich (sei ihnen gegönnt), mehren ihren Reichtum, anstatt ihn sozial zu verwenden (sei ihnen auch gegönnt) und erzählen gleichzeitig, wie sozial und unentbehrlich sie doch seien (das sei ihnen dann von mir nicht gegönnt).

    Und dann: “Das hat schon Fundamentalistischen Charakter. Die Islamisten töten übrigens mit demselben Argument Leute”
    Nein. Islamisten töten, weil ihnen ihre Religion das sagt. Am Rande mal eine Frage, die mir hier noch kein Gläubiger beantworten konnte. Mal sehen, ob Du dieser Frage auch ausweichst, oder ob Du eine Antwort hast: Es gibt Menschen, die aus religiösen Gründen bereit sind, sich selbst und die verhassten Ungläubigen zu töten. Ich rede von islamischen Selbstmordattentätern. Kannst Du mir dazu ein Äquivalent nennen, wann Atheisten dies für ihren Atheismus (für den Atheismus, nicht für irgendeine andere Ideologie oä) getan haben?

    Weiter: “Vll könnt ihr mir die Hilfsprojekte von Gruppen die sich bewusst als Atheisten präsentieren in der dritten Welt und in Katastrophengebieten aufzählen? Oder aber wieviele Kindergärten von ihnen eröffnet wurden?”
    Das ist schwierig, weil es eigentlich keine nennenswerten atheistischen Organisationen gibt. Atheisten vereinigen sich nicht aufgrund ihres Atheismus, sondern aufgrund anderer Interessen und da können dann auch Gläubige dabei sein. Was in der Praxis dann auch so der Fall ist.
    Aber andererseits gibt viele nichtkirchliche Kindergärten oder auch Hilfsorganisationen. ZB Ärzte ohne Grenzen oder ähnliche.

    Und zuletzt: “Ich finde es relativ einfach die Leistungen der Kirchen als Missionierung zu diffamieren, aber selber nichts zu machen.”
    Du hättest Recht, wenn es so wäre. Aber es spenden nicht nur Gläubige, sondern auch Ungläubige. Und dieses Geld ist es, mit dem Rotes Kreuz usw ihre Hilfsprojekte durchführen.
    Am Rande: Ich hab das hier schon mehrmals erwähnt, wenn dieser Vorwurf von Gläubigen kam: Ich habe selbst Anfang der 90er eine eigene humanitäre Hilfsaktion gergündet und durchgeführt. Dabei habe ich Kinderheime im danals bettelarmen und hungernden Russland mit Hilfsgütern beliefert, Krankenhäusern dort Medikamente und Einwegspritzen beschafft und einem Jungen, der ansonsten erbindet wäre eine Operation in Deutschland organisiert. Heute studiert der Junge an der Uni.

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  169. Leguan’s avatar

    @Tom
    Mir ging es bei dem Beispiel des Kommunismus/Nationalsozialismus darum aufzuzeigen, das der schlimmste Konflikt der Menscheitsgeschichte (andere Beispiele hatte ich auch genannt) nicht durch eine Religion und durch den Glauben an einen Gott motiviert war.
    Das sollte ein Gegenbeispiel sein, für die Konflikte die immer von Atheisten genannt werden. Auch wenn du es Pseudoreligion nennen magst, Religion im konfessionellen Sinne auf Gott ausgerichtet ist es nunmal nicht. Im Zentrum stand eine von menschenhand kreirte Ideologie – daran ist nichts übernatürliches.

    Anderes Thema:

    Deine humanitäre Hilfe in allen Ehren – die möchte ich dir gar nicht absprechen. Aber du bist eine einzelne Person – ich habe bewusst von atheistischen Organisationen gesprochen.

    Und natürlich gibt es auch nichtchristliche Organisationen die tolle Arbeit in diesen Bereichen leisten z.B. nichtkonfessionelle, oder aber jüdische, muslimische usw.

    Wie du schon erwähnt hast gibt es bei den nichtkonfessionellen Gruppen aber auch Christen, Muslime usw. Bei den kirchlichen Organisationen durfte der Prozentsatz an bewussten Atheisiten deutlich kleiner sein. Deswegen kann man die nichtkirchlichen Gruppen nicht als atheistische Organisationen bewerten. Wenn man das tun würde, könnte ich ja im Gegenzug auch sagen, dass alle nichtchristlichen Sendungen im Fernsehen atheistische sind. Was ich aber nicht tue ;)

    Die Zahlen über den Haushalt der katholischen Kirche und das sie den Großteil nicht sinnvoll einsetzt interessieren mich. Ich persönlich kenne keine Zahlen dazu. Wenn du mir eine entsprechende Quelle nennen kannst, überprüfe ich das gerne. Ansonsten stehe ich deiner Behauptung skeptisch gegenüber.

    Was den Pastor angeht, der persönlich zu den Leuten fahren soll… Ich glaube es liegt auf der Hand was effektiver ist. Über die Sendung werden zig tausende Leute innerhalb der 1 Sendestunde erreicht. Wenn der Pastor die selben Anzahl per Pkw erreichen will, ist er Wochen unterwegs.
    Des weiteren solltest du dich nochmal mit deinem Bekannten unterhalten. Momentan muss in der katholischen Kirche a) gespart werden b) sind nicht genug Priester da. 1 Priester muss teilweise in 3 Gemeinden die Messe halten – das ist in mehreren Bistümern der Fall (z.B. bei uns). Keine Chance für deinen Vorschlag bei der Zeitknappheit.

    Zum Reliunterricht:

    Es gab nicht immer eine staatliche Schulpflicht – erst ab dem 19 Jhd, eingeleitet durch die napoleonischen Gesetze. Das hatten vorher die Kirchen bzw Klöster gemacht – als “Ausgleich” wurde den Kirchen zugesprochen, dass es REligionsunterricht in den Schulen geben wird. Das wurde im Grundgesetz von 1948 der BRD durch den Artikel über die Religionsfreiheit bestätigt. Der deutsche Staat ist konfessionel neutral, aber in der Form, dass er religiösen Gruppen die möglichkeit bietet Religionsunterricht zu erteilen. Allerdings müssen die Lehrer staatlich an Unis ausgebildet werden und es muss von seiten der religiösen Gruppen ein einheiltliches Glaubenskonzept geben. Religionsunterricht ist kein Pflichtfach. Deswegen gab es wegen der verschiedenen teils zerstrittenen Islamgruppen keinen Islamunterricht.
    D.h. Religionsunterricht untersteht der Kontrolle des Staates und ist freiwillig. Wieso regen sich Atheisten darüber auf? Sollte nicht jeder Mensch die Wahl in Deutschland haben sich für Religion entscheiden zu dürfen? Die Christen versuchen umgekehrt nicht, die Atheisten in den Reliunterricht zu zwingen. Die Atheisten wollen es den religiösen Gruppen aber das Recht abspechen, indem der Relinunterricht durch _Ethik ersetzt werden soll.

    Was deine Frage mit Atheisten und das Töten angeht.

    Mir ist kein Fall bekannt bei dem ein Atheist für den Atheismus getötet hat. Allerdings haben fehlgeleitete Menschen für ihre Religion getötet. Ich habe kein Problem das zuzugeben und ich werde das auch nicht schön reden.

    Wobei ich übrigens dabei bleibe, dass die Islamisten Menschen aus Hilfsorganisationen töten, weil diese nach ihrerm Denken nicht helfen sondern nur missionieren wollen. Das Argument habe ich selber bei einem Selbstmordattentätervideo gehört. Diese Denkeweise haben Atheistien und Islamisten erschrecknderweise gemeinsam. Die Atheisten denken das wegen ihres “Unglaubens”, die Islamisten wegen ihrem verdrehten Glauben. Damit wir uns nicht missverstehen, ich denke nicht, dass ein Atheist deswegen töten würde – lediglich zeigt es, dass beide Gruppierungen in kirchlichen Hilforganisationen nur das “schlechte” sehen wollen – die Missionierung und nicht annehmen können, dass es um Hilfe für die Menschen geht.

    Genau darum geht es mir bei diesen Diskussionen auch – um eine differenzierte Sichtweise und die fehlt mir hier im Forum einfach. Das meinte ich als ich von atheistischen Fundamentalismus gesprochen habe. Bei dem Thema Religion werden immer nur die vermeindlichen negativen Themen angeprochen.
    Bei den Christen die Kreuzzüge/Hexenverbrennungen die hunderte Jahre zurückliegen und von der Kirche (insbesondere Papst Johannes Paul II) verurteilt wurden – das wurde hier im Forum nicht einmal erwähnt. Das die weltlichen Kräfte oft Initiato bei der Hexenverbrennung waren, wissen viele einfach nicht.
    Oder aber fanatische christliche Sekten in den USA die von der römisch katholischen und lutherischen protestantischen Kirche NICHT anerkannt sind. Beim Islam werden die Terrorristen angeführt. Diese “normalen” Christen und Muslime sind genauso über diese Gruppen geschockt wie die Atheisten selber. Von atheistischer Seite hört man aber immer gerne – auch in diesem Forum! “Typisch Christentum, Typisch Islam”. Deswegen sage ich “Nein”. Nicht typisch sondern die Ausnahme. Leider fallen diese extremen Beispiele nunmal in der Presse auf. Eine Nachricht wie “95% der Moslems möchten keine “Ungläubigen” umbringen” ist leider nicht sehr medienwirksam.

    Alles positive wird den religiösen Gruppen abgesprochen. Wenn man sagt sie engagieren sich bei humanitären Zwecken ist das Missionierung. Das der Glaube aber auch Menschen aus verschiedenen Schichten zusammenführt und den Menschen Halt bietet, wie es der Atheismus zum Beispiel nicht kann, wird nicht angesprochen.

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  170. Tom’s avatar

    @Leguna
    Du schreibst: “Mir ging es bei dem Beispiel des Kommunismus/Nationalsozialismus darum aufzuzeigen, das der schlimmste Konflikt der Menscheitsgeschichte (andere Beispiele hatte ich auch genannt) nicht durch eine Religion und durch den Glauben an einen Gott motiviert war.”
    Eine Religion braucht nicht zwangsläufig *einen*Gott. Es kann auch ein Götze oder mehrere Götter sein.

    Und dann: “Im Zentrum stand eine von menschenhand kreirte Ideologie – daran ist nichts übernatürliches.”
    Für uns Atheisten ist jede Religion von Menschenhand kreirt. Reine Phantasieprodukte. Egal, an was geglaubt wird, an Gott, Allah, Thor, Zeus oder die Waldfee.

    Neues Thema: “Deine humanitäre Hilfe in allen Ehren – die möchte ich dir gar nicht absprechen. Aber du bist eine einzelne Person – ich habe bewusst von atheistischen Organisationen gesprochen.”
    Und ich habe darauf geantwortet. Ich habe Dir erklärt, warum es keine nennenswerten atheistischen Organisationen gibt. Auch wenn ich das sehr bedaure, aber es ist eben so. Euch Gläubige sollte das eigentlich freuen ;)

    Und dann weiter: “Wie du schon erwähnt hast gibt es bei den nichtkonfessionellen Gruppen aber auch Christen, Muslime usw. Bei den kirchlichen Organisationen durfte der Prozentsatz an bewussten Atheisiten deutlich kleiner sein. Deswegen kann man die nichtkirchlichen Gruppen nicht als atheistische Organisationen bewerten.”
    Das hab ich auch nicht getan,wie Du gesehen haben solltest, wenn Du meinen Beitrag dazu aufmerksam gelesen hast.

    Nächstes Thema: “Die Zahlen über den Haushalt der katholischen Kirche und das sie den Großteil nicht sinnvoll einsetzt interessieren mich.”
    Ich hab jetzt ehrlich gesagt keine Lust, dies wieder rauszusuchen. Such mal hier im Forum, da war die Diskussion mit Bob. Ziemlich zu Anfang der dann später leider ziemlich unkonstruktiven Diskussion haben wir dieses Thema gehabt und da stehen die Kommentare und Links. Ich glaub, Dietmar hatte sie geschrieben. Du findest es schon, wenn Du suchst.

    Und unser nächstes Thema: “Was den Pastor angeht, der persönlich zu den Leuten fahren soll… Ich glaube es liegt auf der Hand was effektiver ist.”
    Bei der Seelsorge kann es doch nicht um Effektivität gehen, sondern darum, für die Menschen persönlich da zu sein! Und nicht, ihnen eine “Tele-Konserve” vorzusetzen.

