Atheismus

Artikel mit dem Schlagwort Atheismus.

Atheisten-Bingo mit einer sehr schönen Auswahl an Sprüchen, die man als Gottloser so zu hören bekommt.

Frohe Weihnachten allen! Hö hö.

25/12/2009 | Keine Kommentare

Ein schwedisches Radioprogramm mit einem (Tier-)Verhaltensforscher hat mich auf eine interessante Tatsache aufmerksam gemacht: Ungeachtet welche Religion oder Kultur in der Welt, so finden sich jeweils etwa 25 Prozent der Bevölkerung, die sehr gläubig sind. Ihre Gehirne sind also so ausgelegt, dass sie an etwas glauben müssen. Auf der anderen Seite stehen 25 Prozent, denen die Prädisposition für Religiosität völlig abgeht. Dazwischen liegt die “restliche” Hälfte der Bevölkerung, die so oder so können und keine starke Präferenz für oder gegen Glauben haben und die sich meist an die vorherrschende Richtung anpassen.

Was folgt daraus? Zum einen wiederum die Binsenweisheit, dass alleine eine säkulare Gesellschaft allen ohne Unterdrückung gerecht werden kann, sowohl Gläubigen als auch Ungläubigen. Denn es gibt keine einheitliche Gesellschaft.

Zum anderen, dass es vergebene Liebesmüh’ ist, wirklich Gläubige von ihrem Glauben abbringen zu wollen. Allerdings ist da die Masse der Unentschiedenen, die die Religionen unverhohlen bekehren wollen und denen eigentlich eine ebenso starke Interessensgemeinschaft der Nichtgläubigen eine weltliche Sicht der Dinge nahelegen sollte.

Ich finde es ja ziemlich peinlich, dass die aus England abgekupferte atheistische Buskampagne in Deutschland nur Absagen bekommen hat.

Der Titel sagt eigentlich alles. An dieser Stelle kann man loswerden, was zu keinem der anderen Artikel passt. Solche Kommentare verschiebe ich gegebenenfalls auch selbst von anderer Stelle hierher.

Der Bezug zu Religion bzw. Atheismus sollte jedoch erhalten bleiben und selbstverständlich ist weiterhin ein Mindestmaß an Sach- und Höflichkeit geboten.

In den Kommentaren, die immer wieder auf ältere Artikel und die About-Seite dieses Blogs einschlagen (und die ich, nebenbei bemerkt, aufmerksam verfolge, auch wenn ich mich nicht immer einmische), taucht hin und wieder die Frage auf, wie viele Atheisten es eigentlich gibt. Das ist nicht einfach zu beantworten. Je nach Land und Art der Fragestellung zeigen Studien andere Ergebnisse. Zusätzlich muss man glauben, dass Menschen ehrlich auf solche Befragungen antworten.

Nichtsdestotrotz. In der Wikipedia steht:

Nimmt man die religiöse Selbsteinschätzung der Bürger in Umfragen als Maßstab, so liegt in den Ländern der Europäischen Union der Anteil „überzeugter Atheisten" bei ca. 5 %. Besonders hoch ist die Rate überzeugter Atheisten in Frankreich (14,6 %), und den neuen Bundesländern Deutschlands (21,7 %).

Die englische Wikipedia ist da übrigens viel ausführlicher. Von dort wurde ich auch auf die Studie “Social values, Science and Technology” der Europäischen Kommission von 2005 aufmerksam (PDF), die unter anderem folgenden Graph enthält:

Aussaugen über den eigenen Glauben in Europa

Demnach liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld und etwa die Hälfte der Menschen glaubt an einen Gott; in meiner Wahlheimat Schweden ist es nur ein Viertel. Fasst man den Begriff “Atheist” so weit, dass er alle einschließt, die nicht explizit sagen, dass sie an einen Gott glauben, dann ist diese Gruppe genauso groß wie die der Gläubigen, in vielen Ländern sind Atheisten in der Mehrheit.

Ich finde es schön, dass meine alte Heimatstadt Aschaffenburg häufig im Zusammenhang mit Religionskritik auftaucht. Zuletzt war da das eifrig berichtete und viel diskutierte Kinderbuch “Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel”

Einen kleinen Blick hinein werfen kann man in der Bildergalerie der SZ, deren Bildunterschriften auch gleichzeitig zeigen, wie schnell der Versuch, Kinder religiösen Autoritäten gegenüber skeptisch zu stimmen, als Hetze verunglimpft wird.

Mehr Info und eine Unterschriftenliste gegen die beantragte Indizierung des Buches gibt es auf ferkelbuch.de. Das Buch findet man natürlich in Buchhandlungen, man kann es aber auch direkt beim Verlag bestellen, ebenso bei den üblichen Internetversendern wie Amazon, wo es sogar auf Platz 5 der Bestsellerliste steht. Der Medienrummel scheint sich auszuzahlen.

Nachtrag 6. März 2008: Der Indizierungsantrag wurde abgeleht. Sehr schön.

Die Atheist Alliance hatte Ende September eine Konferenz, auf der sich die in den letzten Jahren herausragenden atheistischen Aktivisten und Buchautoren der englischsprachigen Welt ein Stelldichein gaben.

Unter anderem gaben Richard Dawkins und Sam Harris Vorträge und letzterer legt dar, warum wir uns besser nicht “Atheisten” nennen sollten.

Zu den Videos mit beiden länglichen, aber sehenswerten Vorträgen »

Die ZEIT startet in der kommenden Ausgabe eine Reihe zu den großen Religionen und zum Atheismus. Passend dazu hat sie einen Religionstest online gestellt, bei dem man als Ungläubiger allerdings keine Möglichkeit hat, adäquat zu antworten.

Ein Fall für Onkel Brumm?

In der Rubrik “Websites aktuell” der c’t 2/2007 wurde www.monopolis.net vorgestellt. Ich finde Zahlen, wie dort in Zusammenhang gesetzt, sehr interessant. Unter “Dorf → Religion” erfährt man wie viele der Einwohner welche Religion hätten, wenn die Menschheit ein Dorf mit 1000 Einwohnern wäre. Im Gegensatz zur Weltkarte der Religionen fehlen in dieser Liste die Atheisten nicht. Sie stellen mit 167 Einwohnern sogar die drittgrößte Gruppe dar, hinter den Christen (329) und Muslimen (178). Ich finde diese Zahl erfreulich hoch und frage mich, wo sie herkommt und wie sie gemessen wurde.

Nur kurz zwei Links:

  • Eine Rezension eben dieses Buches beim HPD, die ich allerdings zu lesen aufhörte, nachdem ich auf die Aussage stieß, dass es keine Taschenbuchausgabe gäbe. Eben diese wartet in meinem Regal nämlich darauf, endlich gelesen zu werden.

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