AtheistUndGut

Artikel mit dem Schlagwort AtheistUndGut.

Ich habe hier schon eine Weile nicht mehr geschrieben. Mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen, denn das Thema dieses Blogs wird uns so schnell nicht abhanden kommen.

Gerade bekam ich wieder einmal Post. Ein Pamphlet, das aus wirr und unschlüssig zusammengewürfelten Argumenten widerlegen will, dass Evolution eine gute Erklärung für den Ursprung des Lebens ist. Natürlich könnte man sich die Arbeit machen, den Text zu zerlegen, aber wozu? Man gibt damit abstrusen Ideen mehr Aufmerksamkeit als sie verdienen und den oder die Verfasser überzeugt man ohnehin nicht.

Außer Emails bekomme ich in regelmäßigen Abständen sogar Papierpost, in denen mir jemand seine tolle spirituelle Idee andrehen oder mich davon überzeugen will, dass ich “auf dem falschen Weg” bin und doch “zu Gott finden solle”. Ein Beispiel habe ich ja schon aufgeschrieben aber generell gilt auch da, dass der Papierkorb der einzig richtige Aufbewahrungsort ist. Aber erst nachdem man sich gut amüsiert hat, natürlich.

Immerhin habe ich noch keine Drohungen bekommen. So viel Spaß wie Dawkins beim Lesen seiner Emails habe ich also nicht.

Religion ist ein seltsames Thema. Es erregt die Gemüter der Menschen. Trotz der recht geringen Aktivität und Leserzahl dieses Blogs kommen regelmäßig Kommentare von aufgebrachten Menschen, die mich beziehungsweise alle Atheisten beschimpfen. Natürlich werden solche Kommentare nicht freigeschaltet.

Auch bei Bemerkungen von Leuten, die meinen, es reiche aus, ein abgedroschenes Argument in einem Satz zu wiederholen, um etwas zu “belegen”, überlege ich zweimal, bevor ich sie freigebe. Schließlich will ich Unsinn nicht unbeantwortet auf meiner Seite stehen lassen (das könnte als Zustimmung missverstanden werden) und es ist mühsam, sich jedesmal auf einen Flamewar einzulassen.

Ein schönes Beispiel für “abgedroschenes Argument” ist folgendes: Ihr Atheisten glaubt genauso an etwas, nämlich daran, dass es keinen Gott gibt, aber beweisen könnt ihr das nicht.

Hiervon einmal ganz abgesehen. Ist es so schwer zu befreifen, dass außerordentliche Behauptungen außerordentliche Beweise erfordern? Wenn ich behaupte, ich hätte einen Drachen in meiner Garage1, dann glaubt mir hoffentlich keiner, wenn ich ihn nicht vorzeigen kann. Kurz und gut: Die Beweislast liegt bei denen, die behaupten, es gäbe einen Gott, nicht bei uns, die vernünftigerweise davon ausgehen, dass nicht.

1Beispiel von Carl Sagan geklaut.

Die Pause, die Bloggerkettenbriefe in letzter Zeit eingelegt hatten, scheint lange genug gewesen zu sein. Es kursiert wieder ein Blogger-Stöckchen und neulich wurde es mir zugeworfen – also los:

Warum bloggst du?
Ist das nicht offensichtlich? Weil ich glaube, etwas zu sagen zu haben. Die eigentliche Motivation kommt jedoch erst, wenn man es irgendwie hinbekommt, interessant genug zu schreiben, dass es auch gelesen wird. Man entwickelt sich dabei weiter, versucht sich an bisher Ungewohntem, kann üben, sich auszudrücken und noch viel mehr. Vielleicht spielt auch der technische Aspekt eine gewisse Rolle zu Beginn (Software aufsetzen und zurechthacken), aber irgendwann geht es nur noch um Inhalt.

Seit wann bloggst du?
Meine Blogger-Historie: Ich habe gerade nachgesehen und mein erster Blogeintrag ist vom 6. Mai 2004, als ich mich entschloss, Drupal für meine Homepage zu installieren. Der erste Eintrag hat lächerlichen Inhalt und ist lediglich eine Referenz zu Slashdot, einem (_dem_?) Urgestein der Blogs. Auf thomasmarquart.net schreibe ich immer noch (v.a. auf Englisch aber nicht nur), wenn auch sehr sporadisch und meist über technisches oder geek-artiges. Dort ist auch mein Bilder-Archiv.