    Weiter: “Über die Sendung werden zig tausende Leute innerhalb der 1 Sendestunde erreicht. Wenn der Pastor die selben Anzahl per Pkw erreichen will, ist er Wochen unterwegs.”
    Ich glaube kaum, dass es in einer Gemeinde tausende von Menschen gibt, die in die Messe wollen, aber zu krank sind, um hinzukommen. Es sind lange nicht so viele. Und ein engagierter Pastor kann sie auch persönlich erreichen.

    Und dann: “Momentan muss in der katholischen Kirche a) gespart werden b) sind nicht genug Priester da. 1 Priester muss teilweise in 3 Gemeinden die Messe halten – das ist in mehreren Bistümern der Fall”
    Das ist ein Skandal! Die Kirche ist steinreich. Die reichste Organisation der Welt. Und sie beansprucht für sich, für die Menschen da zu sein. Wie kann es da sein, dass sie nicht mal einige Pastoren einstellen kann? Wenn gerade die katholische Kirche es wirklich ernst meinte mit der Seelsorge, dann könnte sie auch noch auf Mönche zurückgreifen. Also weder das Geldproblem noch Personalknappheit lasse ich als Argumente gelten. Die Kirche ist so reich, dass sie sich über Jahrhunderte die Kosten für die zusätzlichen Pastoren leisten kann, ohne nennenswert zu verarmen. Dein Kommentar ist für mich ein weiteres Argument dafür, die katholische Kirche für gierig und doppelzüngig zu halten.

    Nächstes Thema: “Es gab nicht immer eine staatliche Schulpflicht – erst ab dem 19 Jhd, eingeleitet durch die napoleonischen Gesetze.”
    Jein. Es gab vorher keine Schulpflicht. Die Kirchen haben davor lediglich die Kinder unterrichtet, deren Eltern es sich leisten konnten, für den Unterricht zu zahlen. Also nur sehr wenige Kinder.

    Weiter: “D.h. Religionsunterricht untersteht der Kontrolle des Staates und ist freiwillig. Wieso regen sich Atheisten darüber auf? Sollte nicht jeder Mensch die Wahl in Deutschland haben sich für Religion entscheiden zu dürfen?”
    Ein Mensch sollte die Wahl haben. Aber welche Wahl hat man denn in der Schule? Christentum oder nichts. Eine echte Wahl wäre eine Wahl zwischen christlichem oder jüdischem oder islamischem Reli-Unterricht oder Ethik oder gar nichts. Diese Wahl ist nicht gegeben.
    Übrigens: Religionsmündig ist ein Mensch in Deutschland mit 14. Wenn wir also von der freien Entscheidung der betroffenen (also der Schüler) sprechen, sollte man Religionsunterricht freiwillig und erst ab 14 Jahren anbieten. Oder willst Du mir sagen, dass ein 6-jähriges Kind diese Entscheidung verantwortungsvoll treffen kann?

    Und dann weiter: “Die Christen versuchen umgekehrt nicht, die Atheisten in den Reliunterricht zu zwingen.”
    De facto sind 99% der Kinder im Reli-Unterricht, da sie sich sonst aus der Klassengemeinschaft ausschließen würden. War bei mir auch so. ich fand Reli immer unnütz und nervig, aber den Schneid, da nicht mehr hinzugehen, den hatte ich nicht. Und den haben in dem Alter die wenigsten. So gesehen entsteht – von mir aus ungewollt – trotzdem ein (Gruppen-)Zwang.

    Und zum Schluß dazu: “Die Atheisten wollen es den religiösen Gruppen aber das Recht abspechen, indem der Relinunterricht durch _Ethik ersetzt werden soll.”
    Ich finde den Reli-Unterricht objektiv gesehen zu einseitig. Er beschäftigt sich (nur) mit dem Christentum. Damit werden die Moslems, Atheisten, Juden, etc benachteiligt. Ein religiös nicht festgelegter Ethikunterricht wäre in der Tat eine gute und neutrale Lösung. Dort könnten alle Glaubensrichtungen, die in der Klasse vorhanden sind behandelt werden. Das wäre doch wesentlich fairer, oder siehst Du das anders? Jetzt gibt es nur die Wahl zwischen christlichem Reli-Unterricht und Freistunde.

    Und jetzt von mir ein Kompliment! Ehrlich! Noch kein Gläubiger hier hat es über sich gebracht, diese einfache Wahrheit niederzuschreiben: “Mir ist kein Fall bekannt bei dem ein Atheist für den Atheismus getötet hat. Allerdings haben fehlgeleitete Menschen für ihre Religion getötet. Ich habe kein Problem das zuzugeben und ich werde das auch nicht schön reden.”

    Jetzt allerdings bin ich nicht einverstanden: “Wobei ich übrigens dabei bleibe, dass die Islamisten Menschen aus Hilfsorganisationen töten, weil diese nach ihrerm Denken nicht helfen sondern nur missionieren wollen. Das Argument habe ich selber bei einem Selbstmordattentätervideo gehört. Diese Denkeweise haben Atheistien und Islamisten erschrecknderweise gemeinsam.”
    1. Islamisten töten alle möglichen Menschen. Amerikaner, Juden und eigentlich jeden, selbst Moslems, die sie für “vom rechten Glauben abgekommen” halten.
    2. Daher ist das mit dem Missionieren kaum mehr als ein weiteres “Hilfsargument” der Fanatiker. Sie brauchen eigentlich keine echten Argumente. Sie nehmen alles, was irgendwie passen kann, als Grund für ihre Morde und ihren Terror.
    3. Aber Atheisten in diesem Zusammenhang zu nennen, ist übel! Einspruch! Atheisten mögen es nicht, wenn ihnen jemand seine Glaubensrichtlinien als maßgebend vorgeben will, dagegen wehren wir uns, denn wir glauben eben nicht daran. Aber hier in einem Atemzug mit Islamisten genannt zu werden, das geht gar nicht! Ich nenne doch Katholiken auch nicht in einem Atemzug mit SS-Offizieren, bloß weil es in den Reihen der SS auch Katholiken gab! Das geht etwas zu weit und sind zu verschiedene Sachen.

    Und dann: “Damit wir uns nicht missverstehen, ich denke nicht, dass ein Atheist deswegen töten würde – lediglich zeigt es, dass beide Gruppierungen in kirchlichen Hilforganisationen nur das "schlechte” sehen wollen – die Missionierung und nicht annehmen können, dass es um Hilfe für die Menschen geht.”
    Geht denn Hilfe ohne Missionierung nicht? Wenn nicht, dann muss ich mich doch fragen, worum es der Kirche tatsächlich geht: Um Hilfe oder ums Missionieren? Die Frage muss dann erlaubt sein.

    Und folgendes gilt auch umgekehrt: “Das meinte ich als ich von atheistischen Fundamentalismus gesprochen habe. Bei dem Thema Religion werden immer nur die vermeindlichen negativen Themen angeprochen.”
    Wir kritisieren die Kirchen da, wo sie echte Schwächen haben oder gar schlimmeres. Und so wie Du meinst, wir Atheisten wären einseitig dabei die Kirche zu kritisieren, so meine ich, dass zB die Katholiken sehr einseitig die Kirche verteidigen, auch da, wo es offensichtlich schwere Mißstände gibt.

    Dann: “Bei den Christen die Kreuzzüge/Hexenverbrennungen die hunderte Jahre zurückliegen und von der Kirche (insbesondere Papst Johannes Paul II) verurteilt wurden – das wurde hier im Forum nicht einmal erwähnt.”
    Doch, das wurde schon erwähnt. Nur macht das eben niemanden mehr lebendig. Wer sich auf 2000 Jahre Geschichte beruft, der muss auch zu den negativen Seiten stehen. Das ist nicht mit einer Entschuldigung nicht getan. Wo ist denn zB die Entschädigung für Indios, deren Stämme buchstäbllich hingemetzelt wurden, im Namen des Kreuzes? Es gibt genug Nachkommen der Opfer dieser Politik. Und diese Nachkommen leben zT heute noch in Reservaten regelrecht engesperrt als Menschen 2. Klasse. Das ist eine Folge der Kirchengeschichte. Da wäre eine Entschädigung angemessen und würde auch wirklich den Menschen helfen.

    Dann: “Das die weltlichen Kräfte oft Initiato bei der Hexenverbrennung waren, wissen viele einfach nicht.”
    Doch, das ist bekannt. Aber die “Gesetzgeber”, die diese Barbereien erst möglich gemacht haben, waren eben die Kirchen. Sie haben die Gesetze geschaffen, die Urteile gesprochen und sie vollstreckt. Egal, wer den einzelnen Fall initiert hat. Von daher ist klar, wer die Verantwortung dafür getragen hat.

    Und jetzt bestätigst Du meine Hauptaussage: “Oder aber fanatische christliche Sekten in den USA die von der römisch katholischen und lutherischen protestantischen Kirche NICHT anerkannt sind. Beim Islam werden die Terrorristen angeführt.”
    Es ist doch egal, ob die Kirchen diese Fanatiker anerkennen oder nicht. Es gibt sie und sie tun schreckliches im Namen des gleichen Jesu, zu dem Du auch betest. Der Glaube ist gefährlich, wenn er so etwas hervorbringen kann, egal ob die Sekten von anderen anerkannt werden oder nicht. Von dieser potenziellen Gefahr rede ich immer. Und diese Gefahr geht vom Atheismus nicht aus!

    Und hier bin ich fast Deiner Meinung: “Nicht typisch sondern die Ausnahme. Leider fallen diese extremen Beispiele nunmal in der Presse auf. Eine Nachricht wie "95% der Moslems möchten keine "Ungläubigen” umbringen” ist leider nicht sehr medienwirksam.”
    Es geht nicht um Medienwirksamkeit. Niemand hier bestreitet, dass die Mehrheit der Gläubigen friedlich sind. Aber wenn man das von außen betrachtet, dann ist der Atheist eben jedes Mal geschockt, wenn er sieht, wie die Religion zu so etwas wie Mord führen kann. Nicht vergessen: Für uns sind die Religionen nichts anderes als Märchen und Sagen. Um also zu verstehen, was wir empfinden, stell Dir mal vor, Du würdest folgende Schlagzeile lesen:
    “Mann sprengt sich auf Marktplatz in Luft, weil die Leute Rotkäppchen verunglimpft haben. 28 Tote.”
    Da würdest Du Dich doch auch fragen, was da los ist. Selbsmordanschlag wegen des Märchens vom Rotkäppchen? Und genauso sehen wir auf die Verbrechen, die im Namen von Religionen begangen werden.

    Und dann: “Alles positive wird den religiösen Gruppen abgesprochen. Wenn man sagt sie engagieren sich bei humanitären Zwecken ist das Missionierung.”
    Jetzt übertreibst Du. So ist es nun auch nicht. Ich schätze humanitäre Arbeit. Und Religionen bewirken in manch einem Menschen positives. Aber objektiv gibt es trotzdem genug zu kritisieren und zu diskutieren.

    Zum Schluß: “Das der Glaube aber auch Menschen aus verschiedenen Schichten zusammenführt und den Menschen Halt bietet, wie es der Atheismus zum Beispiel nicht kann, wird nicht angesprochen.”
    Der Glaube trennt aber auch. Er trennt Juden von Christen von Moslems von Buddhisten von Atheisten usw. Von daher hebt sich das Argument, dass der Glaube Menschen zusammenführt hier wieder auf: An einer Stelle führt er zusammen, an anderer trennt er.
    Und das der Atheismus keinen Halt bieten kann, ist eine Unwahrheit! Ich finde in meinem Atheismus sehr viel Kraft und Halt. Denn mein Atheismus bedeutet, dass mein Schicksal nicht in den Händen von einer übernatürlichen Gottheit ist, sondern dass ich mein Schicksal selbst in der Hand habe! Das gibt unglaublich viel Kraft!
    Wie schrecklich muss es sein, sich ausgeliefert zu fühlen, abhängig von dem, was ein allmächtiger, imaginärer Gott mit mir vor hat! Die Vorstellung finde ich schrecklich, keineswegs trostspendend!

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  171. leguan’s avatar

    DAs Thema Nationalsozialismus lege ich mal bei Seite. Ich denke wir haben da unsere Argumente ausgetauscht, aber konnten uns nicht 100% einigen.

