Wissenschaft

Artikel mit dem Schlagwort Wissenschaft.

Tiere sind Dinge, aber Engel gibt es. Genau.

Warum tun sich Menschen – nicht nur Kardinäle, für die es sicher eine Berufsvoraussetzung ist – so schwer damit, sich als Tiere zu sehen? Ich fand das schon immer eine erhellende und gleichzeitig bescheiden machende Einsicht.


(YouTube DirektForce, via)

Dass im Gesundheitswesen den Kirchen mit staatlichen Geldern viel unverdiente Macht geschenkt wird, ist bekannt. Dass das in einigen Fächern auch für Lehrstühle an Universitäten gilt, war mir neu und ich finde es skandalös für einen säkularen Staat.

(Youtube Direktlink)

Eine kurze aber starke Szene aus der 70er Jahre Fernsehserie The Ascent of Man. Bronowski führt Auschwitz als Beispiel dafür an, was Menschen im Streben nach absolutem Wissen und mit dogmatischem Denken anrichten. Es ist nicht die Wissenschaft, die den Menschen entmenschlicht und zur Nummer macht. Im Gegenteil erlaubt nur die Abschaffung absoluter Wahrheiten ein dauerhaft vernünftiges Zusammenleben.

Ich habe zwar nicht vor, diese Seite zum Dawkins Fanblog zu machen, aber was er in diesem Interview sagt, ist erneut lesenswert. Nicht nur wiederholt er einige seiner Argumente gegen Religion, sondern geht auch auf die Kritik von Wissenschaftskollegen ein, die ihm vorwerfen, der christlichen Rechten durch seine Haltung, dass Religion und Wissenschaft fundamental unvereinbar seien, Argumentationshilfen zu liefern.

Das Interview ist auf Englisch und man muß sich zuerst eine Werbung ansehen, bevor man zum ganzen Text kommt.

Die SZ beschreibt in einem lesenswerten Artikel das Wiedererstarken von religiösem Dogma und den aktiv und erfolgreich geführten Kampf gegen Wissenschaft (Evolution) und aufgeklärtes Denken. Wirklich Neues erfährt man zwar nicht und in einigen Details könnte man widersprechen, dennoch ist es bei aller Kürze genug, sich erneut aufzuregen und an der Situation zu verzweifeln.

Religion ist ein Beweis für die Schwäche des Menschen, kein Argument für die Existenz Gottes. Und dass die Renaissance des Glaubens die Welt zu einem schöneren Ort gemacht hat, wird ihm Ernst niemand behaupten.

Zum Thema Intelligentes Design, dem leider nicht für alle lachhaften Versuch, göttliche Schöpfung mit Evolution zu vermischen, hat Spreeblick etwas Musik ausgegraben und verlinkt auch ein Interview mit einem Biologen, die Lage recht nüchtern analysiert und dem nur zuzustimmen ist, wenn er sagt:

Zum Glück gibt es viele vernünftige Menschen, die versuchen, dem ganzen Spuk auf alle möglichen Arten ein Ende zu bereiten: wissenschaftlich, juristisch, weltanschaulich, satirisch.

Richard Dawkins ist Evolutionsbiologe und unter anderem durch populärwissenschaftliche Bücher (“Das egoistische Gen”) bekannt. In einer TV-Serie für das britische Fernsehen mit dem Titel The Root of All Evil? greift er das grundlegende Problem auf, das alle Religionen gemein haben: Sie verhindern kritisches Denken und Vernunft.

Ich stimme völlig mit ihm darin überein, dass Religion und Wissenschaft einander gegenüber stehen und dass es Unsinn ist zu behaupten, dass sie nebeneinander existieren können oder sogar miteinander vereinbar sind. Die beiden bisherigen Abschnitte der Serie finden sich auf Google Video und sind ein echtes Muss:

Die ZEIT hatte neulich einen Artikel über die Templeton Foundation, eine finanziell sehr gut ausgestattete Organisation, die versucht, die Grenzen zwischen Wissenschaft und Spiritualität aufzuweichen. Ich finde, dass es eine sehr bedenkliche Entwicklung ist, dass Wissenschaft nicht mehr als Gegenpol zu Aberglaube, Religion und Spiritualismus gesehen wird.

Das mit dem Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft ist doch eigentlich ganz einfach: Sobald es irgendeine Überprüfbarkeit der Aussagen gibt, verlieren Religionen und anderer Aberglaube jede Debatte gegen jemanden, der nachschaut, nachfragt oder nachmisst. Jahrhundertelang haben Menschen nach einem Gottesbeweis gesucht und das Ergebnis ist nichtig, wenn man den Maßstab der Überprüfbarkeit anlegt.

Leute, die sich lange damit beschäftigt haben, wissen das, und hüten sich, überprüfbare Aussagen zu machen. Solange sie sich nur zu Dingen äußern, die man halt entweder glaubt oder nicht, sind sie unangreifbar. Sogar die katholische Kirche sieht das ein und erkennt vielerlei wissenschaftliche Erkentnisse an. Das ist ihr aber nicht wirklich zu Gute zu halten, denn sie will natürlich ihre Stellung und ihren Einfluss wahren weiß ganz genau, dass sie verliert, wenn sie sich auf überprüfbares Terrain begibt.

Einen Haken hat die Sache aber leider: Menschen lassen sich nicht notwendigerweise von guten Argumenten überzeugen. Dass sich also rationale Argumente mit der Zeit schon durchsetzen, ist nicht zwingend, wird aber leider von vielen, die Aberglauben ablehnen, resignierend angenommen. Wenn dem aber so wäre, gäbe es schon heute keine Religionen mehr, die versuchen, ihre irrationalen Lehren gegen aufklärerisches Denken zu verteidigen. Es gibt sie aber, vielleicht deswegen.

(Ed: Dieser Text wurde zuerst auf blogressiv.de veröffentlicht und dort finden sich eventuell weitere Kommentare.)

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