2005 kam dann ein rein deutschsprachiger Blog: blogressiv.de. Als Gemeinschaftsblog geplant, war es dann aber doch fast nur ich, der dort zu politischen und gesellschaftlichen Themen schrieb. Blogressiv litt und leidet an mangelnder Ausrichtung, weswegen ich mittlerweile zwei speziellere Blogs zu Themen habe, die auf Blogressiv angeschitten wurden:

  • Fiket.de handelt von Schweden und auch ein wenig von meinem Leben dort. Ich versuche, Unterschiede zu Deutschland herauszuarbeiten und auch den Blick von außen auf selbiges abzudecken. Hier schreibe ich heute am meisten.
  • Atheist und Gut entstand spontan, als ich mich einmal wieder maßlos über religiöse Ignoranz und Arroganz aufgeregt habe. Hier schreibe ich seltener, aber denke, dass dieses Thema hohes Blogpotential hat. ;-)

    Selbstportrait?
    Im Bild, das in meinen allerersten Blogeintrag (s.o.) verlinkt ist, bin ich der unten in der Mitte und sehe auch heute noch so aus.

    Warum lesen deine Leser deinen Blog?
    Gute Frage, aber genug tun es.

    Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?
    Zu Atheist und Gut war es Das Wunder von La Palma, zu Fiket Störfall Forsmark, weil die deutschen Medien das Thema verpennt hatten und ich da die letzten zwei Tage mit einem Artikel von letzter Woche ganz oben auftauchte.

    Welcher deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
    Zu Unrecht? Keiner. Es sind doch die Leser, die das entscheiden…

    Dein aktuelles Lieblings-Blog?
    Vielleicht netzpolitik.org oder Cosmic Variance oder der Polarblog oder gar astro-ph ? Nein, letzterer dann doch nicht.

    Welchen Blog hast du zuletzt gelesen?
    Alle meine abonnierten natürlich. Mein neuester Zugang zur Liste ist xkcd.com mit tollen Zeichnungen.

    Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?
    “83485 items in 138 feeds” sagt mein Gregarius. Die alten Beiträge in der Datenbank zu behalten ist sehr praktisch, wenn man etwas wiederfinden möchte.

    An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
    Bis hierher habe ich brav mitgemacht, jetzt werd’ ich zum Spielverderber. Ganz einfach, weil ich niemandem diese Bürde zwangsweise auferlegen möchte. Wer das hier liest und das Stöckchen will, möge laut “HIER!” rufen, oder sich einfach mit der ID 12112212324 beim Don eintragen. :-)

Die innerhalb der letzten Stunde hier eingestellten Artikel habe ich nicht im Rekordtempo geschrieben, sondern es handelt sich um meine älteren Texte zum Thema, die zuvor schon auf www.blogressiv.de veröffentlicht waren. Wer das Englische nicht scheut, kann auch meine noch älteren kurzen Beiträge zu Philosophie und Religion lesen.

Ab sofort geht es mit neuen Inhalten weiter…

Gerade habe ich diesen neuen Blog eröffnet. Das Motto ist “Ich bin Atheist – und das ist auch gut so”, in Anlehnung an Klaus Wowereits bekanntes Zitat, oder abgekürzt “Atheist und gut”. Die Mission ist offensichtlich: als Atheist Stellung zu beziehen und den Wahnsinn anzuprangern, den uns Religionen aller Art täglich zumuten. Als Gegenentwurf halten die Ideale der Aufklärung, Vernunft und das wissenschaftliche Weltbild her.

Das Thema ist natürlich sehr groß und umfassend, weswegen jeder Beitrag nur einen einzelnen Gedanken oder ein Bruchstück eines größeren Themas behandeln kann. Ich hoffe aber, dass sich die Teile zu einem konsequenten Ganzen zusammenfügen. Kommentare, Einwände und Diskussion zu den Beiträgen sind erwünscht und falls jemand daran interessiert ist, Gastbeiträge auf “Atheist und gut” zu veröffentlichen, schreibt mich einfach an.

Bis “Atheist und gut” an Fahrt gewinnt, werft einen Blick auf die Links in der Seitenleiste links. Dort finden sich auch Links zu den zuletzt kommentierten Artikeln und eine kleinere Version der Tagwolke, die die den Beiträgen zugeordneten Schlagworte darstellt. Ein chronologisches Archiv gibt es auch.

Einen angenehmen Aufenthalt auf www.atheistundgut.de wünscht

Thomas