    Was die christlichen Sendungen im Fernsehen angeht, verstehe ich dich nicht so ganz, wenn du sagst, dass es soviele kranke Menschen doch nicht in einer Gemeinde geben kann. Ich weiß jetzt nicht ob du mich auf den Arm nehmen willst, aber es doch klar, dass diese Sendung in der Regel bei öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt werden und somit deutschlandweit die Menschen erreicht, die ans Bett gefesselt sind – das meinte ich mit zig Tausenden. Bei diesen Sendungen handelt es sich um Messen und nicht um Seelsorge. Die Aufgaben der Seelsorge müssen natürlich persönlich vorgenommen werden – davon habe ich aber doch gar nicht gesprochen.

    Was den Reichtum der Kirche angeht. Die Kirche ist nicht arm, aber so reich wie viele Menschen an ihren Stammtischen denken, ist sie bei weitem nicht. Wie gesagt: Ich kenne den Haushaltsplan nicht und es würde mich wundern, wenn jmd anderes eine zuverlässige Quelle hat. Wenn wir aber mal ganz logisch an die Sache herangehen. Was hätte die Kirche davon Geld bei Priestern zu sparen und Gemeinden zusammenzulegen – das noch mehr Leute aus der Kirche austreten? Ich denke nicht. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass nicht genug Geld da ist.

    Die Klöster haben auch Kinder aus armen Familien kostenlos unterrichtet. Es gab nur nicht sehr viele Kinder davon, da Kinder aus armen Familien meist keine Zeit dafür hatten, da sie in die Familienarbeit fest eingeplant waren – da blieb keine Zeit für Schule.

    Was deine Wahl in der Schule angeht. Religion ist, wie schon gesagt, kein Pflichtfach. Es kann abgewählt werden. In den meisten Schulen gibt es als Alternative Philosophie – Ethik ist momentan auch im Gespräch. Wenn es keine Alternative gibt, hat der Schüler einfach frei. Das war teilweise an meiner Schule so, da für 1 Jahr ein Philosphielehrer fehlte.
    Andere religöse Gruppen haben auch ein Anrecht auf Religionsunterricht – sie müssen allerdings staatliche Anforderungen erfüllen. Es muss eine Mindestzahl an Schülern geben (die aber extrem gering ist, ich werfe mal die Zahl 5 in den Raum – bin mir aber nicht exakt sicher). Des weiteren müssen sie einen gewissen Organisationsgrad aufweisen. Das war seit je her z.B. das Problem für den Islamunterricht, da sich die verschiedenen Islamrichtungen in Deutschland teilweise gegenseitig nicht anerkannt haben. Seit ein paar Jahren gibt es eine zentrale Organisation die die Kriterien erfüllt. D.h. es wird bald auch ISlamunterricht geben. D.h. es gibt eine Wahl – die anderen Religionsgruppen müssem soe nur wahr nehmen.

    Was das 6 Jährige Kind angeht. Die Antwort liegt klar auf der Hand, das Kind kann die Enscheidung nicht verantwortungsvoll treffen.

    Ich habe bereits etwas dazu geschrieben. Eltern entscheiden ständig für Kinder. Auch ein Atheist beeinflusst sein Kind religiös – aber halt im “negativen” Sinne. Und soll ich dir was sagen – das ist ihr gutes Recht- dafür sind Eltern da. Eltern entscheiden ständig für ihre kleinen Kinder und wenn sie ihre Kinder religiös erziehen wollen ist das ihr Recht und der Staat sollte dafür die Möglichkeit bieten. Genauso wie atheistische Eltern das Recht haben ihr Kind nicht religiös zu erziehen und es nicht in den Reliunterricht schicken müssen. Und genauso sollten die Kinder selber entscheiden dürfen ob sie Reli als Fach abwählen sollen – dann sollten sich die Eltern natürlich heraushalten. Das nennt man Demokratie. Mir würde im Gegenzug nicht einfallen, mich darüber aufzuregen, dass Eltern ihre Kinder atheistisch “indoktrinieren”.

    Was Zahl der 99% der Kinder zweifel ich an. Es mag sein, dass es bei dir der Fall war, bei mir war es das in keinster Weise. BEi mir haben mehrere Kinder Reli abgewählt. Halte dich fest: Selbst ich hatte es mal abgewählt, weil ich den Lehrer nicht mochte. Später habe ich nach dem Lehrerwechsel wieder REligion gewählt – ohne Zwang ohne alles. Ich konnte es als Kind/Jugendlicher selbst entscheiden. Ich Lüge nicht, wenn ich sage, dass das 0 Einfluss auf die Klassengemeinschaft hatte.
    Des weiteren kamen bei uns im Religionsunterricht andere Religionen wie der Islam, Judentum und Hinduismus zur Sprache. Und zwar nicht im negativen Sinne. Vielmehr sollten wir auch einen anderen Blickwinkel gewinnen. Dieser Teil ist übrigen schon seit einigen Jahren fest im LEhrplan integriert – also Pflicht.

    Was kristliche Organisationen und Missionierung angeht:

    Natürlich ist die Hilfe wichtiger. Das die Kirche dabei zwanghaft missionieren will, ist nicht meine sondern deine Meinung. Die Hilfe ist nämlich in keinster Weise an religöse Klauseln gebunden. Es mag für eine atheistischen Menschen der in der Kirche nur das schlechte sieht komisch sein, aber die Kirche möchte einfach bedürftigen Menschen helfen. Das Kirche zeitgleich für ihre Werte eintritt und das auch Kund tut, ist schlicht und einfach PR.

    Wenn ich einer Omi über die Straße helfe, tue ich das weil ich helfen will – dennoch ziehe ich mir deswegen keinen Sack über den Kopf und verstelle die Stimme, damit man micht ja nicht mit der guten Tat in Verbindung bringt. Das gleiche tun die konnfessionellen Gruppen.

    Kirche und Gewalt:

    Wenn du ernsthaft glaubst, dass die Indios nicht wegen den Rohstoffen dem Land und den Gold umgebracht wurden, sondern wegen der ihrer Religion, dann verschließt du die Augen. Hier spielten politische und rassenideologische Gründe die Hauptrolle. Die Kirche muss sich der Verantwortung stellen, dass sie eine Teilschuld trägt und ggf. mehr dagegen hätte unternehmen müssen – das ist korrekt. Aber zu behaupten die Kirche sei Schuld an der Ausrottung der Idios ist falsch. Politische und Handelstechnische Gründe haben Kolumbus und die folgenden “Entdecker” nach Amerika gebraucht – nicht die Religion.
    Die Kirche organisiert sich übrigens sehr stark in Lateinamerika mit Hilfsprojekten, Schulbau, Armenküchen usw. DAS ist praktische Hilfe.

    Was die Kreuzzüge und die Hexenverbrennungen angeht.
    Vorweg eine Korrektur – die weltlichen Herrscher haben die Urteile vollstreckt, aberdas ist zugegeben eine Spitzfindigkeit.

    Bei diesem Thema werden wir uns nicht eingigen können, das wir unterschiedliche Weltanschauungen haben. Als Christ vertete ich die Meinung, wenn jmd etwas aus tiefstem Herzen bereut, dann vergebe ich ihm. Das mag in extrem Situationen unglaublich schwierig sein (z.B. Mord), aber dennoch ist das der christliche Glaube. Da du dem nicht folgst und nach dem Motto verfährst “einmal Schuld immer Schuld”, werden wir uns nicht einig.

    Ich hoffe allerdings, dass dich die Grausamkeiten des ersten und zweiten Weltkriegs schlafen lassen – denn immerhin bist du Deutscher (nehme ich mal an) und Deutschland ist dafür verantwortlich. Dass die BRD von heute sich von der Vergangenheit distanziert, reicht dann ja nicht. Dass die BRD Reparationszahlungen geleistet hat übrigens auch nicht – die Waren zwangsweise.

    Nächstes Thema:

    Wie schon zugegeben. Religion kann fehlgeleitete Menschen als vermeintlicher Initiator für falsche Handlungen dienen.

    Was mich an diesem Forum ärgert, ist der Ton in diesem Forum. Lediglich die negativen Seiten werden behandelt und die positiven unter den Tisch gekehrt.

    Denoch bin ich der Überzeugung dass die guten Seiten der Weltreligonen die schlechten überwiegen. Sei es praktische Hilfe im Alltag, oder aber die angesprochen Hilfprojekte wie Schulbau, Armenspeisungen oder aber das Zusammenführen der verschiedner Menschen aus verschiedenen Schichten unter dem Dach der Religion.

    Wie du zugegeben hast, ist die überwältigende Mehrheit der Angehörigen der Weltreligionen friedlich. Und diese Riesengruppe hat mehr miteinander gemein, als eine Gruppierung mit den Atheisten gemein hätte (so sehe ich persönlich es und die Katholische Kirche seit dem II Vatikanum).

    Reply

  172. Tom’s avatar

    @Leguan
    Du schreibst: “Was die christlichen Sendungen im Fernsehen angeht, verstehe ich dich nicht so ganz, wenn du sagst, dass es soviele kranke Menschen doch nicht in einer Gemeinde geben kann.”
    In jeder Gemeinde hat die Kirche VW-Busse und ähnliches direkt oder indirekt zur Verfügung. Es kann doch nicht so schwer sein, da einen Fahrdienst für die zu organisieren, die es aus eigener Kraft nicht in die Kirche schaffen…
    OK, ich hab ja eigentlich fast kein Problem mit Gottesdiensten im Fernsehen, allerdings sollte es dann auch im Anschluß an den Gottesdienst zB eine bewusst atheistische Sendung (zB Diskussionsrunde oä) geben. Warum werden die Kirchen hier bevorzugt und bekommen kostenlos Sendezeit für ihre Botschaften, die Atheisten zB aber nicht. Und warum gibt es bei 8 Mio Moslems in Deutschland noch keine Übertragung des Freitagsgebets für bettlägerige Moslems? Verstehst Du, es geht mir darum, dass hier eine eindeutige Bervorteilung der christlichen Kirchen stattfindet. Und das ist objektiv nicht in Ordnung.

    Zum Thema Kirche: “Was den Reichtum der Kirche angeht. Die Kirche ist nicht arm, aber so reich wie viele Menschen an ihren Stammtischen denken, ist sie bei weitem nicht. Wie gesagt: Ich kenne den Haushaltsplan nicht und es würde mich wundern, wenn jmd anderes eine zuverlässige Quelle hat.”
    Es geht nicht um den Stammtisch. Und die Zahlen sind (zu mindest teilweise) öffentlich. Such sie Dir raus. Im Internet. Auf den Seiten der Bistümer oder suche hier in der Diskussion, da sind die Links.
    Ganz am Rande: Merkwürdig, dass Du als Gläubiger daran zweifelt, dass es hier zuverlässige Quellen gibt. Welchen Grund hat denn die Kirche, ihren Reichtum geheim zu halten?

    Und dann: “Wenn wir aber mal ganz logisch an die Sache herangehen. Was hätte die Kirche davon Geld bei Priestern zu sparen und Gemeinden zusammenzulegen – das noch mehr Leute aus der Kirche austreten? Ich denke nicht. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass nicht genug Geld da ist.”
    Nach dem Sinn musst Du mich nicht fragen, ich treffe diese Entscheidungen nicht. Geld ist ohne Ende vorhanden. Ausführlicher hab ich mich dazu in meinem voherigen Kommentar geäußert.

    Nächstes Thema: “Die Klöster haben auch Kinder aus armen Familien kostenlos unterrichtet. Es gab nur nicht sehr viele Kinder davon, da Kinder aus armen Familien meist keine Zeit dafür hatten, da sie in die Familienarbeit fest eingeplant waren – da blieb keine Zeit für Schule.”
    Und die Zeit fanden sie plötzlich, nachdem die Schulpflicht eingeführt war? Ich hab schon vorher darum gebeten, dass Du mir belegst, wo und wann die Kirche im großen Stil kostenlosen Unterricht für arme Kinder angeboten hat. Meine Information ist, dass die Kirchen früher Unterricht (fast ausschließlich) gegen gutes Geld gegeben haben.

