Freie Diskussion

Der Titel sagt eigentlich alles. An dieser Stelle kann man loswerden, was zu keinem der anderen Artikel passt. Solche Kommentare verschiebe ich gegebenenfalls auch selbst von anderer Stelle hierher.

Der Bezug zu Religion bzw. Atheismus sollte jedoch erhalten bleiben und selbstverständlich ist weiterhin ein Mindestmaß an Sach- und Höflichkeit geboten.

  1. na ja, ich denke schon, dass sich über Religion wissenschaftlich diskutieren lässt, in Religionswissenschaft, Ethnologie, Anthropologie, Soziologie und Psychologie, vielleicht auch Philosophie (wenn die noch als Wissenschaft gelten soll). Religionen sind schließlich Phänomene der realen menschlichen Lebenswelt, warum sollten sie sich also wissenschaftlicher Sicht verschließen? Allen noch so abstrusen Behauptungen liegen psychologische oder politische Strukturen und (als solche empfundene) Notwendigkeiten zugrunde, die prinzipiell entschlüsselbar sind. Wir müssen nicht albernen Behauptungen der Religiösen mehr Ehre antun, als sie verdienen sondern endlich beginnen, über deren Feld mit unseren Mitteln zu reflektieren.

    Dawkins empfinde ich dabei teilweise als kontraproduktiv, nur teilweise nützlich. Er arbeitet für meinen Geschmack zu propagandistisch, und das macht die Sache der Religionskritik unnötig angreifbar an Stellen, wo sie eigentlich gar nicht angreifbar ist.

  2. Hallo Ipissimus,

    diesen aktuellen Film über wissenschaftliche Erkenntnisse von parapsychologischen Forschungen des US Militärs sollte sich niemand entgehen lassen. Trailer: http://www.ziegen.kinowelt.de/hp/ Das daraus eine Komödie geworden ist, war wahrscheinlich unbeabsichtigt ;-)

    Warum lachen Menschen also über diesen Film und glauben gleichzeitig, dass ein Mensch vor 2000 Jahren übers Wasser gelaufen ist? Gläubige wollen über ihren Glauben nicht diskutieren, zumindest nicht über ihre Glaubensinhalte.

    Ich gebe Dir Recht, das man die realen Einwirkungen von Religionen wissenschaftlich untersuchen kann. So kann man beispielsweise statistisch erfassen, dass in den religiöseren US Bundesstaaten die Kriminalitätsrate höher ist, als in den eher säkulareren Staaten. Oder man kann psychologisch erklären, warum ein islamischer Selbstmordattentäter Dutzende Menschen umbringt und seine zurückgelassene Familie stolz darauf ist.

    Was aber macht eine Religion eigentlich aus? Sind das nicht die Glaubensinhalte, über die sich diese Religion definiert? Kann man mit einem streng gläubigen Christen diskutieren, ob Ethik wirklich ihren Ursprung in der christlichen Religion hat? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dies nicht geht. Über Glaubensinhalte lässt sich nicht diskutieren, auch nicht wissenschaftlich.

    Dawkins ist ein Wissenschaftler. In seinem Buch “The greatest show on earth” schreibt er:
    “Aber: “Wir dürfen nicht selbstzufrieden annehmen, dass die Akzeptanz der Evolution durch Bischöfe und ausgebildete Priester auch für deren Gemeinden gilt”. Umfragen zufolge leugneten hier im Schnitt 40% die Evolution. “Und das sollte die Kirchen ebenso beunruhigen wie Wissenschaftler”. Darum appelliert er an die “aufgeklärten Bischöfe und Theologen, etwas mehr Anstrengung im Kampf gegen den antiwissenschaftlichen Unsinn zu zeigen”.”
    http://www.rsng.de/aktuelles/010909-altersmilde-bei-richard-dawkins.php

    Genau darum geht es Dawkins. Das beste Argument gegen Aberglaube sind Aufklärung und Wissen.

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