Säkularismus

Artikel mit dem Schlagwort Säkularismus.

Dass im Gesundheitswesen den Kirchen mit staatlichen Geldern viel unverdiente Macht geschenkt wird, ist bekannt. Dass das in einigen Fächern auch für Lehrstühle an Universitäten gilt, war mir neu und ich finde es skandalös für einen säkularen Staat.

Der humanistische Pressedienst hat aufgemacht und auf den ersten Blick gefallen mir die Inhalte. Den (seltsamerweise nicht verlinkten) RSS-Feed habe ich abonniert.

Eine Anmerkung zur Benutzung: Die Seite basiert offensichtlich auf Drupal, genau wie mein Ur-Blog. Deswegen kann ich verraten, dass es auch zu jeder der Kategorien (die im linken Menu) einen eigenen Feed gibt – praktisch falls man nur eine Teilmenge der Meldungen mitbekommen möchte.

Schweden ist säkularer und atheistischer als Deutschland. Das spiegelt sich auf viele Arten wider und ein Beispiel ist die Meldung (S), dass nichtreligiöse Beerdigungen immer häufiger werden. Seit 2001 hat sich die Zahl fast verdoppelt.

Im Großraum Stockholm ist der Anteil mit 10% am höchsten. Das ist natürlich noch keine Mehrheit, aber die Entwickling geht in die richtige Richtung. Kommunale Friedhöfe, die nicht an eine bestimmte Religion geknüpft sind, sind keine Seltenheit.

Kennt jemand den Prozentsatz nichtkirchlicher Beisetzungen in Deutschland?

Wer sich zu Recht fragt, warum ein säkularer Staat Steuern für Religionsgemeinschaften eintreiben soll, kann mit dieser Petition dazu beitragen, dass dieser Missstand vielleicht bald beseitigt wird.

Die Links weiter unten führen zu einem äußert sehens- oder lesenswertes Interview mit Salman Rushdie, in dem das Verhältnis zwischen Glauben und Vernunft diskutiert wird. Es geht um die Mohammed-Karikaturen, religiösen Fanatismus und religiöse Verzückung, das menschliche Streben nach Transzendenz und darum, wie das Konfliktpotential abgebaut werden könnte. Gegen Ende liest er ein Stück aus den Satanischen Versen, dem Buch, wegen dessen er jahrelang von Islamisten bedroht wurde.

Das Interview auf englisch dauert 57 sehr gut investierte Minuten und findet sich entweder

Der IBKA schreibt:

Gerne schmücken die Kirchen sich mit ihrem sozialem Engagement, tatsächlich schießen sie magere 1,8 % an ihre Wohlfahrtsverbände zu. Der Löwenanteil von 98 % wird aus Beiträgen, Leistungsentgelten (= Zahlungen der Krankenkassen oder Pflegeversicherung) und aus allgemeinen Steuermitteln bestritten. Nicht die Kirchen, sondern der Steuerzahler kommt für Krankenhausbau etc. auf.
Aber werden Pflege oder Kinderbetreuung dank Kirchensegen qualitativ besser? Der Hamburger Wissenschaflter Dr. Carsten Frerk ging auch dieser Frage nach – und entdeckte z.B. ein deutlich höheres Maß an Mobbing als in vergleichbaren Firmen. Auch rechtlich stellt sich die Arbeitssituation in den Kirchenorganisationen kritisch dar: die Arbeitgeber regieren ins Privatleben hinein, bis ins Schlafzimmer! Denn unverheiratete Liebschaften – egal, ob hetero- oder homosexuell – liefern einen Kündigungsgrund. Eine Scheidung ist gleichfalls Kündigungsgrund.

Das erstaunliche dabei ist wohl nicht, dass Kirchen reaktionär sind, sondern dass die Rolle der “Wohlfahrtsverbände” so wenig bekannt ist. Die kirchliche Propaganda funktioniert wohl recht gut.