    Nächstes Thema: “Religion ist, wie schon gesagt, kein Pflichtfach. Es kann abgewählt werden. In den meisten Schulen gibt es als Alternative Philosophie – Ethik ist momentan auch im Gespräch. Wenn es keine Alternative gibt, hat der Schüler einfach frei.”
    OK. Selbst wenn wir mal einen Moment lang annehmen, dass es für jeden Schüler so einfach ist, das Fach abzuwählen (ich rede hier nicht von 15-jährigen, sondern von Grundschülern, sprich 6-9-jährigen), stellt sich mir doch eine Frage: Warum wird der Reli-Unterricht nicht als erste oder letze Stunde gegeben, dann können die, die da nicht hinwollen entweder länger schlafen oder früher nach Hause. Wenn es so freiwillig ist, warum wird es dann nicht außerhalb des “normalen” Stundenplans in der Freizeit gemacht? Damit hätte ich kein Problem, dann wäre es ein Hobby wie jedes andere auch.

    Und dazu räumst Du ein: “Was das 6 Jährige Kind angeht. Die Antwort liegt klar auf der Hand, das Kind kann die Enscheidung nicht verantwortungsvoll treffen.”
    Mein Reden, daher sollte ein Reli-Unterricht erst stattfinden, wenn das Kind auch tatsächlich selbst entscheiden kann, ob es ihn will.

    Zum Thema Eltern in diesem Zusammenhang: “Ich habe bereits etwas dazu geschrieben. Eltern entscheiden ständig für Kinder. Auch ein Atheist beeinflusst sein Kind religiös – aber halt im "negativen” Sinne. ... Eltern entscheiden ständig für ihre kleinen Kinder und wenn sie ihre Kinder religiös erziehen wollen ist das ihr Recht und der Staat sollte dafür die Möglichkeit bieten. Genauso wie atheistische Eltern das Recht haben ihr Kind nicht religiös zu erziehen … Und genauso sollten die Kinder selber entscheiden dürfen ob sie Reli als Fach abwählen sollen – dann sollten sich die Eltern natürlich heraushalten. Das nennt man Demokratie. Mir würde im Gegenzug nicht einfallen, mich darüber aufzuregen, dass Eltern ihre Kinder atheistisch "indoktrinieren”.”
    Alles richtig, aber: Wenn die Eltern ihre Kinder mit ohne oder ohne Religion aufwachsen lassen wollen, ist das ihre eigene, private Entscheidung. Die Schule (also der Staat) sollte sich hier heraushalten. Es gibt genug außerschulische (zB kirchliche) Angebote und Möglichkeiten, den Kindern die Religion näher zu bringen. In der Schule hat das in meinen Augen nichts zu suchen, bis die Kinder alt genug, selbst zu entscheiden, ob sie es wollen. Obwohl… genaugenommen ist es auch dann Privatsache und hat im Schulunterricht nichts verloren.
    Die ganze Diskussion um Ethik- oder Philosophieunterricht ist ja auch künstlich. Die gäbe es gar nicht, wenn es keinen Religionsunterricht gäbe, zu dem Alternativen gesucht werden müssen. Die einfachste Lösung wäre doch daher, den Reli-Unterricht abzuschaffen und die Diskussion über Ethikunterrcht damit zu begraben. Und jeder, der es will, kann sich in seiner Freizeit mit Religion beschäftigen. Warum bist Du gegen so eine Lösung? Sie wäre doch nur fair und würde eine leidige Diskussion in Deutschland endlich beenden.

    Nun wieder dieses Thema:” Das die Kirche dabei zwanghaft missionieren will, ist nicht meine sondern deine Meinung. Die Hilfe ist nämlich in keinster Weise an religöse Klauseln gebunden. Es mag für eine atheistischen Menschen der in der Kirche nur das schlechte sieht komisch sein, aber die Kirche möchte einfach bedürftigen Menschen helfen. Das Kirche zeitgleich für ihre Werte eintritt und das auch Kund tut, ist schlicht und einfach PR.”
    PR ist in diesem Zusammenhang nur ein anderes und modernes Wort für Missionieren, oder nicht? ;)

    Gutes Beispiel: “Wenn ich einer Omi über die Straße helfe, tue ich das weil ich helfen will – dennoch ziehe ich mir deswegen keinen Sack über den Kopf und verstelle die Stimme, damit man micht ja nicht mit der guten Tat in Verbindung bringt. Das gleiche tun die konnfessionellen Gruppen.”
    Stimmt. Aber wenn wir dieses Beispiel auf die Kirchen anwenden, dann helfen sie der Omi über die Straße und auf dem Weg über die Straße reden sie auf die arme Omi ein und versuchen, die Omi zu einem neuen Glauben zu überreden.

    Nun Geschichte: “Wenn du ernsthaft glaubst, dass die Indios nicht wegen den Rohstoffen dem Land und den Gold umgebracht wurden, sondern wegen der ihrer Religion, dann verschließt du die Augen. Hier spielten politische und rassenideologische Gründe die Hauptrolle. Die Kirche muss sich der Verantwortung stellen, dass sie eine Teilschuld trägt und ggf. mehr dagegen hätte unternehmen müssen – das ist korrekt.”
    Mindestens Teilschuld. Die Kirchen hätte auch nicht “ggf mehr dagegen unternehmen müssen” sondern überhaupt etwas dagegen unternehmen müssen. Was haben denn die Kirchen dagegen unternommen? Sie haben von dem eroberten Reichtum mit profitiert. Und sie hatten damals noch reale Macht und andauernder Protest unter Androhung der Exkommunizierung hätte Wirkund gehabt.

    Hier gebe ich Dir Recht: “Aber zu behaupten die Kirche sei Schuld an der Ausrottung der Idios ist falsch. Politische und Handelstechnische Gründe haben Kolumbus und die folgenden "Entdecker” nach Amerika gebraucht – nicht die Religion.”
    Da hab ich ein wenig überspitzt formuliert. Trotzdem gilt der vorherige Absatz zu der Frage, was die Kirchen hätten dagegen machen können und in wieweit sie selbst sich an der Kolonisierung bereichert haben.

    Und noch mal Geschichte: “Was die Kreuzzüge und die Hexenverbrennungen angeht. Vorweg eine Korrektur – die weltlichen Herrscher haben die Urteile vollstreckt, aberdas ist zugegeben eine Spitzfindigkeit.”
    Ja? Die Inquisition hatte ihre eigenen Henker…

    Nun wird es interessant: “Denoch bin ich der Überzeugung dass die guten Seiten der Weltreligonen die schlechten überwiegen. Sei es praktische Hilfe im Alltag, oder aber die angesprochen Hilfprojekte wie Schulbau, Armenspeisungen oder aber das Zusammenführen der verschiedner Menschen aus verschiedenen Schichten unter dem Dach der Religion.”
    Alles richtig. Aber eine Frage: Kann eine Armenspeisung einen Mord aufwiegen? Es wurde und wird aus Gründen der Religionen getötet. Auch wenn das Christentum derzeit dabei wenig in Erscheinung tritt, ist es für mich so, dass ich alle Religionen über einen Kamm schere, denn mir geht es ja um den Glauben an sich, unabhängig, an was geglaubt wird. Und im Namen des Glaubens an irgendwelche Götter wird bis heute täglich getötet.
    Würdest Du, wenn eine Organisation einerseits Menschen tötet, andererseits aber Schulen baut, diese Organisation gut finden? Leuten vorwerfen, dass sie nur das schlechte sehen, wenn sie die Morde kritisieren?

    Reply

  173. Leguan’s avatar

    Was den REliunterricht angeht.

    So wie es ist, ist es fair. Wer den Religionsunterricht wahrnehmen möchte, geht hin. Wer es nicht möchte, muss es nicht. Fertig. Der Staat hält sich raus – den Schülern wird lediglich die Möglichkeit geboten. Ich weiß nicht was daran falsch sein sollte.

    Warum es Religion oder für nichtkonfessionelle Kinder Ethikunterricht geben sollte?
    Ganz einfach: Die Bundesrepublik hat großes Interesse daran, dass ihre kleinen Bürger in Zukunft verantwortungsvolle und moralische Menschen mit Sinn für die Gemeinschaft erzogen werden. Bei religiösen Kindern wird das mit dem Fach Religion und bei nichtreligiösen mit Ethik erreicht. Das ist nicht nur meine persönliche Meinung sondern auch des Kultusministeriums.

    Und bevor du fragst: Ja ich denke, dass es genug Eltern gibt die ihren Kindern das nicht im Familienalltag beibringen können oder wollen. Das Kultusministerium gibt mir dahingehen auch recht. Ansonsten könnte man auch die allgemeine Schulpflich abschaffen, weil ja alle Eltern wollen, dass ihre Kinder eine Grundausbildung erhalten. Leider ist dem nicht so. Manchmal muss der Staat in die Erziehung eingreifen, wenn er seine zukünftigen Bürger gut erzogen wissen möchte.

    Des weiteren ist es eigentlich normal das Religion in der ersten oder letzten Stunde des Stundenplans eingeplant ist. So war es z.B. bei mir und allen Schulen in meiner Stadt.

    Was das Beispiel mit der Oma angeht. Dass die Kirche der Omi zwanghaft den Glauben “auflabern” will, ist dein Vorurteil. Mein Beispiel war schon als Gleichnis zu dem Verhalten der Kirche bei den Hilfsprojekte gemeint. Das ist die negative Sicht die ich meine – die Hilfe wird von Atheisten nicht als Hilfe gesehen, sondern nur als Mittel zum Zweck – für die Missionierung.
    Diese Ansicht ist es, die mich an dem Atheismus in diesem Forum ärgert – es wird nicht mal angenommen, dass die Kirche etwas positive bewirken will.

    Wie ich schon angesprochen habe: Es gibt keine spezifischen atheistischen Gruppen, die auch nur irgendetwas zur Gemeinschaft beitragen. Keine spezifischen Hilfsprojekte oder ähnliches. Das liegt ganz einfach daran, dass Atheisten keine wirkliche Gruppenidentität haben – auch wenn du das abstreiten wirst.

    Atheisten definieren sich nämlich schon rein vom Namen “A-theist” was sie NICHT sind. Sie glauben nicht an Gott/Götter. Ohne Menschen die an Gott glauben, würde es keine Atheisten geben.

    Das wäre so als wenn ich sage, dass ich Antifussballer bin und Gleichgesinnte um mich geschart habe die die ganze Zeit erzählen wie schlecht den Fussball ist.
    Es wird viel getrunken, es gibt Schlägerein und es geht eh nur ums Geld der Fans. Das Fußball aber von vielen Menschen gemocht wird, interessiert micht nicht.
    Denn die sind von der Fifa indoktriniert worden Fußball zu mögen. Schon von Kindesbeinen an, sammeln Kinder die Paninisammelalben oder “müssen” Nutellawerbung mit Fußballern sehen. Franz Beckenbauer ist auch ständig im Fernsehn und redet über Fußball. Die Kinder haben einfach keine Chance Hallenhalma zu mögen. Denn Hallehalma wird in unserer Gesellschaft unterdrückt und Fußball bevorzugt. Nicht weil mehr Menschen einfach Fußball gut finden und Hallenhalma nunmal einen extrem kleineren Anhängerkreis in Deuschtland hat, sondern weil die Menschen indoktriniert wurden. Ein deutsches Kind MUSS also Fußball mögen, es kann gar nicht anders.

    Außerdem habe ich gesehen, das bei einer WM ein paar Fußbalfans einen franzöischen Polizisten totgetreten haben. Die Fifa distanziert sich zwar davon und sagt, dass das keine echten Fans waren sondern Hooligans, die einfach gewaltbereit sind und auch einen anderen Grund gefunden hätten, aber das ist natürlich nur Propaganda. Das zeigt doch nur, dass Fußball schlecht ist und die Gewalt schürt. Ohne Fußball würde es der Welt deutlich besser gehen, es gäbe fast keine Gewalt im Sport mehr.
    Auf die Frage hin: “Was leistet du denn, bietest du irgendwas tolles für die Gesellschaft?” kann ich leider nichts antworten, weil ich mich nur darüber definiere was ich NICHT bin – ich bin jmd der Fußball NICHT mag. Das heißt ich kritisiere nur den Fußball, mache aber auch nichts selber und biete so auch keine Angriffsfläche. Meine Identität liegt also darin, dass ich etwas verneine. Aus diesem verneinenden erwächst aber nichts eigenes, sondern es wird immer nur das andere spezifische kritisiert und verneint – keine eigenen Aktionen, Jugendverbände, Hilfsaktionen usw

    Wenn es Gruppen gäbe, die sich bewusst zum Atheisten sein bekennen würden UND Hilfsprojekte oder ähnliches machen würden – nur IRGENDWAS beitragen würden, dann würde ich Atheisten ernster nehmen können

    Stattdessen erzählst du, dass jede Gemeinde ja VW Busse hat (meine hat keine) und zu jedem Kranken fahren könnte. Die christlichen Gemeinden kümmern sich in einem möglichen Rahmen um Kranke und Gebrechliche oder aber um Menschen allgemein. Nun wird in einem atheistischen Forum kritisiert das noch mehr möglich wäre? Da bin ich wieder beim oben genannten Punkt – wenn hier kritisiert wird, dass die Kirche mehr machen könnte – wieviel machen denn die bewusst atheistischen Gruppen im Bereich Caritas? Genau – 0 machen sie. Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen komisch, dass eine Gruppierung die selber nichts macht, andere Gruppen kritisiert und herabwürdigt.

    Mir kommt hier das Beispiel des Zuschauers der in einem dunklen Theatersaal sitzt in den Sinn. Ständig meckert er über das Programm, aber der Aufforderung selber auf die Bühne zu kommen, kommt er nicht nach und bleibt sitzten – nur um 1 Minute später weiter schimpfen.

    Das ist nunmal sehr einfach.

    Falls du dein caritavies Engagement als Gegenargument nennen willst (was ich gut finde und nicht herabwürdigen möchte) – du bist eine einzelne Person – ich rede von nachvollziebaren atheistischen Aktionen.

    Reply

  174. Dietmar’s avatar

    Hallo Leguan,

    wenn Du Dich für das Thema der Kirchenfinanzen interessierst, wird das ein hartes Stück Arbeit :-)

    Es gibt einige Veröffentlichungen, die aber nie große Nachfrage erfahren. Das hängt damit zusammen, daß die Kirchen erstens ein Geheimnis um ihre wirklichen Finanzen machen, andererseits die “Kirche ist Nachfolger Jesus und tut nur Gutes” -Meinung immer noch weit verbreitet ist.

    Ein Beispiel von 2001:
    http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=20899199&top=SPIEGEL

    “Einen Großteil ihres Geldes deponieren die frommen Geldhüter auf zwölf kirchlichen Banken – etwa der katholischen Kölner Pax-Bank oder der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft Kiel. Frerk taxiert die Einlagen kirchlicher Organisationen bei den religiösen Geldinstituten auf insgesamt 42 Milliarden Mark. Trotz der permanten Klage der kirchlichen Finanzverwalter über sinkende Steuereinnahmen und harsche Sparmaßnahmen ist diese Summe in den letzten Jahren gestiegen. 1997 waren es noch 7,5 Milliarden weniger.”

    Reply

  175. Dietmar’s avatar

    Gerne folgt auf Fakten über die sehr bescheidenen Besitztümer der Kirchen das Argument, dass unser Sozialsystem ohne kirchliches Engagement und kirchliche Finanzierung zusammenbrechen würde.

    Hierzu gibt es ein schönes Zitat von Dr. Norbert Feldhoff, Generalvikar des Erzbistums Köln, ehem. Caritasdirektor
    [Zit. aus: Kirchenzeitung des Erzbistums Köln, 21.9.90]

    “Vielfach geht man von falschen Tatsachen aus und operiert mit Scheinargumenten. So wird der Kirche immer wieder unterstellt, sie benötige die Kirchensteuer, um ihre umfangreiche Sozialarbeit zu finanzieren. Die Gegner der Kirchensteuer haben mit diesem Argument leichtes Spiel, weil es in der Tat nicht stimmt und meines Wissens auch noch nie von einem Kenner der Sache so vorgetragen worden ist. Wie wird die Sozialarbeit der Kirche tatsächlich finanziert, und welche Rolle spielt dabei die Kirchensteuer? Die meisten Sozialeinrichtungen ‘verdienen’ die Mittel, die sie benötigen, als Leistungsentgelte und die Finanzierung ist durch staatliche Kostenträger weithin gesetzlich geregelt. ”

    Reply

  176. Tom’s avatar

    @Leguan
    Dass Du die heutige Regelung zum Reli-Unterricht einfach nur als fair bezeichnest und damit das Thema schließen willst, finde ich schade. Du bist nämllich überhaupt nicht auf meine Einwände eingegangen. Dabei hätte mich Deine Meinung zu meinen Einwänden in meinem voherigen Beitrag schon interessiert.

    Du begründest die Notwendigkeit für Reli- oder Ethikunterricht so: “Die Bundesrepublik hat großes Interesse daran, dass ihre kleinen Bürger in Zukunft verantwortungsvolle und moralische Menschen mit Sinn für die Gemeinschaft erzogen werden. Bei religiösen Kindern wird das mit dem Fach Religion und bei nichtreligiösen mit Ethik erreicht.”
    Warum braucht es dann 2 verschiedene Unterrichte? Das kann auch ein Unterrichtsfach leisten, in dem die ganze Klasse mit den Grundwerten unserer Gesellschaft vertraut gemacht werden, wie sie im Grundgesetz stehen.

    Das finde ich dann dreist: “Ja ich denke, dass es genug Eltern gibt die ihren Kindern das nicht im Familienalltag beibringen können oder wollen. Das Kultusministerium gibt mir dahingehen auch recht. Ansonsten könnte man auch die allgemeine Schulpflich abschaffen, weil ja alle Eltern wollen, dass ihre Kinder eine Grundausbildung erhalten.”
    Die Schulpflicht ist dazu da, dass die Kinder zB in Mathe, Fremdsprachen, Naturwissenschaften etc so weit gebracht werden, dass sie nach der Schule in der Lage sind, eine Ausbildung anzutreten bzw zur Uni zu gehen. Für Problemfälle, in denen die Eltern ihrer Verantwortung den Kindern gegenüber nicht gerecht werden, gibt es das Jugendamt, nicht die Schule.

    Zur Enwticlungshilfe der Kirchen: “Diese Ansicht ist es, die mich an dem Atheismus in diesem Forum ärgert – es wird nicht mal angenommen, dass die Kirche etwas positive bewirken will.”
    Dann zeig mir doch mal ein kirchliches Hilfsprojekt, in dem es nur um Hilfe geht und nicht darum, “nebenbei” noch zu missionieren.

    Neues Thema: “Es gibt keine spezifischen atheistischen Gruppen, die auch nur irgendetwas zur Gemeinschaft beitragen. Keine spezifischen Hilfsprojekte oder ähnliches. Das liegt ganz einfach daran, dass Atheisten keine wirkliche Gruppenidentität haben – auch wenn du das abstreiten wirst.”
    Manchmal hab ich den Eindruck, Du liest nicht, was ich Dir schreibe. Ich hab im letzten Beitrag darauf hingewiesen, dass es keine nennenswerten Atheistischen Organisationen gibt. Warum sollte ich das jetzt abstreiten, wenn ich es eben erst selbst geschrieben habe???

    Dieses Beispiel von Dir finde ich gut: “Das wäre so als wenn ich sage, dass ich Antifussballer bin und Gleichgesinnte um mich geschart habe die die ganze Zeit erzählen wie schlecht den Fussball ist.”
    Das ist wahrscheinlich wirklich der Grund, warum es keine nennenswerten Interessenvertreter der Atheisten gibt. Leute sammeln sich, wenn sie für etwas sind. ZB für Gott oder für Fussball. Aber die Atheisten können Fußballfans sein und dort mit strenggläubigen zusammen in der Fankurve tanzen.

    Neues Thema: “Stattdessen erzählst du, dass jede Gemeinde ja VW Busse hat (meine hat keine) und zu jedem Kranken fahren könnte. Die christlichen Gemeinden kümmern sich in einem möglichen Rahmen um Kranke und Gebrechliche oder aber um Menschen allgemein.”
    Die Kirche bei Dir hat keinen Wagen? Merkwürdig. Aber OK. Es gibt noch den Arbeiter-Samariter-Bund, die Caritas usw, die können Sonntags bestimmt helfen. In den Gemeinden, die ich aus meiner Kindheit kannte, war das alles lösbar. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

    Und weiter: “Da bin ich wieder beim oben genannten Punkt – wenn hier kritisiert wird, dass die Kirche mehr machen könnte – wieviel machen denn die bewusst atheistischen Gruppen im Bereich Caritas? ... Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen komisch, dass eine Gruppierung die selber nichts macht, andere Gruppen kritisiert und herabwürdigt.”
    Nein, Du übersiehst eine Kleinigkeit: Wir erheben auch nicht den Anspruch, die Nächstenliebe und der moralische Kompaß in Person zu sein. Die Kirchen schon. Und wenn sie landauf und landab immer allen erzählen, wie Nächstenliebe usw funktioniert, dann sollten sie sich auch an ihren eigenen Maßstäben messen lassen. Ich kritisiere die Kirchen hier nur, weil sie dem Anspruch, den sie stellen und den Dingen, die predigien selbst nicht gerecht werden. Das ist alles.

    Auch ein schönes Beispiel: “Mir kommt hier das Beispiel des Zuschauers der in einem dunklen Theatersaal sitzt in den Sinn. Ständig meckert er über das Programm, aber der Aufforderung selber auf die Bühne zu kommen, kommt er nicht nach und bleibt sitzten – nur um 1 Minute später weiter schimpfen.”
    Wenn wir das Beispiel auf unsere Kirchendiskussion umbrechen, sieht es so aus: Der Zuschauer kommt in ein Theater, in dem Weltklasse-Theater versprochen wird, er sieht aber Provinztheater stattdessen. Auf die Bühne kommt er natürlich nicht, er ist kein Schauspieler und hat das auch nie von sich behauptet. Die, die da oben stehen, behaupten es aber von sich und werden dem nicht gerecht.

    Und zum Schluß: “Falls du dein caritavies Engagement als Gegenargument nennen willst (was ich gut finde und nicht herabwürdigen möchte) – du bist eine einzelne Person – ich rede von nachvollziebaren atheistischen Aktionen.”
    OK, aber ist Dir mal in den Sinn gekommen, dass Du unmögliches forderst? Du hast weiter oben dargelegt, dass es keine nennenswerten atheistischen Organisationen geben kann, weil sich Menschen immer vereinigen, wenn sie für etwas sind. Atheisten jedoch vereint die Tatsache, dass gegen alles übernatürliche (also Gott, Götter, Feen, Esotherik, Einhörner, etc) sind. Wenn Du aber selbst darlegst, dass es Atheisten unmöglich ist, sich unter “der Flagge” des Atheismus zu Organisationen zusammenfinden, dann kannst Du sie nicht anschließend dafür kritisieren…
    Im übrigen kannst Du als Gläubiger Dir doch auch keine starken atheistischen Organisationen wünschen, oder? ;)

    Nun noch was anderes zu Ende: Du hast argumentiert, dass der Glaube die Menschen zusammenbringt und ich habe dagegen gehalten, dass er Menschen trennt (was ich viel schlimmer finde, denn auch ein Hobby wie Fussball bringt Menschen zusammen, jedoch ohne sie von anderen ernsthaft zu trennen). Dazu ein aktuelles Beispiel aus der Tagespresse, bin gespannt, wie Du dazu stehst und ob und wie Du es kommentierst.
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,645731,00.html

    Reply

  177. Leguan’s avatar

    @Dietmar

    Danke für Links. Der erste ist leider etwas älter, aber etwas ist besser als nichts

    @Tom

    (Kurz etwas zu dem Link unten vorweg. Wie im Bericht erwähnt handelt es sich um eine Sonderregelung in NRW und Niedersachsen – es ist also kein Bundesweites Problem.
    Aus Gründen der Religionsfreihei sollte jeder Schüler egal welcher Konfession an staatlichen Schulen zugelassen werden. Das ist ein Problem des Staates nicht der Kirchen.)

    Deine Kommentare zu den Hilfsprojekten und dem Reliunterricht zeigen mir, dass weitere Diskussionen mit leider keine weitere Ergebnisse erzielen werden. Aber trotzdem habe ich einen kleinen Eindruck in das atheistische Weltbild gewonnen – das fand ich interessant.

    Ich werde auch gerne erklären, warum ich eine weitere Diskussion für unnötig erachte.

    Ich selber bin mir bewusst, dass das Christentum Fehler begangen hat und in auch Schwächen aufweisst. Ich habe auch kein Problem dies zuzugeben. Den die Kirche besteht aus Menschen und Menschen machen Fehler. Die Kurie selber ist sich dessen übrigens auch bewusst und hat sich dazu geäußert.

    Du hingegen kannst nicht einmal akzeptieren, dass die Kirche etwas positives bewirken möchte und dieses auch tut. Du siehst in Hilfsprojekten nur den Wunsch zu missionieren. Du teilst die Welt in Schwarz und Weiß und hast in deinen Beiträgen der Kirche keinen positiven Aspekt abgewinnen können. Per Definion ist so ein Denken fundamentalistisch. Und mit einem Fundalisten kann man leider nicht diskutieren.

    Wenn ich zumindest den Ansatz bei dir erkennen würde über bestimmte Sachverhalte einen Kompromiss einzugehen, könnten wir weiterreden – so macht das leider keinen Sinn.

    Was ich nur komisch finde ist die Tatsache, dass du das Beispiel des Fußballs so gut gefunden hast.
    In meinem Gleichnis symbolisierte der Fußball das Christentum. Der Antifußballfann den Atheisten und Hallenhalma andere Religionen und Atheismus allgemein.
    Wie kannst du Fußball in diesem Beispiel gut finden? Ich habe mehrere vermeintliche Argumente von Atheisten gegen das Christentum in Argumente gegen den Fußball gekleidet: Gewalt , “Indoktrinierung”, nur Gewinnstreben uws. die sich aber wirklich im Fußball wiederfinden. Trotzdem findest du Fußball gut weil er die Menschen verbindet. Kein negatives Wort zum Fußball.
    Dieselben Argumente nutzt du aber gegen Religionen und sprichst ihnen alles Positive ab.

    Ich als Christ und Mitglied der Kirche bin in einem atheistischen Forum in der Situation des Verteidigers. Es werden gegen das Christentum und die Kirche Vorwürfe erhoben, zu denen ich mich äußere. In einigen Punkten hast du Recht, in einigen Punkten erkenne ich allerdings auch, dass du die Gegenargumente nicht verstehen willst, weil deine Abneigung gegen die Kirche zu groß ist. Wenn man möchte kann man in allem das Schlechte sehen, auch wenn nichts da ist. Ojektive Fakten versiehst du mit deinen subjektiven Etiketten – dagegen kann man nicht anargumentieren.

    Fakt ist: Die BRD möchte ein Fach in dem es direkt oder indirekt um moralisches Verhalten geht. Es gibt dafür als Wahlalternative Religion- oder Ethikunterricht.
    Ich habe dir dargelegt, dass die BRD allen Religionen im gesetzlichen Rahmen ermöglicht Religionsunterricht zu erhalten. Viele Konfessionen nehmen, dass Angebot aber nicht an, oder erfüllen die Rahmenrichtlinien nicht. Für Schüler die den Reliunterricht nicht mögen gibt es den Ethik- oder Philosophieuntericht.

    Dieses Angebot ist NICHT zwingend. Jeder Schüler kann sich entscheiden.
    Du möchtest aber nur den Ethikunterricht. Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie man es kritisieren kann, dass der Staat einem mehrere nicht verpflichtende Wahlmöglichkeiten bieten.
    Jeder hat die Wahl und kann das nehmen was er möchte. Die religiösen Schüler dürfen zum Reliunterricht, müssen aber nicht. Die Atheisten dürften auch wenn sie wollten zum Reliunterricht (ja das geht), werden aber auch nicht benachteilig, weil sie Ethikunterricht bekommen.

    Du fragst warum es denn 2 Fächer geben sollte die diesen Themenbereich abdecken. Warum sollte es denn NICHT die Wahl zwischen 2 Fächern geben? Mit der Wahl sind doch Atheisten UND Christen (wie schon erwähnt andere Konfessionen haben auch die Möglichkeit Reliunterricht zu erhalten) zufrieden.
    Du willst aber weil du nicht gläubig bist den Reliunterricht abschaffen, obwohl daraus keinen Nachteil für dich oder andere Atheisten erwächst.

    Weiteres Beispiel – Hilfsprojekte.

    Du sagst mir, ich solle dir aufzeigen in bei welchen Projekten es um Hilfe und nicht um Missionierung geht. Zeige du mir doch vielmehr wo und wie denn diese Missionierung ablaufen soll, wenn du schon dieses Beschuldigung erhebst!

    Das zeigt mir, dass du nicht mal die Möglichkeit akzeptieren kannst, dass die Kirche diese Projekte aus Hilfsbereitschaft initiiert.
    Die ganze medizische Versorgung, gebaute Schulen, Armeinspeisung usw. – alles kehrst du unter den Tisch und nimmst eine schlechte Absicht an. Die ganze harte Arbeit würdigst du damit herab.

    Objektiver Fakt ist: Die Kirche hat viele Hilfsprojekte – weltweit. Deinen unterstelle Absicht, dass das nur aus Missionierung geschieht ist deine subjektive Meinung. Mit der Unterstellung von schlechten Absichten, kann man jeden und alles ins schlechte Licht rücken – allerdings ist das nur die jeweilige subjektive Ansicht.

    Ich möchte noch anmerken, dass es sehr viele Hilfsprojekte in Südamerika gibt, das ja bekanntlich größtenteils katholisch ist und somit nicht missioniert werden muss. Aber auch hier wirst du eine negative Absicht erfinden können.

    Ich kann dir an einem Beispiel erklären was ich mit dem “nur das schlechte in der Kirche sehen” meine. Du hast gesagt, die Kirche sei Schuld an der Ausrottung der Indios in Südamerika (ich hatte aufgezeigt, dass nicht die Kirche für die Ausrottung verantwortlich war, aber stellen wir das bei Seite) und solle den Nachkommen Geld zukommen lassen. Nehmen wir mal an die Kirche hätte dies getan, dann hättest du sagen können: “Das ist wieder typisch, die Kirche versucht sich von ihrer (vermeintlichen) Schuld freikaufen. Menschenleben sind aber unbezahlbar.”

    Damit will ich dir aufzeigen: Man kann jedes Argument ins negative Drehen wenn man möchte. Und mir scheint du möchtest das.

    Ein Zitat von dir:
    “Ich kritisiere die Kirchen hier nur, weil sie dem Anspruch, den sie stellen und den Dingen, die predigien selbst nicht gerecht werden. Das ist alles.”

    Das ist absolut deine persönliche Meinung. Ich habe oben genannt wie die Kirche ihren Anspruch erfüllt. Aber wie schon erwähnt – in den positiven Taten siehst du negative Absichten.

    Es gibt Menschen die aus Krankheitsgründen nicht zum Gottesdienst kommen – die Kirche strahlt für diejenigen extra einen Gottesdienst im Fernsehn aus. Man könnte natürlich sagen: “Hey, das ist aber toll, dass die Kirche diesen Menschen so die Möglichkeit bietet am Gottesdienst teilzunehmen”. Oder aber man möchte etwas negativ sehen und sagt “Aha, die Kirche ist ja nur faul – die könnten ja einfach einen Wagen organisieren und jmd der die Kranken abholt ” und Zitat: “Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg”.

    Und das von jemanden der einer Gruppierung angehört, die selber nichts positive beiträgt, keine Kirchensteuern zahlt und dennoch meint die Kirche kritisieren zu dürfen, weil es sie ja noch mehr leisten könnte. Das ist wirklich ein bisschen albern. Auch wenn du sagst, dass ihr gar nicht den Anspruch erhebt etwas positives Bewirken zu wollen. Das klingt für mich nach vorgeschobenen Schutzargument – ja das ist auch meine subjetive Meinung.

    Fakt jedoch ist: Eine Gruppierung, organisiert oder nicht, kritisiert eine Organisation die sich einer millionenstarken Anhängerschaft erfreut und WELTWEIT Hilfsprojekte organisiert und initiiert. Die Gruppierung ist in dem Bereich, in dem sie die Organisation kritisiert, in keinster Weise aktiv.

    Einigen negativen Fakten, die du angesprochen hast, habe ich zugestimmt.
    Ich habe Interesse an einer objetkiven (soweit möglich) Diskussion und kann auch Fehler des Christentums eingestehen.
    Wenn ich allerdings Gegenargumente nenne und du diese mit deiner subjektiven Meinung versuchst zu demontieren (a la: die haben Hilfprojekte, aber wollen ja doch nur Missionieren), dann sehe ich keinen Sinn in einer Diskussion.

    Reply

  178. Dietmar’s avatar

    Hallo Leguan,

    Du schriebst:
    “Du fragst warum es denn 2 Fächer geben sollte die diesen Themenbereich abdecken. Warum sollte es denn NICHT die Wahl zwischen 2 Fächern geben? Mit der Wahl sind doch Atheisten UND Christen (wie schon erwähnt andere Konfessionen haben auch die Möglichkeit Reliunterricht zu erhalten) zufrieden. ”

    Gibt es unterschiedliche Maßstäbe für Moral und Ethik, die für unsere Gesellschaft gelten?

    Wenn ja, dann sollte es für jede Glaubensrichtung ein eigenes Fach geben.
    Das Christentum:
    r.k. Kirche, evang. prot. Kirche, griechisch orthodoxe Kirche, calvinistisch-reformierte Kirchen, Quäker, Mormonen, Freie Bibelforscher, die Vereinigungskirche, Charismatische Christen, Neuapostolische Kirche, die Adventisten, die Zeugen Jehovas…
    Der Islam:
    die Sunniten (Hanafiten, Malikiten, Hanbaliten, Schafiiten,Hanbaliten bzw. Wahhabiten), die Schiiten (Imamiten, Zwölferschia, die Zaiditen bzw. Fünferschia), die Charidschiten, Sufismus, die Aleviten, die Ahmadiyya,
    die Drusen, der Babismus, die Baha’i…
    Das Judentum:
    das Orthodoxe Judentum, der Chassidismus, der Rekonstruktionismus…
    Buddhismus: ....
    Hinduismus: .....

    Wenn in unserem Land, in dem Staat und Religion eigentlich getrennt sein sollen, für jeden Bürger jedoch die gleichen Grundwerte gelten, darf es nur einen Unterricht zur Vermittlung dieser Grundwerte geben. Dieser Unterricht sollte alle Religionsformen gleich behandeln und unsere Kinder zu aufgeklärten Staatsbürgern erziehen. Wer Bibel, Koran oder sonstige heilige Bücher lesen will, kann dies gerne in seiner Freizeit tun.

    Staatliche, konfessionsgebundene Schulen dürfte es gar nicht geben. Religion ist keine staatliche Aufgabe, sondern Privatsache.

    Du schriebst:
    “Fakt jedoch ist: Eine Gruppierung, organisiert oder nicht, kritisiert eine Organisation die sich einer millionenstarken Anhängerschaft erfreut und WELTWEIT Hilfsprojekte organisiert und initiiert. Die Gruppierung ist in dem Bereich, in dem sie die Organisation kritisiert, in keinster Weise aktiv.”

    http://www.planethelp.de/hilfsorganisationen/n-a/hilfsorganisationen-von-a-bis-z

    Hier findest Du eine große Anzahl von Hilfsorganisationen, die sich nicht auf religiöse Werte berufen. Ich kategorisiere diese dann unter “atheistisch” ein.
    Auf der anderen Seite gibt es das bischöfliche Hilfswerk Misereor, dass mit 49% Steuergeldern und 42% Spenden neben Nahrungsmitteln auch den christlichen Glauben verbreitet. Ein Teil der Steuergelder stammt von mir und ich möchte nicht, dass ein Kind in Afrika seine Essensration mit den Worten “das schenkt Dir Jesus” erhält.

    http://www.misereor.de/projekte/die-projekte/detailansicht-projekt/article/sambia-suedafrika-naechstenliebe-leben.html
    “Die Immunschwäche-Krankheit Aids ist innerhalb von wenigen Jahren zu einer der größten Katastrophen der Menschheit geworden. Jeden Tag infizieren sich weltweit 14 000 Menschen mit HIV, der größte Teil lebt im sub-saharischen Afrika. In Ländern wie Sambia, Südafrika oder Kenia ist mindestens jeder fünfte Erwachsene HIV-positiv…
    Das Homebased Care Projekt der Diözese Lusaka bildet Helferinnen und Helfer aus, die regional organisiert sind. Diese stehen den von Aids betroffenen Familien bei ihren vielfältigen Problemen mit Rat und Tat zur Seite.”

    Hier wird bei der Bewältigung der Folgen geholfen. Die Ursache des Aids- Problems, ungeschützter Verkehr, wird nur durch unwirksames Gepredige von Keuschheit angegangen. Eine wirksame Hilfe durch Kondome wird durch Glaubensinhalte verweigert.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,614582,00.html
    “Doch Khayelitsha ist auch eine Erfolgsgeschichte im Kampf gegen Aids: Um die Jahreswende 2004/2005 startete die Stadtverwaltung Kapstadt gemeinsam mit privaten Hilfsorganisationen wie der “Treatment Action Campaign” eine gigantische Kondom-Aufklärungs- und Verteilungskampagne.”

    Ich muss wohl nicht erwähnen, dass diese private Hilfsorganisation nicht von überzeugten Christen geführt wird.

    Reply

  179. Dietmar’s avatar

    Hallo Leguan,

    Du schriebst:
    “Bei der Eucharistie handelt es sich natürlich um keinen kannibalischen Akt, wie du es versuchst polemisch darzustellen.”

    Fleisch und Blut Jesus verzehren, wenn auch nur symbolisch gemeint, hat natürlich überhaupt nichts mit kannibalistischen Riten zu tun ;-)

    Du schriebst:
    “Wäre es ohne Kreuz und ohne Blut aber mit Wattebäuschchen von Statten gegangen, würde man heute in den Kirchen Jesus mit Wattebäuschchen sehen. Die Gewalt ging doch nicht von den Christen aus. Vielmehr hat Jesus die Gewalt verurteilt. ”

    Die Gewalt ging vom christlichen Gott aus. Jesus ist angeblich 33,333…% dieses Gottes, der die Römer durch sein Handeln zwingt, ihn zu kreuzigen. Oder wusste Gott bzw. Jesus nicht, was er da tat?

    Wenn Jesus damals verbrannt worden wäre, was würden die Christen heute als Symbol ihres Glaubens um den Hals tragen? Einen Scheiterhaufen?

    Du schriebst:
    “Von daher sagen die Christen Jesu Dank, dass er sich geopfert hat, indem sie im Stile seines letzen Abendmahles vor seiner Kreuzigung, ein gemeinsames Mahl halten. Das hat nichts mir Kannibalismus zu tun, aber ich denke das du das in Wirklichkeit wusstet und nur poralisieren wolltest.”

    Genau dieses Konstrukt konnte ich nach 15 Jahren als gläubiger Christ nicht mehr glauben:

    Der allmächtige, allwissende Gott erschafft den Menschen nach seinem Willen – Gott verurteilt seine Schöpfung für dessen Sünden – Gott schickt einen dritten Teil von sich auf die Erde, um diesen von den Menschen zu Tode foltern zu lassen und damit die Menschen von den Sünden zu erlösen – Zum Dank und zur Erinnerung an den feiwilligen Foltertod essen die Christen symbolisch Leib und Blut des dritten Teils ihres Gottes

    Kann es da verwundern, das es zwar viele Taufen von Säuglingen gibt, aber sehr wenige Taufen Erwachsener?

    Reply

  180. Tom’s avatar

    @Leguan

    Ich werde auch weiterhin mit Copy und Paste Deine Kommentare hier einfügen, damit klar ist, auf welche konkrete Aussage von Dir ich mich beziehe.
    Also los: “Aus Gründen der Religionsfreihei sollte jeder Schüler egal welcher Konfession an staatlichen Schulen zugelassen werden. Das ist ein Problem des Staates nicht der Kirchen.)”
    Schön, dass wir mal einigermaßen einer Meinung sind.

    Zu Hilfsprojekten allgemein: Wenn Du die Diskussion hierzu abbrechen willst, ist das OK. Allerdings bist Du mir konkrete Antworten auf meine Kommentare schuldig geblieben. Damit kein falsches Bild entsteht: ich kritisiere keine Hilfsprojekte. Ich bin sogar sehr dafür.
    Ich kritisiere die Kirche, weil:
    1. Sie keine “eigenen” Hilfsprojekte hat. Sie sammelt Spenden von Dritten oder nimmt zB Steuereinnahmen (Beipiel Miserior) und kanalysiert sie in Hilfsprojekte. Das bedeutet aber im Klartext, dass die Kirche keinen einzigen Euro selbst aufwendet, sondern lediglich die Gaben anderer verwaltet. Aber gleichzeitig predigt sie Selbstlosigkeit etc. Wenn sie so selbstlos ist, warum nimmt sie dann nicht mal etwas von ihrem eigenen Milliardenvernmögen für Hilfsprojekte in die Hand?
    Du kannst mir sicher kein einziges Projekt zeigen, bei dem die Kirche ohne die Mittel Dritter auskommt.
    Oder gab es zB mal einen Spendenaufruf, wo gesagt wurde “auf jeden Euro, der gespendet wird, legen die Kirchen einen eigenen Euro drauf und verdoppeln so die Summe”? Nein.
    Und das finde ich eben etwas verlogen, dass die Kirchen etwas predigen, ohne es selbst vorzuleben.
    Ansonsten hat sich Dietmar zu diesem Thema auch sehr gut geäußert und ich stimme mit ihm überein, daher versuche ich nicht, alles zu wiederholen, was schon geschrieben wurde.

    Dann wirfst Du mir vor: “Du siehst in Hilfsprojekten nur den Wunsch zu missionieren. Du teilst die Welt in Schwarz und Weiß und hast in deinen Beiträgen der Kirche keinen positiven Aspekt abgewinnen können. Per Definion ist so ein Denken fundamentalistisch.”
    Nein, ich teile die Welt nicht nur Schwarz und Weiß ein. Woher nimmst so eine Aussage? Ich könnte das gleiche von Dir behaupten, weil Du die Kirchen so vehement verteidigst. Nur ist das kein Argument und keine Grundlage für eine konstruktive Diskussion.
    Und genauso könnte ich Dich im Gegenzug als Fundamentalisten bezeichnen, weil Du so gar nicht auf meine Linie einschwenkst. Auch hier gilt: Nur ist das kein Argument und keine Grundlage für eine konstruktive Diskussion.
    Vielleicht sollten wir generell solche Pauschalverurteilungen aus der Diskussion verbannen und stattdessen besser auf die Argumente unserer Gesprächspartner eingehen? Wir werden einander kaum überzeugen, aber vielleicht hinterher etwas besser verstehen. Das funktioniert aber nicht, wenn wir hier zu Pauschalvorwürfen und Beschimpfungen (zB Fundamentalist) greifen, oder?

    Und dann: “Wenn ich zumindest den Ansatz bei dir erkennen würde über bestimmte Sachverhalte einen Kompromiss einzugehen, könnten wir weiterreden – so macht das leider keinen Sinn.”
    Ich könnte wiederum das Gleiche über Dich sagen, denn auch Du weichst von einigen Punkten nicht ab. Na und? Das ist ja eben eine Diskuission, dass man sich mit den Argumenten des anderen beschäftigt. Das heißt nicht, dass man allem zustimmt. Tust Du ja umgekehrt auch nicht, oder?

    Nächstes Thema: “Was ich nur komisch finde ist die Tatsache, dass du das Beispiel des Fußballs so gut gefunden hast.
    In meinem Gleichnis symbolisierte der Fußball das Christentum.”
    Das ist das Problem mit Gleichnissen: Sie hinken immer ein wenig. Fußball als Beispiel hat mir deshalb gut gefallen, weil es hier eben nicht so ist, wie Du sagst: Fußball trennt die Menschen nicht prinzipiell, so wie es der Glaube tut. Wenn sich jemand für Fußball interessiert, dann sieht er sich 2 Stunden ein Spiel und das wars. Aber der Fußballfan geht nicht hin und greift den Tennisfan an, weil der Tennisfan nicht dem “einzig wahren Sport” anhängt. Gläubige hingegen können Andersgläubige angreifen, weil ihnen der andere Glaube nicht passt.
    Und das Beispiel mit den Fußballrowdys greift auch nicht, denn der DFB war nie Initiator von Ausschreitungen. Beim Glauben hingegen war die Kirche früher Initiator von Gewalt und auch heute sind zB im Islam die “Leitenden” (sprich Imame) die Initiatoren der Gewalt. Es gab noch keinen einzigen Islamischen Terrorakt, der nicht von “Religionsgelehrten” initiert wurde. Das ist eben der Unterschied: Damit ein Gläubiger (egal, welchem Glauben der anhängt) gewalttätig wird, braucht es eine Führungsfigur innerhalb dieser Glaubensgemeinschaft, die zu der Gewalt aufruft. Bei Fußballhooligans ist es eine Gewaltsprirale von (besoffenen) Spinnern, so wie bei zB autonomen Demos auch.
    Darum ziehen Gleichnisse nicht, sie treffen das Problem immer nur teilweise. Darum eine Bitte: Lass uns anstatt Gleichnissen doch “echte” Argumente nutzen.

    Weiter: “Ich als Christ und Mitglied der Kirche bin in einem atheistischen Forum in der Situation des Verteidigers. Es werden gegen das Christentum und die Kirche Vorwürfe erhoben, zu denen ich mich äußere.”
    Stimmt. Wir hatten hier schon mal die Frage, ob es eine ähnliche Seite von Gläubigen gibt. Ich würde gern dort diskutieren, aber niemand hat bisher eine solche Seite gefunden. Die Seiten, die wir bisher gesehen haben, waren an Diskussionen nicht interessiert, unsere kritischen Beiträge wurden ohne Antwort gelöscht. Leider.
    So viel übrigens auch zur Toleranz des Christentums, es zeigte sich uns gegenüber im Internet als extrem intolerant.

    Weiter: “In einigen Punkten hast du Recht, in einigen Punkten erkenne ich allerdings auch, dass du die Gegenargumente nicht verstehen willst, weil deine Abneigung gegen die Kirche zu groß ist. Wenn man möchte kann man in allem das Schlechte sehen, auch wenn nichts da ist. Ojektive Fakten versiehst du mit deinen subjektiven Etiketten – dagegen kann man nicht anargumentieren.”
    Deshalb kopiere ich in meine Antworten immer fast Deinen kompletten Kommentar. Ich gehe auf jede Aussage von Dir konkret ein. Du musst ja nicht meiner Meinung sein, aber viele meiner Aussagen und Argumente beantwortetst Du gar nicht. Ich habe mich sehr ausführlich ausgelassen, warum ich zB gegen Reli-Unterricht an unter 14-jährige bin. Du hast auf meine Kommentear zum Wahlrecht eines 6-jährigen gar nicht geantwortet. Du hast auch nicht dargelegt, warum es in Deinen Augen nicht ausreicht, wenn Eltern ihren Kindern zu Hause oder in der Freizeit die gewünschte Religion näher bringen.
    Das waren nur Beispeile. Aber wenn Du nicht auf alle meine Argumente eingehst (oder zumindest darlegst, warum die eine oder andere Aussage für Dich kein echtes Argument ist), ist es natürlich auch schwer, zu diskutieren.

    Weiter: “Fakt ist: Die BRD möchte ein Fach in dem es direkt oder indirekt um moralisches Verhalten geht. Es gibt dafür als Wahlalternative Religion- oder Ethikunterricht.”
    Und ich frage, warum es denn nicht gehen soll, moralisches Verhalten ohne Religion zu lehren? Warum kann Religion nicht Privatsache sein und somit aus der Schule verschwinden? Die moralischen Werte, auf die die BRD aufbaut, stehen vor allem im Grundgesetz (Menschenrecht, Meinungsfreiheit, Toleranz, etc). Die kann man doch auch ohne Jesus oder Mohamed lehren. Oder nicht?

    Weiter: “Du willst aber weil du nicht gläubig bist den Reliunterricht abschaffen, obwohl daraus keinen Nachteil für dich oder andere Atheisten erwächst.”
    Ich würde ihn gern abschaffen, das stimmt. Aber darüber entscheiden wir beide nicht. Ich würde aber gerne wissen, was schlecht daran ist, wenn man Weltanschauung und Religion aus der Schule verbannt und dahin packt, wo es eigentlich hingehört: In die Freizeit. Extrembeispiel: Morgen könnten die Sozialisten fordern, den Sozialismus (der ja auch eine gute moralisch einwandfreie Idee ist, zumindest in der Theorie) als Unterrichtsfach zu fordern, weil seine Theorie moralisch einwandfreie Werte lehrt. Da würdest Du wahrscheinlich sagen, dass ist Pricatsache und gehört nicht in die Schule. Ähnlich gehts mir eben mit dem Fach Religion: Privatsache, gehört nicht in die Schule.

    Dann anderes Thema: “Du sagst mir, ich solle dir aufzeigen in bei welchen Projekten es um Hilfe und nicht um Missionierung geht. Zeige du mir doch vielmehr wo und wie denn diese Missionierung ablaufen soll, wenn du schon dieses Beschuldigung erhebst!”
    Da gibt es doch nun viele Beispiele. Nur mal 2:
    1. Wenn medizinische Hilfe bei AIDS geleistet wird, aber gleichzeitig gepredigt wird (aus rein religiösen Gründen), dass Kondome Teufelszeug sind, dann wird die Ausbreitung von AIDS gefördert, während gleichzeitig wahre Hilfe aus Glaubensgründen versagt wird (wahre Hilfe wäre, zu erklären, welche Möglichkeiten es gibt, die Infizierung zu verhindern)
    2. Wenn Menschen (zB in Afrika) Lebensmittel gegeben werden und dabei den Menschen auch Gottesdienste angeboten werden. Das Geld für den Priester etc könnte man doch für noch mehr Lebensmittel verwenden, anstatt für Indoktrinierung mit einem Glauben. Wie Dietmar in seinem Kommentar sagte: “Ich möchte nicht, dass von meinen Steuern Lebensmittel gekauft und verteilt werden mit den Worten Das ist von Jesus”

    Anderes Thema: “Ich kann dir an einem Beispiel erklären was ich mit dem "nur das schlechte in der Kirche sehen” meine. Du hast gesagt, die Kirche sei Schuld an der Ausrottung der Indios in Südamerika (ich hatte aufgezeigt, dass nicht die Kirche für die Ausrottung verantwortlich war, aber stellen wir das bei Seite) und solle den Nachkommen Geld zukommen lassen. Nehmen wir mal an die Kirche hätte dies getan, dann hättest du sagen können: "Das ist wieder typisch, die Kirche versucht sich von ihrer (vermeintlichen) Schuld freikaufen. Menschenleben sind aber unbezahlbar.””
    Du liegst falsch. Ich würde anerkennen, dass die Kirche tatsächlich mal etwas greifbares tut, um Leiden zu lindern.
    Genauso, wie die vielen Geschichten mit pädophilen Priestern. So etwas kann theoretisch in jeder großen Organisation vorkommen. Aber jede andere Organisation, die mal ein Pädophilenproblem hatte, hat das zur Anzeige gebracht und nicht vertuscht. Die Kirche vertuscht diese Dinge immer (es gab noch keinen Fall, in dem Kirche einen Täter selbst und ohne Druck von außen angezeigt hat, wenn sie Kenntnis davon erlangte!). Und anschließend lässt sie die Opfer allein, während der Täter innerhalb der Kirche auf eine neue Stelle versetzt wird. Wenn etwas schlimmes passiert ist, lässt es sich nicht wieder rückgängig machen (egal, ob Kindesmißbrauch oder Völkermord an den Indios), aber der Umgang mit diesen Dingen, der lässt sich noch beeinflussen. Und hier bekleckert sich die katholische Kirche nicht eben mit Ruhm.

    Zu meiner Äußerung, die Kirche würde dem selbst gestellten Anspruch nicht gerecht, sagst Du: “Das ist absolut deine persönliche Meinung. Ich habe oben genannt wie die Kirche ihren Anspruch erfüllt.”
    Dann sag mir doch mal, wo die Kirche mit ihrem eigenen Vermögen hilft, anstatt Gelder von Dritten (Spenden und Steuern) zu verwenden. Oder sag mir, wo die Nächstenliebe der Kirche ist, wenn ein Priester ein Kind mißbraucht hat? Nur in den USA ist die Kirche bereit, den Opfern finanziell und mit Therapien zu helfen. Und auch nur, weil die anrollende Klagewelle den Bankrott der katholischen Kirche in den USA bedeuten konnte. In Europa oder Deutschland – Fehlanzeige. Das sind nur 2 Beispiele, auf die Du ja mal eingehen kannst und mir erklären, wie sich das Verhalten der Kirche in diesen Fällen mit Selbstlosigkeit, Nächstenliebe etc in Einklang zu bringen ist.

    Neues Thema: “Es gibt Menschen die aus Krankheitsgründen nicht zum Gottesdienst kommen – die Kirche strahlt für diejenigen extra einen Gottesdienst im Fernsehn aus.”
    Gut. Warum zahlen sie nicht für die Sendezeit? Warum müssen andere (auch Nichtchristen, die das niemals ansehen werden) dafür Rundfunkgebühren bezahlen, dass die Kirche wöchentlich ihre Meinung stundenlang und unkommentiert verbreiten darf?

    Und hier verstehst Du meinen Standpunkt falsch: “Und das von jemanden der einer Gruppierung angehört, die selber nichts positive beiträgt, keine Kirchensteuern zahlt und dennoch meint die Kirche kritisieren zu dürfen, weil es sie ja noch mehr leisten könnte.”
    1. Die Kirchensteuer wird nicht für Hilfe irgendeiner Art verwendet, sondern verschwindet parktisch vollständig im Verwaltungsapparat der Kirchen und mehr deren Reichtum. Dazu hat Dietmar auch eine Link gepostet. Also, was hat das mit der Kirchensteuer zu tun?
    2. Ich kritisiere die Kirchen nicht, weil sie mehr leisten sollen, sondern weil sie mit zweierlei Maß messen. Sie predigen Selbstlosigkeit etc, werden aber dem hohen moralischen Anspruch, den sie fordern selbst nicht gerecht. Und nur das kritisiere ich.

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  181. Tom’s avatar

    Ein bemerkenswerter Artikel zum Thema “Arbeitgeber Kirche – Arbeitnehmer in Gottes Hand” heute veröffentlicht auf “Spiegel Online” http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,649991,00.html

    Zusammen sind die Kirchen nach dem Staat der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland, doch Mitarbeiter in Diözesen und Diakonie haben weniger Rechte als Kollegen in anderen Wirtschaftszweigen. Ein uneheliches Kind kann leicht zum Kündigungsgrund werden.

    München – Der Detektiv leistete ganze Arbeit: Er konnte nicht nur die weibliche Zielperson in einem verdächtigen Wagen filmen. Es gelang ihm auch, den Namen des ihr offenkundig sehr vertrauten Mannes zu ermitteln, mit dem sie unterwegs war. Auftraggeber dieser Observation vor ein paar Wochen war allerdings nicht der eifersüchtige Ehemann – sondern die Diözese Augsburg.

    ANZEIGEDie will die schwerbehinderten Kirchenmusikerin Kerstin Gerg* los werden – und schrieb deshalb an das zuständige Integrationsamt, dass bei der geschiedenen Frau “vom Vorliegen einer Lebensgemeinschaft ausgegangen werden muss”.

    Dabei wollte die Diözese nach eigenen Angaben Kerstin Gerg eigentlich kündigen, weil sie es mit Verweis auf ihre Mobilitätseinschränkung ablehnte, sich von der Gemeinde St. Barbara im oberbayerischen Peißenberg an einen anderen Standort versetzen zu lassen. Weil die Schnüffelaktion der Kirche aber die privaten Lebensumstände zutage förderte, kann die Kirchenleitung jetzt nachschieben: “Eine Weiterbeschäftigung von Frau Gerg käme auch aus diesem Grund grundsätzlich nicht in Betracht.”

    Grundgesetz gilt nur bedingt

    Dabei kann sich die Diözese tatsächlich auf die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Morallehre berufen – und die sehen das Zusammenleben ohne Trauschein nicht vor. Denn das Grundgesetz gilt innerhalb kirchlicher Einrichtungen nur eingeschränkt. Deren Rechtsstellung regeln vielmehr Staatsverträge – meist aus der Zeit der Weimarer Republik und der Nazi-Diktatur. Diese Regelungen wurden unverändert in die bundesdeutsche Verfassung übernommen – und sie betreffen rund eine Millionen Mitarbeiter. Nach den Staatsbediensteten stellen die Angestellten der beiden großen Kirchen in Deutschland die größte Arbeitnehmergruppe.

    Für Verwaltungsangestellte, Kindergärtnerinnen und Sozialarbeiter in kirchlichen Diensten bedeutet dies konkret: Sie haben nur minimale Mitbestimmungsrechte und müssen Einschränkungen ihrer individuellen Freiheiten hinnehmen. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE erklärt das bischöfliche Ordinariat im Fall Gerg sein Vorgehen denn auch lapidar: “Das Erfordernis der Einhaltung der Grundsätze der katholischen Glaubens- und Morallehre für kirchliche Mitarbeiter ist vergleichbar mit der Verfassungstreue im öffentlichen Dienst.”

    Wie sehr diese Grundsätze die Angestellten der Kirche unter Druck setzen, zeigt auch das private Internet-Forum von Stefan Ihli, einem juristischen Angestellten der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie sei “seit vier Jahren in einem katholischen Kindergarten als Erzieherin tätig”, schreibt etwa eine Frau, die sich “Shan” nennt. Sie habe jetzt “einen Partner, mit dem ich mir ein Kind wünsche” und fragt deshalb an: “Kann mir aufgrund eines unehelichen Kindes mein Arbeitsplatz gekündigt werden?”

    Private Arbeitgeber beneiden die Kirchen

    Der Jurist rät ihr zur Eheschließung – denn tatsächlich haben die Angestellten der Kirchen vom Gesetzgeber wenig Hilfe zu erwarten. Sogar das seit 2006 geltende Antidiskriminierungsgesetz greift nicht in den Diözesen und Landeskirchen, bei Caritas und Diakonischem Werk.

    Bislang ist es nur die EU-Kommission, die sich des Themas angenommen hat: In einem Brief an die Bundesregierung kritisierte sie den Umgang mit den Kirchen-Angestellten als “mangelhafte Umsetzung der europäischen Gleichstellungsrichtlinie”. Die Kirchen könnten “bestimmte berufliche Anforderung allein aufgrund ihres Selbstbestimmungsrechts festlegen”, bemängelt die Kommission und verlangt zumindest eine “Verhältnismäßigkeitsprüfung” – also staatliche Vorgaben, welche Kirchenregeln für Pflegekräfte und welche nur für Priester und Geistliche zulässig sind.

    Tatsächlich beneiden inzwischen auch die privaten Arbeitgeber die Kirchen wegen ihrer Sonderrechte – vor allem die Einschränkung bei der betrieblichen Mitbestimmung weckt Begehrlichkeiten. So dürfen die Arbeitnehmer im Dienst der Glaubensgemeinschaften keine Betriebsräte wählen, sondern lediglich sogenannte “kirchliche Mitarbeitervertreter” – und die haben in etwa so viele Rechte wie Schülersprecher. So versuchte etwa das private Alfried Krupp Krankenhaus im Jahr 2006 in Essen, unter das Dach der evangelischen Diakonie zu schlüpfen. Allerdings ohne Erfolg: In diesem Jahr entschied das zuständige Landesarbeitsgericht, dass das Betriebsverfassungsgesetz dort trotzdem weiter gilt.

    Bislang sind es nur einige Richter, die der Willkür in kircheneigenen Betrieben Schranken gesetzt haben. So klagte sich etwa ein aufmüpfiger Schankkellner im oberbayerischen Andechs in den achtziger Jahren durch sämtliche Instanzen, weil er einen Betriebsrat für die klostereigene Brauerei durchsetzen wollte. Der Rechtsstreit durchlief sämtliche Instanzen der Arbeits- und Verwaltungsgerichtsbarkeit. Seither steht immerhin fest, dass zumindest die reinen Wirtschaftsbetriebe der Kirchen wie beispielsweise Brauereien den weltlichen Mitbestimmungsgesetzen unterliegen. Das sei evident, befand ein beteiligter Richter, da ansonsten “die Produktion alkoholischer Getränke unter das Gebot christlicher Nächstenliebe fallen müsste”.

    Aber selbst die schwachen kirchlichen Mitarbeitervertretungen sind den Bischöfen manchmal ein Dorn im Auge. So klagt derzeit der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung von Rottenburg-Stuttgart gegen seine Entlassung. Ihm war Mitte des Jahres gekündigt worden.

    Als Grund führt die Diözesanleitung an: Der Mann ist Vater einer Tochter – ohne mit deren Mutter verheiratet zu sein.

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